Eins der Hauptprobleme, die ich beim Religionsunterricht sehe, ist dass eigentlich ausschließlich über religiöse Inhalte geredet wird.
Der viel wichtigere Bereich, weshalb Religionen so konstruiert wurden, wie sie es sind, warum und wie sie funktionieren, welche gesellschaftlichen Funktionen sie wahrgenommen haben und welche gesellschaftliche Rolle sie heute spielen, darüber wird leider geschwiegen. Eine kritische Auseinandersetzung findet allenfalls mit einzelnen Inhalten statt, nicht mit dem Phänomen der organisierten Religion an sich. Dadurch wird meiner Ansicht nach eine mündige Reflexion der Schüler zum Thema Religion massiv erschwert.
Das war allerdings in den Ethikunterrichten, die ich bisher sah, leider auch nicht anders.
Ein weiteres Problem ist das Weltbild bei den großen Buchreligionen, das durch sie vermittelt wird. Im besten Fall kann man das als eine autokratische Konstruktion verstehen. Demokratische Werte sind da eher Fehlanzeige.