Beiträge von Midnatsol

    Ich nutze ebenfalls eine Bluetooth-Box. Kostenpunkt waren etwa 40€ und sie ist definitiv laut genug für jeden Klassenraum. Als Backup habe ich noch eine 15€ Box in meinem Fach stehen, die ist aber eigentlich wirklich zu leise.

    Solange das Kabel der Box nicht gebrochen war fand ich das übrigens auch praktischer als die Bluetooth-Variante jetzt, da das wirklich leichter funktionierte. Box und Tablet verbinden sich zwar automatisch per Bluetooth, leider bedeutet das aber nicht, dass das Tablet dann auch über die Box abspielen würde - dazu muss ich sie immer erst nochmal von Hand trennen und neu verbinden, was einfach Zeit kostet und ob dieser Tatsache auch etwas nervt. Nun bin ich drauf eingerichtet, aber blöd ist es trotzdem.
    Daher mein Rat: Unbedingt eine solche Kombi (digitales Endgerät + Box) anschaffen, aber vor den ersten Einsätzen mehrfach üben, wie es funktioniert. Es ist wirklich kein Hexenwerk, aber wenn du selbst sagst du seist technisch nicht so sicher, solltest du üben um nicht dann, wenn es drauf ankommt, blöd dazustehen.

    Möglich wäre stattdessen, dass sie die Zeugnisse auf den Computern der Schule schrieben. [...] Die Lehrer rechneten, ob das im Schichtdienst zu schaffen sei, bei zwei Stunden pro Zeugnis. Ihr Ergebnis: Um bis Mitte Juli fertig zu werden, hätten sie im Februar anfangen müssen.

    :rofl: :klatsch:
    Das ist eine der besten Protestaktionen eines Kollegiums, von denen ich jemals gehört habe. Da gehört schon was zu, aus dem Eifer zur Gesetzestreue des braven Beamten heraus seinen Dienstherren so bloßzustellen, dass Eltern wegen eines Geschehens im Bildungssektor medienwirksam auf die Barrikaden gehen, ohne dabei die Lehrer zu verunglimpfen. :respekt:

    Vielleicht lernt deren Dienstherr tatsächlich was daraus, um nicht bei der nächsten Zeugnisvergabe wieder dasselbe Spektakel zu haben. Insofern:

    :danke:


    Ansonsten: Mein Eindruck ist, dass du den Konflikt scheust und keine Ratschläge annehmen willst. Ist mir schleierhaft, warum du dann in deinem Eingangsposting nach Rat fragst, was du machen kannst.

    Ja, ich scheue den Konflikt. Jedenfalls bis ich meine Verbeamtung sicher durch habe. Denn ja, mein Chef ist im Kollegium dafür berüchtigt, dass wer ihm quer kommt Probleme bekommt - in unterschiedlichster Hinsicht (z.B. Wandertage der betreffenden Kollegen werden aus fadenscheinigen Gründen nicht mehr genehmigt, sie werden in Klassen "gesteckt", in die sie nicht möchten oder aus ihren Wunschklassen rausgenommen, Fortbildungen werden nicht genehmigt, Vorhaben zur Weiterentwicklung des Faches werden behindert, besonders viele Zusatzarbeiten wie Noteneingabe bei Zeugnissen, Protokolle in Konferenzen, etc.pp. zugeteilt, Informationen an die Person werden nur noch über Dritte weitergegeben, ... was auch immer eben gerade möglich ist). Und bei mir ist eben "gerade" ein mieses Gutachten möglich.
    Und ja, unter diesem Chef möchte ich nicht mein Leben lang arbeiten. Muss ich aber auch nicht - in 2 Jahren ist er weg (Pension). So lange ist das machbar, solange man selbst unter dem Radar fliegt kann seine Art (sich an jemandem festzubeißen und demjenigen das Leben schwer zu machen), die sich auch gegen auffällige Schüler und Eltern wendet, durchaus auch mal nützlich sein. Und das Kollegium hält wegen des Drucks von oben richtig gut zusammen, sodass ich mich in dieser Hinsicht super wohl fühle. Aber das führt jetzt ohnehin vom Thema weg...
    Wenn meine Lebenszeit durch ist, habe ich noch ein Jahr um dem Chef ein wenig einzuheizen, in dem Wissen dass er mir nichts ernsthaftes und innerhalb eines Jahres auch nicht mehr allzu viel kann. Aber bis dahin verstehst du vllt., weshalb ich fragte, ob es eine Möglichkeit gibt, eine Beschwerde anonym zu führen.

