Beiträge von Maylin85

    Same. Ich hatte Kurse zu Old English, Middle English, Variations in Caribbean English, Language contact and change, Queer linguistics, Language death & revitalization, Urban sociolinguistics usw. usw.

    Denke, Basisgrammatik ist an der Uni eher weniger Thema.

    Muss aber zugeben, dass ich an den Didaktikkursen wenig Spaß hatte und da sicherlich mehr hätte mitnehmen können. Ich hab keine Ahnung mehr, was da gemacht wurde... vermutlich ja schon auch Grammatikvermittlung 🤔

    Ach, naja. Wie sagte neulich jemand, der beruflich ständig das Land wechselt und quasi überall schonmal gelebt hat... man durchläuft immer die drei Stadien "this place is awesome", "this place sucks", "this place is like any other place". Vermutlich ist das so. Schöne Ecken gibts überall, auch vor der eigenen Haustür 😊

    Du schriebst allerdings, dass du dein Studium für sinnlos hieltest - aber genau dafür ist ein Studium doch da. In meinen Sprachen habe ich den Großteil meiner grammatisch-syntaktisch-morphologisch-semantischen Kompetenz, die ich heute im Berufsalltag brauche, und noch vieles vieles mehr im Studium gelernt.

    Was hast du da gelernt und ist dir damals nicht schon aufgefallen, dass du Defizite im Bereich der formalen Sprachbeherrschung hast?

    Also ich hatte meinen Schwerpunkt z.B. klar in Literaturwissenschaften und hab auch in Linguistik völlig andere Sachen als Grammatik gemacht. Klassisch Grammatik kam im 1. und 2. Semester mal in Form von Foundation Course I + II vor, das wars.

    Option 3, dir gehts da offenbar schlecht und diese Abordnung beeinträchtigt deine psychische Gesundheit. Vielleicht solltest du prüfen, ob du unter den Umständen gerade überhaupt arbeitsfähig bist. Nach längerer Krankheit funktionieren Versetzungen oft plötzlich...

    Man kann Sprachen auch nicht immer bis ins Letzte sezieren und alles erklären... manches "ist" einfach so. Man muss sich auch ab und an daran erinnern, dass das Ziel nicht darin besteht, Schüler zu Sprachwissenschaftlern zu machen, sondern sie sollen die nötigen Strukturen erlernen und zielgerichtet anwenden können. Kein Neuntklässler weiß 3 Wochen nach der einführenden Stunde noch, was ein Partizip ist, aber im Idealfall benutzen sie es ab und an mal (bzw. tun sie in diesem Fall ja meist eh schon, bevor es überhaupt explizit thematisiert wird).


    Plattenspieler

    Meinetwegen. Tatsache ist, die Materialien sind vorhanden, also kann man sie nutzen.

    Mir ging es mit Englisch im Ref ähnlich - man selbst nutzt Sprache ja irgendwann sehr intuitiv und von den ganzen Sek I Grammatikthemen hätte ich kaum eines spontan erklären können. Ich hatte damals eine Klasse 7 und eine 8 und musste ebenfalls jedes Grammatikthema erstmal gezielt selbst erarbeiten. Das gehört zum Job und ist normal - wenn du das Ganze 2-3x unterrichtet hast, wird es auch bei dir selbst sitzen. Die Phase, in der man trotz Vorbereitung selbst noch ein wenig unsicher ist, muss man aushalten.

    Verabschiede dich außerdem von dem Gedanken, dass die Arbeit mit den eingeführten Büchern und Workbooks "schlecht" sei. Die Eltern haben das Zeugs gekauft und erwarten, dass damit gearbeitet wird. Gerade in der Fremdsprache macht das auch absolut Sinn, denn das Material gibt einen strukturierten Aufbau von Wortschatz und sprachlichen Strukturen vor. Methodenvielfalt findest du dort ebenfalls. Man kann dazu mal ein Arbeitsblatt oder eine übersichtlichere Zusammenfassung von beispielsweise Grammatik o.ä. ergänzen, aber grundsätzlich ist es schon sinnvoll und vor allem funktional, mit dem Lehrwerksmaterial zu arbeiten.

    Wir haben zentrale Nachschreibtermine, an denen die Aufsichten auch für die längsten Schreiber abgedeckt sind (macht ja auch keinen Sinn sonst). Hörverstehen mache ich gesondert im regulären Unterricht - für die Nachschreiber als Klausuraufgabe, für die anderen halt als normale Hörübung. Finde ich eigentlich recht unkompliziert.

    Nervig war an der alten Schule die Vorgabe, dass der Fachlehrer die Klausuren selbst stellen muss, auch wenn man z.B. einen freien Tag oder erst zu einer späteren Stunden Unterricht hatte oder es leider einen Termin am Samstag traf. So einen Blödsinn machen aber ja glücklicherweise nicht alle Schulen.

