Beiträge von alias

    Nun sind in Baden-Württemberg zahlreiche Schulen "fremdevaluiert" worden. Das Ganze war ein ziemlicher Aufwand, Schüler, Eltern und Lehrer wurden befragt, Schulen begutachtet, Berichte und Empfehlungen wurden verfasst.

    Meine Frage an die Schulen, die nun bereits längere Zeit das Procedere hinter sich haben - könnt ihr von den Erfahrungen berichten?
    - Was hat es gebracht? Hat sich die Schule dadurch positiv geändert? Wurden Konsequenzen gezogen?
    - War das nur ein Sturm im Wasserglas - und den ganzen Aufwand nicht wert?

    Ihr könnt berichten - oder nur an der Umfrage ein Meinungsbild klicken.

    Falls jemand noch Fragen zur Umfrage beisteuern möchte - gerne. Die Umfrage ist bis Ende des Schuljahres terminiert.

    Zitat

    Was ich für völligen überflüssigen Quatsch halte ! Meinen guten und effizienten Unterricht gedenke ich in keiner Weise zu wandeln.


    Dazu fällt mir Bert Brecht ein:

    Zitat

    Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: "Sie haben sich gar nicht verändert." "Oh!" sagte Herr K. und erbleichte.

    [Blockierte Grafik: http://www.gew-bw.de/Binaries/Binary23421/Plakat_A3_Gut_angelegt_Geld_f%C3%BCr_Bildung.jpg]

    Selbstverständlich geht es auch um Sparmaßnahmen. Werkrealschulen in Baden-Württemberg, die nur noch 12 Schüler für die 5.Klasse bekommen, wären zwar pädagogisches Schlaraffenland, aber bei überschuldeten Länder- und Gemeindehaushalten ist es verständlich, dass man dann schaut, wie man Schulen zusammenlegen kann. Wenn man im Zuge dieser notwendigen Umstrukturierung noch ein modernes pädagogisches Konzept einführt - was soll daran falsch sein?

    Im GEW-Thread wurde das englische, zweigliedrige Schulsystem als hervorragend bezeichnet - witzigerweise von jemand, der gegen die Gemeinschaftsschule argumentiert. Wenn im ländlichen Raum eine Gemeinschaftsschule ein wohnortnahes Angebot machen kann - was spricht dagegen? Abiturprüfungen werden weiterhin zentral gestellt - die wurden auch schon bisher oft von Leuten bestanden, die ihren Namen tanzen können ;)

    Ich gehe einmal von 28 Schülern pro Klasse mit 32 Wochenstunden Unterricht pro Schüler aus, bei gleichzeitiger Lehrverpflichtung von 25 Unterrichtsstunden pro Woche für eine Vollzeitlehrkraft.

    Wenn man von falschen Prämissen ausgeht, kann die Statistik nur falsche Daten liefern. Du kannst nicht Zahlen aus deinem Umfeld des Gymnasiums auf die Gemeinschaftsschule übertragen, bei der sich ein großer Teil der Schǘlerschaft in der Grundschule befindet. In Baden-Württemberg liegt die Lehrverpflichtung für Grundschullehrer zudem bei 29 UE - die durchschnittliche Klassengröße jedoch bei 21 Schülern. Gemeinschaftsschulen erhalten zudem zusätzliche Förder- und Teilungsstunden und haben durch den Ganztagesunterricht sowieso völlig andere Basiszahlen als dein Gymnasium, das du so nett verallgemeinerst. Deine Rechnung peilt dermaßen ungenau über den Daumen, dass da gar nix mehr stimmt.

    Durch den hohen Frauenanteil an Grund- und Werkrealschulen gibt es zudem traditionell eine sehr hohe Zahl von Teilzeitbeschäftigten, weil sie Beruf und Haushalt unter einen Hut bringen wollen.
    Dass du aus deiner Rechnung den Schluss ziehst, dass die armen Kollegen vor lauter Arbeitsüberlastung an der Gemeinschaftsschule nur noch unterhälftig unterrichten, ist hahnebüchen und nur durch deine ideologische Sichtweise zu erklären - argumentativ ist das eine Nullnummer ;)

    solange sie in das Horn der gleichmacherischen und leistungsherunternivellierenden Gemeinschaftsschulen

    Und genau mit dieser Einschätzung liegst du sowas von daneben - denn die Gemeinschaftsschulen sollen gerade die individuellen Stärken und Fähigkeiten fördern. Meine Hauptschüler schlagen manchen Gymnasiasten in musischen, sportlichen oder technischen Bereichen um Längen. Sie sprechen zwar nur gebrochenes Englisch, dafür jedoch sehr gut russisch, albanisch oder türkisch. Wo machst du "Leistungsstärke" fest? An den Fächern, die man mal als Kanon in dein Notenbuch gemeißelt hat? Oder an der Lebenswirklichkeit?

