Beiträge von Maylin85

    Ja, sicher.

    Es klang ja in der Presse schon an, dass die Schulleitungen es mit der Budgetfreiheit jetzt aber bitte schön nicht übertreiben sollen, dass man genau kontrollieren werde, was sie tun. Größere Summen für Reisekosten werden natürlich moniert werden. Dann gibts halt, leider, leider, doch eine Unterdeckung, selbst wenn die SL vorher korrekt gerechnet haben sollte. Dann hat man als Lehrkraft die Wahl: Geld verlieren oder Zeit und Nerven (oder auch Zeit, Geld und Neven). Ich hoffe, viele wehren sich.

    Naja, man kann einfach verweigern in Vorleistung zu gehen, dann bleibt man auch nicht auf Kosten sitzen.

    Es gibt Individuen einer Gruppe, die sich nicht korrekt verhalten, ja. Deine Argumentation ist aber, dass es okay ist, aus Erfahrungen mit Einzelnen auf alle anderen Mitglieder dieser Gruppe zu schließen.

    Mir geht es ja manchmal auch so, dass mir bestimmte Gedanken bezüglich irgendwelcher Minderheiten in den Kopf schießen. Aber dann gehört es für mich dazu, mich selbst zurückzupfeifen und meinen Verstand einzuschalten. Wir sollten uns immer wieder hinterfragen. Tun wir das nicht und differenzieren nicht mehr, wird es nicht besser. Dann passiert es nämlich immer wieder, dass Ahmed als nettester Mensch der Welt keine Wohnung bekommt.

    Ich sage nicht, dass es okay ist, sondern benenne nur, wie es halt ist. Natürlich sollte man jeden Menschen einzeln für sich betrachten - das macht ein Vermieter aber ggf. halt nicht, beim Mensch mit Migrationshintergrund nicht, beim Hundehalter nicht, bei der kinderreichen Familie nicht. Wir neigen alle zum Schubladendenken.


    Heißt das im Umkehrschluss, dass man als Mensch mit Migrationshintergrund rassistische Argumentation zu verstehen habe, weil sich - möglicherweise - irgendwann einmal jemand daneben benommen hat?

    Müsste man dann nicht auch verstehen, wenn Menschen mit Migrationshintergrund schnell die Rassismuskeule schwingen, weil sie eben auch schlechte Erfahrungen gemacht haben, denn sonst hätte sich das ja nicht ausgebildet?

    Henne - Ei.

    Wir kommen aus diesem Kreislauf nur dann heraus, wenn jede Seite bedingungslos aufhört mit dem Finger auf die andere Seite zu zeigen.

    Weiß nicht, ob man das verstehen muss. Ich hab mich immer wahnsinnig über die vielen Absagen wegen meiner Hunde geärgert, die nie irgendeinen Schaden angerichtet oder Mitmieter belästigt haben, und vermutlich geht es Ahmet ganz ähnlich. Man darf das unfair und unangemessen und diskriminierend finden, ist es ja auch. Und ja, sehr wahrscheinlich ist der Eindruck rassistischer Diskriminierung sehr oft nicht falsch.


    Ich weiß nicht, wie sich das auflösen lässt. Ich habe aber halt auch ein bisschen Verständnis für Vermieter. Ich habe zwischen 2015 und 2020 z.B. unter einer syrischen Familie gewohnt. Recht zurückgezogene, bei Begegnungen immer höfliche Leute, die mit 1 Kind eingezogen sind (2 Zimmer Wohnung, 85 Quadratmeter). Als ich ausgezogen bin, hatten sie 4 Kinder und noch diverse andere Verwandte, die so oft ein und aus gingen, dass niemand so richtig wusste, ob sie da nun auch inoffiziell wohnen oder nicht. Niemand anders im Haus war derart laut und einige Parteien haben beim Vermieter ordentlich Stunk wegen der Nebenkosten gemacht, weil die Mülltonnen ständig voll waren, etc. Die Vermieter waren nett und hatten ursprünglich ganz bewusst unterpreisig an die Familie vermietet, waren aber insgesamt dann auch ausreichend genervt, um ihnen keine größere Wohnung mehr zu vermieten, als irgendwann eine frei wurde. Ist halt nicht immer alles konfliktfrei.

    Natürlich ist die Argumentation rassistisch. Das macht sie aber ja nicht per se unzurreffend. Häufig liegen eben schlechte Erfahrungen zu Grunde, sonst hätten sich gewisse Vorurteile ja gar nicht ausgebildet. Es hilft der Sache auch nicht, dass man das nicht aussprechen darf.

    Ich finde das Arbeiten am WBK erheblich (!) weniger belastend als an anderen Schulformen, von daher kann ich den Wunsch schon verstehen und finde den Gedanken, hier eine machbare Nische zu finden, gerade bei Dienstunfähigkeit gar nicht so unsinnig. Ist halt schade, dass der Bildungsgang nicht mehr sehr stabil ist und die Perspektiven immer schlechter werden.

    Rückblickend hätte ich mich wohl auf Berufskolleg fokussiert. Weiß nicht, ob das hier eine Option sein könnte...

