Beiträge von Midnatsol

    An meiner Schule werden Abiturkurse (Kurse der Q2) nur mit 50% der Stunden angerechnet. Hat man also z.B. einen dreistündigen Kurs, wird er nur mit 1,5 Stunden im Stundenkonto geführt. Begründung: Die Schüler sind in der Q2-2 ja weg, man gibt also nur ca. 50% der Stunden. Dass das nicht rechtsmäßig ist, verkündet ein Plakat der Philologen im Lehrerzimmer. Als ich den Lehrerrat darauf ansprach, wie es sein kann, dass das trotzdem so praktiziert wird, sagten diese nur "das war schon immer so, darauf hat man sich irgendwann mal geeinigt." Das sei also kein Thema mehr, die Diskussion sei schon geführt worden, eben mit dem Ergebnis wie es heute ist. Dieses "irgendwann" lag definitiv vor meiner Zeit an der Schule und ich bin mit der Praxis nicht einverstanden, zumal wir die Stunden, nachdem die Kurse weg sind, nicht frei haben, sondern diese als Vertretungsreserve im Lehrerzimmer abzusitzen haben. Ich bin also in den Stunden trotzdem in der Schule, bekomme sie aber in keiner Weise mehr angerechnet.
    Eine ebenfalls unzufriedene Kollegin (nicht Lehrerrat) hat unsere Schulleitung kürzlich darauf hingewiesen, dass das Verfahren bei uns nicht rechtmäßig sei, die Schulleitung ist aber nicht darauf eingegangen.

    An wen kann ich mich nun wenden? Ist direkt der Hauptpersonalrat meiner Gewerkschaft der Ansprechpartner? Falls ja, wie läuft das dann? Wendet sich der Personalrat dann an meine Schulleitung? Falls ja, kann ich dabei anonym bleiben? - meine Probezeit ist nämlich noch nicht zu ende und ich möchte meine Lebenszeitverbeamtung nicht gefährden.

    Für Hinweise zum weiteren Vorgehen wäre ich sehr dankbar!

    Habe ganz vergessen, dass ich auch ein Foto versprochen hatte. Tadaa. Wie ihr seht würde ich mit euren kleinen Schreibtischchen nie und nimmer auskommen. Mein Riese ist ca. 3 Wochen nach Schuljahresbeginn dicht. Aber bald ist es geschafft, dann verschwinden die Jahrgangsstufenstapel im Regal und ich bin dann wegen des vielen Platzes gaaaanz motiviert auch die anderen Stapel abzuarbeiten. Ganz bestimmt...

    So Dinge wie "Englisch ist ein undankbares Fach, wenn es um Korrekturen geht, aber das weiß man eigentlich bereits, wenn man sich für besagtes Studium entscheidet." helfen nicht weiter - natürlich weiß man als Studienanfänger, dass man mit Englisch korrigieren muss, aber wie lange man tatsächlich dransitzt, war mir als Schüler oder Ersti im Studium wirklich nicht klar

    Richtig. Das ist selbst vielen Kollegen, die keine Sprache (in welcher Analysen etc., also reine Textarbeiten, verfasst werden) oder wenigstens Gesellschafts-/ Geisteswissenschaft haben, nicht klar. Und wenn die es schon nicht raffen, braucht man da bei Studienanfängern schon gar kein Wissen zu erwarten.
    Deshalb liebe ich solche Kommentare genauso sehr wie du (ja, Ironie!) - die stammen nämlich von Leuten, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und meinen, nur weil sie schonmal jemanden über die Korrekturen haben stöhnen hören (seien es heutige Kollegen oder die eigenen Lehrer damals), wüssten sie, was für Arbeit so eine Korrektur bedeutet. Das tun sie nicht. Das tut niemand, bis er wirklich korrigiert.

    Sorry fürs Off-Topic, aber ich musste gerade einmal meine Zustimmung zum obigen Zitat ausdrücken.

    Ich bin im zweiten Jahr nach dem Ref, ebenfalls mit Englisch. Und mir geht es ähnlich, wenn auch vllt. nicht ganz so drastisch wie bei dir. Ich will nicht alles wiederholen, was insbesondere WillG schon sehr treffend geschrieben hat, daher sage ich nur nochmal: Er hat Recht!!

