Beiträge von kodi

    Eins der Hauptprobleme, die ich beim Religionsunterricht sehe, ist dass eigentlich ausschließlich über religiöse Inhalte geredet wird.
    Der viel wichtigere Bereich, weshalb Religionen so konstruiert wurden, wie sie es sind, warum und wie sie funktionieren, welche gesellschaftlichen Funktionen sie wahrgenommen haben und welche gesellschaftliche Rolle sie heute spielen, darüber wird leider geschwiegen. Eine kritische Auseinandersetzung findet allenfalls mit einzelnen Inhalten statt, nicht mit dem Phänomen der organisierten Religion an sich. Dadurch wird meiner Ansicht nach eine mündige Reflexion der Schüler zum Thema Religion massiv erschwert.
    Das war allerdings in den Ethikunterrichten, die ich bisher sah, leider auch nicht anders.

    Ein weiteres Problem ist das Weltbild bei den großen Buchreligionen, das durch sie vermittelt wird. Im besten Fall kann man das als eine autokratische Konstruktion verstehen. Demokratische Werte sind da eher Fehlanzeige.

    Letztlich kann man alle "Lateintransferleistungen" auch direkt in den entsprechenden modernen Sprachen lernen. Ob da dann ein Schwerpunkt drauf gelegt wird oder nicht, ist noch einmal eine andere Sache..
    Mir persönlich hat Latein als dritte Fremdsprache zwar Spaß gemacht, zumal sie relativ wenig Arbeit und Mühe gekostet hat, ich frage ich mich allerdings manchmal, ob nicht eine weitere lebendige Sprache sinnvoller gewesen wäre. Außer in sehr spezialisierten Randberufen ist Lateinkenntnis kaum noch erforderlich. In den Mainstreamberufen, wo noch lateinische Begriffe vorkommen, z.B. in der Medizin oder Biologie (Systematik), haben sie nur noch Fachbegriffsstatus.

    Persönlich glaube ich, dass Latein über kurz oder lang den Weg des Altgriechischen gehen wird.
    Das ist in gewisser Weise schade, aber der gesellschaftliche/politische Konsens, was zur Grundbildung gehört, ist halt im stetigen Wandel. Es kommen neue Wissensbereiche dazu und andere fallen irgendwann weg.

    Die Kirchen zahlen aber auch den RU. Daher unterrichten ja ganz oft Pfarrer.

    Das stimmt leider nicht.
    Sowohl die Religionslehrer als auch die Pfarrer werden vom Staat bezahlt (nicht aus der Kirchensteuer!). Das ist seit der Einziehung der Kirchengüter so.

    Historisch ist die "politische" Rechtfertigung für den Religionsunterricht übrigens wenig glamorös. Der war Teil des Reichskonkordat mit der kath. Kirche, das Hitler abschloss, um innenpolitische Unterstützung der Kirche (und außenpolitisches Prestige) zu bekommen. Dass die Kirche natürlich den Fuß in allen Schulen haben wollte/will ist irgendwie verständlich. Leider gilt diese Vereinbarung noch heute. Aus den 50ern gibt es dazu sogar ein Verfassungsgerichtsurteil, dass allerdings im wesentlichen auf formalen Gründen beruht.

    Ohne die Studie gelesen zu haben: "Durchgeführt vom Institut der deutschen Wirtschaft". Woran ist die deutsche Wirtschaft interessiert?Nun, an vielen, möglichst günstigen, möglichst jungen und möglichst arbeitswilligen Absolventen. Deswegen ist so etwas immer mit großer Vorsicht zu genießen, da es alles andere als unabhängig ist!

    Lesen ist schon sinnvoll. Die Studie ist recht differenziert.
    Die DPG ist unser Berufsverband und hat kein Interesse daran hat Physiker zu betrügen oder die Interessen "der Wirtschaft" zu propagieren. ;)
    Die Studie ist in meinen Augen alle male aussagekräftiger als eine Äußerung von Einzelmeinungen in irgend einem Thread. In diesen Klagethreads sammeln sich ja primär Leute mit Problemen und von den anderen liest man wenig bis gar nichts. Das Bild ist entsprechend verzerrt.

    Nicht alle DAZ-Schüler sind Flüchtlinge. Du klammerst eine größere Gruppe aus, die ähnliche Schwierigkeiten im Schulsystem hat. In meiner internationalen Klasse liegt die Quote der EU-Umsiedler z.B. bei 40%.
    Das soziale Umfeld der Schüler ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren und hat Auswirkungen auf alle Bereiche der Arbeit. O_o

    Ich finde das hier extrem vage. Es ist gut, dass ein SL nicht einfach versetzt wird, weil jemand meint, dass er "Mist ist".
    Sobald echtes Fehlverhalten vorliegt, gibt es das Mittel der Dienstaufsichtsbeschwerde durch die der Vorgang/das Verhalten dann geprüft wird.