    Danke schon jetzt für die vielen Antworten.

    Selbstverständlich habt ihr Recht damit, dass dieses Vorgehen (LK-Beschlüsse werden umgesetzt obwohl sie gegen geltendes Recht verstoßen) so nicht geht, und auch dass der Lehrerrat hier eigentlich einschreiten müsste. Gleiches gilt für die Feststellung, dass wegen einer Beschwerde die Lebenszeitverbeamtung nicht gefährdet werden sollte. Leider muss ich zu den ersten beiden Fällen sagen: "Ist bei uns leider so", und beim dritten fürchte ich ebenfalls dies sagen zu müssen und möchte es (was hoffentlich halbwegs verständlich ist) nicht drauf ankommen lassen.

    Für dieses Schuljahr ist der Zug so ziemlich abgefahren, wir haben nur noch 4 Wochen Schule, da wird sich nicht mehr viel bewegen. Wenn (zu lesen als: sobald) ich aber im nächsten Schuljahr wieder so eine verkorkste Stundenabrechnung vorgelegt bekomme, werde ich mit dem Gesetzestext nochmal zum Lehrerrat gehen und bitten, das im Monatsgespräch mit der Schulleitung anzusprechen. Sollte da nichts passieren... tja, ich weiß auch nicht. Wie gesagt, wegen meiner noch ausstehenden Lebenszeitverbeamtung möchte ich den Zorn der SL eigentlich (noch) nicht auf mich ziehen. Daher hatte ich ja gehofft, dass ihr eine Idee habt, wie ich der SL auf die Finger klopfen lassen kann, ohne dass mein Name auf dem Schlagstock steht. Es ist soooo frustrierend, diese Stunden im LZ abzusitzen (oder eben irgendwo zu vertreten) wenn man weiß, dass man _nichts_ dafür bekommt!!

    Achja, ich bin gewerkschaftlich organisiert - momentan noch in der GEW, ab Oktober bei den Philologen. Ein Gerichtsverfahren möchte ich deswegen aber eigentlich nicht führen. Daher will ich hoffen, dass ich da keinen Rechtsschutz brauchen werde um zu meinem (unserem) Recht zu kommen.

    An meiner Schule werden Abiturkurse (Kurse der Q2) nur mit 50% der Stunden angerechnet. Hat man also z.B. einen dreistündigen Kurs, wird er nur mit 1,5 Stunden im Stundenkonto geführt. Begründung: Die Schüler sind in der Q2-2 ja weg, man gibt also nur ca. 50% der Stunden. Dass das nicht rechtsmäßig ist, verkündet ein Plakat der Philologen im Lehrerzimmer. Als ich den Lehrerrat darauf ansprach, wie es sein kann, dass das trotzdem so praktiziert wird, sagten diese nur "das war schon immer so, darauf hat man sich irgendwann mal geeinigt." Das sei also kein Thema mehr, die Diskussion sei schon geführt worden, eben mit dem Ergebnis wie es heute ist. Dieses "irgendwann" lag definitiv vor meiner Zeit an der Schule und ich bin mit der Praxis nicht einverstanden, zumal wir die Stunden, nachdem die Kurse weg sind, nicht frei haben, sondern diese als Vertretungsreserve im Lehrerzimmer abzusitzen haben. Ich bin also in den Stunden trotzdem in der Schule, bekomme sie aber in keiner Weise mehr angerechnet.
    Eine ebenfalls unzufriedene Kollegin (nicht Lehrerrat) hat unsere Schulleitung kürzlich darauf hingewiesen, dass das Verfahren bei uns nicht rechtmäßig sei, die Schulleitung ist aber nicht darauf eingegangen.

    An wen kann ich mich nun wenden? Ist direkt der Hauptpersonalrat meiner Gewerkschaft der Ansprechpartner? Falls ja, wie läuft das dann? Wendet sich der Personalrat dann an meine Schulleitung? Falls ja, kann ich dabei anonym bleiben? - meine Probezeit ist nämlich noch nicht zu ende und ich möchte meine Lebenszeitverbeamtung nicht gefährden.

