Beiträge von Maylin85

    Echt? Wie viele Auswanderer kennst du und wo sind die hingewandert und aus welchen Gründen?

    Ganz direkt? Mein Cousin war erst in Japan und ist derzeit in New York, meine Cousine ist in der Schweiz (beide Ende 20). Eine ehemalige Mitschülerin, Krankenschwester, ist in Texas gestrandet. Ein weiteres Paar aus dem Freundeskreis bereitet gerade den Abflug in die USA vor, sobald sie ihre Doktorarbeit durch hat. Eine Ex-Kommilitonin, mittlerweile Erzieherin, ist in Dubai.

    Natürlich ist das anekdotisch. Allen gemeinsam ist das Motiv der besseren Verdienstmöglichkeiten und Lebensbedingungen (was ja letztlich Hand in Hand geht). Ich bin auch nicht so naiv zu glauben, dass woanders alles besser und ein Selbstläufer ist, aber als gut ausgebildeter, gut verdienender Mensch ohne Familie und Kinder (sprich, als jemand, der hier null von irgendwelchen Förderungen profitiert und nur kräftig in alle Töpfe einzahlen darf), gibt es in einer globalisierten Welt wohl finanziell deutlich attraktivere Optionen als Deutschland. Und sei es nur temporär.

    Hm, mit der Einstellung kann man aber jedes Verhalten rechtfertigen. Irgendwann geht das Auto des Nachbarn sowieso kaputt, kann ich es auch ausleihen und zu Schrott fahren. XY nervt, früher oder später stirbt sie eh, kann ich sie auch gleich umbringen.

    Das ist Blödsinn und nicht meine Intention. Ich wünsche mir in dieser sehr ideologisch geführten Debatte nur ein wenig mehr Realismus. Selbst wenn wir morgen klimaneutral sind, steigen die Emissionen global noch viele viele Jahre oder Jahrzehnte weiter an und das Klima WIRD sich weiter wandeln. Es ist gut und richtig, an weniger umweltbelastenden Verfahren zu arbeiten und Umstellungen vorzunehmen, aber man muss sich vom Gedanken verabschieden, dass hier noch irgendwas zu "retten" ist. Und vor allem darf man nicht riskieren, dafür den Wirtschaftsstandort zu ruinieren, denn wir werden ohnehin viel Geld für Adaptionsmaßnahmen in die Hand nehmen müssen.

    Absolut, und genau so sollte man einen Sozialstaat auch begreifen: als Sicherheitsnetz für Bürger, die in Notlagen geraten. Das ist etwas völlig anderes, als Lebensentscheidungen zu treffen, bei denen das Stützen auf Sozialleistungen direkt einkalkuliert ist.

    Zum ersten Satz: das kommt aufs Gleiche raus und wer kann, wandert irgendwo hin ab, wo man ihm weniger tief in die Tasche greift. Würde ich mittlerweile auch jedem jungen Menschen empfehlen.

    Zwischen "nicht vor die Hunde gehen" und völlig unnötigen Ausgaben liegt leider auch ein riesengroßes Dunkelfeld. Wozu muss der Steuerzahler 18jährigen 200€ schenken? Wozu müssen Schüler und Leistungsempfänger subventioniert bundesweit Bahn fahren können? Sozialausgaben sollten sich auf Grundsicherung beschränken, sprich existentielle Grundversorgung. Die vorherrschende Auffassung, jeder müssen unbegrenzt überall "partizipieren" können, ist doch Irrsinn. Wer soll das auf Dauer bezahlen?

    Und zum Klima: das geht vor die Hunde. Definitiv. Ob wir hier vorher unseren Wohlstand verschreddern oder nicht, spielt absolut keine Rolle. Hier hätte die Weltgemeinschaft vor vielen Jahrzehnten vielleicht noch was "retten" können, aber der Zug ist abgefahren.

    Zur letzten Frage: ich meine, man sollte sich generell nur anschaffen, was man auch selbst finanzieren kann.

