Beiträge von Maylin85

    Ich habe noch nirgends erlebt, dass Schule sich in die Anschlussbeschäftigung reinhängt. KAoA, Berufsberatung, Praktikum in der EF -> ja. Aber alles andere liegt dann beim Schüler und ich wüsste auch nicht, dass irgendwo festgehalten wurde, wer welche Pläne für nach dem Abgang hat. Und ob. Ich würde mich da als Klassenlehrer auch absolut nicht verantwortlich fühlen.

    Wir hatten eine Bachelor-Studentin im 2. Semester (Englisch, Pädagogik), die in beiden Fächern ein Jahr am Gymnasium vertreten hat, dann an die Grundschule ging und dort dann sehr zeitnah irgendeinen Einstieg machen konnte mit Englisch und Musik (privates langjähriges Hobby). Inzwischen ist sie unbefristet angestellt.

    Ob das im Hinblick aufs spätere Gehalt ein cleverer Weg ist und ob man die Ausbildung für adäquat erachtet, sei mal dahingestellt, aber es gibt mittlerweile offensichtlich wundersame Pfade in den Schuldienst.

    warum meinst du war es alternativlos ?

    Die Aufforderung zum Rausrücken der Gegenstände wurde ignoriert, also gibts halt die Konsequenz der Festnahme. Wenn wegen so eines bescheuerten Kleinkrams schon extra die Polizei ausrücken muss, kriegen die Damen halt auch das Komplettprogramm - selbstgewähltes Schicksal.

    Schon aus erzieherischen Gründen ist es begrüßenswert, in einem Fall derartig demonstrativer Renitenz dann konsequenterweise auch die Samthandschuhe stecken zu lassen.

    Na, ich weiß nicht. Ich brauchte in den letzten3 Jahren häufiger Handwerker und der Elektriker und der Dachdecker waren die Einzigen, die nicht gefragt haben, ob ich zwingend eine Rechnung brauche. Letzterer auch nur beim Dachfenstereinbau, nicht beim Flicken der Dachrinne. Mir scheint Schwarzarbeit nach wie vor sehr verbreitet.

    Und trotzdem wird "hat gut mitgemacht" immer wieder eine Rolle spielen. Das finde ich persönlich nicht in Ordnung. Das Konzept der "SoMi" in NRW dient nur der Schönung der Abiquote.

    Wer außerstande ist eine ausreichende schriftliche Leistung zu fabrizieren darf meiner Meinung nach nicht mit ausreichend oder gar besser beurteilt werden.

    Sehe ich auch so. Ich hab aktuell einige Kandidaten, die schriftlich eine 5 oder 6 hingelegt haben, mündlich aber durchaus "gut mitmachen". Bei nur einer Klausur im Semester stehen da jetzt also eine 5 bzw. 6 und 2 SoMi 3er ... ist das jetzt insgesamt ausreichend? Eigentlich nicht vertretbar.

    Passend dazu: heute beim Durchzappen irgendwo hängen geblieben, wo jemand hübsch verzierte Äxte schmiedete. Fand ich irgendwie spontan auch nett 😄

    Ich male mir eher ein Szenario aus, wo man seine Krankmeldung zu beliebiger Uhrzeit (klar, bis Uhrzeit x wäre je nach Schule dann schon gut) irgendwo digital einträgt und die das System verwaltende KI-System regelt sofort die Vertretung und sendet Nachricht an die betroffenen Kollegen raus. Dass das überhaupt noch manuell passiert und Personal für Vertretungsplanung benötigt wird, klingt irgendwie gestrig und perspektivisch optimierbar.

    Wieso ist ein bestimmtes Arbeitsverhalten an der Gesamtschule besser aufgehoben, führt das nicht genau zu dem Problem, dass sozial schwache aber kognitiv fitte SuS überproportional häufig in der Gesamtschule beschult werden? Und am Gym wiederum entsprechend verhältnismäßig oft die Leisen, Ordentlichen, die aber nur mit Nachhilfe durch die Schulzeit kommen?

