Als ich sagte, die Wiedereingliederung liege der Schule seit zwei Monaten vor, teilte man mir die beiden Kurse für den ersten Schritt der Wiedereingliederung mit. Ich bat um die komplette Einteilung, da ich ein halbes Jahr aus dem Dienst war und mich jetzt schon so gut wie möglich auf alle Kurse vorbereiten können möchte.
Das ist relativ normal. Eine Wiedereingliederung setzt harte Grenzen für den Stundenplan. Es ist leichter nur mit den ersten zwei Stufen zu planen als mit der kompletten Wiedereingliederung, vor allem weil die Bedingungen ja je nach Stufe sich unterschiedlich auswirken können.
Beispiel:
Stufe 1: Nur 2 Stunden und 1 Springstunde pro Tag
Stufe 4: Nur 4 Stunden und 1 Springstunde pro Tag
Planst du mit Stufe 4 passt das eventuell mit der Springstunde bei Stufe 1 nicht, weil deine konstanten Lerngruppen vielleicht an einem Tag der Woche 2 Stunden auseinander liegen.
Darüber hinaus gibt es ja auch noch andere Stundenplananforderungen zu erfüllen.
Daher ist es einfacher, erst einmal nur die ersten beiden Stufen der Wiedereingliederung in der Unterrichtsverteilung einzuplanen und die Stunden der weiteren Stufen dann nachträglich in Abhängigkeit vom fertig gerechneten Gesamtstundenplan zu füllen, z.B. durch Teamteachingstunden. In der Regel werden die Planer nach Erstellung des Stundenplans natürlich eine Idee haben, wie sie die weiteren Stufen verplanen werden.
Meistens sind das dann Teamteachingstunden oder Förderstunden. Das ist auch für die Betroffenen von Vorteil, weil es die Steigerung der Belastung in den späteren Wiedereingliederungsstufen etwas abmildert. Die größte Gefahr, dass Wiedereingliederungen scheitern oder verlängert werden müssen, besteht ja in den letzten Stufen, wenn die Belastung plötzlich deutlich steigt.
Ist das normal, weil die Schule einplanen muss, dass eine Wiedereingliederung scheitert?
Ja, das muss eigentlich immer mit geplant werden.
Wenn nicht gleich ein Team gesetzt wird, dann wird meistens zumindest unsichtbar eine Ersatzlehrkraft vorgehalten. Wiedereingliederungen können auf jeder Stufe scheitern und jede Stufe kann kurzfristig verlängert werden. Das liegt in der Natur der Sache und ist auch nicht schlimm. Damit muss eigentlich immer gerechnet werden und man tut als Planer gut daran, dies gleich mit einzuplanen. Meiner Erfahrung nach wird ca. 1/3 aller Wiedereingliederungen zwischendurch abgeändert.
Falls nicht, gehe ich momentan aber leider echt von Zermürbungstaktik aus,
Ich kenne deine Schule nicht und den üblichen Prozentsatz an Idioten gibt es natürlich auch bei den Schulleitungen....
Grundsätzlich ist es aber so, dass es keinen Vorteil gibt, jemanden zu 'zermürben'. Ganz im Gegenteil, die SL will ja dass der Plan verlässlich läuft. Das funktioniert nur, wenn niemand dauerhaft überlastet wird und der Plan einen akzeptablen Kompromiss zwischen allen Erfordernissen bildet.