Beiträge von Maylin85

    kodi

    Bei Nichtgefallen der Schule und/oder Arbeitsbedingungen ungehemmter kündigen zu können, ohne sich Pensionsverlustgedanken machen zu müssen (die ja mit jedem fortschreitenden Jahr im Beamtenstatus berechtigter werden). Um fest im System zu bleiben, müsste das Bauchgefühl bei einer möglichen nächsten Schule schon verdammt gut sein.

    Generell finde ich es gerade auch überlegenswert, überhaupt keine Festanstellung mehr anzustreben, sondern lieber Vertretungsstellenhopping zu betreiben, wo man sich den Stundenumfang aussuchen kann, einen (eventuell selbstständigen) zweiten Job nebenbei machen (und die Anteile der beiden Jobs flexibel und selbstbestimmt switchen) kann und nicht dem angeordneten Vollzeitzwang unterliegt. Und auch nicht ggf. ungewollt als Lückenfüller im Brennpunkt herhalten muss.

    Ich bin ja momentan bei einem privaten Träger, sollte es aber zur Übernahme zurück in den Landesdienst kommen, möchte ich (jedenfalls nach derzeitigem Stand der Überlegungen) ebenfalls kein Beamtenverhältnis mehr. Zu fremdbestimmt, zu unflexibel, zu viele Brennpunkte in unmittelbarer Nähe. Die aktuellen Erlasse machen das Beamtenverhältnis beim Land zumindest hier in NRW derzeit extrem unattraktiv.

    Was ist, wenn das Thema verfehlt wurde? Dürft ihr dann komplett null Punkte geben für entsprechende Aufgaben?

    (Ist hier in BW in der SEK.I zumindest prinzipiell eine Vorgabe, dass wir bei komplett verfehltem Thema null Punkte geben müssen für entsprechende Aufgaben, egal wie eloquent das Thema verfehlt worden sein mag.)

    Ich glaube nicht. Wüsste ich jedenfalls nicht.

    Meiner Auffassung nach wäre es derzeit tatsächlich möglich, einen beliebigen Text sprachlich korrekt hinzuschreiben und über die Sprachpunkte noch ein Ergebnis im nicht-defizitären Bereich zu bekommen. Ob RosaLaunes Auffassung durchsetzbar wäre, wenn es hart auf hart käme, wäre interesssant.

    Ich tu mich an der Stelle auch oft schwer.

    Grundsätzlich: wenn der Schüler zu allen Aufgabenteilen was geschrieben hat, ziehe ich keine Punkte im Bereich Sprache ab (aber man muss halt schauen, ob ein so kurzer Text angemessen komplexe Sätze beinhaltet und ob der Ausdruck angemessen ist usw.).

    Ganz schwierig finde ich es, wenn ein Schüler von den 3 Aufgaben nur eine oder zwei bearbeitet hat. Wenn man bedenkt, dass der sprachliche Bewertungsteil 60% der Gesamtbewertung ausmacht und der Inhalt nur 40%, ist es meines Erachtens nicht angemessen, jemandem, der beispielsweise nur die comprehension-Aufgabe gemacht und sich Analyse und comment geklemmt hat, die vollen Sprachpunkte zu geben. Dann kommen dabei am Ende nämlich Noten raus, die der kaum ausgearbeiteten Klausur absolut nicht gerecht werden. Bei einem Kriterium, für das es maximal 6 Punkte gibt, nehme ich bei Bearbeitung von nur einer Aufgabe dann auch nur 2 Punkte als potentielles Maximum (hab aber keine Ahnung, ob das überhaupt so zulässig ist). Doof ist es, wenn die Maximalpunktzahl sich nicht durch 3 teilen lässt. Letztlich bleibt es immer etwas schwammig.

    Fehler passieren halt, neu schreiben und fertig.

    Ich musste auch mal eine Klausur wiederholen, weil der Lehrer irgendwas versemmelt hatte (weiß nicht mehr was). Da hat niemand eine dicke Welle gefahren und über Anfechtung nachgedacht, sondern es wurde einfach neu geschrieben und fertig. Augenrollend, ja, aber ein Drama ist eine wiederholte Klausur nun auch nicht.