    Für Hinweise zum weiteren Vorgehen wäre ich sehr dankbar!

    Habe ganz vergessen, dass ich auch ein Foto versprochen hatte. Tadaa. Wie ihr seht würde ich mit euren kleinen Schreibtischchen nie und nimmer auskommen. Mein Riese ist ca. 3 Wochen nach Schuljahresbeginn dicht. Aber bald ist es geschafft, dann verschwinden die Jahrgangsstufenstapel im Regal und ich bin dann wegen des vielen Platzes gaaaanz motiviert auch die anderen Stapel abzuarbeiten. Ganz bestimmt...

    So Dinge wie "Englisch ist ein undankbares Fach, wenn es um Korrekturen geht, aber das weiß man eigentlich bereits, wenn man sich für besagtes Studium entscheidet." helfen nicht weiter - natürlich weiß man als Studienanfänger, dass man mit Englisch korrigieren muss, aber wie lange man tatsächlich dransitzt, war mir als Schüler oder Ersti im Studium wirklich nicht klar

    Richtig. Das ist selbst vielen Kollegen, die keine Sprache (in welcher Analysen etc., also reine Textarbeiten, verfasst werden) oder wenigstens Gesellschafts-/ Geisteswissenschaft haben, nicht klar. Und wenn die es schon nicht raffen, braucht man da bei Studienanfängern schon gar kein Wissen zu erwarten.
    Deshalb liebe ich solche Kommentare genauso sehr wie du (ja, Ironie!) - die stammen nämlich von Leuten, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und meinen, nur weil sie schonmal jemanden über die Korrekturen haben stöhnen hören (seien es heutige Kollegen oder die eigenen Lehrer damals), wüssten sie, was für Arbeit so eine Korrektur bedeutet. Das tun sie nicht. Das tut niemand, bis er wirklich korrigiert.

    Sorry fürs Off-Topic, aber ich musste gerade einmal meine Zustimmung zum obigen Zitat ausdrücken.

    Ich bin im zweiten Jahr nach dem Ref, ebenfalls mit Englisch. Und mir geht es ähnlich, wenn auch vllt. nicht ganz so drastisch wie bei dir. Ich will nicht alles wiederholen, was insbesondere WillG schon sehr treffend geschrieben hat, daher sage ich nur nochmal: Er hat Recht!!

    Insbesondere Oberstufenklausuren 3x zu lesen käme für mich nicht in Frage. Ich lese 1x. Dabei korrigiere ich die Sprache und lese den Inhalt. Nach jeder Aufgabe setze ich die Punkte für den Inhalt, da ich den sonst wieder vergessen habe bis ich mit der nächsten Aufgabe durch bin (wie du ja selbst weißt dauert es laaaaange, bis man all die sprachlichen Fehler positiv korrigiert hat). Wenn ich im EWH noch mehrere Inhaltskriterien pro Aufgabe differenziert habe bepunkte ich manche Kategorien ggf. auch mal schon während ich noch die Aufgabe lese. Am Ende der Arbeit gebe ich die Punkte für Sprache - dazu überfliege ich einfach nochmal das, was ich an den Rand geschrieben habe (sehr viele Rs? Dann eben wenig Punke für Rechtschreibung; nur 1-2 Rs? Viele Punkte).
    Außerdem achte ich darauf so effizient wie nur irgend möglich zu arbeiten - heißt z.B.: Ich schreibe das Datum nicht per Hand unter den EWH, sondern setze es per Computer. Nur meine Paraphe setze ich von Hand drunter. 30x Datum schreiben spart mir vermutlich ca. 3 Minuten, durchschnittlich schreibt eine Klasse 5 Arbeiten pro Schuljahr (Oberstufe 4, Unterstufe 6), also 3x5 = eine Viertelstunde, ich habe allein in Englisch derzeit 4 Korrekturklassen = 1 Stunde, die ich nur Daten unter Englischarbeiten schreiben würde. Das per Computer zu machen ist kein Qualitätsverlust und geht deutlich schneller. Klingt total pedantisch, aber du siehst, Kleinvieh macht auch Mist.

