Jetzt aber bitte nicht mit Kanonen auf Spatzen ...
Das Kind hat sich auf der Toilette nicht normgerecht verhalten.
Was sind passende Sanktionen? Das Kind muss die Toilette reinigen (ideale Konsequenz - den eigenen Mist beseitigen), gleichzeitig erfolgt ein ernstes Gespräch mit dem Kind über sein Verhalten und wie es selber Toiletten vorfinden möchte. Es ergeht natürlich eine Information an die Eltern.
Und dann bekommt der Junge eine Bewährungszeit! Diese wird ihm auch angekündigt und erklärt. wenn noch einmal etwas Entsprechendes vorkommt, folgt die nächste Konsequenz.
Eben jetzt noch keine Begleitung, das wäre die nächste Stufe. Und diese wird den Eltern aus mitgeteilt, als Konsequenz im Wiederholungsfall. Dann können es diese vielleicht auch akzeptieren.
Zum Erziehungsauftrag gehört dazu, mit dem Kind zu klären (vor Ort, im Klo) warum andere das als Verunreinigungen empfinden.
Der Bub hat ja gar keine Chance, zu beweisen, dass er es kapiert hat und sich bessern kann. Vor den Mitschülern ist es peinlich und du nimmst ihm alle Eigenverantwortung ab und schiebst diese den Mitschülern zu.
Ich empfinde das als kontraproduktiv.
Das Kind muss eine Chance bekommen, sonst wird sich nichts verändern. Er hat ja kein Kapitalverbrechen begangen!
Die Diskussion finde ich zu hart - es sind Kinder, die ihr da erzieht. Und Kinder in dem Alter haben häufig ein völlig anderes Ekelempfinden als Erwachsene. Mit Pipi und Kaka wird gespielt, verteilt, fließender Urin ist lustig und auf den Kacheln hört sich das so nett an. Die Hygieneerziehung ist mit sieben Jahren noch ganz und gar nicht abgeschlossen, sie beginnt erst so richtig. Viele Drittklässler ziehen noch nicht die Spülung, wenn sie auf Toilette waren (kann ich häufig bei Besuch feststellen) Damit haben noch manche 10jährige Probleme. Ich erinnere mich noch gut an den Bruder meines damaligen Freundes, der sich mit 14 Jahren immer an die Klotür gelehnt hat und wohl in hohem Strahl urinierte - die Hälfte daneben natürlich. Seine Eltern sind regelmäßig ausgeflippt, er musste es reinigen, es gab Ohrfeigen, kein Taschengeld, hausarrest, mit 16 hat er damit aufgehört.
Trotz allem Verständnisses für euer Ekelempfinden, bleibt auf dem Boden.
Vermutungen wie es werde sich wohl um ein es-Kind handeln finde ich Primarpädagogen unwürdig. Lernt man an der Uni denn gar nicht über die Entwicklungsstufen von Kindern?