Beiträge von Maylin85

    Ich bleibe dabei, dass der Kardinalfehler der Demokraten die sehr schwache Kandidatin war, die für sich betrachtet nicht so recht überzeugen kann und entscheidene Wählergruppen nicht mobilisieren konnte. Nur das geringere Übel zu sein, reichte hier eben nicht.

    Außenpolitisch fatal für die Ukraine und unser europäisches Sicherheitsgefüge, innenpolitisch übel in Bezug auf Frauenrechte und die Stärkung evangelikan-konservativer Kräfte, wirtschaftpolitisch deutlich komplizierter und unbequemer für Deutschland - wie man dieses Ergebnis aus deutscher Perspektive feiern kann, erschließt sich mir leider mal so gar nicht.

    Ich mache nach jeder Stunde Noten im Schnellverfahren. Geistert, glaube ich, irgendwo als ICE-Methode durchs Netz und hat sich für mich bewährt. Zusätzlich kann man im verwendeten Notenprogramm Anmerkungen "hinter" die Note legen, so dass man Raum für spezielle Beobachtungen hat, die sich praktischerweise auch zusammengefasst anzeigen lassen - da gehts dann auch um Anforderungsbereiche, Arbeitsverhalten in Einzel- oder Gruppenarbeitsphasen usw.

    Notenbesprechung mache ich immer mit Selbsteinschätzung, teile den Schülern aber vorher nochmal das Kriterienraster aus. Das funktioniert recht gut, weil auch denjenigen, die sich gerne selbst überschätzen, nochmal vor Augen geführt wird, was man für Note überhaupt leisten muss.

    Ich habe das schon bei mehreren Gelegenheiten angesprochen (auch an meiner Schule): Ohne gleichzeitigen Blick auf die Verteilung der Anforderungsbereiche I bis III auf die Rohpunkte ergibt die Festlegung fixer Notenschlüssel wenig Sinn. Andersherum: wenn man einen fixen Notenschlüssel verwendet, muss bei der Ausgestaltung von Klausuren auch die entsprechende Verteilung der Anforderungsbereiche in den Aufgabenstellungen gut im Blick behalten werden.

    Ich bin davon ausgegangen, dass das natürlich so gegeben ist. In der Oberstufe kenne ich es jedenfalls nicht anders - in Sek I Klassenarbeiten sah es an vielen Schulen leider anders aus.

    Also ich korrigiere nach Rastern, in denen die Punkteverteilung und auch die Notenzuordnung je nach erreichter Punktzahl ziemlich fix ist. Für mich liest sich das von fachinformatiker beschriebene Vorgehen superunseriös. Man kann den auf Inhaltspunkte entfallenden Teil der Klausur mit mehr oder weniger anspruchsvollen Erwartungen füllen und ggf. mal was rausstreichen, wenn niemand darauf kommt (zumindest in Sprachen und Gesellschaftswissenschaften), das ist dann aber auch die Grenze des Vertretbaren.

    Na offensichtlich sind sie ja bisher erfolgreich weitergerutscht, also wäre ich mir da nicht so sicher...

    Würde man Schüler, die geforderte Leistungen nicht erbringen, bereits an den dafür vorgesehenen Stellen aussortieren (Ende Erprobungsstufe, Übergang in die Oberstufe), hätte man die Problematik, am Anforderungsniveau herumdrehen zu müssen, gar nicht erst. Fängt man einmal damit an, ist man schnell bei verschenkten Abschlüssen, die faktisch nichts mit dem zu tun haben, was sie vermeintlich bescheinigen.

    In der Sache hast du damit sicherlich recht. Andererseits verstehe ich auch jeden Kollegen, der sich vor völlig sinnlosen Regelungen, die zu unnötiger, zeitaufwändiger Extraarbeit schützen, indem sie das System halt ihrerseits bespielen.

    Da gehe ich an sehr vielen Stellen voll und ganz mit, nicht aber bei solch elementaren Dingen, die die ganze grundlegende Misere letztlich aktiv mitbefeuern.

    Same. Ich hatte Kurse zu Old English, Middle English, Variations in Caribbean English, Language contact and change, Queer linguistics, Language death & revitalization, Urban sociolinguistics usw. usw.

    Denke, Basisgrammatik ist an der Uni eher weniger Thema.

