Fazit
Es wurde nicht nur versucht, nachzuweisen, dass es im Falle der Waldorfschulen und der Anthroposophie eklatante Differenzen zwischen den Ansprüchen auf der einen und den Wirklichkeiten auf der anderen Seite gibt, so im Falle des Anspruchs der Persönlichkeitsbildung für Kinder, vielmehr konnte gezeigt werden, dass bereits in den 'philosophischen' und esoterischen Voraussetzungen der Waldorfpädagogik im Werk Steiners in principio die Fundierung einer Glaubensgemeinschaft oder Sekte angelegt ist. Zudem leitet sich unmittelbar aus der Steinerschen Annahme, bzw. dem Glauben an die Möglichkeit einer Anschauung von Idealtypen, eben Idealen und deren absoluter Gültigkeit, das ganze üble Konstrukt von einer Art von Leitbildern her, die in keinster Weise durch eingehende moderne wissenschaftliche Prüfungen gerechtfertigt sind, noch solchen Prüfungen standhalten.
Gewissermaßen als Tipp für Disputanden ist zu sagen, dass es überhaupt nichts bringt, mit einem gestandenen Anthroposophen inhaltlich zu diskutieren, er wird Sie in seiner besseren Kenntnis des Werks von Steiner hier immer widerlegen können. Kommt man allerdings über die Struktur, auch unter Hinweis auf den Neuplatonismus und seine Stufen der Erkenntnis, fällt das gesamte Gedankengebäude wie ein Kartenhaus zusammen. Aber Vorsicht! Ein Anthroposoph wird in der Mehrheit der Fälle lieber dieses zusammengefallene Kartenhaus beziehen, als irgend etwas anderes.
Den Eltern von Schülerinnen und Schülern ist zu sagen, dass - wie oben schon angedeutet - die Wahl einer Waldorfschule nicht unbedingt eine schlechte sein muss, es ist jedoch darauf hinzuweisen, das im Falle eines Konfliktes, der die Psyche Ihres Kindes/ Ihrer Kinder immer stark in Anspruch nehmen kann, das staatlich organisierte Schulsystem bessere und mehr Möglichkeiten des elterlichen Eingreifens und der Beschwerdeführung erlaubt. Darüber hinaus ist hier die Chance relativ gering, und auch dass kann den Ausschlag für die Schulwahl geben, dass ein Konflikt gleich weltanschaulich ausartet. Ich, der Verfasser bin der subjektiven Ansicht und ich äussere diese hier bewusst, das Waldorfschulen zwangsläufig Weltanschauungsschulen sind. Punkt.
Allerdings mag es die ein oder andere Waldorfschule geben, die so heisst, aber de facto keine mehr ist. Dann liegt das u.U. an den dort arbeitenden 'Zöllnern'.
Auch ging es mir nicht darum, einen Konflikt herbeizurufen oder zu dessen Eskalation beizutragen. Vielmehr sollten die Waldorfschulen - und dort die offenen Geister - m.E. von staatlicher Seite bewusst gestützt werden in Prozessen, die zu Öffnung und Austausch beitragen. Schulen sind Inseln, Waldorfschulen umso mehr, auf denen heranwachsende Menschen auf ein Leben ausserhalb der Insel vorbereitet werden.