Exakt das "zu schüchtern" Argument habe ich in der Realschule am Ende der Erorpbungsstufe gehört, als es darum ging, wer zum Gymnasium übertreten könnte. Toller, leistungsstarker Schüler, schriftlich überall 1, aber die einzigen, die sich für eine Wechselempfehlung ausgesprochen haben, waren ich und eine weitere fürs Gymnasium ausgebildete Vertretungskraft. Der Rest fand problematisch, dass er halt still und schüchtern war. Als gäbe es am Gymnasium nur extrovertierte Kinder... so ein Blödsinn..
Beiträge von Maylin85
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Erklärungsansätze für Unterentwicklung gibt es ja viele (vom Geodeterminismus über die klassischen Dependenz- und Modernisierungstheorien bis hin zu Ansätzen, die eine ungleich verteilte Teilhabe am Globalisierungsgeschehen konstatieren). Die Verantwortung lapidar der lokalen Bevölkerung zuzuschieben, halte ich jedenfalls auch für zu kurz gedacht. Solange strukturelle Abhängigkeiten von Entwicklungshilfezuwendungen, ausländischen Investoren und Industriestaaten bestehen, ist der Aufbau einer eigenen, stabilen Binnenwirtschaft für viele Länder faktisch verdammt schwierig bzw. wird aktiv verhindert. Und wo es nicht gelingt, Zukunftsperspektiven zu schaffen, wird Auswanderung immer ein Thema bleiben.
Möchte man das Thema ernsthaft angehen, müsste man Ländern des Südens in erster Linie mal eine gewisse Emanzipation erlauben und aufhören, die dortigen Märkte mit hochsubventioniertem Kram aus Nordamerika und Europa zu fluten. Ich sehe dazu keine Bereitschaft.
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Bewerbung auf eine Beförderungsstelle an einer anderen Schule. Ansonsten bleibt wohl nur zu warten, bis irgendwann die Freigabe nicht mehr verweigert werden kann.
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Hier ist es auch so, dass dort, wo Spanisch und Französisch zeitgleich als zweite Fremdsprache angeboten werden, Französisch tendenziell verdrängt wird und das Sprachenangebot in Klasse 7 ein merkliches Anmeldeargument gegenüber nur Französisch/Latein anbietenden Nachbarschulen ist.
Ich hatte in meiner Schulzeit Französisch als 3. Fremdsprache und Spanisch als 4. und würde Spanisch ebenfalls jederzeit vorziehen. Wirkliche Alltagsrelevanz haben beide Sprachen hier nicht. Wenn man Sprachen nach vermutlichem späteren beruflichen Nutzen auswählen möchte, ist Spanisch aufgrund der weiteren Verbreitung sicher nicht nachteilig.
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Vermutlich ist es kein anerkannter Grund, aber die Notwendigkeit der Versorgung eines Lebewesens ist schon definitiv eine andere Kategorie, als Unlust oder Faulhaut. Je nach Betreuungssituation ist man dann möglicherweise tatsächlich nicht fähig zu arbeiten.
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Ich habe mal aus Neugier in den Lehrplan für Englisch für kaufmännische Berufe in Bayern geschaut. Da sind durchaus einige anspruchvollere fachsprachliche Themen dabei. Vielleicht nicht gerade mit Analyse von Shakespearedramen vergleichbar, aber durchaus ein höheres Niveau als Sechstklass-at-the-airport-Dialoge. Es hängt aber natürlich davon ab, was die Lehrkraft daraus macht - Papier ist schließlich geduldig.
Es war "picking up a customer at the airport", wenn ich mich richtig erinnere 😄 Aber das Niveau war ähnlich.
Fairerweise muss ich sagen, das kam ziemlich am Anfang und ich habe recht schnell beschlossen, in diesen Fächern nur noch zu den Klausuren zu erscheinen und hab vom sonstigen Unterricht nicht mehr viel gesehen (was natürlich auch kindisch und unreif war, wiederholt zu Ärger mit dem Betrieb geführt hat und mir letztlich mangels vorhandener SoMi-Noten überall 3en im Zeugnis beschert hat). Aber aus damaliger Perspektive kam ich mir ziemlich verschaukelt vor und im Prinzip zeigen Klausur-Einsen bei Nichtteilnahme am Unterricht auch nur, dass man da seine Zeit verschwendet und nichts nennenswert Neues gelernt hätte.
Aber beruhigend zu hören, dass das evtl. nicht so war, wie es eigentlich sein sollte.
