Wir haben uns als Jugendliche immer freundlich begrüßt:
"Hallo, alter Seggl, wie geht's?" "Du Seggl, pass doch auf...." usw.
Da fanden wir nichts dabei. Das war so. Hatte jemand mal angefangen, bürgerte sich ein, war der übliche "Slang".
Heute, nach etwas tieferen Kenntnissen der Semantik, weiß ich, dass ein "Seggl" ursprünglich den Penis und Hoden eines Schafsbocks bezeichnete und ältere Leute damals wohl die Nase über unsere Ausdrucksweise gerümpft haben......
Wenn man heute MTV guckt, hört man innerhalb einer Stunde sicher 50 mal oder öfter das Wort "Fuck".
Scheinbar gehören Worte aus dem Genitalbereich mit dazu, dass Jugendliche sich (auch sprachlich) von der Erwachsenenwelt abgrenzen.
Im Unterricht - und auch als Beschimpfungen in der Schule - verbitte ich mir und verbiete solche Ausdrucksweisen. Das wird von den Kindern auch so von mir erwartet - schließlich bin ich ja Teil der "Erwachsenenwelt".
Leider wird diese sprachliche Abgrenzung zur Erwachsenenwelt von manchen Erwachsenen zwischenzeitlich sehr erschwert. Wenn die Erwachsenen selbst in dieser Fäkalsprache schwelgen wird es für die Jugendlichen schwieriger. Man tue sich nur diese unseligen Richtershows oder "Ich-hab-aber-den-größeren-Busen-als-deine-neue-Geliebte"-Shows im Nachmittagsfernsehen an. Da müssen sich die Kinder schon anstrengen, um da sprachlich noch eins draufzusatteln......