mein Eindruck für die Berufswahl / Studienwahl der meisten SuS der Folgende:
a) was Kohle bringt / schick ist
b) was ich als LK gemacht habe
c) was cool ist
d) weiß nicht
e) wo noch ein Studienplatz frei ist / kein NC ist
f) was Papa / Mama sagen
g) was das Arbeitsamt / der Berufsberater / die Testauswertung sagt
Alles anzeigen
Ich denke, dass Meikes Post sehr gut zusammenfasst, warum angehende Studierende bestimmte Fächer wählen. In den Grünen Berufen haben wir derzeit einen ziemlichen Run auf die Studiengänge - das ist bei uns phasenweise so. Wenn von den Eltern wahrgenommen wird, dass es "schlechtere" Zeiten sind, dann empfehlen diese ihren Sprösslingen eher ein Studium aufzunehmen. Meist zusätzlich zur Ausbildung.
Schaue ich mich im Bekanntenkreis bei unseren jüngeren um, dann kommen als Wahlgründe übrigens c) und e) am häufigsten vor - und da ist es dann egal, was man aus noch so guten Studien beratend äussert. Bei der Vielzahl von schicken und cool-klingenden Ausbildungen, Studienmöglichkeiten und beruflichen Tätigkeiten, verliert jeder irgendwann den Überblick, was es alles an Möglichkeiten gibt. Und man muss schon recht tief in der Materie drinstecken, um eine differenzierte Beratung geben zu können.
In letzter Instanz haben wir, in meinen Augen, doch alle unsere relativ enge Brille auf. Das liegt in de Natur der Sache - von einem BWLer oder E-Techniker erwarte ich nicht, dass er eine Beratung im Gesamtfeld der Grünen Berufe geben kann (selbst ich muss nachgucken, welche Schwerpunkte alleine der Gartenbau hat; unterrichte die Gärtner kaum und wir haben nur wenige Fachrichtungen bei uns an der Schule). Und da sollten wir ansetzen. Ich kann, als Berufsschullehrer, in meinem Bereich gut beraten. Will ein Schüler einen Grünen Beruf, insbesondere einen Tierberuf oder ein entsprechendes Studium aufnehmen, dann kann ich das - das erwarte ich jedoch nicht von einem Lehrer für "Arbeit-Wirtschaft" geschweige denn von einer Klassenlehrkraft mit fremdsprachlichem und naturwissenschaftlichen Hintergrund.
Berufsberatung sieht für mich so aus, dass die Kollegen der allgemeinbildenden Schulen mich ansprechen, dass Schüler XY Interesse daran hat Förster, Tierpfleger oder Landwirt zu werden. Dann machen wir einen Termin aus und führen ein Gespräch oder Telefonat. Mir geht es dann übrigens darum, dass ich vor allem die negativen Seiten aufzeige. Tiere pflegen heißt beispielsweise vor allem eines: Sch***e schippen. Und davon produziert ein Zoo, Pferdestall oder Tierheim am Tag recht viel. Hat der zu Beratende danach noch Interesse, dann können wir weiterreden.
Zum Eingangspost: ach ja... ich freue mich immer wieder über Momentaufnahmen und daraus vermeintlicherweise ableitbare Empfehlungen für den Arbeitsmarkt. Vor allem wenn ein Fachbereich selbst publiziert, dass seine Studierenden ganz tolle Berufsperspektiven haben, im Gegensatz zu nahe verwandten Fachbereichen, welche um ein ähnliches Studierendenklientel buhlen (ich glaube, dass man das Öffentlichkeitsarbeit nennt, oder?). Andererseits scheint der Leiter dieser Arbeitsgruppe doch etwas andere Sichtweisen zu vertreten.... https://www.studis-online.de/Karriere/art-1…rbeitsmarkt.php