Man muss kleine Brötchen backen.... ganz kleine.
Hauptschulabschluss in einem Jahr, halte ich für völlig unrealistisch. Das schafft nur, wer den aus der Heimat quasi schon hat und "nur" die Sprache lernen muss und dafür begabt ist.
Wir bereiten in 1-2 Jahren auf den Wechsel in eine Regelklasse vor. Das klappt auch ganz gut. Ein Wechsel in Klasse 9+ ist dabei aktuell selten. Meistens sind das dann Schüler, die im Heimatland eine zu unserem System analoge Schulkarriere durchlaufen haben.
Ich hab in Mathe 15 Schüler, die sich zwischen Ende 1. Klasse und 7. Klasse bewegen. Es ging auch schon mal hoch bis 10. Klasse.
Selbst wenn man an einer Schule ist, die viel differenziert, ist das nochmal eine ganz andere Nummer als in Regelklassen.
Im Grunde bereite ich auch für jede offizielle Stunde 4 unterschiedliche Stunden für die Schüler vor. Das hört sich jetzt nicht viel anders als 3 Stufen in einer Regelklasse an, aber es ist eben nicht mit ein bischen Aufgaben Abändern getan, sondern es sind völlig unterschiedliche Unterrichtsinhalte. Schon rein zeitlich steht man jedem Einzelnen dann natürlich nur ungenügend zur Verfügung und viel muss über Freiarbeit und eigenständiges Üben laufen.
Ich bemühe mich regelmäßig gemeinsame Projekte/Oberthemen einzuschieben, die verschiedene Kompetenzstufen abdecken, z.B. Maßeinheiten, Konstruktionen/Geometrie, etc, damit die Schüler zumindest zeitweise das Gefühl haben, an einer gemeinsamen Sache zu arbeiten.
Zum Thema Material und Geld darf man sich nix vormachen.
Material gibt es etwas im Fach Deutsch, der Rest ist mehr schlecht als recht umgelabeltes Material, dass vor einigen Jahren unter "individueller Förderung" lief und in keinster Weise auf Sprachlerner angepasst wurde.
Dass es wenig Geld/Ressourcen gibt, ist nicht verwunderlich, da unsere Gesellschaft das Bildungssystem seit Jahren ausbluten lässt. Das kann man nicht mal den Politikern vorwerfen. Die tun primär das, womit man Wahlen gewinnt. Sparen im Bildungssystem ist seit Jahrzehnten ein Erfolgsrezept an der Wahlurne. Dafür müssen wir uns als Gesellschaft an die eigene Nase packen.