    Insofern, dass sie zB erstmal nen ineffizienten Sprachkurs machen sollen von bis zu einem Jahr. Hier arbeiten ca 17%, in anderen europäischen Ländern 50%-70% (dazu gibt es eine umfassende Studie der Friedrich- Ebert- Stiftung).
    Sind bei uns die besonders arbeitsunwilligen Ukrainerinnen gelandet? Wohl kaum! Warum klappt es dann hier nicht? Weil es wie so oft unnötige Hürden und falsche Anreize gibt. Das politische Versagen den Migrantinnen jedweder Form vorzuwerfen, finde ich einfach unpassend und polemisch.

    Ist der Sprachkurs denn obligatorisch? Ich frage, weil in einigen Geschäften ( Gartencenter, Discounter) hier durchaus schon länger Ukrainerinnen arbeiten, die nicht unbedingt viel Deutsch zu sprechen scheinen.

    Ich neige auch eher dazu zu denken, dass die Höhe des Bürgergeldes die Notwendigkeit zum zügigen Arbeiten relativiert. Welche Höhe an Zuwendungen bekommt man denn in den Ländern, in denen die Vergleichswerte erhoben wurden?

    Kann es ja meinetwegen. Aber dann doch zumindest mit authentischen Noten und nicht ungerechtfertigt regulär versetzt durchgeschummelt. Es sollte schon sichtbar sein, dass keine Eignung bestätigt werden kann.

    Im Idealfall setzt man die Klassen neu zusammen und gruppiert diese Leute in einer gesonderten Klasse, damit derRest wenigstens auf angemessenem Niveau arbeiten kann.

    Umgekehrt umfassen gute, fachbezogene mündliche Noten zumindest in meinem Bundesland nicht die simple Frequenz der Beteiligung, sondern natürlich ausschließlich die fachliche Qualität der Beiträge.

    Wer also „munter labert“ bekommt auch bei mir an der Realschule nicht automatisch eine mündliche 1, wohingegen SuS, die sich weniger eigenaktiv beteiligen, dafür aber prinzipiell richtige Antworte geben, egal ob sie sich selbst gemeldet haben oder unerwartet aufgerufen wurden natürlich die Eins vor dem Komma haben bei der mündlichen Fachnote.

    Okay, dann würde ich die Aussage für BW zurücknehmen. In NRW zählen Qualität, Quantität und Kontinuität. Jemandem, der kontinierlich Geringqualitatives beiträgt ein Mangelhaft zu geben, dürfte schwierig zu rechtfertigen sein. Genauso sieht es aus bei Schülern, die sich selten, aber dafür mit sehr guten Beiträgen beteiligen.

    Zitat

    Läuft das in NRW tatsächlich so anders? Gibt es bei euch keinerlei Abschulungen an SEK.I- Schularten?

    Auf dem Papier gibt es das natürlich. In der Kommune meiner letzten Schule hatte man in den anderen Schulformen ein Schulplatzproblem und es kamen Ansagen, wie dass man als sechszügige Schule 6-8 Schüler abgeben darf. Wenn man schon mit einem Drittel ohne Gymnasialempfehlung startet, kann man sich ausrechnen, in welchem Niveaulimbo das endet.

    Wobei ich bis heute nicht ganz verstehe, wie man sich von diesen Vorgaben unter Druck setzen lassen kann. 5 ist 5 und wenn es statt 8 hinterher 50 Kinder sind, ist das allein das Problem des Schulträgers. Lief in der Praxis aber anders und es wurden viele passende Noten erzeugt.

    Was ich nicht zweifelsfrei zuordnen kann, markiere ich als falsch. Es hat ja einen Grund, warum man irgendwann mal definiert hat, wie ein Buchstabe aussehen soll - damit man ihn nämlich eben zweifelsfrei zuordnen kann 😄 Ignoriere ich, was nicht klar lesbar ist, sind sauber schreibende Schüler, bei denen die Rechtschreibfehler sofort deutlich erkennbar sind, im Nachteil. Das wäre meines Erachtens unfair, daher -> nicht lesbar = Fehler.