    Weil es dort zumindest Sozialpädagogen gibt, was an vielen Gymnasien hier nicht der Fall ist.

    Meinst du daß wirklich so, wie du es schreibst? Klingt ein wenig nach: " Ich Chef, du nix."

    Ja, grundsätzlich schon, wenn es um stinknormale Unterrichtssituationen geht. Ich spreche hier natürlich nicht vom Tyrannen-Lehrertypus aus und Schikanen. Aber das Befolgen einfacher Anweisungen und allgemeiner Verhaltensregeln, die dem üblichen Rahmen entsprechen, sind nichts, was man groß durchreflektieren und durchdiskutieren muss. Das im Eingangsposting beschriebene Verhalten ist unabhängig von der Lehrkraft schlichtweg nicht angemessen.

    Ist euer Sekretariat besetzt? An einer meiner Vorgängerschulen durften solchen Kandidaten im Sekretariat an ihren Aufgaben arbeiten, manchmal auch im Schülleiterbüro oder beim Stellvertreter. Darauf hatte dauerhaft dann doch niemand Lust und sie haben sich doch lieber im Unterricht zusammengerissen. Bei Fehlverhalten -> ohne Diskussion ab zurück ins Sekretariat. Fand ich gut gelöst und funktionierte dort ziemlich gut.

    Warum wird der Schulsozialarbeiter als Bedrohung gesehen? Warum darf er nicht fragen was doe Kinder stört? Das ist eine Form von Beratung. Es soll die Kinder dazu anregen zu reflektieren. Ein Sozialarbeiter ist i.d.R. Fachkraft genug zu reflektieren und das, was ihn die Kinder sagen auch zu hinterfragen bzw. für sich zu übersetzen. Es geht doch nicht darum der LK zu sagen, was sie alles falsch macht. Im Endeffekt geht es bei der Frage GAR NICHT um die LK, sondern um die Wahrnehmung der Schüler.

    Vielleicht waren die Kinder (!) selbst nicht in der Lage zu bennenen, wieso sie dieses Verhalten an den Tag legen. Ja, die Aussagen klingen etwas an den Haaren herbeigezogen. Das erkennt auch ein SA und wird schauen, was Anderes dahinter steckt. (Bilder sind allerdings ein persönliches Produkt und Kinder dazu zu fragen, könnte tatsächlich das Gefühl vermitteln, dass man sie ernst nimmt. Wünschen sich ja Erwachsene auch. Es ist nunmal so, dass Kinder heutzutage weniger kuschen und viel aufgeklärter über ihre Rechte sind. Und dasbist auch gut so. Für Erwachsene ist das natürlich anstrengender. )

    Man regt das Kind aber dazu an, sich erstmal auf die Lehrkraft zu konzentrieren und was sie "falsch" macht. Damit bietet man ja quasi einen Anlass nach Gründen zu suchen, sich selbst für sein Fehlverhalten aus der Verantwortung zu nehmen und es über externe Faktoren zu legitimieren. Finde ich komplett daneben. Was die Lehrkraft macht, ist völlig egal, das Kind hat sich kontextual angemessen zu benehmen, fertig.

    Man muss halt schauen, was einem offen steht. Ich hätte als Ausbildungsbetreuerin in einem Betrieb mit mehreren Standorten anfangen und Abzubibetreuung machen können. Hört sich grundsätzlich nicht uninteressant an, war aber unfassbar schlecht bezahlt. Oder bei einer privaten Sprachschule, die Englischkurse in Firmen gibt. Ebenfalls mau bezahlt. Das ist halt die Kehrseite. Als Sportlehrer gibt es doch sicherlich auch Möglichkeiten, in dem Feld irgendwo unterzukommen, wenn man bereit ist Abstriche zu machen.

    Ich überlege gerade, nebenbei nochmal eine kaufmännische Qualifikation oder irgendwas anderes nachzuholen. Man weiß ja nie so recht, was man nochmal gebrauchen könnte.