    Der Unterricht muss sich wandeln - das bedeutet für viele Kollegen - auch für mich - eine ziemliche Anstrengung. Aber die alte Definition von Unterricht ist nicht mehr haltbar: "Wenn alles schläft und einer spricht..."

    Ach Mikael, von der Deputats- und Stundenverteilung an Schulen hast du nicht viel Ahnung - wobei das nicht diskutiert werden muss. Dass viele Frauen an Grundschulen einen halben Lehrauftrag bestreiten, hat mit der Gemeinschaftsschule zudem mal sowas von garnix zu tun...
    Tatsache ist, dass es in Baden-Württemberg demnächst keine Haupt- und Realschulen mehr geben wird - Kretschmann hat sich vor drei Tagen eindeutig für das 2-Säulen-Modell ausgesprochen. Das ist nun erklärtes Ziel der Landesregierung - wobei auch die CDU bei allem polemischen Geschrei der Umwandlung nicht abgeneigt ist. Durch den demografischen Wandel sind die derzeitigen Schulstrukturen nicht mehr haltbar. Das hat auch mit den Finanzen zu tun - was keineswegs abgestritten wird. Wenn man die vorhandenen Finanzmittel nun zielgerichteter und - für die Schüler - nutzbringender einsetzen kann, ist das nicht per se falsch.

    Ich habe das Wahlprogramm der Grünen vor der Wahl in BaWü genauestens studiert. Und bin der Meinung, dass deren Schulprogramm nicht funktionieren kann. Gibts noch aktuellere Informationen?

    Die Wahl war im März 2011 - das Programm stammt aus dem Jahr 2010. Was soll daran noch aktuell sein - von der Absichtserklärung abgesehen?

    Mittlerweile sind 40 Schulen in Ba-Wü Gemeinschaftsschulen, weitere 120 haben Anträge auf Einrichtung gestellt:
    http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/menu/1366184/

    Beispiele der Umsetzung und der neuen Lernkultur:
    http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/sho…haftsschule.pdf

    Aus aktuellem Anlass - siehe GEW-Diskussion - hole ich diesen Thread nach oben.
    Leider sind viele Kollegen - besonders aus der Realschul- und Gymnasial-Fraktion - nicht darüber informiert, welches Konzept die Gemeinschaftsschule In Ba-Wü eigentlich verfolgt - und polemisieren in ihrer Uninformiertheit munter drauflos und dagegen...

    Altbewährt? Naja.
    Für die Lehrer vielleicht.Ob die Schüler derselben Meinung sind?
    In Baden-Württemberg wird die Realschule nicht abgeschafft. Sie wird modernisiert und zur Gemeinschaftsschule.

    Elternschreck
    Falls du was dazu zu sagen hast, dann bitte mit Argumenten und nicht mit deiner üblichen Polemik. Geschwätz bringt (nicht nur) dabei nichts voran.

    Ja, sie vertritt erfolgreich gleichermaßen die Interessen von Erziehern, Gymnasiallehrern, Grundschullehrern, Universitätsdozenten, Realschullehrern und Bildungswissenschaftlern. Wie naiv...

    Fragt sich, wer da naiv ist. Meinst du die GEW besteht aus EINEM Funktionär, der für alle rödelt?
    Die GEW ist - auch dank des relativ hohen Beitrags - personell gut ausgestattet und verfügt über verschiedene Abteilungen und Zuständigkeiten für die genannten Bereiche. In der Regel handelt es sich bei den genannten Zweigen auch um Menschen, die beim selben Arbeitgeber angestellt sind - entweder beim Land oder sonstigen öffentlichen Arbeitgebern. Die Zusammenfassung macht schon Sinn.

    Nach deiner Interpretation müsste sich die IGM in Sparten für die Stahl- Kupfer- und Aluminiumverarbeiter sowie die Maschinenschlosser und Automechaniker aufsplitten - weil die ja in unterschiedlichen Bereichen ackern...
    Dann wäre sie wohl nicht mehr wahrnehmbar.

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