Ich habe nur ein Symptom von vielen beschrieben. In der DDR hatten die Frauen Arbeit, die Kinder waren betreut, das haben z. B. viele als gut empfunden. Also waren gute Dinge dann weg und zu viele schlechte Dinge sind geblieben. In der Summe kann ich den Frust sehr gut verstehen. Er ist im Westen nie ernst genommen worden, was zu noch mehr Wut und Verbitterung geführt hat. Die Diskussion hier zeigt's ja grade sehr schön. Wo ist das Problem, im Ruhrgebiet ist auch irgendwo eine Strasse kaputt. Na dann. Wenn man das Verständnis auch nach 34 Jahren nicht aufbringen kann, besteht wohl wenig Hoffnung auf nachhaltige Veränderungen.
Ich habe durchaus Verständnis, dass das für heute ältere Generationen eine massive Transformation und Zäsur war und nachhängt. Warum junge Leute in so großer Zahl die AfD wählen, erklärt es für mich allerdings nicht unbedingt. Gerade in den letzten Jahren stehen die ostdeutschen Bundesländer in Sachen Wirtschaftsentwicklung im Bundeslandvergleich gar nicht so schlecht da, es herrscht Fachkräftemangel, etc.
Ich wollte auch nicht mit "Westverhältnissen" relativieren, sondern lediglich anmerken, dass abgehängte Region = AfD (Protest)Wahl in meiner Wahrnehmung nicht ganz schlüssig ist, sondern noch andere Faktoren reinspielen müssen (aber das schreibst du ja auch).