    Steuererhöhungen? Es wandern jetzt schon massiv Firmen und Fachkräfte ab, weil in diesem Land kaum was übrig bleibt vom Bruttogehalt.

    Richtig, und DAS sollte das zentrale politische Anliegen sein. Deutschland verliert an Attraktivität als Wirtschaftsstandort, gleichzeitig setzt man alles daran, es für Leistungsträger immer unattraktiver zu machen hier zu bleiben, und on top leisten wir uns ständig höhere Sozial- und Klimaprojektausgaben.

    Mit Vollgas gegen die Wand...

    Ich sehe hier zwei Probleme: Einerseits, dass der Gewöhnungseffekt schnell eintritt, sprich dass all die genannten Aspekte nicht als "besonders", sondern als "normal" angenommen werden, andererseits, dass der Einzelne dann weniger Entscheidungsgewalt über die Nutzung von Mitteln hätte, da es eine weitere Aufgabe in den Händen des Staates wäre. Davon mal abgesehen: Was wäre mit den Individualausgaben für Kinder, z.B. Kleidung, Nahrungsmittel, Spielzeug, den Differenzbetrag für die größere Wohnung/das größere Haus, etc.? Dies würde durch deine genannten Aspekte nicht berücksichtigt werden.

    Punkt 1: Was wäre falsch daran, wenn das einfach als normal wahrgenommen wird? Genau so sollte es dann ja auch sein. Wer mit dem Angebot nicht zufrieden ist, muss es ja nicht nutzen und kann privat etwas anderes finanzieren.

    Punkt 2: Kleidung, Nahrung, Wohnen (in angemessener Größe) sind in den Grundsicherungsleistungen doch bereits eingepreist.

    Persönlich halte ich es allerdings für ebenso fragwürdig, wie entwürdigend, erwachsenen Menschen qua Transferleistungsbezug prinzipiell das Misstrauen auszusprechen, wenn es um einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geldern für ihre Kinder geht. Dafür sind die Gründe für einen Transferleistungsbezug zu vielfältig heutzutage und haben nur in den allerseltensten Fällen einfach etwas mit dem Unwillen der Beteiligten zu tun, sich beruflich einzubringen. Insbesondere bei Alleinerziehenden ist der Hauptgrund für den Transferleistungsbezug, dass sie alleine für Kinderbetreuung und Beruf zuständig sind und ihr Einkommen nicht für eine volle Betreuung ausreichen würde (nicht selten mangels Unterhaltszahlungen).

    Verantwortungsbewusst wäre es, in prekärer Finanzlage erst gar kein Kind in die Welt zu setzen, für das man dann direkt Leistungen in Anspruch nehmen muss. Und schon gar nicht 2 oder 3 oder noch mehr. Nachdem Kinderzahl in einer Familie und Armutsrisiko korrelieren, spreche ich einem signifikanten Anteil der Erzeuger von in Armut lebenden Kinder hier leider sehr wohl Misstrauen mein aus, im Sinne und zum Wohl der Kinder zu handeln. Das haben sie ja offensichtlich schon ganz grundsätzlich nicht im Blick. Und auch Alleinerziehende lassen letztlich die Allgemeinheit für ihre Lebensentscheidungen bezahlen.

    Ich möchte nicht, dass man die betroffenen Kinder im Regen stehen lässt, aber ich halte den Weg über das Konto der Eltern für falsch. Im Prinzip könnte man das Kindergeld komplett für alle wegstreichen, wenn im Gegenzug wesentliche Grundleistungen für Kinder direkt kostenlos zugänglich wären.

    Naja, man wird ja außer Charakterisierungen hoffentlich noch andere Analysen geschrieben haben - Zeitungsartikel, Reden, Cartoons oder dergleichen. Ich finde in mündlichen EF-Prüfungen Cartoons ganz nett, weil man mit der Beschreibung erst einmal einen "schülerfreundlichen" AFB I hat, der nicht allzu überfordernd sein sollte und meist auch Darstellungen findet, die kontrovers genug sind, um nach der Analyse noch einen vernünftigen AFB III anzuschließen.

