Werden Menschen denn nach der Schulzeit inkludiert? Doch viel zu wenig. Man müsste alles neu denken.
Das ist übrigens auch ein Punkt, an dem ich innerlich festhänge. Darf man ja besser nicht laut aussprechen, aber den Gedanken, wofür wir uns das in der Schule überhaupt antun und was es letztlich bringt, hatte und habe ich ebenfalls. Es ist ja schön, Schule furchtbar inklusiv zu gestalten, aber was bringt das in der Langzeitperspektive? Ändern sich dadurch die Arbeitsmarktperspektiven der Betroffenen?
Neulich lief eine TV Doku zu einem Projekt, in dem Menschen mit Einschränkungen für den ersten Arbeitsmarkt fit gemacht wurden. Tolles Projekt, vom Eindruck her, die Leute wurden in Praktika vermittelt usw. und es gab einen Haufen positiver Äußerungen. Im letzten Satz der Reportage dann die Erwähnung, dass von +300 Teilnehmern EINER bisher den Sprung tatsächlich geschafft hat. Da fragt man sich schon, ob auch mal jemand Kosten/Nutzen-Rechnungen aufstellt oder ob das in diesem Bereich keine Rolle spielt. Und ob selbiges dann auch für den Bereich Schulen gilt und so Dinge wie das Ausbremsen des Lernfortschritts der Regelschüler halt als Kollateralschaden in Kauf zu nehmen sind (und bitte, jetzt nicht wieder irgendeine Studie, wie toll auch die Regelschüler profitieren - wir wissen alle, dass es in der Realität anders aussieht).
Mir scheint die ganze Inklusionsdebatte sehr übermoralisiert und entrückt von nüchterner, realistischer Bestandsaufnahme.