Beiträge von Midnatsol

    Ich fände eine Flexibilisierung im Bereich der schriftlichen Leistungsüberprüfung ebenfalls wünschenswert. Das muss ja nicht bedeuten, dass man am Ende die 5 setzt mit der Begründung dass das ja meine Entscheidung sei. Transparenz ist doch auch in alternativen Systemen möglich, z.B. indem ich ankündige, dass (zum Beispiel) ich über das Halbjahr verteilt 5 unangekündigte Tests jeweils über den Stoff der letzten 4 Unterrichtsstunden schreibe.

    Die Option "Test statt Klassenarbeit" finde ich, wie man daraus schon lesen kann, insbesondere aufgrund eines Unterschiedes zwischen Test und KA überlegenswert: Tests müssen nicht zwingend angekündigt werden. Ich habe nicht mehr im Kopf den Stoff von wie vielen Unterrichtsstunden ich damit abprüfen darf, aber das ließe sich ja, wenn es relevant würde, schnell nachschlagen. Regelmäßige, unangekündigte Tests halte ich für viel sinnvoller als eine große Klassenarbeit zur Leistungsüberprüfung, weil die Schüler so (wenn sie Erfolg haben wollen) "gezwungen" (oder etwas pädagogischer: "motivierter") sind konstanter zu lernen. Und ich denke, dass was für Vokabeln gilt, auch für andere Lernbereiche gilt, nämlich dass das Einmalige Hau-Ruck-Lernen/ Bulimielernen für den langfristigen Lernertrag weniger wertvoll ist als konstantes, wiederholendes Lernen in kleineren Häppchen.
    Warum ich dann nicht auch jetzt schon solche Tests schreibe? a) mache ich schon im Falle von Vokabeln, b) mehr schaffe ich nicht mehr ohne Entlastung.

    Das hatte ich im letzten Jahr bei meiner Klasse auch. 40% der Lehrer kamen super mit ihnen aus und waren gern dort im Unterricht, 60% hielten sie für eine der oder die schlimmste Klasse, die sie je erlebt haben. Ständig hatte ich Fachlehrer im Lehrerzimmer an meinem Tisch, die sich beschwerten, dass die Schüler sich wieder mal nicht benehmen konnten, dass die Stunden so kräftezehrend seien wie kein anderer Unterricht etc.pp.. Ich habe mich da am Anfang auch gefragt, was ich denn da machen soll, zumal ich diese Probleme nicht hatte. Bei mir war/ist die Klasse absolut handzahm, ich kann da alles machen - egal ob 90 Minuten Gruppenarbeit oder Frontalunterricht oder eine Mischung, alles kein Problem. Klassenlehrerbonus? Vielleicht.

    Ich habe der Klasse regelmäßig die Reaktionen gespiegelt, die ich so bekommen habe. Ohne konkrete Namen zu nennen. Eher "Diese Woche haben mich wieder mehrere eurer Lehrer angesprochen. Es gibt 3 zentrale Beschwerden: Ihr kommt zu spät, führt dauerhaft und laut Privatgespräche und 40% der Klasse machen die HA regelmäßig nicht. Was ist da los?" Dann eine Abmachung zur Besserung des Handelns, z.B. dass sie darauf achten insb. zur 1. Stunde pünktlich im Klassenraum zu sein. Darüber habe ich die "Meckerlehrer" beim nächsten "Meckergespräch" informiert und um Feedback zu diesem konkreten Punkt gebeten. So musste ich mir nicht mehr den ganzen Sermon der schrecklichen Klasse anhören sondern bekam Rückmeldung zu nur diesem Punkt und konnte der Klasse spiegeln, wie ihr Verhalten (im positiven oder negativen Sinne) wahrgenommen wurde. Es hat nicht alle Probleme dauerhaft gelöst, aber einige Probleme zumindest phasenweise und mir etwas mehr Freiraum im Lehrerzimmer gebracht.
    Übrigens habe ich auch positives Feedback der anderen Fahlehrer gespiegelt, wenn ich es bekam (tendentiell kommen natürlich eher die unzufriedenen Kollegen als die zufriedenen). Das fand ich wichtig für die Stimmung in der Klasse.

    Aber du sagst ja schon, was das eigentliche Problem ist, die Ansprüche, an denen man sich festkrallen will. Aber die gibt es eben nicht geschenkt.

