ich bin mehr als 10 Jahren an der Grundschule und seit 6 Jahren Klassenleitung in der 1/2. Das ist natürlich phasenweise enorm stressig, der Schulanfang mit den neuen Kleinen ist zwar schön, aber immer sehr anstrengend und die Zeugnisschreiberei im Frühling und eigentlich die gesamte Zeit bis zu den Sommerferien ist richtig heftig. Trotzdem mache ich meinen Job sehr gerne und würde nicht tauschen wollen.
Ich habe viele Stunden mit festem Ablauf und für mich wenig Vorbereitungsarbeit etabliert und das entstresst mich enorm.
Außerdem ist es mir wichtig, dass ich das Gefühl habe, dass die Schulleitung immer hinter mir steht, mich nicht kontrollieren will oder mir vor Eltern in den Rücken fällt. Und auch dass die Stimmung im Kollegium gut ist. Ich habe nicht wirklich viele, mit denen ich auch privat befreundet bin, das muss auch nicht finde ich, aber ein grundsätzlich netter Umgang ohne jemanden, mit dem ich echt Stress habe - das alles ist mir so wichtig, dass ich im Zweifel einen Versetzungsantrag stellen würde, wenn das anders wäre.
Abschalten kann ich meist recht gut, schon allein dadurch wie sehr mich meine Familie in Beschlag nimmt.
Was mich am meisten stresst sind die geforderten ständig mehr werdenden Kleinigkeiten, die man nebenher erledigen muss- angefangen von Klolisten, Verletzungsnotizen, generell Aufsichten bis hin zu Förderplänen und diversen Anträgen etc.
Natürlich sind auch Eltern teilweise sehr stressig, wobei s.o. wenn die Schulleitung hinter einem steht ist das für mich gut aushaltbar.
Und was mich sehr stresst ist, dass man gefühlt immer zu wenig Zeit hat, weil so viel nebenher läuft (Streits klären, kranke Kinder versorgen bzw für sie anrufen, einzelne Kinder zum Förderunterricht, zu Proben oder wohin auch immer zu schicken sind, Kinder suchen, die nicht aus der Pause kommen, Kinder, die nicht in der Lage sind den Unterricht mitzumachen wegen mangelnder Schulreife oder anderen Problemen zumindest so beschäftigen, dass die anderen arbeiten können etc). Und natürlich muss man trotzdem alles versuchen, dass auch diese Kinder Lernfortschritte machen.