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In welchen Berufen habt ihr denn eure Ausbildungen gemacht, wenn ich fragen darf? In den Ausbildungsberufen, in denen auch viele Abiturient*innen und junge Menschen mit Fachhochschulreife eine Ausbildung absolvieren (z. B. Bankkauffrau/mann), sieht - hoffentlich! - der Englisch- und Deutschunterricht in der Berufsschule anders aus!
Industriekauffrau. Wir waren eine reine Siemens/Henkel-Klasse und nicht-Abiturienten waren meines Wissens nicht dabei.
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Da stimme ich zu. Ich fand die kaumännische Ausbildung grauenhaft langweilig. Der Tiefpunkt war Deutsch- und Englischunterricht an der Berufsschule, wenn man gerade frisch aus dem LK kommt und dann "at the airport"-Smalltalk-Dialoge schreiben und Einsetzübungen zu korrekten Verbformen im simple present bearbeiten soll usw.
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Mir ist mal vor vielen vielen Jahren durchgerutscht, dass man zur IVK-Dienstbesprechung gehen muss, wenn man teilintegrierte Kinder in der Klasse sitzen hat. Hui, hat die Abteilungsleitung damals einen lächerlichen Aufstand veranstaltet, dass ich nicht da war..
Geladen wurde per Aushang, von dem ich mich 0 angesprochen gefühlt hatte.
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Naja, der "kooperative Aspekt" bei Power Point Präsentationen erschließt sich mir auch nicht. Egal ob Uni oder Berufsleben, wenn man später überhaupt mal gemeinschaftlich Präsentationen erstellen muss, werkelt man doch sowieso immer alleine an seinem Teil und schaut am Ende nur, dass das Layout einheitlich ist und die Folien sachlogisch passend aufeinander aufbauen. Das gemeinsame Rummalen an einem Plakat passiert außerhalb der Schule ziemlich genau nirgends und halte ich daher auch für wenig sinnvoll-erlernenswert.
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Ich wundere mich, dass so viele hier der Meinung sind man könne nicht erwarten, dass Schüler eine frühere Verbindung nehmen. Das mache ich jetzt, wenn ich mal die Bahn zur Arbeit nehme, und das habe ich damals auch als Schüler gemacht (und alle Mitschüler ebenfalls). Absolut niemand von uns wäre auf die Idee gekommen, die letzte mögliche Verbindung zu nehmen. Der ÖPNV ist nie komplett zuverlässig und man kann meines Erachtens schon erwarten, dass Schüler einen kleinen Puffer einplanen und zusehen, dass sie pünktlich kommen.
Trotzdem sollte man ein Zuspätkommen (wie auch das sonstige Verhalten der Schülerin) auch nicht persönlich nehmen und sich daran aufreiben. Haubsi, du wirkst wahnsinnig "emotional investiert" und dabei fallen Aussagen und Kommentare, die unprofessionell sind. Ich würde mal überlegen, was genau mich warum so arg triggert und wie man damit etwas sachlich-distanzierter umgehen kann.
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Ich hatte auch noch nie den Eindruck, dass von der GEW meine Interessen vertreten werden. Für mich ist der Philologenverband sehr viel besser ausgerichtet, aber das ist natürlich ein Leichtgewicht.
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Ich habe ständig Zuspätkommer und die müssen dann eben mit der Zeit auskommen, die noch übrig ist.
In deinem Fall: wenn die Bahn tatsächlich ausgefallen ist und sie darüber die Bescheinigung eingeholt hat, die du gefordert hast, dann hat sie im Prinzip nachgewiesen, was du nachgewiesen haben wolltest. Klar hätte sie einen Puffer einplanen können und sollen, ich denke aber nicht, dass man das einfordern kann.
Bei dieser Ausgangslage würde ich sie zähneknirschend nachschreiben lassen. Und demnächst nicht mehr wegschicken. Du musst auch nicht für jeden Zuspätkommer irgendwas zur Klausur erklären - wer Erklärungen mitbekommen möchte, soll halt pünktlich kommen. Der Rest hat Pech.
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Ich bin jemand, der mit Mind Maps und Concepts Maps usw. rein gar nichts anfangen kann und nie konnte. Ich mache die im Fremdsprachenunterricht hin und wieder natürlich, weil scheinbar gibt es ja Leute, für die sie einen Wert haben. Aber ich habe vollstes Verständnis für jeden Schüler, der da nichts sonderlich Beeindruckendes aufs Papier kriegt.
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Ich bin als Schüler, Student oder Fortzubildender absoluter Frontalfan. Schneller, effizienter, fokussiert auf den Punkt. Und meine Leistung ist meine Leistung und nicht davon abhängig, wie engagiert oder kreativ oder fachlich fit der Rest meiner Gruppe ist.