    Klar darf die Nachschreibklausur ruhig ein bisschen "ungefälliger" sein als die Erstklausur, wo man natürlich von mehreren Optionen die optimalste Variante auswählt, aber es sollte doch in etwa vergleichbar bleiben. Hier ist es das meines Erachtens schon nicht, weil die Textgrundlage einmal Lyrik (liegt gerade schwächeren Schülern oft nicht so) und einmal ein Sachtext ist. Würde ich so nicht machen. Ob man am Ende comment oder discussion nimmt, ist egal, aber Ausgangstextgenre und Analyseschwerpunkt sollten meines Erachtens schon gleich sein.

    Fehler nicht, aber sonderlich punkten konnte sie eben auch nicht. Als Nr. 2 okay, als Präsidentin drängt sie sich mir jetzt aber nicht zwingend auf und ich bin ziemlich sicher, dass sie sich auch in regulären Vorwahlen nicht durchgesetzt hätte. Das Überzeugendste an Harris ist, dass sie halt nicht Trump ist.

    2022 ist doch aber keine neue Ausgabe oder hab ich was verpasst?


    Mir ist in Englisch kein Lehrwerk bekannt, mit dem ich hinreichend "tief" durch die Lehrplanthemen käme. Einführungsphase geht noch halbwegs, in der Q-Phase arbeite ich überwiegend mit eigenen Zusammenstellungen aus verschiedenen Lehrwerken, themenspezifischen Heften und natürlich aktuellen, authentischen Medien. Das Raabe-Material finde ich für Englisch als Ergänzung oft auch sehr hilfreich.

    Insgesamt gefiel mir Context zuletzt aber auch besser als Klett (was wir eingeführt haben und ich quasi gar nicht nutze).

    In den meisten meiner LG (von der BFS über Berufsschule bis zum BG) besteht die Zeugnisnote zu 40% aus der schriftlichen Leistung und zu 60% aus der sonstigen Mitarbeit, die wiederum hauptsächlich aus der mündlichen Mitarbeit gebildet wird. Für jedeN S notiere ich mir nach jeder Stunde eine Mitarbeitsnote.

    5 Punkte oder eine glatte 4, also ausreichend, bekommt, wer nicht stört, pünktlich ist, sich an die Klassenregeln hält und auf Nachfrage halbwegs passend antwortet.

    Das ist großzügig. Ich hab mir seinerzeit sämtliche Noten durch Sonstige Mitarbeit halbiert, war auch ok.

    Fürs Nichtstören und Anwesendsein gibts bei mir heute auch keine 4 - das ist keine bewertbare Leistung, sondern erstmal selbtverständlich.

    Dafür werte ich in die Sonstige Mitarbeit aber nicht nur primär mündliche Beteiligung, sondern alles, was für mich an fachlicher Leistung irgendwie sichtbar wird - Engagement in Gruppenarbeiten, Einzelarbeiten, Stundenprotokolle ( wenn sie der restlichen Gruppe zur Verfügung gestellt werden), abgegebene Ausarbeitungen, etc. Gerade Letzteres nutzen introvertiere Schüler auch gerne.

    An allen Schulen mit Handyverbot im Unterricht, an denen ich gearbeitet habe, wurden die Handys im Sekretariat gesammelt und am Ende des Schultages wieder ausgegeben. Wer soll das denn sonst machen? Hätte ich mich selbst damit rumschlagen müssen, hätte ich das Verbot vermutlich nicht durchgesetzt.

    Für mein Selbstbild waren mir meine Klausurnoten wichtig, alles andere hat mich als Schüler nicht sonderlich interessiert. Aus Lehrersicht sehe ich es heute auch anders, damals habe ich aber wirklich einfach keine Lust gehabt, mich mündlich zu beteiligen und hab im Unterricht auch oft lieber gelesen oder sowas.

    Und dann haben 6 von den 10, die sich nie melden, eine 5 oder 6. Ist das besser, als genau denen zwischendurch auf den Zahn zu fühlen?

    Man geht ja auch mal rum und bekommt einen Eindruck, ob Schüler in Arbeitsphasen mit den Aufgaben klarkommen, fragt "auf kurzem Wege", ob es irgendwo Schwierigkeiten gibt, lässt sich mal Ausarbeitungen zeigen usw.

    Spannendes Arbeitsmodell. Könnte ich mir aufgrund der höheren Flexibilität für die Zukunft auch noch sehr gut vorstellen - darf ich fragen, ob Vertretungsstellen immer problemlos zu finden waren? Wie groß ist die Auswahl bei dir gewesen, wie wurden Wünsche berücksichtigt?


    Zur Sache: ich wüsste auch nicht, wieso für Vertretungskräfte andere Regelungen gelten sollte, als für unbefristet Beschäftigte. Bei uns musste an allen Konferenzen und sonstigen Veranstaltungen teilgenommen werden (ggf. nicht im vollen Stundenumfang, aber dennoch).

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