    Sie wurden ihr auch nicht geschenkt, sie hat sie sich durch ihre bisherige Arbeit verdient. Dass sie das, was sie verdient hat, behalten und nicht verlieren will, ist ihr gutes Recht.
    Sie will auch nichts, was sie nicht verdient hat (z.B. Bezahlung ohne zu arbeiten), sondern einfach nur eine Auszeit. Das machen jedes Jahr tausende Kollegen (Sabbatjahr), nur dass diese Option für Susi aufgrund des langen Vorlaufes und ihrer persönlichen Situation gerade nicht der Ausweg ist, den sie sucht. Daher zu fragen, ob es andere Wege gibt muss ja wohl erlaubt sein! Sie fragt nicht nach irgendwelchen Maschen mit denen sie ihren Arbeitgeber betrügen und etwas bekommen kann, was sie nicht verdient, sondern ob es in ihrer Situation legale Handlungsweisen gibt. Dafür muss sie wirklich nicht so angemacht werden.

    Dann nimm die Klasse mit der super Lehrer-Schüler-Beziehung. Das ist das aller-aller-wichtigste. Meiner Erfahrung nach ist bei dieser Voraussetzung auch die lebhafteste Klasse in der Prüfungssituation handzahm.
    In den Entwurf schreibst du bei der Lerngruppenanalyse ein bisschen was dazu, dass es eine insgesamt sehr lebhafte Klasse ist (möglichst etwas differenzierter als das), dass wegen der Prüfungssituation aber eventuell damit zu rechnen ist, dass sie zurückhaltender sein könnten als üblich. Wenn das dann eintritt bedeutet es für die Prüfer (hoffentlich), dass die SuS sich für dich einsetzen, was schon einmal die halbe Miete ist. Wenn es nicht eintritt hast du das Chaos zumindest vorher angekündigt und so gezeigt, dass du deine Pappenheimer kennst xD

    In 3 Wochen ist es wieder so weit, der erste Elternsprechtag des Jahres steht an. Ab der kommenden Woche werden die Termine vergeben, und es wird wieder so laufen: Ich gehe in meine Klassen, frage welche Eltern einen Termin wünschen (und vergebe ggf. einen), und aus allen Ecken schallt es: "Müssen meine Eltern kommen?" bzw. "Welche Eltern wollen Sie denn überhaupt sehen?" ... Ich hasse diese Frage.

    Welche Eltern ladet ihr beim Elternsprechtag ein (ich habe manchmal das Gefühl: vor :teufel: )? Habe ich die Pflicht, bestimmte Eltern zum Gespräch zu bitten?

    Ich denke mir ehrlich gesagt immer: Ich will die Eltern sehen, die mich sehen wollen. Und vielleicht die von den (wenigen) Kindern, die sich einfach nicht benehmen können und bei denen ich in Sachen Erziehung auf häusliche Unterstützung hoffe. Aber in meinem Kollegium stehe ich damit allein auf weiter Flur. Die meisten Kollegen bitten die Eltern der Kinder zum Gespräch, deren Leistungsstand problematisch ist (Klassenarbeiten/Klausuren vergeigt und/oder SoMi-"Verweigerer"). Aber irgendwo sehe ich den Punkt für mich einfach nicht: Die Eltern sind zumindest über die schriftlichen Leistungen informiert, ich lasse jede Arbeit unterschrieben vorzeigen. Unter schlechte Arbeiten setze ich einen Kurzkommentar mit Fördervorschlägen. Meiner Ansicht nach habe ich damit erst einmal meine Schuldigkeit getan. Wenn die Eltern Fragen zur Umsetzung der Fördervorschläge haben, können sie ja gerne kommen. Aber muss ich sie nochmal einladen um über den Leistungsstand zu sprechen? Kann mir etwas passieren wenn ich die Eltern von jemandem, der wegen meines Faches vllt. sogar versetzungsgefährdet ist nicht einlade? Und: Muss ich handeln wenn ich sage, dass ich Eltern gern sprechen würde, diese aber nicht kommen wollen?

    Mich würde eure persönliche Vorgehensweise bzgl. des Elternsprechtages interessieren, ich schaue mir nämlich immer gern bewährte Handlungsweisen bei den erfahreneren Kollegen ab :) .

