Beiträge von Ava

    Ja, aber was hätte ich früher machen können? Ich habe mich sofort auf alle irgendwie passenden Stellen beworben, aber die meisten fangen jetzt erst mit den Gesprächen an.
    Was hätte ich anders machen können? Ich habe auch vorher bereits Schulen abgeklappert, aber da sagten alle, es sei zu früh, sie könnten noch nichts sagen zu den Planstellen.

    Zur Liste: ich habe bereits eine Schule angerufen, die wussten gar nicht, dass sie auf der Liste stehen und sagten, es sei ein Fehler.

    Hab ich schon von vielen gehört.
    Aber ich sag mal: ich arbeite gerade an einer 2000-SuS-Schule im Brennpunkt vollzeit. Auf Klassenfahrt war ich die letzten zwölf Jahre glaub ich zehn mal (und fand’s ok) und ich gebe monatlich 600€ für Sprit aus. Ich unterrichte tw Klassen mit 7 Förder-SuS ohne Sonderpäd, größter Kurs 34 SuS und momentan eingesetzt in allen Jahrgängen von 6-11. Also ich bin „Trouble-Shooting“ gewöhnt…

    Die KuK, die ich kenne, die nach SH gewechselt haben, sagen zwar alle, dass es klar Sachen zu bemängeln gibt, der Job an den kleineren Schulen im Flächenland aber niemals an den Stressfaktor unserer Schule heranreicht.

    Nein andersrum, die Listenschulen haben den Bedarf.


    Also eine Schule in einer beliebten Region schreibt aus, man kann sich bewerben, muss aber vorher mindestens drei Jahre an einer der Schulen auf der Liste arbeiten.
    Aber viele der Schulen auf der Liste, die meine Fächer suchen, wären auch so für mich sehr interessant.

    Ich bin momentan etwas gefrustet.
    Ich habe nach jahrelangem Antragstellen eine Freigabe von HH für SH.

    Ich bin Lehrerin D und BK für Gesamtschullehramt, darf aber auch Grundschule.

    Im NDR überschlagen sich die Artikel über den Lehrermangel, insbesondere Mathe und BK, Zitat Artikel von März: Es ist quasi unmöglich, Kunstlehrer zu bekommen, man stelle schon Bachelorabsolventen ein.


    Tja, in Realität sagt aber die Beratungshotline von SH: Wir brauchen sie nicht! Wir sind gut versorgt! Und mit einer Freigabe nur bis zum 15.6 schaffen sie es eh wahrscheinlich nicht, dass der Papierkram unter Dach und Fach ist.
    Ich könne ja auf E-Auto umsteigen, dann wäre das Pendeln günstiger.

    In der Abordnung-Plus-Liste suchen aber einige Schulen Kunstlehrer. Kann ich eine solche Stelle eigentlich auch so besetzen? Also ohne Abordung-Plus? Bei der Hotline wussten sie es nicht.

    Bei einer Schule aus der Abordnungsliste habe ich bereits angerufen, die wussten aber gar nicht, dass sie auf der Liste stehen.
    Ich habe sehr viele Bewerbungen laufen, aber bis alleine Bewerbungsgespräche sind, dauert es… ich habe Angst, dass es nachher zu lange dauert und meine Freigabe erlischt.

    Hat jemand Erfahrungswerte?

    Ist es denn bei euch überall nicht möglich, die GKV mit der Beihilfe zu kombinieren?

    In HH geht das nämlich. Ansonsten ist es ja ein Katastrophe.

    Ich bin seit 12 Jahren im Dienst, kriege A13Z, kein Familienzuschlag und arbeite 100%, Steuerklasse 1 natürlich.

    Ich kriege brutto so 5800 und netto 4500 jetzt mit den 2,8% mehr.

    Meine PKV inkl. Pflege kostet 390 im Monat.

    Also von 4100 kann ich schon gut leben und ich kenne auch in der Industrie wenige, die besser verdienen, wenn man alle Faktoren bedenkt.

    Wenn ich - oder jemand anderes - bei einer Vollzeitstellen an einer Brennpunktschule mit einem Kollegium, das chronisch unterbesetzt ist, noch Ressourcen hätte … dann hätte ich es wohl schon getan. Ich bin ja auch schon einige Jahre dort.

