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Doch auch das erklärt noch nicht die Körbchen-Vergrößerung bei Frauen, die - abgesehen von ihren enormen Brüsten - wenig Fett am Körper haben. Dr. Marilyn Glenville, Ernährungsspezialistin für Frauengesundheit und Hormone, erklärt dies in der "Daily Mail" wie folgt: "Offensichtlich geht es hier nicht nur um Fett, sondern auch um eine Zunahme des Brustgewebes. Dessen Zunahme wird durch Östrogen stimuliert." Die Frage sei nun, was die Östrogenproduktion unseres Körper angeregt haben könnte und in wie weit wir mehr Östrogenquellen ausgesetzt sind als in der Vergangenheit.
"Mädchen kommen heute früher in die Pubertät als jemals zuvor - und sie werden weniger Kinder haben und kürzer stillen. Darum haben wir viel häufiger unsere Periode als unsere Vorfahren und sind viel mehr Östrogen ausgesetzt, da es den monatlichen Eisprung anregt," so Glenville. Auch die Antibabypille wirkt durch synthetische Östrogene - heute enthält sie aber viel weniger Hormone als noch in der Anfangsphase des Medikaments.
Doch Östrogen kann auch auf andere Art in unseren Körper kommen. Pestizide, Plastik und Kosmetikprodukte können das Hormon enthalten, womit es auf verschiedenen Wegen - zum Beispiel durch Umweltverschmutzung - auch in unseren Körper gelangt. Vermeiden könne wir die zusätzlichen Hormondosen kaum. Beispielsweise ist das Xenoestrogen Bisphenal A (oder BPA) weit verbreitet bei der Herstellung von Dosen für Nahrungsmittel und Getränke, Plastikflaschen, Glasbehältnissen, Babynahrung, elektronischen Geräten uvm.
Auch wenn die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit angibt, dass von BPA keine Gefährdung ausgeht - unseren Hormonhaushalt kann es stören, darin sind sich viele Wissenschaftler einig. Mit unabsehbaren Folgen. Viele Lebensmittelhersteller sind darum dabei, ihre Produktion umzustellen und auf BPA zu verzichten. Doch viele Jahre haben wir es unbesorgt konsumiert.
"Das Gleiche gilt auf für Xenoestrogene in Deodorants, Kosmetik und Feuchtigkeitscremes, die wir benutzten", so Dr. Glenville. "Wir tragen sie auf unsere Haut auf und oft auch direkt auf die Brüste. Unsere Haut absorbiert die Chemikalien direkt. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass so das Brustwachstum angeregt werden kann".
Doch wir schmieren uns nicht nur mit Östrogen ein, wir trinken es auch. Denn die zunehmende Intensivierung der Milchproduktion führte dazu, dass heute ungefähr 2/3 der Milch von schwangeren Kühen kommt. Denn damit eine Kuh gleichmäßig Milch produziert, muss sie quasi dauerschwanger sein. Das wirft nicht nur Fragen zum Wohle des Tieres auf, sondern auch über die Hormonbelastung der Milch. Gerade in den letzten Monaten der Schwangerschaft ist der Östrogenspiegel sehr hoch.
Natürlich führt der Anstieg der Östrogenbelastung nicht dazu, dass unsere Brüste über Nacht wachsen. Doch über Jahrzehnte kann das dazu beigetragen haben, dass es heute mehr junge Frauen mit einer sehr großen BH-Größe gibt als früher. Doch unabhängig davon birgt das viele Östrogen auch andere Risiken: Wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass es z.B. das Risiko für Unfruchtbarkeit oder einer Krebserkrankung erhöhen kann.
Ob Schönheitsideal oder Belastung, große Brüste sind wohl ein Merkmal unserer Zeit. Hätten Sie das gedacht?