    Ein "Exitmanagement" erwartet sicherlich niemand. Aber ich finde es ehrlich gesagt auch befremdlich, dass ein Arbeitgeber, der chronischen Personalmangel verwaltet, exakt nichts tut, um seine Leute zu halten und ggf. Veränderungsperspektiven aufzuzeigen. Anscheinend nimmt die Zahl der Lehrkräfte, die sich aus dem Dienst entlassen, ja zu. Hier wäre es angesichts der kritischen Personalsituation doch sinnvoll, wenn es eine zwischengeschaltete Instanz gäbe, die sich mit diesen Fällen in Verbindung setzt und schaut, welche Motivation hinter dem Wunsch hinzuschmeißen steht und ob es innerhalb des Systems passende alternative Positionen gäbe. Ich habe mich für meinen Schulwechsel ja auch entlassen lassen und fand interessant, dass die Kirche nach meinem Austritt 2x nachgefragt hat und an Gründen interessiert war, der Arbeitgeber aber null Interesse bekundet hat. Lässt auch irgendwie tief blicken. Sogar als ich meinen Studentenjob gekündigt habe, wurde ich zum Gespräch gebeten und nach dem Warum gefragt.

    Der große Haken beim Ausstieg ist neben den finanziellen Aspekten wohl, dass es wirklich schwierig ist, mit einer derart einseitigen Qualifikation einen halbwegs gut bezahlten Anschlussjob zu finden. Meine Strategie wäre vermutlich, erstmal Bewerbungen rauszuschicken und anzutesten, was überhaupt geht, bevor man den Antrag auf Entlassung stellt. Ich hatte ein paar außerschulische Vorstellungsgespräche und auch 2 Angebote, allerdings auch nichts Supertolles. Vielleicht tun sich angesichts des Fachkräftemangels perspektivisch bessere Optionen auf.

    Natürlich schafft die Industrie es nicht alleine, wenn sich die Standortbedingungen hier ständig verschlechtern. Dafür wiederum sind die politischen Weichenstellungen sehr maßgeblich verantwortlich.

    USA und China unterstützen ihre Industrie mit Milliarden trotz hoher Staatsschulden

    Richtig. Ein Grund mehr, wieso ich das krampfhafte Festhalten an der Schuldenbremse nicht so recht verstehe und als völlig falsche Priorisierung empfinde. Wen interessiert denn de facto die Staatsverschuldung.. interessant ist die Stärkung des Wirtschaftsstandorts, die Lohnentwicklung, die Entwicklung der Inflation.. das kriegen andere gerade definitiv besser hin. Staatsschulden hin oder her. Die zu drücken macht Sinn, wenn man damit die eigene Währung stärkt; diesen Effekt gibts bei uns ja nichtmals.

    für den Klimawandel haben wir insgesamt vielleicht noch 10 Jahre Zeit

    Den Blödsinn kann ich echt nicht mehr hören, sorry. Deutschland hat 10 Jahre Zeit das Klima zu "retten"? Wie sieht diese Rettung denn aus und was ist konkret zu welchem Preis zu erreichen? Wie der Rest der Welt zu dem Thema steht, hat Dubai gerade eindrucksvoll gezeigt. Hier mit überdurchschnittlichem Aktionismus zu einem überdurchschnittlichen Preis vorzupreschen rettet exakt gar nix.

    Ich würde trotzdem erstmal die Polizei anrufen, wenn ich bestohlen wurde und einen begründeten Verdacht habe, wer dafür verantwortlich sein muss. Was die dann sagen/machen, steht ja nochmal auf einem anderen Blatt, aber das würde ich bei Diebstahl in jedem anderen Kontext doch auch tun, also wieso nicht in der Schule? Und selbstverständlich würde ich auch eine Anzeige stellen. Auch hier, wenn die eingestellt wird, egal, aber Schultern zucken und "da kann man wohl leider nichts mehr machen" kanns ja auch nicht sein.

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