    Zu 1): Nicht messbar da keine klaren Kriterien vorhanden sind. Diese werden auch in den kommenden Jahrzehnten nicht gefunden werden, wäre das möglich, wären die Ergebnisse hoffentlich inzwischen in der Referendarsausbildung etabliert und lösten die endlosen Willkürdebatten ab. Zudem werden hier Kollegen in lernwilligen Klassen definitiv bevorteilt. Und wie sollen solche Test in Fächern wie z.B. Kunst aussehen? Kurzum: Nicht objektiv machbar.

    Zu 2): Sehe ich ebenfalls kritisch. Die Voraussetzungen der Kollegen sind hier sehr unterschiedlich. Manche haben Familie zu Hause und haben deswegen weniger Zeit für Zusatzengagement als ich Kinderlose. Gut, das ist Privatsache. Aber auch beruflich sind starke Unterschiede gegeben: Der Korrekturfachlehrer, der viele Nachmittage und Wochenenden an den Korrekturen hängt hat weniger Chance sich noch nebenbei zu engagieren als der Nebenfachkollege (vorausgesetzt ersterer möchte nicht geradewegs auf den Burnout zusteuern). Folge: Kollegen, die ohnehin schon weniger Arbeit haben, haben nun auch noch die bessere Chance auf ein besseres Gehalt. Absurd.

    Zu 3): Also ab jetzt nur noch Kuschelpädagogik, geschenkte Noten und alle 2 Wochen Muffins für die Schüler mitbringen und keine konsequente Aktion mehr bei Regelverstößen. Bei Elternbeschwerden sofort kleinbeigeben. Soso. Sehr sinnvoll.

    Zu 4): Das wird ohnehin schon zusätzlich bezahlt. Warum sollten bezahlte, schulbezogene "Zweitjobs" auch noch zu einer Steigerung des Erstjobgehaltes führen, mein Engagement im Ganztag der wohnortnahen Grundschule aber nicht?

    Zu 5): Einbezogen werden sollten aber nur solche Ämter und Funktionen, die nicht ohnehin schon einen Stufenaufstieg in der Besoldung mit sich bringen, also z.B. sowas wie Fachschaftsvorsitz. Aber auch da muss man sagen, dass verschiedene Ämter a) ein sehr unterschiedliches Maß an Arbeit mit sich bringen, b) nicht für jeden leistbar sind (in großen Fachschaften wird man evtl. einfach nicht gewählt, obwohl man willens ist), c) von verschiedenen Personen mit wieder sehr unterschiedlich starkem Engagement ausgeführt werden können. Vergleichbarkeit? Zumindest zweifelhaft. Nichtsdestotzotz das einzige Kriterium, über das man nachdenken könnte.

    Zu 6): Ist mir zu schwammig, kann ich nichts zu sagen.

    Hallo an alle Englischlehrer und/oder Musikkenner,

    meine Fünft- und Sechstklässler singen im Englischunterricht unheimlich gerne. Glücklicherweise tue ich das auch sehr gern, nur fehlen mir leider schöne Ideen für Songs, die mit ihren ja noch limitierten Sprachkenntnissen halbwegs verständlich sind. Die durchdidaktisierten, extra-kindlichen Songs aus dem Englischbuch kommen jedoch nicht so gut an wie "echte" Lieder. Daher würde ich gern euer Schwarmwissen nutzen:

    Welche Songs kennt ihr, die man im Englischunterricht der Anfängerklassen einsetzen kann, ohne die Schüler hinsichtlich Vokabular und/oder Grammatik heillos zu überfordern?

    Es können gern Popsongs im weitesten Sinne sein, aber auch traditionelle Volksmusik (nicht: Schlager) wären schön (falls jemand ihn kennt: ich denke an Lieder der Art, die Eckart Strate auf Spiekeroog beim Dünsensingen singt). Auch bei den Themen bin ich ganz offen, was ich wann woran anknüpfend einsetzen kann (oder nicht) kann ich mir ja immer noch selbst überlegen. Es geht mir explizit nicht darum anhand der Lieder Grammatik zu erarbeiten, sondern einfach darum, die vorhandene Motivation zum (musikalischen) Umgang mit authentischem Sprachmaterial zu nutzen. Ich hätte gern ein (kleines) Repertoir an Liedern für motivierende "Sternstunden" für die noch jüngeren Lerner. Leider sind fast alle Songs, an die ich denke, mMn für die Anfänger sprachlich noch sehr schwer.

