Darf man als Lehrer die Benutzung eines Taschenrechners verbieten und Aufgaben zum Beispiel so stellen, dass immer mit 'runden' Zahlen gerechnet wird? Zum Beispiel stelle ich mir das so vor, dass ich, je nach Leistungsstand des Kurses sogar das Ergebnis vorgeben würde und die Schüler müssten 'nur' auf einen richtigen Weg kommen.
Das führt zu massiven Fehlvorstellung. Die meisten Zahlen sind nicht "rund".
Das Verständnis aller Zahlenräume jenseits der natürlichen Zahlen wäre nicht möglich.
Du müsstes ganze Klassen von Aufgaben weglassen, z.B. wenn du Brüche in Dezimalbrüche umwandeln läßt.
Dir gehen mathematisch tiefgreifende Phänomene verloren, z.B. die Betrachtung der Stabilität von Lösungen.
Deine Schüler würden nie lernen bei Problemlösungen Zahlen auf ihre signifikanten Stellen zu untersuchen.
Letztendlich gießt du mit dem Ansatz das Kind mit dem Bad aus, wie man so schön sagt.
Natürlich macht es Sinn, auch das Kopfrechnen zu üben, aber die Einführung des Taschenrechners markiert in der Regel den Übergang vom Fokus "Rechnen" zum Fokus "Strukturen".
Ich mache durchaus auch in höheren Klassen regelmäßige kurze Kopfrechentest, aber nutze dann im "Hauptunterricht" den Taschenrechner. Es geht da schlicht um andere mathematische Kompetenzen.