Alles anzeigenDas ist ein Tipp, den ich NIE unterschreiben und NIE äußern würde.
Ja, wir brauchen Lehrkräfte. WIR an UNSERER Schule wirklich dringend.
Aber wir brauchen Klassenlehrkräfte, die Fächer übernehmen, Fachleitungen, Konzeptarbeit, Zusatzaufgaben ... damit wir diese endlich auf mehr Schultern verteilen können und von der anstrengenden in jeder Stunde notwenigen Vertretung abkommen.
Dafür bewerben sich als Vertretunglehrkräfte und auf unbefristete Stellen oder als Versetzung Menschen, die sagen: Ich möchte täglich zur 3. Std. kommen und nach der 4. gehen, dabei Geld für 28 Stunden verdienen, nur meine studierten Fächer unterrichten, keine Klassenleitung machen und hätte gerne eine AG in diesem oder jenem, weil das so schön ist.
Das funktioniert aber nicht, weil man darüber eine Schule nicht laufen lassen kann.
Jeder dieser Wünsche mag für einen persönlich gut sein, aber immer läuft die Umsetzung zum Nachteil eines anderen.
Habe ich keine Klassenleitung, hat dafür die Kollegin 2 Klassenleitungen. Habe ich keine Fachleitung, hat dafür die Kollegin das 3. oder 4. Fach.
Das mag in großen Systemen nicht so extrem sein, aber auch da wird es genug Aufgaben geben und man kann sich nicht immer die einfache, kleine Klasse, den Kurs ohne Korrekturen, die Wunsch-AG zur Wunsch-Zeit wählen.
Zusatzaufgaben werden nicht an allen Schulen entlastet und vor allem sind auch diese in der Regel ARBEIT und nicht Freizeit oder Vergnügen. Zumeist deckt die Entlastungsstunde den Aufwand nicht ab, selbst wenn man dagegen stellt, dass eine Unterrichtsstunde auch Vor- und Nachbereitung braucht.
Ich bin grundsätzlich deiner Meinung, dass Unterricht von Lehrern und nicht von Vertretungskräften erteilt werden soll und dies vorrang hat.
Das heißt für Leute mit Mangelfach, dass da weniger Spielraum ist. Bei einer gängigen Kombination gehe ich jetzt aber mal nicht von Fachlehrermangel aus.
Wenn jetzt eine Schule, z.B. 20% Ganztagsstunden hat, dann ist systemisch bereits eingepreist, dass 20% der gehaltenen Stunden im Schnitt im Ganztagsbereich liegen. Da ist das völlig ok, wenn ein hoch belasteter Doppelkorrekturkollege nicht ausschließlich in E/D eingesetzt wird, sondern auch in den Ganztags/AG-Stunden. Das ist sogar vorgesehen. Im Durschschnitt sind das 20% seiner Stunden.
Bezüglich entlasteter Zusatzarbeiten gilt das selbe. Ob da jetzt jemand lieber eine weitere Korrekturklasse hat oder dafür eine (natürlich nicht vollständig/adäquat entlastete) Zusatzarbeit vorzieht, kann ja jeder selbst entscheiden.
Ich finde das auch legitim sich entsprechendes zu wünschen. Entscheiden tut es in NRW die Schulleitung. Eine kluge SL wird auch die Belastungen angelehnt an die Wünsche der Kollegen ausgleichen, wenn es die Rahmenbedingungen zulassen.