Punkt 1 setze ich mal voraus, hat aber eben kein Potential für systemische Veränderungen.
Unter Punkt 2 kann ich mir beim besten Willen nichts vorstellen. In meinen Fächern fühle ich mich zumindest ziemlich festgelegt, was die Klausurgestaltung betrifft (bis hin zur Wortzahl von Ausgangstexten), und sehe nicht, was sich da anders machen ließe.
Punkt 3 -> ja, darauf läuft es dann hinaus. Das erste, was dann wohl wegfällt, sind die sehr aufwändigen Faktoren Differenzierung und Individualisierung. Hier muss man sich überlegen, ob man sich das angesichts des zunehmend miserablen Abschneidens unserer Schüler in Leistungserhebungen so leisten kann und will.
Unterm Strich ist unterschiedliche Arbeitsbelastung durch unterschiedliche Pensen meines Erachtens eben kein individuelles Problem, sondern wirkt ins gesamte System hinein. Das beschränkt sich auch nicht auf Fachunterschiede, sondern eigentlich müsste man beispielsweise auch mal klar erfassen, ob und wie viel Mehrarbeit an Schulen in Abhängigkeit vom Klientel anfällt und das irgendwo berücksichtigen - mich würden da z.B. Korrelationen von Zeitaufwand für Austausch in multiprofessionellen Teams, Elterngespräche, AO-SF Verfahren usw. und Sozialindex interessieren. Möglicherweise käme man ja zu dem Ergebnis, dass Kollegen an Schulen mit niedrigem Sozialindex eigentlich eine Deputatsanpassung nach unten brauchen, um eine systemisch eingepreiste und stillschweigend unter dem Radar laufende dauerhafte Mehrarbeit zu verhindern. "Wir"/die Verantwortlichen wissen ohne Arbeitszeiterfassung im Endeffekt doch überhaupt nichts Konkretes über die Belastungen an verschiedenen Schulen und ob man sich hier überall noch im vorgesehenen Arbeitszeitrahmen bewegt.