Könnte es sein, dass dein Unterricht für Schüler, denen ganz grundlegende Kompetenzen fehlen, evtl. auch einfach zu anspruchsvoll ist und dass sie sich deswegen ausklinken? Wer nicht in der Lage ist, einen geraden Satz aufs Papier zu bringen, braucht in Förderstunden (meines Erachtens, als ebenfalls Englischlehrerin) kein Hörverstehen oder längere Textproduktionen (in denen unweigerlich viele Fehler auftauchen werden und die schon im Regelungerricht zu erbringen sind und zu Frust führen), sondern gezieltes Aufarbeiten von Defiziten. Wenn das Grammatik der 5. Klasse ist, dann ist es eben Grammatik der 5. Klasse. MEIN Ansatz wäre daher, nicht mit schön geplanten Stunden in diese Förderstunden zu gehen, sondern die Hauptproblembereiche bei der Sprachproduktion zu diagnostizieren und dann transparent daran zu arbeiten. Kein schöner Einstiegsimpuls mit irgendwelchen inhaltlich netten Schwerpunkten a la video games, sondern "Mir ist aufgefallen, dass ihr noch große Probleme mit der Wortstellung habt. Wenn wir es hinbekommen das aufzuarbeiten, schaffen wir es, eine große Fehlerquelle auszuschalten und eure Texte/Klassenarbeiten werden schlagartig deutlich besser aussehen." Und dann würde ich ganz kleinschrittig anfangen mit Grammatik und Übungsblättern, die ein überschaubares Anforderungsniveau haben, auch schwachen Schülern Erfolgserlebnisse beim Durcharbeiten ermöglichen, und den Schwierigkeitsgrad langsam von geschlossenen Aufgaben hin zur freien Textproduktion steigern. Die Vorgabe, einen freien Text zu formulieren, hat für Schüler, die die Sprache schlichtweg nicht beherrschen, wenig Anreiz und ist eigentlich ein vorgrogrammierter Misserfolg.
Wenn es dann auf Klassenarbeiten zugeht, kann man immer noch gezielt schauen, welche Textformate dort beherrscht werden müssen, und den Schülern gezielte Hilfen an die Hand geben, um dort einigermaßen okay-ish abzuschneiden. Wer im Förderkurs sitzt, wird keinen supertollen Text abliefern (können). Aber vielleicht kannst du mit ihnen z.B. gezielt Phrasen für Einleitungssätze und conclusions üben, sie zu Übungszwecken Texte aus vorformulierten Textbausteinen schreiben lassen, Überleitungsphrasen trainieren, etc.
Also kurz gesagt: ich glaube nicht, dass Schüler in diesem speziellen Förderkontext bei "klassischen" Englischstunden mitziehen werden, egal, wie motivierend das Material und die Themenauswahl gestaltet sind. Sie haben aber vermutlich ein gewisses Interesse daran, in der nächsten Klassenarbeit evtl. mal eine 4 zu schaffen. Wenn du transparent machen kannst, dass das euer gemeinsames Ziel ist und dass du deine Inhalte gezielt darauf zugeschnitten hast, dass sie das auch erreichen können, erkennen sie vielleicht einen Mehrwert in deinen Stunden und lassen sich darauf ein.