Also bei uns finden auch Eltern und andere Besucher die Toiletten nicht. Auch neuen Schülern müssen sie gezeigt werden.
Und im Lehrerzimmer dürfte niemand Fremdes allein sein. Immerhin liegen Klassenarbeiten, persönliche Dinge von Kollegen und aktuell Zeugnisse herum. Kleine Kinder malen vielleicht auf dem Papier herum, bei älteren gibt es Datenschutzprobleme. Und nachher behauptet der Kollege, er vermisse 10 Euro. Beweise mal als Elter das Gegenteil.
Außerdem haften Kinder unter 7 Jahren nicht, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Selbst der Staat verlangt, dass Sechsjährige nicht ohne Aufsicht bleiben.
Und ich weiß nicht, wie klein deine Schule ist. Unsere besteht aus mehreren Gebäuden, die Pausen reichen nicht, um von einem Ende zum anderen zu kommen. Sie reichen sicher nicht, um zwischendurch nach dem Kind zu schauen oder es gar in das andere Gebäude mitzunehmen.
Bei uns sind Kinder bei Konferenzen manchmal anwesend, einmal habe ich es vormittags erlebt, der Kollege hat vorher mich und andere gefragt und indirekt gebeten, ebenfalls die Hohlstunde im Lehrerzimmer zu bleiben.
Alle Kinder waren extrem ruhig und gut erzogen und trotzdem schaut sich ein intelligentes Kind herum und nicht stundenlang auf den Bildschirm des Tablets. Ich weiß nicht, was du für dümmliche und apathische Kinder kennst.
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Ich frag mich eher, was du für Kinder kennst, die in fremden Unterlagen rumwühlen oder denen Kollegen Diebstahl zutrauen würden. Ich bin mir sicher, dass an keiner meiner Schulen jemals jemand auf solche Ideen gekommen ist. Da saßen jedenfalls immer mal wieder Kinder rum.
An meiner letzten, sehr kleinen Schule hatte eine Kollegin öfters ihre Kinder im Kindergartenalter mit, wenn es Betreuuungsprobleme gab oder das Kind mal nicht ganz fit, aber auch nicht ganz krank war. Keine Probleme. Eine andere Kollegin hat bei Betreuungsproblem regelmäßig ihren Hund mitgebracht, auch kein Drama. Beides, Kinder und Hund, wurde mal mit in den Unterricht genommen, mal im Lehrerzimmer gelassen.
Die Schule davor war größer und bei +100 Kollegen hat immer irgendwer Freistunde und sitzt im Lehrerzimmer. Nichtmals ich, kein ausgewiesener Kinderfan, habe nein gesagt, wenn jemand gefragt hat, ob ich ein Auge drauf haben kann oder das Kind mich ansprechen darf, wenn irgendwas ist. Jeder normale Mensch findet das besser, als statt dessen zu vertreten. Auch alles sehr unproblematisch.
Vielleicht macht es einen Unterschied, ob man Schule einfach als Lebensraum begreift, der irgendwie mit dem Privatleben unter einen Hut gebracht werden muss und darf, oder halt nicht und krampfhaft nach verkomplizierenden, teils sehr konstruierten Gegenargumenten sucht. Ist wahrscheinlich letztlich auch ein Schulkulturding.