    Ich hab neulich eine Ausschreibung für eine VHS Stelle mit Verbeamtungsoption gesehen - hat mich auch sehr gewundert, scheint es aber auch zu geben.

    War allerdings leider Mathe.

    edit: ich korrigiere, laut Stellenausschreibung wäre es möglich, ein bestehendes Beamtenverhältnis für die Stelle bei der Stadt fortzusetzen. Bei Neueinstellung würde nach TVL bezahlt.

    Ich lege in die letzte Stunde vor den Weihnachtsferien immer gerne frei terminierbare Klausuren oder Klassenarbeiten, dann erübrigen sich auch Diskussionen über Filme und Spielerei. Über thematisch sinnvoll an eine Reihe anknüpfende Filme kann man noch sprechen (aber dann eben mit entsprechender Aufarbeitung und nicht nur stumpfes Gucken), ansonsten frage ich mich aber auch generell, was diese Unsitte immer soll.

    Hundehalter und Menschen mit ausländischem Namen verbindet, dass ihnen auf Seiten von Vermietern halt oft mit Vorurteilen und diffusen "Sorgen" begegnet wird. Kernproblem ist doch, dass auf einem Markt mit Wohnungsmangel tendenziell jeder durchs Raster fällt, der - warum auch immer - als potentiell problematisch gesehen wird. Trifft Familien mit Kindern ebenso.

    Es gibt einfach Schulen, an denen Noten zum Zeitpunkt x zuverlässig vorliegen müssen. Da gibts kein " hab ich nicht". An meiner letzten Schule wäre auch völlig undenkbar gewesen, solche Fristen zu reißen.

    An der jetzigen Schule liegen regelmäßig zu den Zeigniskonferenzen noch keine Noten vor. Ist aber auch egal, weil man die komplette Schule inkl. Nachtragungen in 4 Stunden abwickeln kann und keine zwei Tage mit enger Taktung dafür ansetzen muss. Große Systeme funktionieren meines Erachtens nicht mit zu viel "Toleranz".


    ....und ganz generell können Matheleute auch einfach nix zur Korrekturbelastung in Sprachfächern sagen. Meine sehr effizient arbeitende Ex-Kollegin mit M/E sagte, sie könne den Zeitfaktor mit etwa 1:3 beziffern. Und die war in Englisch nie in der Qualifikationsphase...

    Den Fahrtkostenfall finde ich persönlich einfacher, als diffuse Erwartungen von Eltern und Schülern. Da kann man einmal direkt in der GLK aufstehen und/oder zur Schulleitung gehen, seine Position mitteilen, auf die Rechtslage verweisen und gut ists. Im Normalfall ist das Thema dann geklärt. Eltern und Schüler kommen mit sowas einfach ständig und immer wieder und sind damit in meiner Wahrnehmung deutlich anstrengender.

    @ alle, die gegen (wiederholte) private Ausgaben für die Schüler sind:

    Das ist sicher richtig und tatsächlich finde ich private Ausgaben auch recht unpassend. Ich tue es auch immer wieder. Warum? Weil ich sonst auf dem Rücken der Kinder sparen würde. Was meinst du, wie schnell der Gesetzgeber das Budget für Grund-, Mittel- und Förderschulen anheben würde, wenn jetzt alle diese LK gar nichts mehr privat anschaffen würde.

    20 Jahre? 50 Jahre? Und so lange müsste ich mit unpassenden, unzureichenden Materialien arbeiten? Und so lange müssten das mehrere Durchläufe von Klassen = Kindern erleben? Es wäre auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Das möchte ich nicht.

    Es kann doch auch beides gehen: privates Geld für Schüler ausgeben UND mehr Geld fordern.

    Das sehe ich anders. Der gesellschaftliche Unwille in Bildung zu investieren, wird auf dem Rücken der Gesellschaft ausgetragen. Hinter "dem Gesetzgeber" steht letztlich eine Allgemeinheit, der es nicht wichtig genug ist dafür einzustehen, in diesem Bereich eine Trendwende einzuleiten. Das ist schade, aber dann muss diese Allgemeinheit eben auch mit den Konsequenzen leben. Auf die einzelnen, einem beruflich anvertrauten Kinder zu schauen und sich unnötigerweise individuell für deren Ausbildungsqualitätssicherung verantwortlich zu fühlen, ist meines Erachtens nicht sinnvoll.

    ... erinnert mich an meine Jugend bzw. an Frankreich.
    Alle Lerngruppen ohne Lehrkraft (ob durch Entfall oder durch Lücke im Stundenplan): ab in den Raum, den man vielleicht "Silencium" nennen würde, aber selten super still war. Und im Winter: in die Mensa.
    Dabei würde kein Unterricht ausfallen, denn mindestens eine Vertretungsbereitschaft da ist. Sie würde halt 5 Klassen in der Mensa beaufsichtigen. Schaffen auch die mit Mindestlohn entlohnten Aufsichtspersonen in Frankreich :D

    Die Variante finde ich persönlicn ziemlich gut und ressourcensparend.

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