    Das eine Lied, das ich wirklich gut geeignet finde, sind die "12 Days of Christmas", das ich mit meinen Fünfern letztes Jahr für eine Weihnachtsfeier eingeübt habe. Hier kommen zwar auch einige für sie neue Vokabeln vor, die aber mit Bildern größtenteils leicht erklärt werden können. Außerdem ist das Lied ansonsten vom Aufbau her so einfach, dass sein Sinn immer leicht verständlich bleibt, selbst wenn sie dann mal vergessen was für ein Vogel ein "partridge" nun genau ist. Im letzten Frühling haben meine 5er zudem selbst "I like the flowers, I like the daffodils" als Song mitgebracht, das Lied kannten sie aus der Grundschule. Für die 6er habe ich zudem öfters "Try to remember" in Betracht gezogen, einfach anknüpfend an den Herbst. Ich habe mich aber wegen der vielen sehr ähnlich klingenden, fremden Vokabeln dann doch nicht getraut (habe es aber auch noch nicht gänzlich verworfen...).

    Solange die Schüler zielgleich mit denen unterrichtet werden, die den erweiterten HS-Abschluss anstreben, müssen sie meiner Ansicht nach auch das Niveau dieser mittragen. Wenn sie das nicht können, gehören sie nicht in diese Klasse.

    Natürlich wäre es toll für die Schüler, wenn dein Kollege es schaffen würde auch für sie ein Unterrichtsangebot zu schaffen, mit dem sie nicht völlig überfordert sind. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass es ab einem gewissen Niveauunterschied nicht möglich ist zielgleichen (!) Unterricht für alle Beteiligten bewältigbar zu gestalten. Ich hatte auch schon Flüchtlinge in einer 10. Klasse (Einführungsphase Gymnasium), die ich in den Unterricht einbeziehen sollte (keine separaten Extra-Aufgaben: O-Ton Schulleitung: "Ihre Aufgabe ist Integration, nicht Separation. Dazu sind wir als Schule und Sie als Lehrkraft verpflichtet!") und die zeitgleich (also im selben Schuljahr) Anfängerunterricht Englisch erhielten, mit dem sie laut Lehrkraft völlig überfordert waren. Da liefen bei mir das ganze Schuljahr über Sirenen und Rotlicht und der Schriftzug "WTF!?!?!?!?" in Dauerschleife in meinem Kopf ab. Sie können nicht einmal sich selbst auf Englisch vorstellen und sollen bei mir im Unterricht teilnehmen, in dem Analysen verfasst werden? Welche Hilfestellung sollte ich da bieten, um sie da hinzukriegen?? Die Schulleitung erkannte das Problem nach einigen Monaten Kampf endlich an, konnte aber laut eigener Aussage nichts ändern, es ist vorgeschrieben, dass die Schüler in den normalen Unterricht integriert werden. In diesem Schuljahr sind sie wieder im Unterricht der 10. Klasse, aber diesmal werden sie zieldifferent unterrichtet, d.h. sie bearbeiten im Klassenraum der 10er in den Stunden der 10er Aufgaben, die die Kollegin, welche den Anfängerunterricht für sie hält, ihnen mitgibt.
    Kurz und gut: Wenn sie zielgleich unterrichtet werden sollen und das Ziel der HS-Abschluss ist, muss der Kollege auf diesem Niveau unterrichten. Es kann dem Kollegen nur eine Differenzierung nach unten bis zu Niveau X (das letztlich der Kollege festlegt) zugemutet werden, eine Differenzierung bis zu mehr oder minder Sprachanfängern ist nicht leistbar und bei zielgleichem Unterricht nicht begründbar. Wenn die Schüler mit Niveau X deutlich überfordert sind, solltet ihr zusammen mit der Schulleitung nach anderen Lösungen (z.B. zieldifferentem Unterricht) suchen.

    Bei mir werden die Tabellen leider nicht angezeigt.

    Dennoch danke ich dir schonmal, dass du deine Ergebnisse hier veröffentlichst. Es ist schön, auch mal eine Rückmeldung zu einer der zahlreichen Studien zu erhalten, an denen teilzunehmen wir hier immer häufiger gebeten werden. Genieße die nun hoffentlich freie Zeit nach der Abgabe deiner Arbeit!