    Insbesondere Oberstufenklausuren 3x zu lesen käme für mich nicht in Frage. Ich lese 1x. Dabei korrigiere ich die Sprache und lese den Inhalt. Nach jeder Aufgabe setze ich die Punkte für den Inhalt, da ich den sonst wieder vergessen habe bis ich mit der nächsten Aufgabe durch bin (wie du ja selbst weißt dauert es laaaaange, bis man all die sprachlichen Fehler positiv korrigiert hat). Wenn ich im EWH noch mehrere Inhaltskriterien pro Aufgabe differenziert habe bepunkte ich manche Kategorien ggf. auch mal schon während ich noch die Aufgabe lese. Am Ende der Arbeit gebe ich die Punkte für Sprache - dazu überfliege ich einfach nochmal das, was ich an den Rand geschrieben habe (sehr viele Rs? Dann eben wenig Punke für Rechtschreibung; nur 1-2 Rs? Viele Punkte).
    Außerdem achte ich darauf so effizient wie nur irgend möglich zu arbeiten - heißt z.B.: Ich schreibe das Datum nicht per Hand unter den EWH, sondern setze es per Computer. Nur meine Paraphe setze ich von Hand drunter. 30x Datum schreiben spart mir vermutlich ca. 3 Minuten, durchschnittlich schreibt eine Klasse 5 Arbeiten pro Schuljahr (Oberstufe 4, Unterstufe 6), also 3x5 = eine Viertelstunde, ich habe allein in Englisch derzeit 4 Korrekturklassen = 1 Stunde, die ich nur Daten unter Englischarbeiten schreiben würde. Das per Computer zu machen ist kein Qualitätsverlust und geht deutlich schneller. Klingt total pedantisch, aber du siehst, Kleinvieh macht auch Mist.

    Um mal auf den Ausgangspost zu antworten:

    Fang doch selbst an, zu deiner Position zu stehen. Ich bin Agnostiker mit starkem Hang zum Atheismus und viele meine Schüler wissen das. Zumindest die älteren, bei denen eben religiöse oder religionsphilosophische Themen häufiger mal im Unterricht angeschnitten werden, und von denen tendentiell immer wenigstens eine Person pro Kurs irgendwann nach meiner persönlichen Einstellung fragt. Da gibt es für mich dann kein "Leistetreten" wie du sagst, ich antworte da ganz ehrlich. Ich erkläre aber auch, dass ich es wichtig finde, dass jeder Mensch seine Religionsfreiheit im Rahmen unseres Grundgesetzes ausüben darf ohne sich für seine religiösen Annahmen rechtfertigen zu müssen.

    Da dies auch für mich gilt, habe ich auch kein Problem das meinen Religionskollegen gegenüber so zu vertreten, und diese wiederum haben mir deswegen noch nie Probleme gemacht. Die leben doch auch nicht (alle :engel: ) hinterm Mond und wissen, dass unsere Gesellschaft immer atheistischer wird, und könnten sie den Umgang mit atheistischen oder generell unreligiösen Menschen nicht ertragen, dürften sie nicht in einem Beruf mit so viel Personenkontakt arbeiten. Gäbe es da jemanden, der ernsthaft ein Problem mit meiner Einstellung hat, könnte mir diese Person sowieso gestohlen bleiben, mit solchen Typen will ich nichts zu tun haben. Das könnte für mich also auch eher ein Ansporn sein, ihnen meine Einstellung aufs Brot zu schmieren, da hätte ich wohl meine fiese Freude dran :P

    Übrigens haben mich in meiner bislang kurzen Lehramtskarriere schon 3 (christliche) SchülerInnen, nachdem ich meine Position benannt habe, nach dem Unterricht angesprochen und gefragt, ob ich noch in der Kirche sei, ob meine Familie um meine Position wisse und wie ich es gemacht hätte es denen zu erklären. Alle drei hatten eigenen Angaben zufolge sehr ähnliche Ansichten wie ich, aber trauten sich nicht, das ihren Eltern zu sagen, weil sie Angst vor deren Reaktion hatten. Das fand ich schon krass... umso mehr bin ich davon überzeugt das Richtige zu tun, wenn ich ehrlich zu meinen Ansichten stehe, da solche SchülerInnen so einen Ansprechpartner gewinnen.

    Kommt mir sehr bekannt vor. So läuft es bei uns auch. Ich war knapp 3 Wochen da, da hat die SL bei mir total über einen meiner Fachkollegen abgelästert. Ich saß da total zwischen den Stühlen und wusste überhaupt nicht was ich tun sollte - dem neuen Chef sagen, dass ich das nicht angemessen finde? Wäre richtig gewesen, aber meine Beurteilungen standen/stehen noch aus, da will man es sich nicht gleich im ersten Monat mit dem Chef verscherzen. Zustimmen/Mitlästern? Mitnichten, denn ich kannte den Kollegen noch kaum, fand dieses Gehetze sowieso unangemessen und konnte mir auch bei bestem Willen nicht vorstellen, dass das alles stimmen sollte. Also saß ich da und macht so unverbindlich wie möglich mal "mhmmm", "ahaaa" etc. Nach dem Gespräch habe ich zu Hause stundenlang über dem, was da gelaufen war und der Frage, wie ich damit umgehen sollte gebrütet. Am nächsten Tag habe ich es dem betreffenden Kollegen erzählt. Gewagt,aber ich wollte es nicht in mich reinfressen, und wenn ich eine "Seite" wählen muss, dann wollte ich nicht die dieser SL wählen... seither habe ich noch viele ähnliche Stories gehört und erlebt und bin selbst immer auf der Hut um bloß nicht zum Objekt des Zorns zu werden. Sehr unangenehm. Immerhin: Bis auf den "inner circle" der SL hält das Kollegium sehr fest zusammen und wir wissen, was wir auf solche Geschichten, die die SL über einen von uns verbreitet, zu halten haben..... Im Nachhinein versuche ich es positiv zu sehen: Mir hat die Geschichte (und meine Offenheit gegenüber dem betroffenen Kollegen) geholfen, sehr schnell in das Kollegium reinzuwachsen.

