Ich habe während des Studiums an einer Schule mit Schulhund gearbeitet. Er war unglaublich beliebt bei Lehrern wie Schülern. Die Kollegin, zu der der Hund gehörte, berichtet, dass sich die Anwesenheit des Hundes sehr positiv auf das Sozialverhalten der Klassen auswirkt, da die SuS den Hund natürlich gern im Klassenzimmer haben, aber wissen, dass bei zu viel Lärm und Unruhe (dazu zählen auch runterfallende Mäppchen, geworfene Papierkugeln etc.) der Hund das Zimmer verlassen muss, weil es für ihn mit seinen scharfen Sinnen sonst zu viel Stress bedeutet.
Aufgrund dieser positiven Erfahrungen habe ich mich auch selbst noch in das Thema etwas eingelesen. Basierend hierauf kann ich noch ergänzen: Mit Bedenken wie Hygiene und Allergikerbelastungen muss sich die Schule vor der Einführung des Schulhundes befassen und einen Hygieneplan entwickeln. Dazu zählt für gewöhnlich, dass in allen Klassenzimmern, in denen der Hund eingesetzt wird, Waschbecken zur Verfügung stehen müssen, und dass nach jeder Schulstunde durchgefegt wird. Weiterhin müssen die Eltern der betroffenen Schüler unterschreiben, dass keine starken Tierhaarallergien vorliegen. Ist dies bei einem Schüler der Fall, kann der Hund nicht bei der Klasse eingesetzt werden. Schließlich sollte, wenn der Hund nicht nur für eine Einzelstunde am Tag, sondern auch mal für mehrere Stunden eingesetzt werden soll, auch ein Ruheraum für den Hund zur Verfügung stehen und natürlich für seine körperlichen Bedürfnisse (Trinknapf, Gassi-Pausen, Schlafpausen) gesorgt werden.
Übrigens gibt es auch Einsatzszenarien zur Stärkung bestimmter Verhaltensweisen oder Förderung bestimmter SuS. Von einer Lehrerin, die ebenfalls selbst einen Schulhund hat, habe ich bspw. mal erfahren, dass ihr Hund zur Förderung besonders zurückhaltender SuS eingesetzt wird. Dazu zählt einerseits, dass die Hündin ein "Vorlesehund" ist, d.h. im Rahmen des Ganztagsangebotes ihrer Schule gibt es das Projekt, dass ausgesuchte (besonders stille/schüchterne) SuS dem Hund vorlesen. Dadurch sollen sie Ängste vor dem lauten Lesen überwinden (der Hund lacht nicht!). Außerdem trainiert sie mittels des Hundes Körpersprache und Aussprache der SuS: Ohne entschiedene Befehle hört der Hund nicht, bestimmte Posen bedeuten bestimmte Kommandos. Ich kenne diese Einsatzszenarien nur aus ihrer Erzählung, finde die "Idee Schulhund" aber wirklich toll.