Beiträge von alias

    Ich empfinde es als befremdlich, dass du mit den Schülern über den Unterrichtsstil einer Kollegin diskutierst.
    Nicht nur im Schulbetrieb lautet mein Grundsatz:
    "Man redet mit- und nicht übereinander."

    Bei Diskussionen mit Schülern läuft man schnell Gefahr, sich instrumentalisieren zu lassen.
    Sobald es sich um Abläufe und Vorkommnisse handelt, die man nur vom Hörensagen kennt, muss professionelle Distanz die Maxime sein.

    Just my 2cents

    Heute in der Zeitung:

    Zitat

    Anti-arabische Proteste erschüttern Korsika
    Auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika ist es nach Angriffen auf Feuerwehrleute und Polizisten zu tagelangen anti-arabischen Protesten gekommen. Demonstranten demoliertemn in der Hauptstadt Ajacco ein muslimisches Gebetshaus und beschädigten mehrere Koranausgaben. Die örtlichen Behörden verhängten ein Demonstrationsverbot. Die Polizei nahm zwei Verdächtige fest.
    Dagegen kam es in Nordfrankreich zu einem Akt der Solidarität zwischen den Christen und Muslimen. In Lens hatten französische Muslime in einem symbolischen Akt Gottesdienste von Christen am Heiligabend besucht.

    Nichtgläubige Schüler und Lehrer sollten den Gottesdienstbesuch als kulturelle Fortbildung betrachten. Wenn man mit der Schulklasse eine Flaschnerei besichtigt, bedeutet dies ja auch nicht, dass jeder Schüler anschließend Heizungs- und Lüftungsbauer werden soll.
    Aber er/sie kennt sich danach besser aus. Und das ist Ziel von Schule und Unterricht.
    Besonderes Ziel von Unterricht muss die Kenntnis der Kultur(en) des eigenen Landes sein.
    Nur daraus kann Verständnis und Toleranz wachsen und ein Schutz gegen Hetze und Aufwiegelei entstehen.

    Wenn jetzt allerdings meine Klasse dauerhaft keinerlei Lernziele erreicht, wie das hier beschrieben wurde, dann muss ich meinen Unterricht umstellen. Ob mir das jetzt passt oder nicht. Dann ist die bisherige Herangehensweise für diese Schülergruppe nicht geeignet.

    Ich habe schon Tests von Kollegen gesehen, bei denen ich mich gefragt habe, was denn als Antwort erwartet würde. Da waren die Fragen derart gedrechselt und verquer (um den Schülern ja keine Möglichkeit zu geben aus der Frage die Antwort ableiten zu können), dass eine korrekte Antwort schlicht unmöglich wurde.

    Wenn in einem Test meine Schüler bei einer Frage/Antwort in großer Zahl daneben liegen, hinterfrage ich daher zunächst meine eigene Fragestellung und rekapituliere meinen Unterricht. In der Regel finde ich es dann angemessen, diese Frage mit einer geringeren Punktzahl anzusetzen und als "Bonusfrage für besonders intelligente Schuler" zu werten.

    Wenn jedoch der Großteil meiner Fragen von fast allen Schülern falsch beantwortet würde, müsste ich mich zu Recht fragen, ob ich in den letzen Wochen überhaupt unterrichtet habe :pirat:

    Der sehr gute Haupschüler bekommt durch die Entwertung seines Abschlusses beispielsweise keine Bankkaufmannllehre mehr.

    Die bekam er maximal bis Mitte der 1960er-Jahre, als noch mehr als 60% aller Schüler die Haupt-(Volks-)schule besuchten. Banken haben schon seit Jahren einen guten Realschulabschluss oder Abitur als Einstellungskriterium vorausgesetzt.


    Dass Eltern ihre Kinder nicht mehr auf die Hauptschule, sondern mindestens auf die Realschule schicken, liegt aucgh daran, dass selbst gestandene Lehrer (die es eigentlich besser wissen sollten) behaupten, dass Schüler mit Hauptschulabschluss keine Ausbildungsstelle bekämen.