    Ich würde mich im Ref allerdings an den/die Fachvorsitzende wenden und fragen, was an der Schule üblich ist.Wie schin geschrieben hat ja vielleicht auch jemand ältere Beispielprüfungen für dich.

    Und auch hier könnte man wieder die Theorie aufstellen, dass mehr Geld dazu führt, dass sich weniger Paare aus finanziellen Gründen gegen ein (weiteres) Kind entscheiden. Klar gibt es auch noch weitere Gründe, warum man sich gegen ein Kind entscheidet, aber so würde zumindest dieser eine Teilaspekt entfallen. Ich denke aber mal, dass das Thema bereits mehrfach in der Vergangenheit aufkam und die Position hierzu inzwischen klar sein dürften.

    Eben, und mehr Kinder sind ja auch total erstrebenswert bei chronischem Mangel im kompletten Betreuungs- und Bildungssystem. Vielleicht sollte man DAS erstmal aufpolieren, damit wäre vielen Familien sicherlich besser geholfen.

    Aber stimmt schon, dazu ist eigentlich alles gesagt.

    Ich halte es für wenig sinnvoll, Eltern noch mehr Gelder direkt zukommen zu lassen. Meinetwegen möge die Summe in vollumfängliche Lernmittelfreiheit, freies Schulessen, Gutscheine für Vereinsmitgliedschaften oder dergleichen investiert werden, aber Eltern, die bereits nachweislich nicht dazu in der Lage sind ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, ohne Auflagen zur zielgerichteten Verwendung Geld zu überweisen, finde ich sehr fragwürdig.

    Ich bin sehr sehr froh um den Einfluss der FDP. Scheibt mir die letzte Instanz der Vernunft im Regierungsverein zu sein und man kann nur hoffen, dass die nächte Wahl dem Spuk ein deutliches Ende setzt.

    Aber es ist doch völlig klar, dass solche Themen erst im Zuge der Verhandlungen auf den Tisch kommen und dass jede Berufsgruppe ihre eigenen Verhandlungen führt und bis dahin eben abwarten muss.

    RosaLaune

    Ich meinte es nicht angreifend, falls das so rüber kam. Dass es üblich ist, weiß ich auch, auch wenn ich selbst nie irgendwas lektorieren lassen habe und das bei eigenständigen Prüfungsleistungen auch irgendwie befremdlich finde (ich, ganz subjektiv). Geht es um "Produktoptimierung", insbesondere im kommerziellen Bereich, macht es aber natürlich schon durchaus Sinn. Und es ist auch legitim zu diskutieren, wieso man es in Schule und Ausbildung nicht eigentlich genauso nutzen und behandeln sollte.

    Wussten die Schüler, welche Fragestellung im comment zu erwarten ist? Dann braucht man ja kein ChatGPT, um sich einen guten Text vorzuschreiben und auswendig zu lernen.

    Nein, so direkt nicht.

    Es geht aber auch nicht nur um die Inhaltsebene, sondern insbesondere um Formulierungen. Die Texte weichen sehr deutlich ab von dem, was Schüler produzieren, die überwiegend mit useful phrases aus dem Unterricht arbeiten. Würde ich gut finden, wenn das Ganze aus Arbeit mit ChatGPT VOR der Klausur erwachsen wäre und sie diese Formulierungen selbstständig in ihren aktiven Wortschatz übernommen hätten, das ist aber eben nicht der Fall.

