Hallo krabappel,
eine neue Studie zeigt, dass schwache Schüler in starken Lerngruppen schon früh Ausgrenzungserfahrungen machen und ein schlechteres Selbstbild haben als Kinder und Jugendliche in homogeneren Lerngruppen. Dies spricht gegen Inklusion und auch gegen die Gemeinschaftsschule ab Sek I.
Andererseits haben es auch die Begabten schwer. Mein Junior bewegt sich in einer Art Nerd-Freundschaftskreis, die allesamt Mobbingerfahrungen in der Grundschule gesammelt haben und nun froh sind, im Gymnasium andere Jungs und Mädels getroffen zu haben, die gerne lesen/Schach spielen/programmieren/Geschichten schreiben etc. Teilweise sind die Erfahrungen wirklich unschön und ich kann mir vostellen, dass sie, fortgesetzt bis Klasse 9 oder 10, diese Kinder hätten traumatiseren können.
Natürlich haben wir die schöne Vostellung, dass die Starken den Schwachen helfen, die Sportler die Unsportlichen in die Mannschaften holen, Fatme enge Freundschaften mit Martin und Chantal unterhält und der angehende Medizinstudent Ole-Torben mit Sabrina, der Bäckereifachverkäuferinazubine, anbändelt, um mit ihr eine Familie zu gründen, wenn alle Kinder gemeinsam zur Schule gehen.
Für mich ist das eine Utopie. Das klappt in relativ homogenen Gesellschfaten (DDR, Estland, Finnland etc), aber nicht in unserer breit diversifizierten Gesellschaft.
Übrigens: Besonders für die schwachen Kinder und die eher unlustigen Lerner ist das Prinzip SOL tödlich, das von den Gemschulen hier in BAWÜ so intensiv umgesetzt wird. Natürlich gibt es Themen, die man sich selbst erarbeiten kann, ich bin aber dankbar, dass das von mir niemand in z.B. den Naturwissenschaften verlangt hat, in Mathe hätte ich mir gar nichts selbst beibringen können (und es hätte mir auch keine Freude gemacht).