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Zum Verhängnis wurde dem Referendar eine Ethikunterrichtsstunde vor Neuntklässlern am 10. März - einen Tag, bevor sich der Amoklauf des Tim K. in Winnenden jährte. Im Unterricht thematisierte Gurrath Killerspiele und die Frage, ob die darin vom Spieler ausgeübte fiktionale Gewalt auch in echte Gewalt umschlagen könnte. In dieser Stunde hatte sich Gurrath offenbar nicht klar genug von Gewalt abgegrenzt, worauf auch die Schulleiterin Barbara Graf auf ihn aufmerksam wurde.
Gurrath wollte sich nicht von der Musik distanzieren
Es sei sein erster Unterrichtsbesuch gewesen, und die Schulleiterin wertete die mangelnde Gewaltdistanz zunächst als pädagogischen Fehler eines Anfängers. Doch auch bei der anschließenden Besprechung habe Gurrath nicht akzeptiert, dass man von ihm als Lehrer eine klare Position erwarte, so Graf. "Insbesondere nach dem Amoklauf von Winnenden erwarten wir, dass die Lehrer ihren Erziehungsauftrag wahrnehmen", sagt Graf. Sämtliche Amokläufe seien von jungen Männern begangen worden, die durch Killerspiele seelisch dafür geöffnet worden seien.
Daraufhin habe ein Kollege sich im Internet über Gurraths Musikeraktivitäten in der Death-Metal-Szene informiert - und sich ob der Darstellungen übergeben müssen. Die Musik, die Bildsprache, die Videos seien von Gewaltverherrlichung und von Folterungen von Frauen geprägt. So würden einer Frau die Beine abgesägt. "Für mich ist auch die sexualisierte Form der Gewalt besonders schlimm", sagt Graf. "Da wird die Menschenwürde mit Füßen getreten." Vor allem jüngere Schüler könnten nicht zwischen Gurraths Rolle als Musiker und als Lehrer unterscheiden.
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