    Das hat jetzt deine Frage nicht beantwortet, aber vielleicht ist es ja zumindest ein Trost, dass es an anderen Schulen offenbar sehr ähnlich zugeht.

    Hallo Chili, darf ich mal fragen, was bei dir aus der Geschichte geworden ist (ggf. gern auch per PN)?

    Ich sehe ähnliches nämlich im kommenden Schuljahr auf mich zukommen: Ich muss aufgrund konkreter Personalprobleme im kommenden Schuljahr eines meiner Fächer mit voraussichtlich 20 Stunden unterrichten (was dann auch der Löwenanteil an Kursen in diesem Fach an meiner Schule überhaupt ist), für das andere bleiben 5-6 Stunden "übrig", was aber kein Problem ist, da wir in diesem personell ziemlich gut aufgestellt sind. Zum November werden wir laut Plan aber eine Stelle für mein "Mangelfach" ausschreiben. Wenn wir jemanden finden, wird derjenige ja einige meiner Kurse übernehmen, irgendwas muss er ja tun. So könnte ich dann aber ungewollt in den Unterhang geraten. Das möchte ich eigentlich auf keinen Fall (und würde präventiv sogar lieber bis November zusätzliche Kurse übernehmen), aber kann ich mich wehren?

    Wie stark man Leistungsdruck empfindet ist sicherlich sehr individuell und von vielen Faktoren abhängig.

    Generell wird jemand, dem es leicht fällt (sehr) gute Leistungen zu erbringen, weniger Druck dahinter verspüren als jemand, der um jede Note mit viel Leistungseinsatz kämpfen muss.

    Andererseits hängt das auch sehr davon ab, was man denn als Ziel ansetzt. Hier spielen Eltern und Gesellschaft eine große Rolle:
    Wenn die Eltern nur eine 1 oder 2 als "Leistung" anerkennen, und die Noten 3 oder gar 4 schon als "Minderleistung" angesehen werden, dann besteht hier natürlich mehr Druck auf ein Kind, als wenn die Eltern - der klassischen Notendefinition nach - eine 3 als befriedigende und eine 4 aus ausreichende Leistung ansehen und Minderleistungen erst ab der 5 beginnen.

    Was wiederum die Eltern als "Leistung" anerkennen hängt sicherlich auch von gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen ab. Hier sind wir wieder beim Thema "Noteninflation" und "Aufweichung des gegliederten Schulsystems" angekommen: Wenn das Gymnasium zu neuen Volksschule wird (und jeder, der nicht aufs Gymnasium geht, fast schon zur "Unterschicht" zählt), das Abitur zum Mindestanspruch für eine große Zahl an Ausbildungsmöglichkeiten wird und immer mehr Bewerber mit sehr niedrigen Notendurchschnitten um Studienplätze konkurrieren, bleibt Eltern, die ihren Kindern möglichst viele oder auch nur eine durchschnittliche Zahl an "Karrierewegen" offenhalten möchten, kaum etwas anderes übrig, als das eigene Kind hinsichtlich seiner Noten immer weiter anzutreiben, aka Druck zu erzeugen.

    Schließlich kann man sich natürlich auch selbst Druck aufbauen, indem man sich unrealistische Ziele setzt, sich ständig mit Mitgliedern der "Leistungselite" vergleicht und ein Nicht-Erreichen desselben Leistungsniveau als Schmach ansieht. Dass man sich selbst primär über Leistung definiert mag man wiederum als Effekt der Leistungsgesellschaft ansehen.

    Ich denke also, dass es ein sehr unterschiedliches Level an (empfundenem oder real ausgeübtem) Leistungsdruck ohne einen singulären Auslöser gibt.

