Beiträge von kodi

    Wo ich persönlich auch pingelig drauf achte, ist dass das nötige Erste-Hilfe-Material vorhanden ist.
    Der Erste-Hilfe-Beauftragte weiß nicht unbedingt, dass du im Fall der Fälle z.B. ein Einmalkühlpack und verschließbare Tütchen im Erste-Hilfe-Kasten des Technikraums brauchst.
    Gleiches gilt für brandwundengeeignete Pflaster oder die möglichst sterile nicht abgelaufene Augenspülflasche in Ch/PH, wenn man keine fest installierte Augendusche hat.
    Meistens gibt es an Schulen ja nur den Verbandskasten "Office". (In dem auch noch zu wenig Pflaster sind.)

    Das ist auch so ein Punkt der in den Erste-Hilfe-Kursen manchmal etwas kurz kommt.
    Welcher der Kollegen in NRW weiß z.B. dass jede Schule vor ein paar Jahren ein Zahnrettungsset bekommen hat, falls einem Schüler ein Zahn ausgeschlagen wird. (Im wesentlichen eine Box mit Nährlösung und Anleitung, um den Zahn so zum Zahnarzt zu transportieren, dass er wieder implantiert werden kann.) Wer weiß schon wo das liegt...

    Ich geb eine Verwarnung, danach stoppe ich die Zeit und lass die 1:10 nacharbeiten.
    Da wir vorher die Eltern informieren müssen geht das natürlich nicht am gleichen Tag.
    Ich nehme gerne den Freitag. War bisher maximal 2 mal nötig, bei einer sehr renitenten Klasse. ;)

    Augenverletzungen, Verbrennungen, Verätzungen, Vergiftungen, abgerissene Körperteile.

    Nichts davon passiert, wenn man sich an die Sicherheitsvorschriften hält und aufpasst, aber das ist so die Palette der möglichen Verletzungen im Nawi-Bereich, die in der Regel garnicht oder völlig unzureichend in allgemeinen Erste-Hilfe-Kursen behandelt werden.

    Es gibt eine Erste-Hilfe-Quote die das Gesamtkollegium erfüllen muss. Verantwortlich ist dafür der Schulleiter. Er kann dich dienstverpflichten zu einer Erste-Hilfe-Fortbildung zu gehen. Die wird dann natürlich auch bezahlt.

    Ansonsten bist du als M/PH-Lehrer nicht verpflichtet einen aktuellen Erste-Hilfe-Schein zu haben.

    Über den Sinn kann eines erste-Hilfe-Kurses für Nawi-Lehrer kann man sich natürlich streiten. Ich habe bisher aber noch nie einen Erste-Hilfe-Ausbilder erlebt, der auf die möglichen und etwas spezielleren Verletzungsbilder im Nawi/Technikbereich eingegangen wäre.

    @Gauß
    Eine Normalverteilung innerhalb einer Klasse ist schon mathematisch Unsinn. Voraussetzung für die sind unabhängige Variablen. Wenn das auf irgendeine Schülergruppe nicht zutrifft, dann den Klassen/Kursverband nach gemeinsamen Unterricht. ;)
    Nun haben allerdings leider wenige Hochschuldidaktiker Statistik studiert. ;) Zum Glück kenne ich keinen Lehrer in der Praxis, der nach Normalverteilung beurteilt.

    @U-Theorie
    Diese U-Theorie ist genauso kappes. In der Regel bewerten wir komplexe Leistungen. Der Bereich zwischen Können und Nichtkönnen ist da meist groß. Sowas kann man höchstens für eine Einzelkompetenz machen.

    @Mathekompetenz
    Ich denke nicht, dass unbedingt das Niveau sinkt, sondern die Art der mathematischen Probleme, die im Unterricht und in den Prüfungen gestellt werden. sich verändert.
    Was die Lehrplanschreiber nicht bedenken, ist dass damit die Passung zwischen den schulischen und Universitären Anforderungen in Schieflage gerät.
    Das sieht man ganz schön an alten Abituraufgaben. Die sind nicht unbedingt schwerer, es ist nur anderer Stoff und es sind andere Aufgabenformate. Die alten Aufgaben sind allerdings näher an den mathematischen Aufgabentypen, die in der Uni von MINT-Studenten gelöst werden müssen.