    Ich verstehe deine Sichtweise auch, Palim. Wenn wirklich Überforderung da ist, tut man dem Kind mit dem Gymnasium natürlich auch keinen Gefallen. Beim Durchschnittsschüler mit durchschnittlicher Unterstützung finde ich die schriftliche Note aber erheblich aussagekräftiger als die Zeugnisnote, die ggf. durch Mündlichkeit verfälscht wurde. Ich hatte in meiner Vertretungszeit an der Realschule mal den Fall, dass in einer Erprobungsstufenkonferenz einem schriftlich superguten, aber sonst sehr stillen Schüler kein Wechsel aufs Gymnasium empfohlen werden sollte. Das fand ich so grotesk, weil der Junge wirklich fit und einfach nur introvertiert war. Ich empfand den als deutlich gymnasialgeeigneter als viele Kandidaten, denen ich am Gymnasium begegnet bin und die zwar in der Sonstigen Mitarbeit sehr präsent waren, aber schriftlich eher mau.

    Die Anmerkung, dass mit 3en oder 4en durchzurutschen nicht der Anspruch sein kann, verstehe ich je nach Schule allerdings auch. Das, was ich an meinem letzten Gymnasium mit leistungsschwachem Klientel mit 4 bewertet habe, wäre an der Vorgängerschule mit angemessenerem Gymnasialklientel vielleicht noch eine 5 gewesen. Vielleicht. Viele Gymnasien sehen die Leistungserosion halt auch deutlich und die 4 ist dann im Hinblick auf tatsächliche Kompetenzen schon arg schwach. Nicht überall wahrscheinlich, aber an einige Schulen eben schon.

    Mir ist an der weiterführenden Schule der häuslich "trainierte" und entsprechend performende Schüler lieber als das vermeintlich verkappte Genie, das angeblich einfach nur faul ist. Wenn der im 3er Bereich durchrutscht, alles gut. Funktioniert aber häufig dann doch nicht.

    Noten bestehen aus deutlich mehr als lediglich aus der Bewertung schriftlicher Leistungen, die isoliert eine beschränkte Aussagekraft haben. Unter Umständen zeigen diese vor allem, wie gut ein Kind zuhause gedrillt wird auf einen Test, damit dieser perfekt läuft oder wie leicht es einem Kind fällt auswendig zu lernen oder vorhersehbare, bereits geübte Aufgaben zu lösen. Mündliche Mitarbeit bzw. Mitarbeit im Unterricht fällt aus den verschiedensten Gründen einigen Kindern schwer, die schriftlich dennoch leistungsstark sein können.

    Genau. Deswegen haben wir leistungsschwache Laberbacken in den Gymnasien und leistungsstarke, aber introvertierte Kinder in anderen Schulformen. Doch, ich denke, dass die schriflichen Leistungen schon eine sehr hoch zu wertende Aussagekraft haben. Der gedrillte Schüler wird das Abitur vermutlich ebenso bewältigen, wenn auch gedrillt, wie der "Auswendiglerner", der offensichtlich über die notwendigen kognitiven Fähigkeiten verfügt, zum richtigen Zeitpunkt das Wesentliche zu lernen und abrufen zu können. Der schriftlich schwache Kandidat, der sich aber munter beteiligt, ist tendenziell derjenige, mit dem man später ständig Notenpalaver hat.

    (an dieser Stelle nochmals ein Plädoyer für die Abschaffung der SoMi-Note 🤗)

    Den konkreten Fall kann man ohne Zusatzinformationen natürlich nicht beurteilen. Jemandem, der schriftlich gut performed, die Gymnasialeignung abzusprechen, ist aber absurd.

    Sachlich äußern tue ich es auch regelmäßig, dass wir gerne ein offizielles Konto hätten.

    Aber du schriebst, dass Mangels Konto keine Klassenfahrt stattfinden könne.