    Wenn du nicht nur irgendwie über Wasser bleiben, sondern dich bei der Vorbereitung auch etwas methodisch/didaktisch einarbeiten willst, würde ich auch ca. 15 Stunden als Maximum empfehlen. Für einen absoluten Anfänger, der sich methodisch/didaktisch und womöglich auch inhaltlich vorbereiten und ggf. Material suchen oder erstellen muss, ist das bei Weitem genug um gut auslastet zu sein.
    Es entspricht zumindest in NRW auch etwa dem Umfang, den ein Referendar unterrichten muss (BdU+AU), sodass einen ersten Eindruck vom Arbeitspensum gewinnst (wenngleich im Ref natürlich noch der Seminartag, UBs, je nach Ausbildungslehrer Ausarbeitungen der Stunden und der Beobachtungs- und Bewertungsdruck hinzukommen).

    Wir sind ebenfalls eine sehr fahrtenreiche/ exkursionsfreudige Schule, haben aber eine aus meiner Sicht gute Organisation:

    Wir haben die Regelung, dass Klassenarbeiten/Klausuren (nahezu, s.u.) immer Vorrang haben vor Exkursionen, eben damit die Korrekturfachlehrer nicht noch zusätzlich durch "künstlich erzeugte" Nachschreiber belastet werden. Den Schülern gegenüber lautet die Begründung natürlich, dass KAs/Klausuren einfach sehr wichtig sind und daher nicht wegen freiwilliger Zusatzveranstaltungen verpasst werden dürfen.
    Um Exkursionen und KAs zu koordinieren hängt im Lehrerzimmer ein Plan aus, auf dem ersichtlich ist, wann welche Klassenarbeiten in welcher Klasse geschrieben werden. Natürlich nur, wenn die Lehrkräfte ihre Arbeiten dort auch eintragen; wer das nicht tut, ist selbst Schuld wenn dann Schüler fehlen. Wer kurzfristig eine Exkursion plant, muss darauf achten, dass an dem betroffenen Tag keine Klassenarbeit geschrieben wird, ansonsten kann die Exkursion nicht oder nur ohne die von Klassenarbeiten betroffenen Schüler stattfinden.

    Es gibt aber eine enschränkende Regel: Termine, die schon zu Schuljahresbeginn feststehen haben Vorrang vor KAs/ Klausuren. Eine Übersicht mit solchen Terminen erhalten die Kollegen zusammen mit ihrem Stundenplan am ersten Konferenztag nach den Ferien, sodass sie diese feststehenden Termine (z.B. Schüleraustausche, Sportfest, Klassenfahrten) in ihrer Klassenarbeitsterminierung berücksichtigen müssen.

    Ich finde diese Regelung sehr gut, gegenseitige Rücksichtnahme der "Exkursionslehrer" und der Korrekturlehrer. Natürlich kann es vorkommen, dass z.B. Schüler wegen einer Exkursion die letzte (Doppel-) Stunde vor der KA/Klausur verpassen, das ist dann aus unserer Sicht ärgerlich, aber schlussendlich liegt in es in der Verantwortung der Schüler sich zu erkundigen und nachzuarbeiten, was sie im Unterricht verpasst haben. Darauf werden sie stets hingewiesen.

    Mit dem Wissen um den von Valerianus zitierten Passus würde ich tatsächlich mal bei der kassenärztlichen Vereinigung das Problem schildern (ggf. erstmal ohne den Namen des Arztes zu nennen) und mir von denen die Gültigkeit des Passus' bestätigen lassen.

    Anschließend würde ich beim Arzt anrufen, wiederum den Fall schildern und dass die kassenärztliche Vereinigung dir auf eine anonyme Schilderung des Falles hin bestätigt hat, dass sein Vorgehen nach Paragraph soundso nicht rechtskonform ist (in deinem Eingangsbeitrag stehen Beispiele, in denen mehr als 3 Tage zurückdatiert wurde, und zudem scheint das bei ihm ja Gang und Gäbe und kein Vorgehen zu sein, welches ausnahmsweise nach reiflicher Prüfung durchgeführt wird). Du würdest daher darauf achten, wie sich das Verhalten des Arztes entwickelt. Sollten er Atteste weiterhin einfach rückdatiert ausstellen, sähest du dich veranlasst der kassenärztlichen Vereinigung den Namen des Arztes weiterzugeben.

    Ob das eine Drohkulisse ist, die wirkmächtig genug ist ihn in seinen Gewohnheiten zu verändern, weiß ich nicht. Aber einen Versuch ist es, finde ich, wert, zumal er nur 2 Anrufe kostet.

    Manchmal (längst nicht immer!) bekomme ich beim Schreiben an der Tafel einen sehr "schweren" und dann auch schmerzenden Arm. Es füht sich ein wenig an wie eine "harte Wade" wenn man lange sehr schnell gelaufen ist. Kennt jemand dieses Problem und kann mir sagen, worum es sich handelt und was ich ggf. tun kann um das zu verbessern (bzw. ggf. zu verhindern, dass es häufiger auftritt)?

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