Ich kenne den Stundenbeginn auch nur mit Aufstehen und Begrüßung, sowohl aus der Schüler- als auch der Lehrerperspektive. Ich habe es nie anders erlebt. Wie andere auch schon schilderten gilt das für die Sek.1; in der Sek.2 grüßt dann jeder sitzend so wie er mag ("Moin", "Hallo", "guten Morgen"), wobei ich das auch völlig in Ordnung finde - "Ruhe reinbringen" (s.u.) ist in der Sek.2 ja auch kein Thema mehr.
Das Aufstehen soll kein "Machtverhältnis" zementieren. Wenn ich reinkomme, müssen die SuS nicht aufstehen. Da grüße ich dann auch schon diejenigen, die mir entgegenkommen individuell ("Moin", "Morgen", "Hallo"). Das Aufstehen ist das Signal zum Stundenbeginn, und natürlich steht hier auch die Lehrkraft. Ich finde es gut, so ein (schulweit etabliertes) einheitliches Ritual zu Stundenbeginn zu haben. So wird ganz klar signalisiert, wann der Unterricht beginnt und dass ab diesem Zeitpunkt entsprechende Verhaltensweisen umzusetzen sind. Es bringt Ruhe in den Raum. Diese Einheitlichkeit finde ich auch für Vertretungsstunden sehr angenehm, da hier allen klar ist, wie die Stunde beginnt, auch wenn man sich noch nie im Leben gesehen hat.
Die Fünftklässler finden unsere Begrüßung übrigens immer total cool und üben das gerne mit mir, bevor sie dann ihre erste "richtige" Stunde haben. Wenn die erste Fachlehrkraft, die sie dann haben, ganz beeindruckt ist, wie sie sich schon auskennen bei uns, sind sie immer ganz stolz. Total putzig.