    @Arbeitszeit:
    Du kannst mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass du in NRW später an einer Ganztagsschule arbeitest. Das bedeutet an bis zu 3 Tagen Unterricht bis etwa 4 Uhr. Danach musst du deinen Unterricht vorbereiten. Unterrichtsvorbereitung in Springstunden ist schwierig, da die Materielle Ausstattung der meisten Schulen dafür unzureichend ist. Du profitierst vorbereitungstechnisch also nur in geringem Maße von den vermehrten Springstunden im Ganztagsbetrieb.

    An den Grundschulen ist die Situation oft insofern etwas besser, als dass dort öfter das Modell offener Ganztag mit Betreuung durch externe Träger gefahren wird. Die Nachmittagseinsätze sind also etwas seltener. Dafür wirst du dann viel Material selbst erstellen oder zusammenstellen. Der zeitliche (und finanzielle) Aufwand übertrifft nach meinen Beobachtungen im Freundes- und Familienkreis deutlich den Aufwand eines S1/S2-Lehrers.

    @Gehalt Grundschule
    Kann man einigermaßen gut von Leben. Im Vergleich mit anderen Schulformen ungerechtfertigt niedriger (weniger Geld, höhere Arbeitszeit, heterogeneres Klientel, mehr Beratungstermine, quasi keine Beförderungsmöglichkeiten).

    Letztendlich ist aber entscheidend, ob du gerne mit der Altersgruppe der Schüler arbeitest und ob das Gehalt dir für deinen angestrebten Lebensstandard (an deinem Wohnort!) reicht.

    Naja. Mathe geht auch ohne Taschenrechner.
    Infos aus Karten lesen geht ohne Karte jedoch nicht. ;)

    Da es sich scheinbar nur um eine Aufgabe handelt, würde ich die Karte schlicht auf die Rückseite des Tests kopieren. Willst du allerdings die Atlasarbeit abtesten (Index lesen, Karte finden, Ausschnitt finden, etc.), dann macht es natürlich keinen Sinn die Karte zu kopieren und du legst besser ein paar Präsenzexemplare bereit.

    Was ist mit Kindern, die Angst vor Hunden haben?

    Persönlich fände ich noch die Frage wichtig, wie oft der Hund gebadet wird. So ein Hund riecht für den einen oder anderen doch recht streng. Den wollte ich nicht unbedingt neben mir im Lehrerzimmer haben. ;)

    Naja, die Besserwisser und Nörgler wirst du nicht bekehren. Im Zweifel sind dann die anderen, die Umstände oder das System Schuld, wenn etwas nicht klappt. ;)

    Eine weitere Schwierigkeit bei so einem Experiment ist die Dauer. Eine der Belastungen ist ja, dass du kontinuierlich jeden Tag in einem bestimmten Qualitätsrahmen liefern musst.

    Wie sich Laien bei singulären, nicht ziel- und lehrplangebundenen Stunden schlagen, kannst du manchmal bei Promistunden sehen. Promi XY (gerne ne Band) kommt in die Schule und quatscht (als Werbung) über sich selbst. Oft kommt dann der Kommentar von den Beteiligten oder der Presse, dass es eine tolle Stunde war. Mit Unterricht hat das natürlich nichts zu tun. ;) Etwa alle halbe Jahres kannst du so einen Bericht bei Spiegel Online lesen.

    Man muss kleine Brötchen backen.... ganz kleine. ;)
    Hauptschulabschluss in einem Jahr, halte ich für völlig unrealistisch. Das schafft nur, wer den aus der Heimat quasi schon hat und "nur" die Sprache lernen muss und dafür begabt ist.
    Wir bereiten in 1-2 Jahren auf den Wechsel in eine Regelklasse vor. Das klappt auch ganz gut. Ein Wechsel in Klasse 9+ ist dabei aktuell selten. Meistens sind das dann Schüler, die im Heimatland eine zu unserem System analoge Schulkarriere durchlaufen haben.