    Muss aber zugeben, dass ich an den Didaktikkursen wenig Spaß hatte und da sicherlich mehr hätte mitnehmen können. Ich hab keine Ahnung mehr, was da gemacht wurde... vermutlich ja schon auch Grammatikvermittlung 🤔

    Ach, naja. Wie sagte neulich jemand, der beruflich ständig das Land wechselt und quasi überall schonmal gelebt hat... man durchläuft immer die drei Stadien "this place is awesome", "this place sucks", "this place is like any other place". Vermutlich ist das so. Schöne Ecken gibts überall, auch vor der eigenen Haustür 😊

    Du schriebst allerdings, dass du dein Studium für sinnlos hieltest - aber genau dafür ist ein Studium doch da. In meinen Sprachen habe ich den Großteil meiner grammatisch-syntaktisch-morphologisch-semantischen Kompetenz, die ich heute im Berufsalltag brauche, und noch vieles vieles mehr im Studium gelernt.

    Was hast du da gelernt und ist dir damals nicht schon aufgefallen, dass du Defizite im Bereich der formalen Sprachbeherrschung hast?

    Also ich hatte meinen Schwerpunkt z.B. klar in Literaturwissenschaften und hab auch in Linguistik völlig andere Sachen als Grammatik gemacht. Klassisch Grammatik kam im 1. und 2. Semester mal in Form von Foundation Course I + II vor, das wars.

    Option 3, dir gehts da offenbar schlecht und diese Abordnung beeinträchtigt deine psychische Gesundheit. Vielleicht solltest du prüfen, ob du unter den Umständen gerade überhaupt arbeitsfähig bist. Nach längerer Krankheit funktionieren Versetzungen oft plötzlich...

    Man kann Sprachen auch nicht immer bis ins Letzte sezieren und alles erklären... manches "ist" einfach so. Man muss sich auch ab und an daran erinnern, dass das Ziel nicht darin besteht, Schüler zu Sprachwissenschaftlern zu machen, sondern sie sollen die nötigen Strukturen erlernen und zielgerichtet anwenden können. Kein Neuntklässler weiß 3 Wochen nach der einführenden Stunde noch, was ein Partizip ist, aber im Idealfall benutzen sie es ab und an mal (bzw. tun sie in diesem Fall ja meist eh schon, bevor es überhaupt explizit thematisiert wird).


    Plattenspieler

    Meinetwegen. Tatsache ist, die Materialien sind vorhanden, also kann man sie nutzen.

    Mir ging es mit Englisch im Ref ähnlich - man selbst nutzt Sprache ja irgendwann sehr intuitiv und von den ganzen Sek I Grammatikthemen hätte ich kaum eines spontan erklären können. Ich hatte damals eine Klasse 7 und eine 8 und musste ebenfalls jedes Grammatikthema erstmal gezielt selbst erarbeiten. Das gehört zum Job und ist normal - wenn du das Ganze 2-3x unterrichtet hast, wird es auch bei dir selbst sitzen. Die Phase, in der man trotz Vorbereitung selbst noch ein wenig unsicher ist, muss man aushalten.

    Verabschiede dich außerdem von dem Gedanken, dass die Arbeit mit den eingeführten Büchern und Workbooks "schlecht" sei. Die Eltern haben das Zeugs gekauft und erwarten, dass damit gearbeitet wird. Gerade in der Fremdsprache macht das auch absolut Sinn, denn das Material gibt einen strukturierten Aufbau von Wortschatz und sprachlichen Strukturen vor. Methodenvielfalt findest du dort ebenfalls. Man kann dazu mal ein Arbeitsblatt oder eine übersichtlichere Zusammenfassung von beispielsweise Grammatik o.ä. ergänzen, aber grundsätzlich ist es schon sinnvoll und vor allem funktional, mit dem Lehrwerksmaterial zu arbeiten.

    Wir haben zentrale Nachschreibtermine, an denen die Aufsichten auch für die längsten Schreiber abgedeckt sind (macht ja auch keinen Sinn sonst). Hörverstehen mache ich gesondert im regulären Unterricht - für die Nachschreiber als Klausuraufgabe, für die anderen halt als normale Hörübung. Finde ich eigentlich recht unkompliziert.

    Nervig war an der alten Schule die Vorgabe, dass der Fachlehrer die Klausuren selbst stellen muss, auch wenn man z.B. einen freien Tag oder erst zu einer späteren Stunden Unterricht hatte oder es leider einen Termin am Samstag traf. So einen Blödsinn machen aber ja glücklicherweise nicht alle Schulen.

    Klar darf die Nachschreibklausur ruhig ein bisschen "ungefälliger" sein als die Erstklausur, wo man natürlich von mehreren Optionen die optimalste Variante auswählt, aber es sollte doch in etwa vergleichbar bleiben. Hier ist es das meines Erachtens schon nicht, weil die Textgrundlage einmal Lyrik (liegt gerade schwächeren Schülern oft nicht so) und einmal ein Sachtext ist. Würde ich so nicht machen. Ob man am Ende comment oder discussion nimmt, ist egal, aber Ausgangstextgenre und Analyseschwerpunkt sollten meines Erachtens schon gleich sein.

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