Der Ärger von Betroffenen ist verständlich, auf Grundsatzebene ist der Schritt aber richtig. Man könnte die absurd hohen Familienzuschläge auch einfach als Geschenk betrachten, in dessen Genuss man durch den Mauscheleiversuch ein paar Jahre gekommen ist, und jetzt werden eben verfassungskonforme Regelungen geschaffen. Die Ausgleichszahlung ist doch ein sehr faires Übergangsinstrument.
Beiträge von Maylin85
-
-
Ich dachte letztes Jahr, ich hätte mein Handy in der Schule verloren, und hab nach ewig langer erfolgloser Suche abends zu Hause gemerkt, dass das Innenfutter meiner Handtasche einen Riss hatte und das Handy hinters Futter durchgerutscht gerutscht war. Diebstahl durch Kollegen fände ich schon sehr kurios.
-
Ich dachte eher an so Dinge wie vollständige Sätze schreiben, halbwegs lesbare Handschrift, Zuhören, Arbeitsanweisungen sinnerfassend lesen etc. Also absolute Basiskompetenzen, deren Erlernen ich der Grundschule zuordnen würde. Und ich beziehe mich auch nicht auf Kinder mit Notenschutz, sondern reguläre Fünftklässler am Gymnasium. Hier in unserer Gegend gelingt das alles zunehmend nicht mehr angemessen.
Ich werfe das den Grundschulkollegen aber auch gar nicht unbedingt vor. Die stecken halt ebenfalls im staatlich verordneten Chaos fest und dort greifen in Sachen Notengebung vermutlich die gleichen Schwierigkeiten, wie in den weiterführenden Systemen. Wer kann schon konsequent halbe Jahrgänge ständig wiederholen lassen...
-
Das ist so, wenn
a) es vom DaZ-Erlass gedeckt ist und das Kind Notenschutz erhält, um einen gesicherten Rahmen zum Erlernen der Zweitsprache zu bekommen. NDS hat die Frist von 2 Jahren gekippt, wodurch die SuS viel länger im Notenschutz gehalten werden können.
b) ein Kind trotz mangelhafter Leistungen aufrücken muss, also nach 6 Jahren die GS verlässt, auch wenn es die geforderten Leistungen nicht erbringt.
c) das Kind nur in einem Fach mangelhafte Leistungen erbringt.
d) das Kind zieldifferent unterrichtet wird.
Gemeint sind wohl eher Kinder, die mit "guten" oder befriedigenden Noten an weiterführenden Schulen anlanden und faktisch wenig bis gar nichts können.
-
Vor Einführung der Raster war die prozentuale Gewichtung meines Gewissens auch nicht willkürlich und die Sprachbewertung wurde ganz schnöde errechnet. Einen objektiveren Maßstab für den Grad an Richtigkeit gibt es doch kaum. Seit "Verständnis" der Maßstab ist, ist meines Erachtens eine sehr viel subjektivere Wertungsebene eingezogen worden. Auch den Teilbereich Kommunikative Textgestaltung, der punktgleich (!) gewichtet ist, wie Sprachrichtigkeit und Ausdrucksvermögen, gab es zu meinen Abiturzeiten imo noch nicht. Alles Änderungen, die zu absurden Noten und den gewollten höheren Abiturquoten beitragen.
-
Wenn man mit der Schulform nichts zu tun hat, versteht man das kaum, auch dass es so gut wie keine 5 oder 6 geben darf. Und dann bekommen die Schüler/innen ein Abiturzeugnis? Ist das ein Fachabitur oder was kann man damit anfangen?
Das Problem sind die Bewertungsraster mit zigtausend, teils lächerlichen Kategorien (mein Favorit ist immer noch "löst sich vom Ausgangstext und formuliert eigenständig" - ob grottenfalsch formuliert wird, ist strenggenommen erstmal egal, wenn man das wörtlich nimmt), durch die unterm Strich zwangsweise so viele Teilpunkte zusammengesammelt werden, dass am Ende in Kombination mit den niedrigen prozentualen Notengrenzen kaum noch Defizite möglich sind.
Ich hab neulich bei meinen Eltern ein Klausurenheft meiner Schwester gefunden. Englisch LK, Klausur zur Lektüre True West. Aufgeschlagen, drübergelesen und war überrascht, dass sich das sprachlich für mich eigentlich gar nicht so schlecht las. Umgeblättert -> Fehlerquotient Note Mangelhaft. Zeigt sehr schön, wie verschoben mein innerer Kompass im Vergleich zur damaligen Bewertung ist. Ich bin sicher, mit den heutigen Rastern wäre der Sprachteil auf keinen Fall schlechter als 3.
