Ha, ich denke auch. Wenn man sich um die Folgen des Klimawandels kümmert, sollte man dabei die Augen vor dem Klimawandel verschließen.
Oder man schaut sich den Wandel einfach ganz sachlich an und reagiert darauf mit angemessenen Adaptionsmaßnahmen. "In den Griff" kriegt man da faktisch nämlich nichts mehr. Schon gar nicht, wenn der Rest der Welt weniger Selbstaufopferungsbereitschaft zeigt.
Kris24
Naja, neulich erzählt irgendein "Bahnexperte", dass man präventiv schon einiges tun könnte. Schwache Gleisabschnitte ersetzen, Schotter verdichten, enge Kurven möglichst entschärfen, Schienen auf höhere Temperturen auslegen. Funktioniert in anderen Ländern ja auch.
Zum Thema Autobahn hörte ich, dass hitzebeständigerer Asphalt, wie man ihn in Südeuropa nutzt, in Deutschland keine Zulassung hat.
Und zum Punkt Notaufnahmen, wir brauchen einfach nicht nur ein paar wenige klimatisierte Gebäude pro Stadt, sondern es müssten mindestens alle öffentlichen Gebäude und Pflegeheime mit Klimaanlagen ausgestattet werden. Neubauten am besten gar nicht mehr ohne geplant werden. Gestern ging groß durch die Presse, dass die Uniklinik Düsseldorf jetzt ein Hitzeschutzkonzept entwickelt, weil 38 Grad auf der Herzstation nicht so geil sind - wieso haben Krankenhäuser nicht längst Klimaanlagen?
Und nein, Städte verhüllen vielleicht nicht, bewässern und beschatten aber evtl? Ich musste Dienstag was zur Post bringen und dazu quer über einen riesengroßen Parkplatz, eine Straße und einen großen asphaltierten Marktplatz laufen. Alles komplett versiegelte Fläche, kein einziger Baum. Das Thermometer an der Apotheke zeigte 40,1 Grad. Stünden da einfach ab und an ein paar Bäume, wäre schon viel gewonnen. Oder man überrankt Gehwege mit wildem Wein oder sonstwas. Und wieso baut man Parkplätze nicht auf Rasengittersteinen? Auch das ist doch alles Adaption und kann Sommertage angenehmer machen.
Ich negiere den Klimawandel nicht, habe ich nie. Ich habe möglichst strenge Klimaschutzmaßnahmen auch lange befürwortet. Aber irgendwann holt einen auch die Realität ein und der Zug der Klimarettung ist nunmal abgefahren. Man kann ja gerne an sinnvollen und auch wirtschaftlich vertretbaren Schutzmaßnahmen festhalten, aber die dringendere Aufgabe liegt meines Erachtens momentan in der Anpassung (und darin, sich wirtschaftlich nicht komplett zu ruinieren).