    Ich finde deine Erklärung absolut einleuchtend. Wenn ich einen ganz krummen und schiefen (sprachlich: mangelhaften) Text korrigiere geht es mir auch darum, erstmal eine grundlegende Satzstruktur herzustellen (insb. Subjekt, Verb und Objekt an die richtigen Stellen zu rücken; sagen wir: das ist dan sprachlich ausreichend). Nun ist der Text grundlegend verständlich, aber keine Poesie. Wenn ich nochmal drüberlese (um z.B. nochmal nachzulesen, was in dem Kauderwelsch denn nun inhaltlich [nicht] drinsteckte) könnte ich meist alles nochmal weiter korrigieren, um es nun nicht grammatikalisch und auf Satzbauebene, sondern stilistisch aufzubessern (befriedigende oder gute Darstellungsleistung). Und bei einem weiteren Kontrollgang könnte ich versuchen alles nochmal weiter aufzupolieren.
    Dass du Kauderwelsch nicht im ersten Durchgang in Reinform verwandelst kann man dir meiner Meinung nach nicht vorwerfen, insbesondere wenn es nur um eine Vorbesprechung/ Zwischenleistung und keine Endkorrektur geht. Du sollst ja nicht das Endprodukt für deine Schüler erstellen (wo kommen wir denn da hin??), sondern Hilfestellung beim Arbeitsprozess bieten. Und das hast du getan. Dass du aus einer 5 keine 1 zauberst, sondern vielleicht zur guten 4 sodass von dort aus mit Eigeninitiative der Schülerin eine 3 machbar wäre, halte ich für realistisch. Dass du aber, wenn sie dir die befriedigende Leistung dann abgibt, du eben noch weitere Korrekturen anbringst (weil die Messlatte letztendlich natürlich die 1 ist), ist doch klar. Da gibt es keinen Grund sich aufzuregen und das würde ich auch genau so benennen. Keine Diskussion an dieser Stelle.
    Alles andere wäre hanebüchen. Man stelle sich vor die Schüler würden irgendeinen Mist abgeben und du wärst verpflichtet das nun auf 1er-Niveau zu korrigieren und das dann durch dich erstellte Endprodukt zu bewerten. Wo bliebe denn da noch die eigene Leistung der Schüler? DU musst ja nicht das sehr gute Niveau erreichen und dann am Ende deine eigene Leistung bewerten, sondern deine Schüler sollen sich bittesehr selbst hinsetzen und ausgehend von deinen Verbesserungsvorschlägen selbst an ihrem Werk arbeiten.

    Zumindest laut dieser Tabelle sollte der Unterschied zwischen Berlin und NRW nicht allzu groß sein. Aber die Zahlen sind schon wieder 3 Jahre alt und natürlich nicht auf deine persönliche Situation (Dienstjahre, Steuerklasse etc.pp.) zugeschnitten. Dennoch würde sie mir als Anreiz genügen mich mal weiter kundig zu machen, da der Wechsel tendentiell wohl nicht so weh tun sollte wie wenn du z.B. aus Hessen oder Sachsen-Anhalt nach Berlin/NRW gewechselt wärst.

    Das ist wirklich Stuss, den du da erzählst, Lehramtsstudent. Man wird im Referendariat dazu ausgebildet, für die jeweils zu unterrichtenden Schüler passenden Unterricht zu halten. Und das bedeutet nicht, dass der Lehrer alles von Grund auf selbst erstellt, sondern dass er Stunden zusammenstellt, die für diese Schüler zielführend sind. In 90% aller Fälle bedeutet das, Material, das irgendwo existiert (Schulbuch, Arbeitsblättersammlungen, ausgearbeitete Reihen, Material von Kollegen etc.pp.) an die Bedürfnisse der Klasse anzupassen (was auch bedeuten kann: Mehrere vorhandene Angebote kombinieren sodass quasi ein neues Angebot entsteht) und ggf. noch eigene zusätzliche Übungen zu erstellen. Wirklich selten erstellt man ganze Stunden, geschweige denn Reihen, ohne irgendein bereits existierendes Material in der Hinterhand zu haben. Das ist utopisch (oder aus Sicht der Schulbuchverlage: Dystopie in Reinform) und zeitlich völlig und absolut unmöglich. Mach erstmal das Referendariat (und möglist noch ein wenig den Job hinterher in Vollzeit), DANN siehst du wofür du da ausgebildet wirst.