    So eine Aussage ist nicht mein Stil. Warum sollte ich da versuchen, der Stadt die Schuld zuzuschieben ... und so nur die Sachdiskussion verhärten.

    ...weil die Stadt die "Schuld" objektiv betrachtet HAT?

    Gäbe es seitens des Trägers ein Interesse an Fahrten, gäbe es ja auch ein Konto.

    Müssen Positionen denn zwingend gleich besetzt sein? Das würde Sinn machen, wenn Männer und Frauen zu gleichen Anteilen in Führungspositionen streben. Erfahrungsgemäß tun sie das aber nicht und es bewerben sich von vornherein weniger Frauen. Für den einzelnen Mann in der Anwärtermasse ist es dann natürlich ein Nachteil, wenn eine paritätische Besetzung angestrebt wird. Vielleicht sollte man die Positionen eher im passenden Verhältnis zu den Bewerbern besetzen.

    Aber es ist doch keine Fronten- Verhärtung, wenn man sachlich äußert, dass eine notwendige Voraussetzung für eine unbedenkliche Abwicklung fehlt. Wieso geht das denn in einigen Kommunen und in anderen nicht?

    Ich muss an der Stelle allerdings mal kurz eingestehen: nachdem ich hier ja mehrfach kein Konto = keine Fahrt betont habe, sammele ich für die in Kürze anstehende Fahrt auch privat 🙈 ...weil mir nicht bewusst war, dass es bei uns auch so "üblich" ist und nach der Erkenntnis keinen Rückzieher machen und die komplizierte, komische Kollegin sein wollte, die erst zusagt und dann wieder abspringt. Ich bin bis dato ganz selbstverständlich von der Existenz eines Schulkontos ausgegangen, gibts aber halt auch nicht. Und weil ich wirklich Lust habe, mit der Truppe zu fahren (ich müsste nicht).

    Das ist aber definitiv das erste und letzte Mal. Man muss noch nichtmals absichtlich irgendwas veruntreuen wollen, damit es chaotisch wird. Bei mir haben die Schüler überwiegend per Paypal angezahlt und ich dachte, auf dem Paypal-Konto sei das Geld ja bis man es braucht gut geparkt. Erst viele viele Wochen später fiel mir auf, dass meine Einstellungen so gewählt sind, dass alle Paypal-Zahlungen erstmal aus dem vorhandenen Guthaben beglichen werden und nicht vom Konto abgebucht werden (und das betraf im relevanten Zeitraum doch durchaus einige Zahlungen). Ist jetzt egal, weil ichs ausgleichen kann, aber wäre das (warum auch immer) nicht der Fall, wäre es jetzt durchaus arg blöd gekommen. Fazit, mir ist das alles erheblich zu unprofessionell und auch zu aufwändig; die Abwicklungen übers Schulkonto gefielen mir erheblich besser. Mache ich kein zweites Mal mehr.

    Ich verstehe schon, dass man pragmatische Lösungen sucht, aber richtiger wäre doch, wenn Schulleiter konsequent zurückmelden würden, dass mangels Konto eben leider keine Klassenfahrten stattfinden können.

    Zumindest für NRW verstehe ich auch nicht so recht, warum das angeblich nicht möglich sein soll. Meine letzte Schule hatte ein Schulkonto.

    Ja, mich nervt auch die Anspruchshaltung dahinter. Zwei Jahre lang wird sich nicht mit den Anmerkungen in seinen Klausuren auseinandergesetzt und eine Woche vorm Abitur stellt man fest, dass man ein Problem mit Relativsätzen hat und hätte gerne korrigierte Übungsaufgaben ("interessant" abfotografiertes Blatt, geschickt im Querformat) und noch Ergänzungsmaterial. Ähm. Das Internet ist voll mit Übungsaufgaben, ChatGPT kann bei sowas ebenfalls helfen. Was für eine Servicementalität..

    Aber mir ging es jetzt auch mal um die Grundsätzlichkeit und ob es eventuell doch einen konkreten Paragraphen gibt, aus dem sich eine Linie ableitet 😊

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