    Oder wenn es aussichtsreich wäre, irgendwas zu verändern.

    Ich - und gefühlt jeder Zweite - versuche ohnehin nur noch wegzukommen.

    Leider ist offene Kritik oder auch nur kritische Nachfragen am SL-Team in den letzten Jahren so gut wie unmöglich geworden.

    Man wird dann gerne nach der Konferenz zum "Feedback" einbestellt oder - als Steigerung - vernichtende Beurteilungen geschrieben.

    Mit dem PR scheint da wirklich nichts zu gehen, seit Jahren nicht... es sind nur noch zwei Personen und diese völlig resigniert.

    Ich entnehme den meisten Postings nun aber, dass ihr sieben Vollzeitstellen komplett ohne U. auch als "schräg" empfindet?

    Ich unterrichte seit ca. 10 Jahren an einer GS mit sehr herausforderndem SuS-Klientel. ca. 1700 SUS.

    Unsere SL (bzw. "erweiterte SL", also alles ab A15) besteht derzeit aus 7 Personen plus Zuarbeitende aus dem Kollegium (Vertretungsplanung, Ganztag, Haushalt etc...)

    Irgendwie hat es sich über die Jahre etabliert, dass kein einziges SL-Mitglied mehr unterrichtet. Auch nicht mal im Notfall eine Vertretung etc.

    Selbst die Didaktische Leitung nicht.

    Ich - und die meisten kuK - finden das... sagen wir mal "ungünstig" im Hinblick auf den Realitätsbezug der SL, insbesondere an einer doch sehr herausfordernden Schule, der das Kollegium immer mehr wegbricht. Angemerkt wurde der Punkt schon öfter zaghaft, allerdings gibt sich die SL da geschlossen abschmetternd.

    Darum würde mich mal interessieren, wie das bei euch so ist, bzw. was ihr da als "normal" empfindet.

    Einerseits habe ich dort gearbeitet, weil ich Geld verdienen musste. Andererseits, weil mir die Tätigkeit sehr gut gefallen hat und ich persönlich an einigen Klienten sehr gehangen habe.
    Du scheinst auch - wie die meisten Gläubigen - falsche Vorstellungen davon zu haben, wie sich das "Kirchliche/Christliche" bei solchen Anbietern sozialer Dienste äußert. Das ist keineswegs wie bei Montessori oder Waldorf, wo das ganze pädagogische Konzept auf der Ideologie fußt - bzw. die ist halt sehr schwammig, typisch norddeutsch evangelisch halt. Und nein, ich habe nix gegen Nächstenliebe und den ganzen Kram - aber gegen diese widerliche, selbstgerechte Heuchelei.
    Z.B. Arbeitnehmer jahrelang in befristete Verträge zu pressen, weil sie ja konfessionslos sind (hauptsache Konffession, welche ist egal) um sie dann zu entlassen, weil man damit "nicht den ethisch-moralischen Ansprüchen" entspreche.
    Und das von einer Stiftung, die im 3. Reich ohne mit der Wimper zu zucken die ihnen anvertrauten Menschen ins Gas schickte.
    Die bis in die späten 70er Jahre hinein Menschen zwangskastrierte und -sterilisierte (ich habe dort u.A. einen Mann betreut, der hatte keine Hoden mehr, weil man sie ihm als Junge abgeschnitten hatte). Ihnen ohne Betäubung die Zähne gezogen hat. Sie als Strafmaßnahne wochenlang fixiert hat etc.
    Damalige MitarbeiterInnen, die mitgeholfen haben, dies publik zu machen, wurden kürzlich noch in einem Zeitungsinterview vom damaligen Leiter (und Pastor) durch die Blume noch als Nestbeschmutzer beschimpft, schließlich sei "...nicht alles schlecht gewesen." Der christliche Geist sei "überall in der Einrichtung spürbar gewesen." Muss ein verdammt böser Geist gewesen sein.

    Und nein, ich behaupte nicht, dass solche Dinge nur in kirchlichen Institutionen möglich waren/sind. Aber sich dabei immer noch eine solch schamlose, selbstgerechte Überheblichkeit zu wahren - das schaffen wirklich nur die großen Religionen und ihre Anhänger.

Werbung