    Man muss ja das fertige Material nicht unreflektiert übernehmen, aber auch für mich als Junglehrerin sind fertige Materialien überlebenswichtig. Was mir dort dann nicht gefällt ändere ich eben ab, aber ohne vorgeplantes Material würde ich durchdrehen. Ich habe so schon viiiiiiel Arbeit beim bloßen Zusammensuchen und -stellen des Materials, ALLES selbst zu erstellen wäre für mich, die eben noch keinen riesigen Materialfundus hat, unmöglich.

    Ich kenne insbesondere RAABE und Stark als Verlage mit Unterrichtsreihen, erstere finde ich oft auch wirklich nett (manchmal aber auch etwas zu leicht und fast immer die Arbeitsaufträge ziemlich schwammig. Aber das lässt sich ja anpassen.). Aber ob die was für deine Fächer und Klassen haben kann ich natürlich nicht sagen, für gezieltere Antworten wären wie angesprochen nähere Angaben deinerseits nötig.

    Ich spiele auch mit dem Gedanken mir einen Leererkalender zu ordern, habe aber auch noch eine Frage: Wie ist das Deckblatt bei der Spiralbindung gestaltet? Ist es trotzdem eine Art Hardcover-Deckblatt, oder ist es nur ein normales Papier mit einer durchsichtigen Plastikplatte drauf? Ich nutze bisher den LEO-Schulplaner und finde dessen Lösung (durchsichtige Plastikplatte) sehr praktisch. Da sich beide preislich nicht unterscheiden werde ich die Entscheidung nun wohl tatsächlich davon abhängig machen XD

    Zumindest die Zahl an neuen Schülern aufgrund einer gestiegenen Geburtenrate wird sich ja erst langsam aufbauen, d.h. hier gäbe es durchaus die Möglichkeit mehr Personal auszubilden und einzustellen, bis sie die Schulen erreichen. Theoretisch. Dass keine Landesregierung das gern tun wird (man müsste die Leute ja bezahlen...) steht auf einem anderen Blatt.

    Ich denke es bedeutet erst einmal das, was man schon langsam beobachten kann, nämlich dass Teilzeitanträge häufiger abgelehnt werden werden. Sollten die so gewonnenen Stunden nicht mehr ausreichen, um einen erhöhten Bedarf zu decken, werden wohl Überstunden geleistet werden und/oder die Klassenfrequenzen erhöht werden. Ich hoffe mal nicht, dass man auf die Idee kommt die Deputatsstunden zu erhöhen, denn ich kann als Beamte in Probe nicht auf die Barrikaden gehen...

    :skeptisch: :skeptisch: :skeptisch: wenn du mal nicht die Schülerin oder wahlweise ein zugehöriger Elternteil bist...

    Als Referendarin mit abgeschlossenem Studium wirst du sicher keine Probleme haben, die Versetzungsordnung deines Bundeslandes zu lesen. Und was praktische Erfahrung mit der Notenvergabe angeht hast du in deiner Schule erfahrene Experten sitzen (genannt: Ausbildungslehrer), die dir alle Fragen - ggf. unter Rückbezug auf den konkreten Fall und in diesem eventuell relevante pädagogische Erwägungen - beantworten können. Wenn du schon nicht die betreffende Lehrerin selbst fragen willst, dann frag halt einen anderen Ausbildungslehrer (natürlich ohne "anklagenden" Ton, sondern aus rein sachlichem Interesse).

    Weshalb denn weniger Geld?? Wenn du dieses Schuljahr 2 Stunden zu viel pro Woche hattest und für das Normaldeputat bezahlt wurdest, kannst du im nächsten Schuljahr 2 Stunden weniger als Normaldeputat unterrichten für das Geld des Normaldeputats. So wurde es mir erklärt und das finde ich auch völlig logisch.

    Ich habe dieses Jahr z.B. 1,5 Stunden über Vollzeit gearbeitet, nächstes Jahr wird es genauso sein. Dafür dürfe ich dann übernächstes Jahr, wurde mir versichert, 3 Stunden weniger als Vollzeit arbeiten (es sei denn sie könnten dann den Unterricht nicht abdecken, was in einem meiner Fächer durchaus wahrscheinlich scheint, wenn sie nicht endlich jemanden als zusätzliche Lehrkraft finden...). Natürlich werde ich in allen 3 Jahren genau dasselbe verdienen (nämlich das Gehalt für eine Vollzeitstelle).