Am Wirtschaftsgymnasium haben wir andere Bewertungsraster und damit habe ich auch plötzlich wieder Fünfen. Ist für mich eine ganz neue Erfahrung^^
-
Am Gymnasium ist es in Englisch kaum möglich, ein Mangelhaft zu vergeben.
-
Unfassbar.
Im Prinzip kann man nach so einer Aussage ja nur im Rahmen einer Remonstration auf die Unmöglichkeit hinweisen und halt machen, was geht. Aber diese Art von Arbeiten stelle ich mir wirklich ausgesprochen ätzend vor.
-
Wir kopieren ja auch nichts mehr und haben keine Bücher. Projektor und Tafel müssen ausreichen. Mein Deutschunterricht ist jetzt sehr schlank.
Mir fehlt nach wie vor jede Phantasie, wie das gehen soll.
-
Ist Bildung und Hochschulreife nicht mehr als Abiturvorbereitung und sollte auch über die Prüfungen hinaus etwas "bringen"?
In einer idealen Welt, natürlich. Etwas nüchterner betrachtet besteht der Job aber primär darin, die Schüler erfolgreich durchs Abitur zu bringen. Hat man Überfliegerkurse, die in den notwendigen Kompetenzbereichen fit sind, und dementsprechend Zeit übrig, kann man sicher auch mal anderes machen. Ist mir allerdings länger nicht mehr passiert.
-
Spring : Es kam zuvor die Anmerkung, dass im beruflichen Gymnasium in BW im Englischunterricht keine Ganzschriften behandelt werden, sondern nur Sachthemen. Und da wollte ich aufzeigen, dass es sicherlich auch hier Möglichkeiten gibt, Ganzschriften einzubinden, vorausgesetzt, es besteht ein grundsätzlicher Wille hierzu.
Ich persönlich würde auch keine Unterrichtszeit auf nicht prüfungsrelevante Ausgangs- und Zieltextformate verwenden. Das bringt den Schülern in Bezug auf die Abiturvorbereitung letztlich nichts.
Mecker: 3 von 4 Kopierern melden seit Schulbeginn Toner leer, Nr. 4 druckt im Schneckentempo und hat ständig (= teils mehrfach in einem Kopiervorgang) Papierstau. Ehrlich ey, wie soll man an einer Schule ohne digitale Endgeräte und in meinem Fall überwiegend ohne Bücher so arbeiten 🙄 Ab morgen gucken wir dann Filme oder so...
-
In BW an beruflichen Gymnasien übrigens gar keine englische Literatur mehr. Null. Nur Sachthemen.
Das ist in NRW glücklicherweise (noch?) nicht so. Fände ich auch sehr schade und wäre für mich ein Grund, mich evtl. doch lieber wieder gen Kinderschule versetzen zu lassen.
Das ist schon überfüllt mit dem Kram. Macht ihr keine Literatur mehr? In meiner Erinnerung haben wir in Klasse 12 und 13 im Englischunterricht sehr viel englische Literatur gelesen. Wenig Sachthemen.
Sind die Schüler interessiert an diesen Buchthemen?
Doch, machen wir noch. Aber reduzierter. In der Q-Phase sind noch 2 Ganzschriften zu lesen, ansonsten halt ausschnittsweise über die Themen verteilt.
Ich mag die Lektüreeinheiten und erlebe die meisten Schüler auch als interessiert 😊 Nicht immer sofort, aber ich hatte keine Lektüresequenz, an die ich mich erinnern kann, die wirklich zäh lief.
-
Shakespeare und Utopia/Dystopia standen auch im von Maylin85 verlinkten Inhaltsverzeichnis drin. Bisher konnte mich ehrlicherweise noch keine Argumentation so richtig überzeugen.
Shakespeare kann man sich wegdenken, ist raus.
-
Ich habe gerade die Oberstufenthemen eigentlich wirklich gerne gemacht und da ist auch viel Schönes, Interessantes, Aktuelles bei. Mir persönlich geht es aber mittlerweile teilweise zu weit weg von "Landeskunde" und Literatur in allgemeingesellschaftliche Themen, die dann eben auch noch häufig verlagsseitig mit einer bestimmten Leitlinienmeinung transportiert werden.
Ich finde z.B., wir haben mehr global challenges als Klimawandel und Ökokram. Beim Thema Identity gibt es auch mehr, als Minoritätenbefindlichkeiten (auch wenn Sensibilisierung natürlich wichtig ist und ihren Platz hat - hab ich gar nichts gegen, aber es kommt ja quasi nix anderes mehr vor). Zu Großbritannien kann man sicherlich auch mehr thematisieren, als multiculturalism und Umgang mit der imperialen Vergangenheit. Globalisierung läuft häufig sehr eindimensional auf den bösen globalen Norden und den armen globalen Süden in Opferrolle zu, und natürlich dürfen auch hier Klimawandel und Umwelt nicht fehlen. In Materialien zu world of work gehts oft um DEI policies, gender pay gap und dergleichen. Usw. usw.