    Um mal auf den Ausgangspost zu antworten:

    Fang doch selbst an, zu deiner Position zu stehen. Ich bin Agnostiker mit starkem Hang zum Atheismus und viele meine Schüler wissen das. Zumindest die älteren, bei denen eben religiöse oder religionsphilosophische Themen häufiger mal im Unterricht angeschnitten werden, und von denen tendentiell immer wenigstens eine Person pro Kurs irgendwann nach meiner persönlichen Einstellung fragt. Da gibt es für mich dann kein "Leistetreten" wie du sagst, ich antworte da ganz ehrlich. Ich erkläre aber auch, dass ich es wichtig finde, dass jeder Mensch seine Religionsfreiheit im Rahmen unseres Grundgesetzes ausüben darf ohne sich für seine religiösen Annahmen rechtfertigen zu müssen.

    Da dies auch für mich gilt, habe ich auch kein Problem das meinen Religionskollegen gegenüber so zu vertreten, und diese wiederum haben mir deswegen noch nie Probleme gemacht. Die leben doch auch nicht (alle :engel: ) hinterm Mond und wissen, dass unsere Gesellschaft immer atheistischer wird, und könnten sie den Umgang mit atheistischen oder generell unreligiösen Menschen nicht ertragen, dürften sie nicht in einem Beruf mit so viel Personenkontakt arbeiten. Gäbe es da jemanden, der ernsthaft ein Problem mit meiner Einstellung hat, könnte mir diese Person sowieso gestohlen bleiben, mit solchen Typen will ich nichts zu tun haben. Das könnte für mich also auch eher ein Ansporn sein, ihnen meine Einstellung aufs Brot zu schmieren, da hätte ich wohl meine fiese Freude dran :P

    Übrigens haben mich in meiner bislang kurzen Lehramtskarriere schon 3 (christliche) SchülerInnen, nachdem ich meine Position benannt habe, nach dem Unterricht angesprochen und gefragt, ob ich noch in der Kirche sei, ob meine Familie um meine Position wisse und wie ich es gemacht hätte es denen zu erklären. Alle drei hatten eigenen Angaben zufolge sehr ähnliche Ansichten wie ich, aber trauten sich nicht, das ihren Eltern zu sagen, weil sie Angst vor deren Reaktion hatten. Das fand ich schon krass... umso mehr bin ich davon überzeugt das Richtige zu tun, wenn ich ehrlich zu meinen Ansichten stehe, da solche SchülerInnen so einen Ansprechpartner gewinnen.

    Kommt mir sehr bekannt vor. So läuft es bei uns auch. Ich war knapp 3 Wochen da, da hat die SL bei mir total über einen meiner Fachkollegen abgelästert. Ich saß da total zwischen den Stühlen und wusste überhaupt nicht was ich tun sollte - dem neuen Chef sagen, dass ich das nicht angemessen finde? Wäre richtig gewesen, aber meine Beurteilungen standen/stehen noch aus, da will man es sich nicht gleich im ersten Monat mit dem Chef verscherzen. Zustimmen/Mitlästern? Mitnichten, denn ich kannte den Kollegen noch kaum, fand dieses Gehetze sowieso unangemessen und konnte mir auch bei bestem Willen nicht vorstellen, dass das alles stimmen sollte. Also saß ich da und macht so unverbindlich wie möglich mal "mhmmm", "ahaaa" etc. Nach dem Gespräch habe ich zu Hause stundenlang über dem, was da gelaufen war und der Frage, wie ich damit umgehen sollte gebrütet. Am nächsten Tag habe ich es dem betreffenden Kollegen erzählt. Gewagt,aber ich wollte es nicht in mich reinfressen, und wenn ich eine "Seite" wählen muss, dann wollte ich nicht die dieser SL wählen... seither habe ich noch viele ähnliche Stories gehört und erlebt und bin selbst immer auf der Hut um bloß nicht zum Objekt des Zorns zu werden. Sehr unangenehm. Immerhin: Bis auf den "inner circle" der SL hält das Kollegium sehr fest zusammen und wir wissen, was wir auf solche Geschichten, die die SL über einen von uns verbreitet, zu halten haben..... Im Nachhinein versuche ich es positiv zu sehen: Mir hat die Geschichte (und meine Offenheit gegenüber dem betroffenen Kollegen) geholfen, sehr schnell in das Kollegium reinzuwachsen.

    Das hat jetzt deine Frage nicht beantwortet, aber vielleicht ist es ja zumindest ein Trost, dass es an anderen Schulen offenbar sehr ähnlich zugeht.