    Es ist einfach eine grundsätzliche Frage, welchen Wert man Eigenleistung beimisst. Mich hat z.B. der Eingangsbeitrag irritiert, weil ich KI in diesem Kontext niemals nutzen würde. Mag sein, dass am Ende elaboriertere Formulierungen dabei herauskommen, die meinen Text pimpen und mehr Eindruck beim Leser hinterlassen - aber es sind eben nicht meine Worte und ich würde sie in einer Dissertation nicht stehen haben wollen. Es macht - für mich - einen Unterschied, ob ich KI für mein Tagesgeschäft und Routineaufgaben nutze oder für "freiwillige" Leistungen, mit denen ich mich besonders profilieren oder ein besonderes herausragendes Kompetenzniveau zeigen möchte. Ähnlich sehe ich es im Schulkontext. Es ist etwas anderes, ob jemand die 0815-Hausaufgabe mit KI erledigt oder ob jemand sich z.B. eine freiwillig angebotene, über den Unterricht hinausgehende Leistung mittels KI generieren oder überarbeiten lässt. Letzteres will ich nicht lesen, dafür ist mir meine Zeit zu schade und darin sehe ich auch keinen sonderlichen Wert.

    Auf der anderen Seite ist das aber MEINE subjektive Sicht der Dinge. Man könnte genauso gut argumentieren, dass sowohl die TE als auch KI-nutzende Schüler gewissermaßen kooperativ mit der KI arbeiten und die Kompetenz demonstrieren, im Rahmen dieser Kooperation ein qualitatives Maximum aus ihrer Arbeit herausholen. Was in der Sache ja auch nicht verkehrt ist und wohl an den allermeisten Arbeitsplätzen in Zukunft Zielperspektive sein dürfte. Wenn jemand eigenständig nicht verständlich formulieren kann, sein Kauderwelsch in die KI kopiert und sich daraus einen verständlichen Text stricken lässt, dann ist das unterm Strich sowohl für den Erzeuger als auch für den Leser ein Gewinn, auch wenn man hinter den Aspekt der Eigenleistung ein fettes Fragezeichen setzen muss. Ist Eigenleistung hier aber ein gewichtigeres Kriterium als ein brauchbares Ergebnis? Ich weiß es nicht, insbesondere im Hinblick auf den lebenspraktischen Nutzen.

    Bei Sprachen lässt sich schriftliche Kommunikation sicherlich gut substituieren. Ich habe als Studentin im Nebenjob viel mit organisatorischen Angelegenheiten für internationale Messeaussteller und Besucher zu tun gehabt und bei Kandidaten mit schlechtem Englisch war die Kommunikation teilweise schwierig. Hier wäre KI wahrscheinlich eine super Erleichterung gewesen und vielleicht hätte man mit einem guten Programm sogar komplett auf Fremdsprachenkenntnisse verzichten können. Steht man sich aber direkt gegenüber und kommuniziert nicht nur schriftlich, sieht es anders aus. Face-to-face Kommunikation und der Aufbau von persönlichen Beziehungen (auch Geschäftsbeziehungen) lebt auch von Spontanität, einem lockeren Spruch usw. Das kann KI nicht leisten und deswegen halte ich Fremdsprachenlernen auch zukünftig für wichtig.

    Die Schüler am WBK sind kreativ. Ich hatte auch immer ein Pärchen, er war clever, sie war hohl und in JEDER KLAUSUR ist er zuerst auf Toilette gegangen, dann sie. Sie haben aber immer brav das Handy vorher abgegeben und so. Ich habe mal einen Kollegen während der Aufsicht gebeten zu schauen, ob auf der Toilette irgendwas ist, es war aber nie was.


    Ich bin mir aber SICHER, dass in irgendeiner Form geschummelt wurde. :D

    Vermutlich geht der Trend zum Zweit- oder Dritthandy. Oder Smartwatch.

    Ich habe ja immer die Philosophie vertreten, wer gut genug schummelt, dass ich es nicht merke -> Glückwunsch. Aber das war mir jetzt dann doch ein bisschen viel des Guten.


    Antimon

    Eben, ich kann es nicht beweisen, also mache ich das Fass auch gar nicht auf. Aber man muss sich natürlich schon überlegen, wie man damit umgeht. Was du zu eurem Selbstlernsemester schreibst, trifft ja jetzt im Prinzip auf sämtliche Schreibaufträge zu. Vielleicht muss Fremdsprachenunterricht perspektivisch auch deutlich mehr mündlich prüfen als bisher.

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