Wenn es um Ideensammlungen geht oder darum, aktiv etwas "aus neuen Gedanken" zu entwickeln, hat kooperatives Arbeiten sicher seine Berechtigung, in den allermeisten Unterrichtssituationen sehe ich allerdings eher weniger Mehrwert. Ausnahme Sprachumsatz im Fremdsprachenunterricht.
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Warum sollte man sich mit wem anders als unmittelbaren Kollegen vergleichen?
Am Wort "undankbar" hänge ich auch, suggeriert es doch, dass es hier irgendwo einen Grund für Gegenteiliges gäbe.
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Ich finde deinen Beitrag sehr ehrlich und bezeichnend. Ich kenne Oberstudienräte mit 3er-Abi, man überlege, welche Möglichkeiten die betreffende Person nun durch die reine Beharrlichkeit hat.
Wenn die Person den Job dann gut ausfüllt, will ich nichts gesagt haben und freue mich über die genutzte Chance.
Aber ja, ganz grundsätzlich kann das so nicht richtig sein.
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Bei uns war eine zu hohe Abgabequote der Gymnasien seitens des Schulamts nicht gewünscht bzw. es wurde argumentiert, dass es keine Schulplätze gibt. Teilweise kamen konkrete Zahlen (bei Sechszügigkeit weniger als 10 Kinder, wenn ich mich richtig an mein erstes Jahr dort erinnere). Damals hatte ich zwei fünfte Klassen und hätte (bei gleicher Bewertung wie an der vorherigen Schule) eigentlich 15 5en setzen müssen. Habe ich dann nicht, man passt sich ja gerade in der Probezeit an. Nun ja.
Ich erinnere mich an den Fall eines komplett überforderten, definitiv nicht gymnasialgeeigneten Kindes, dessen Eltern ich wiederholt über 3 Jahre eindringlich einen Schulwechsel angeraten habe. Wollten sie nicht. Dieses Kind hat einmal wiederholt und ist von da an Jahr für Jahr ultrahaarscharf durchgeruscht.. man möchte ihm ja auch nicht die Zukunft verbauen, wer kann sich noch zu einer 4 oder einer Ausgleichs-3 durchringen... im Endeffekt hat es letztes Jahr (irgendwie, knapp) Abitur gemacht und bei den Eltern bin ich wahrscheinlich die dusselige Kuh, die damals sein Potential nicht erkannt hat und auf die man zum Glück nicht gehört hat.
Und letztlich gibt die Praxis des Durchwinkens ihnen Recht und man kann die Beharrlichkeit niemandem verübeln.
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Was du schreibst, ist doch das beste Beispiel dafür, dass in der Schweiz das Abitur noch ein anderes Anforderungslevel hat und die Wertschätzung anderer Abschlüsse noch funktioniert. Finde ich durchaus erstrebenswert. In Deutschland hält man die Erhöhung der Abiturientenquote für den wichtigsten Faktor in Sachen Bildungsgerechtigkeit und dafür ist eben in vielen Gegenden das Niveau im freien Fall.
Ich sehe einfach nicht, dass das Schulsystem zu wenig leistet, um soziale Unterschiede abzufangen. Förderkurse gab es an meinem alten Gymnasium in allen Hauptfächern. Die Empfehlung zur Teilnahme den das vorherige Schuljahr nochmal festigenden Crashkursen gab es zeitgleich mit den Zeugnissen, inklusive Anmeldezettel. Auch die Empfehlung zur Teilnahme an der Hausaufgabenbetreuung wurde regelmäßig ausgesprochen, wenn man sehen konnte, dass es in diesem Feld offensichtlich Probleme gibt. Leider wurde vieles davon nicht angenommen und weder Eltern noch Schüler haben die Notwendigkeit zur Teilnahme gesehen. Und überhaupt sind nachmittags liegende Zusatzkurse ja unbequem und zu viel des Guten. Man kann nur denjenigen helfen, die sich auch helfen lassen möchten. Oder man muss den Rechtsrahmen ändern und solche Dinge als verbindlich ins Stundenraster einpreisen (würde ich eh gut finden - ja nach Bedrf Förder- oder Forderkurse oder sowas, um auch mal den Leistungsstarken irgendwo gerecht zu werden).
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Wir hatten tägliche Hausaufgabenbetreuung, ganzjährig laufende Förderkurse und zwischen Sommer- und Herbstferien noch Crashkurse für alle, die in einem Fach nur knapp durchgerutscht sind und nochmal die Inhalte des vorausgegangenen Schuljahres festigen sollten.
Und ja, ich stimme zu, dass mit so etwas auch in den Grundschulen schon bei Bedarf angesetzt werden sollte. Gerade die Grundlagen sollten sauber gelegt werden.
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