    Hallo Chili, darf ich mal fragen, was bei dir aus der Geschichte geworden ist (ggf. gern auch per PN)?

    Ich sehe ähnliches nämlich im kommenden Schuljahr auf mich zukommen: Ich muss aufgrund konkreter Personalprobleme im kommenden Schuljahr eines meiner Fächer mit voraussichtlich 20 Stunden unterrichten (was dann auch der Löwenanteil an Kursen in diesem Fach an meiner Schule überhaupt ist), für das andere bleiben 5-6 Stunden "übrig", was aber kein Problem ist, da wir in diesem personell ziemlich gut aufgestellt sind. Zum November werden wir laut Plan aber eine Stelle für mein "Mangelfach" ausschreiben. Wenn wir jemanden finden, wird derjenige ja einige meiner Kurse übernehmen, irgendwas muss er ja tun. So könnte ich dann aber ungewollt in den Unterhang geraten. Das möchte ich eigentlich auf keinen Fall (und würde präventiv sogar lieber bis November zusätzliche Kurse übernehmen), aber kann ich mich wehren?

    Wie stark man Leistungsdruck empfindet ist sicherlich sehr individuell und von vielen Faktoren abhängig.

    Generell wird jemand, dem es leicht fällt (sehr) gute Leistungen zu erbringen, weniger Druck dahinter verspüren als jemand, der um jede Note mit viel Leistungseinsatz kämpfen muss.

    Andererseits hängt das auch sehr davon ab, was man denn als Ziel ansetzt. Hier spielen Eltern und Gesellschaft eine große Rolle:
    Wenn die Eltern nur eine 1 oder 2 als "Leistung" anerkennen, und die Noten 3 oder gar 4 schon als "Minderleistung" angesehen werden, dann besteht hier natürlich mehr Druck auf ein Kind, als wenn die Eltern - der klassischen Notendefinition nach - eine 3 als befriedigende und eine 4 aus ausreichende Leistung ansehen und Minderleistungen erst ab der 5 beginnen.

    Was wiederum die Eltern als "Leistung" anerkennen hängt sicherlich auch von gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen ab. Hier sind wir wieder beim Thema "Noteninflation" und "Aufweichung des gegliederten Schulsystems" angekommen: Wenn das Gymnasium zu neuen Volksschule wird (und jeder, der nicht aufs Gymnasium geht, fast schon zur "Unterschicht" zählt), das Abitur zum Mindestanspruch für eine große Zahl an Ausbildungsmöglichkeiten wird und immer mehr Bewerber mit sehr niedrigen Notendurchschnitten um Studienplätze konkurrieren, bleibt Eltern, die ihren Kindern möglichst viele oder auch nur eine durchschnittliche Zahl an "Karrierewegen" offenhalten möchten, kaum etwas anderes übrig, als das eigene Kind hinsichtlich seiner Noten immer weiter anzutreiben, aka Druck zu erzeugen.

    Schließlich kann man sich natürlich auch selbst Druck aufbauen, indem man sich unrealistische Ziele setzt, sich ständig mit Mitgliedern der "Leistungselite" vergleicht und ein Nicht-Erreichen desselben Leistungsniveau als Schmach ansieht. Dass man sich selbst primär über Leistung definiert mag man wiederum als Effekt der Leistungsgesellschaft ansehen.

    Ich denke also, dass es ein sehr unterschiedliches Level an (empfundenem oder real ausgeübtem) Leistungsdruck ohne einen singulären Auslöser gibt.

    Wenn du nicht nur irgendwie über Wasser bleiben, sondern dich bei der Vorbereitung auch etwas methodisch/didaktisch einarbeiten willst, würde ich auch ca. 15 Stunden als Maximum empfehlen. Für einen absoluten Anfänger, der sich methodisch/didaktisch und womöglich auch inhaltlich vorbereiten und ggf. Material suchen oder erstellen muss, ist das bei Weitem genug um gut auslastet zu sein.
    Es entspricht zumindest in NRW auch etwa dem Umfang, den ein Referendar unterrichten muss (BdU+AU), sodass einen ersten Eindruck vom Arbeitspensum gewinnst (wenngleich im Ref natürlich noch der Seminartag, UBs, je nach Ausbildungslehrer Ausarbeitungen der Stunden und der Beobachtungs- und Bewertungsdruck hinzukommen).

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