Alles für sich betrachtet irgendwo okay, in der Gesamtheit empfinde ich diese Themen aber als zu dominant. Darf man natürlich gerne anders sehen.
-
Gibt's auch mal einen Auszug aus dem Lehrbuch, das Inhaltsverzeichnis oder so?
https://blickinsbuch.westermann.de/978-3-14-18070…-h5.html#page=1
-
Nur zur Klarstellung: mich regen diese Themen nicht auf und ich finde sie auch durchaus berechtigt, es jst aber eben alles eine Frage des Maßes. Wenn man vergleicht, was zuletzt aus Lehrplänen rausgeflogen ist und was dazugekommen ist, finde ich persönlich die Entwickung nicht positiv.
Ich kann zumindest für Englisch schon nachvollziehen, was meine Vorredner sagen. Natürlich sind die Themen als solche (Globalisierung, Postkolonialismus, Diversität …) Themen, die alle betreffen und selbstverständlich in die Schule gehören. Aber die Textauswahl sowohl in den Schulbüchern als auch in den Prüfungen ist politisch auffällig einseitig. Zufällig deckt sie sich meist mit meiner persönlichen Meinung, aber gerade deshalb muss ich immer wieder darauf achten, auch andere, konservativere Stimmen zu Wort kommen zu lassen, da der Unterricht ansonsten überhaupt nicht ausgewogen wäre.
Danke, genau das ist der Punkt. Wenn Schüler an Lehrkrätte geraten, die nicht gezielt andere Perspektiven hinzuziehen, sondern sich überwiegend an Schulbuch- und Verlagsmaterial halten, sind die Positionen schon sehr einseitig gelagert.
-
Könntest du bitte mal konkrete Beispiele für linke und grüne Lieblingsthemen nennen? Da du von 13 Schuljahren sprichst, müsste es in der Grundschule auch welche geben. Stehe gerade auf dem Schlauch....
Ich denke an Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität, Migration, Postkolonialismus, Globalisierung, etc., die alle sicherlich ihre Berechtigung haben, aber schon sehr "raumfordernd" in den Curricula sind und auch starke normative Leitbilder setzen. Das bereits angesprochene Thema Gender & Identity ist ein schönes Beispiel - fachlich im Englischen absolut null und gar nicht notwendig und aus rein ideologischen Gründen im Oberstufenlehrplan gelandet. Kann ich mich nur sehr begrenzt für begeistern.
Ich beziehe mich natürlich auf meine Schulwelt und nicht auf Schulformen, von denen ich keine Ahnung habe.
-
Den Vorwurf, dass Schulen steigende Zahlen an Schülern ohne ausreichende wesentliche Kompetenzen in die Welt entlassen, die aber - statt diese in immerhin 13 Jahren mal irgendwie zu erlernen - ihre Schulzeit damit verbracht haben, einen Haufen linker und grüner Lieblingsthemen durchzukauen, muss man sich schon irgendwie gefallen lassen.
Den Vorwurf der Gehirnwäsche würde ich so auch nicht mitgehen, dass Schule häufig eine bestimmte Gesinnung zu vermitteln versucht, ist aber auch nicht von der Hand zu weisen. Mir wäre etwas weniger Regenbogen auch lieber. Nicht, weil ich die Thematik für unwichtig halte oder ablehne (absolut nicht!), sondern weil ich mich langsam davon belästigt fühle, mit welche Penetranz zur Thematisierung genötigt wird. Einen Kurswechsel in der Bildungspolitik, der zur Abwechselung mal wieder klar auf fachlich relevante Kompetenzen fokussiert, würde ich sehr begrüßen.
Ich weiß, dass die AfD nochmal was anderes meint, als ich für mich rausziehe. Aber die Aussage ist meines Erachtens zumindest nicht grundverkehrt, sondern dockt an durchaus kritisierbare Aspekte an.
-
Übrigens, der stellvertretende Vorsitzende der Afd-Sachsen Anhalt über Schulen:
"Wir werden dafür sorgen, dass die Schulen unsere Kinder zu mündigen, mutigen, klugen, selbstbewussten und freigeistigen Bürgern heranbilden und nicht mehr versuchen, sie zu gehirngewaschenen und kompetenzlosen, feigen Gesinnungssoldaten des Regenbogenimperiums umzuerziehen", ruft Tillschneider den Delegierten beim Parteitag zu.
Überzeichnet, im Kern aber nicht unbedingt ein verkehrtes Anliegen.
-
Aber: der Herr Siegmund hat doch schon angekündigt, dass er keine knappe Regierung mit wenigen Stimmen Mehrheit leiten würde.
Hat er doch bereits zurückgenommen.
Werbung