    Ich hab in Mathe 15 Schüler, die sich zwischen Ende 1. Klasse und 7. Klasse bewegen. Es ging auch schon mal hoch bis 10. Klasse.
    Selbst wenn man an einer Schule ist, die viel differenziert, ist das nochmal eine ganz andere Nummer als in Regelklassen.
    Im Grunde bereite ich auch für jede offizielle Stunde 4 unterschiedliche Stunden für die Schüler vor. Das hört sich jetzt nicht viel anders als 3 Stufen in einer Regelklasse an, aber es ist eben nicht mit ein bischen Aufgaben Abändern getan, sondern es sind völlig unterschiedliche Unterrichtsinhalte. Schon rein zeitlich steht man jedem Einzelnen dann natürlich nur ungenügend zur Verfügung und viel muss über Freiarbeit und eigenständiges Üben laufen.

    Ich bemühe mich regelmäßig gemeinsame Projekte/Oberthemen einzuschieben, die verschiedene Kompetenzstufen abdecken, z.B. Maßeinheiten, Konstruktionen/Geometrie, etc, damit die Schüler zumindest zeitweise das Gefühl haben, an einer gemeinsamen Sache zu arbeiten.

    Zum Thema Material und Geld darf man sich nix vormachen.
    Material gibt es etwas im Fach Deutsch, der Rest ist mehr schlecht als recht umgelabeltes Material, dass vor einigen Jahren unter "individueller Förderung" lief und in keinster Weise auf Sprachlerner angepasst wurde.
    Dass es wenig Geld/Ressourcen gibt, ist nicht verwunderlich, da unsere Gesellschaft das Bildungssystem seit Jahren ausbluten lässt. Das kann man nicht mal den Politikern vorwerfen. Die tun primär das, womit man Wahlen gewinnt. Sparen im Bildungssystem ist seit Jahrzehnten ein Erfolgsrezept an der Wahlurne. Dafür müssen wir uns als Gesellschaft an die eigene Nase packen.

    Ich bin auch schon mal in eine ähnliche Situation geraten. Vermutlich jeder andere auch...

    Man muss sich halt bei jeder Sanktion klar machen, ob man sie durchsetzen kann und ggf. einen Plan B haben.
    Ich hab für die bockigen Fälle immer etwas in der Hinterhand, was die dann nicht in der Situation direkt, aber zeitnah erledigen müssen.
    Falls das nicht klappt, müssen die Eltern zum Gespräch oder zur Ordnungskonferenz kommen.

    Genauso wenn ihr Kinder abholen lassen dürft...dann brauchst du auch eine nächste Maßnahme, wenn die Eltern einfach nicht kommen. Zurück in die Klasse geht dann ja nicht.

    Was da in beiden Fällen als Plan B bei euch an der Schule sinnvoll ist, kann man so ohne Kenntnis der Situation an deiner Schule nicht sagen.

    Ich hab extrem selten den Fall, dass eine einzelne Unterrichtsstunde für den Lernfortschritt so unabkömmlich ist, dass das Fehlen eines Schülers ein Problem ist.
    Von daher sehe ich da keine Probleme.

    Ob da nun einer seinen religiösen Feiertag zu Hause, in der Moschee, in einer Kirche oder im Freizeitpark verbringt, ist mir auch relativ egal. Solange man nicht selbst gläubig ist, ist der Unterschied irgendwie marginal. ;)

    Solange wir uns alle aber nicht dafür entscheiden Staat und Religion zu trennen, Religion in den Privatbereich zu schieben und entsprechende Gesetze machen zu lassen, ist es nur richtig, dass die Möglichkeit zur Unterrichtsbefreiung an religiösen Feiertagen für alle gleichermaßen gilt.

    Ist bei uns völlig üblich, dass Kleingruppen auch außerhalb des Klassenraums arbeiten.
    Du musst natürlich deine Aufsichtspflicht wahrnehmen, dh. ab und an nach denen gucken.
    Ich wechsle auch immer ab, wer draußen arbeiten darf. Für die Schüler ist das ein motivierendes Privileg.
    Meine Tür steht auch real dann immer offen. Je nachdem sitzt eine Kleingruppe im Foyer, Differenzierungsraum oder mit Tisch vor der Klasse auf dem Flur.

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