    Wenn alle Welt behauptet, dass man nur mit Abitur zum glücklichen Menschen werden kann und man ohne Abitur und Studium niemals seinen Lebensunterhalt wird bestreiten können, darf man Eltern und Schülern nicht vorwerfen, wenn sie eine entsprechende Schullaufbahn einschlagen.

    Gleichzeitig habe ich keinerlei Mitleid mit Handwerksbetrieben, die sich darüber beklagen, dass sie keine geeigneten Lehrlinge mehr bekommen, als Einstellungskriterium jedoch mindestens Abitur oder Realschulabschluss bis 2,0 voraussetzen - um den eigenen Aufwand für die Ausbildung des Nachwuchses möglichst gering zu halten.
    http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/a…n/11627532.html

    Ich habe auch keinerlei Mitleid mit Handwerksbetrieben, die sich darüber beklagen, dass ihre Auszubildenden nach der (recht teuren) Ausbildung den Betrieb wieder verlassen haben, um ein Studium aufzunehmen - sie jedoch immer nur Abiturienten eingestellt hatten.

    Eine Bitte an alle: Hört auf, die Hauptschule tot zu reden. Das habt ihr durch euer Geschwätz schon erreicht.
    So wurde auch der Irrtum verbreitet, an der Hauptschule gäbe es nur noch Idioten.

    Alias: Nein. Das ist ein Ausschluss vom Unterricht und der wird nicht von einer einzelnen Lehrkraft entschieden.

    Das ist falsch. Der (oder die) Schüler wird (werden) nicht vom Unterricht ausgeschlossen - im Gegenteil. Es handelt sich nicht um eine Erziehungs- und Ordnungsmaßnahme nach den Paragrafen des Schulgesetzes, sondern lediglich um eine differenzierende Unterrichtsgestaltung. ;)

    Ein Teil der Schüler geht auf Exkursion, der andere Teil bleibt auf keinen Fall zu Hause - sondern wird anderweitig beschult. Wenn ich einen Schüler aus dem Sportuntericht aus gesundheitlichen Gründen oder weil er die anderen Schüler durch sein Verhalten gefährden könnte mit differenzierenden Aufgaben zeitweilig in eine andere Klasse setze, benötige ich dazu keinen Konferenzbeschluss.

    Genau dasselbe geschieht, falls ein Schüler die Kosten für die Exkursion nicht beibringt oder aus anderen (z.B. gesundheitlichen) Gründen nicht teilnehmen kann oder darf. Da entscheide ich als Lehrer in Abstimmung mit dem betreuenden Kollegen (oder Hausmeister) und der Schulleitung, wie der Schüler/die Schülerin an diesem Tag beschult oder schulpraktisch beschäftigt wird.

    Wir zwingen niemanden dazu, am ökumenischen Adventsgottesdienst teilzunehmen.
    Mit Ausnahme der Zeugen Jehovas nehmen alle freiwillig teil - auch die Muslime und Atheisten. Die lernen dabei, dass bei den Christen keiner ans Kreuz genagelt wird und das Ganze entspannt und mit netten Liedchen gefeiert wird. Ich halte dies für eine wichtige, Verständnis füreinander fördernde Maßnahme.

    Albert Schweizer meinte:
    "Man wird kein Christ, wenn man eine Kirche betritt. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht."

    Meine muslimischen Schüler sind beim Gebet aufgestanden. Im Vorfeld hatte ich mit Ihnen besprochen, dass auch ich - wenn ich als Gast in eine Moschee eingeladen würde - als Zeichen des Respekts vor der anderen Religion aufstehen oder niederknien würde, wenn der Mullah mich dazu auffordert.

    Alles entspannt, alles nett.
    Gezwungen zum Gottesdienstbesuch wird NIEMAND. Nirgendwo. Was soll der Terz?