    In Mathe, Physik, etc. werden Lösungsblätter vor der Klausur abfotografiert. In der Klausur wird sich dann daran entlang gehangelt.

    Dagegen hilft folgendes:

    • Kein Aufgaben/Klausur-Recycling.
    • Keine Rezeptaufgaben.
    • Kompetenzorientierung in dem Mittelpunkt stellen.
    • Erkläraufgaben (immer am Beispiel), die stärker gewichtet werden als reine Reproduktionsaufgaben.
    • (Klausurlösungen unter Verschluss bis Klausur geschrieben. Hauptsächlich ein Problem bei Parallelarbeiten.)

    @Spicken vom Nachbarn:
    Unterschiedliche A/B-Klausuren

    @Klausurkranke:
    Grundsätzlich andere Klausur nachschreiben lassen. Am besten am ersten Tag der Gesundung.

    Ich habe sicher eine andere Schülerklientel als du, aber mit diesen Maßnahmen reduziert sich das spicken und krankmelden bei mir deutlich bzw. läuft ins Leere.

    Es gibt doch die unterschiedlichsten Aufgabenbereiche als Lehrerabordnung.
    Die wenigsten haben das gleiche Belastungsprofil wie der Job in der Schule.
    Natürlich gibt es da auch welche, die in diesem Fall weniger geeignet sind, z.B. Fachleitung oder Beratung zu Belastungen, aber es gibt auch etliche, wo die Threadstarterin ihre Stärken einbringen kann.

    @Anma
    Am besten guckst du mal bei Stella, was so angeboten wird, falls du noch in NRW bist, Steffi.
    Etwas längerfristig könntest du auch ein Sabbatjahr ins Auge fassen.
    Wie schon von anderen geschrieben, würde ich auch überlegen, ob vielleicht die konkrete Situation an deiner Schule das Problem ist und dir eine Versetzung helfen würde.

    Ich persönlich fahre da nach 2 Grundsätzen:
    1. Die Eltern wollen nur das beste für ihr Kind und das ist auch ihre Aufgabe und richtig so.
    2. Je emotionaler die Eltern werden, desto sachlicher, transparenter und letztendlich auch formaler versuche ich zu sein.

    Ansonsten hilft auch die Hamburger Methode, damit Eltern/Schüler mit einem guten Gefühl aus dem Gespräch gehen:
    Lob
    Kritik
    Lob

    ...oder eben auf die Situation angepasst:
    Verständnis zeigen,
    Standpunkt darlegen
    Verständnis zeigen

    [...]
    Gehe als Quereinsteiger ins Ref für Chemie und Physik, 7. bis 10. Klasse, integrierte Sekundarschule.
    [...]

    In meinem Physikseminar waren folgende Buch die Standartwerke:
    Mikelskis, Helmut (Hrsg.) (2006): Physikdidaktik – Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II, Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG, Berlin
    Mikelskis-Seifert, S. & Rabe, T. (Hrsg.) (2007): Physik Methodik - Handbuch für die Sekundarstufe I und II, Cornelsen Verlag Scriptor GmbH & Co. KG, Berlin
    Zwischendurch war das Didaktikbuch allerdings mal schwierig zu bekommen.

    Martin Kramer hat auch zum Thema Physik interessante Bücher. Allerdings muss man bei seinen Methoden die Fehlvorstellungsproblematik verstärkt beachten.

    Ich finde das mit der Bewirtung inakzeptabel und habe schon einige Fachleiter gefragt, ob sie der Meinung wären, dass Schüler vor Klassenarbeiten dem Lehrer ein Frühstück servieren sollen.
    Das fanden die wenig lustig... kognitive Dissonanz. ;)

    Gleiche Bedingungen für alle.
    Wenn du Schülern anbietest, einen Leistungsnachweis zu wiederholen, dann ist es richtig, dass das für alle gilt.
    Wenn die Vereinbarung ist "Erstarbeit wird nicht gewertet bei Annahme des Zweitversuch", dann bei allen.
    Ist natürlich im beschriebenen Fall doof gelaufen für die eine Schülerin.

    Persönlich würde ich das so nicht machen. Ich würde immer aus beiden Versuchen eine Wertung generieren.

    Den konkreten Fall müssen Schülerin und Lehrerin selbst klären. Vermutlich hast du nur eine einseitige Beschreibung des Vorfalls erzählt bekommen/hier geschrieben.

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