    Zitat von Sofawolf

    Dass so viele Fremdwörter noch nach den Regeln "ihrer Sprache" geschrieben werden, erschwert das Rechtschreiblernen enorm. Mühsam bringen wir den Kindern bei, dass man -ä- schreibt, wenn es einen Verwandten mit -a- gibt [...], aber mit den vielen Fremdwörtern stimmt das ja schon alles wieder nicht. Man schreibt das -ä- nun oft auch einfach als -a- (Catcher, Catwalk, Camp, Fan, happy ...).

    Du willst nun aber bitte nicht dafür plädieren, dass man fortan Cätcher, Cätwalk (Kätwok?), Cämp, Fän und häppy schreiben möge (oder auch nur: dürfen solle), weil es das für die Kinder viel einfacher macht, oder? Mich gruselt es gerade...

    Die oben angeführten Beispiele für Änderungen finde ich alle absolut richtig, "Joga" und "Grislibär"? Da schüttelt es mich ja. Bring den Kids bei, dass es bestimmte Regeln gibt, aber eben auch Ausnahmen, weil manche Wörter, die wir verwenden, eine andersprachige Herkunft haben. Die Schreibregeln dieser Sprachen können sie dann später mal lernen. Und wenn sie schon gelernt haben, dass es ein Grizzly und kein Grisli ist, dann wird ihnen das Englische hier wesentlich leichter fallen.

    Insofern: Nur anhand der Beispiele aus diesem Thread sehe ich das als sinnvolle Änderungen an, der Fehler liegt eher darin, dass vorher so ein Mist wie Joga erlaubt war (ernsthaft!?!?).
    Dass ihr deswegen neue Materialien benötigt ist natürlich wirklich ärgerlich, aber das Problem des von Lehrern leider häufig privat anzuschaffenden Materials ist ein ganz anderes Ärgernis als obskure Rechtschreibregeln, die zu Recht vereinheitlicht werden.

    Modal Nodes, natürlich kannst du sagen Schwarztee könne bis zu dem Zeitpunkt da ihr Fachleiter ihr ein "ich kann Sie nicht leiden" an den Kopf wirft nicht sicher wissen, dass dem so sei. Aber wir könnten ihr auch ein gewisses emotionales Feingefühl unterstellen und einfach glauben, dass ihr Fachleiter Signale aussendet, die zeigen, dass er sie einfach nicht mag. Sie wird das besser beurteilen können als du oder ich, da wir nun wirklich überhaupt keine Daten haben.

    Womit du natürlich vollkommen Recht hast ist, dass ein Fachleiter bei aller Sympathie oder Antipathie, die er eben für bestimmte Menschen haben mag, in der Regel versuchen wird, seine Bewertung objektiv vorzunehmen - wie jeder Lehrer eben auch. Dass das nicht immer zu 100% gelingen mag ist geschenkt, aber für gewöhnlich sollte Antipathie sich nicht allzu negativ auf den Kandidaten auswirken. Trotzdem trägt es bei einem bevorstehenden UB sicher nicht dazu bei den Reffi zu beruhigen, wenn er weiß, dass schon die persönliche Ebene zwischen ihm und dem Fachleiter nicht stimmt. Und um viel mehr ging es hier bislang auch nicht. Hier wurde nicht einseitig dem FL vorgeworfen jemanden durchfallen zu lassen nur weil derjenige den falschen Fußballverein unterstützt. Lies nicht zu viel da rein, auch wenn ich sehr gut verstehen kann, dass dich als Fachleiter einseitige Schuldzuweisungen und das immer wieder mal gezeichnete Horrorbild des inkompetenten und fiesen Fachleiters nerven.

    Zum Thema:
    Ich kenne diese Situation zu gut. 2 Tage vor meiner Examensprüfung (!) habe ich noch abends in Windeseile eine neue Stunde zusammengekloppt, weil ich solche Panik hatte und die Stunde mir immer schlechter vorkam je länger ich über sie nachdachte. Letztlich habe ich dann (dank der beruhigenden Worte meiner liebsten Ausbildungslehrerin) doch die ursprünglich geplante Stunde gezeigt und eine 1 kassiert. So kann's auch laufen. Daher rate ich dir aus der Erfahrung: Keinen Schnellschuss, bleib bei deiner geplanten Stunde und freue dich einfach darauf dass - egal wie der UB nun läuft - du abends nach Hause kommst in dem Wissen, dass du 5/5 UBs in diesem Fach hinter dir hast.

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