    Das muss vorher durch die Klassenkonferenz bei uns und funktioniert nur bei maximal 2 Schülern pro Klasse. Bei einigen haben wir das so beschlossen, aber viele Kollegen berufen sich da auf den Konjunktiv und "eigentlich ging es ja diese Woche" (was Aufschluss über die Maßstäbe gibt, die im Vergleich zu nie störenden Kindern, an die störenden Kinder gelegt werden).
    Ich habe genau einen Kollegen, der seit heute auch die Schnauze voll hat von Kuschelpädagogik, doch der Großteil will sich eben den Verwaltungskram, der mit solchen Entscheidungen einher geht, sparen.

    Wie bitte?

    DU hast die Verantwortung für den "unfallfreien" Ablauf der außerunterrichtlichen Veranstaltung. Also entscheidest NUR DU, für welche Schüler du die Verantwortung übernehmen kannst. Da bleibt die Klassenkonferenz außen vor.
    Hier handelt es sich um keine disziplinarische Maßnahme, sondern um eine prophylaktische Maßnahme der Gefahrenabwehr.
    Die Schulleitung kann dich nicht zwingen, außerunterrichtliche Veranstaltungen durchzuführen.

    Sollten Klassenkonferenz und Schulleitung festlegen, dass eine derartige Veranstaltung nur stattfinden darf, falls alle Schüler teilnehmen können, fände ich Wege den Schülern und Eltern mitzuteilen, weshalb der Ausflug nicht stattfindet - und wer dafür die Verantwortung trägt.

    Veranstalte möglichst viele Ausflüge und Klassenfahrten. Das ist zwar auch grenzwertig anstrengend - ich weiß.
    Aber lass an diesen Tagen die Kids zu Hause oder in der Schule, deren Beaufsichtigung du nicht vertreten und übernehmen kannst.

    Du wirst sehen - die Verhältnisse ändern sich ;)

    Wenn man sich mit Entwicklungsländern vergleicht, muss man sich natürlich über gar nichts Sorgen machen.

    Da muss man sich nur mit Amerika oder England oder irgendeinem anderen Land (außer Kuba) vergleichen.
    Überall gibt es Schul- und Studiengebühren.
    Kostenlose Bildung hat schon etwas "paradiesisches" - genauso wie die Schulpflicht (auch wenn diese von manchen Schülern nicht als paradiesischer Zustand gesehen wird)

    wünsche euch ein frohes Julfest übrigens

    Dann wünsche ich dir ein frohes "Homebrew".
    Möge es gelingen und schmecken!

    „Er (Hákon) setzte in Gesetzen fest, das Julfest zu der Zeit abzuhalten wie die Christen, und ein jeder Mann war dazu, unter Androhung einer Geldstrafe, angehalten Bier zu brauen, um Jul zu heiligen; aber zuvor wurde das Julfest in der Hacknacht begonnen, das war die Mittwinternacht und es wurde drei Tage lang Jul gehalten.“

    Soooo, ich hab dann mal aufgeräumt. Die gemeldeten und die daran anschließenden und sich nur darauf beziehenden Beiträge sind raus, sowie die, die dazwischen platziert waren und keinen Sinn mehr ergeben hätten ohne den Resthread. 37 Beiträge...

    Nuuuun... mein Beitrag mag ja nicht höchstqualifiziert gewesen sein. Aber dass du - als Beteiligte im Thread - deine Modgewalt verwendest um alles, was deiner Ansicht nach unpassend ist, wegzuräumen, finde ich befremdlich...

    Dann poste ich in Zukunft keine Kommentare mehr.

    Eine Krankmeldung, die 5 Minuten vor Unterrichtsbeginn erfolgt, ist sicherlich "suboptimal".

    Falls absehbar ist, dass ich am nächsten Tag krankheitsbedingt ausfallen KÖNNTE, sage ich meiner Schulleitung Bescheid.
    Dann wird ein Plan B erstellt, falls ich wirklich nicht kommen kann - und alle sind glücklich... besonders, wenn ich dann doch auf der Matte stehe.

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