Beiträge von nero81

    Ja, kann ich dir nur empfehlen. Ich fühle mich sehr wohl am BK und bin froh, nicht mehr die Pubertiere in der Sek I unterrichten zu müssen, auch wenn natürlich unsere SuS ihre Herausforderungen mit sich bringen.

    Kannst mich auch gerne bei Bedarf per PN kontaktieren.

    Chili mit Sowi und EW nimmt dich jedes BK mit dem Fachbereich Soziales mit Kusshand. Mit EW kannst du einen Zertifikatskurs für Sozialpädagogik machen, um auch in der Erzieherausbildung eingesetzt zu werden. Ansonsten werden EW-Lehrer aber auch für die Anlage C (FHR-Bildungsgänge) oder beispielsweise das Berufliche Gymnasium für Soziales gesucht.

    Du solltest, wie die Mitforisten bereits geschrieben haben, dir auf jeden Fall das System Schule einmal ansehen. Und dabei würde ich mir auf jeden Fall neben der Sek I auch einmal ein Berufskolleg ansehen. Wenn du ein bisschen über den Tellerrand schaust, können sich da nämlich ganz interessante Optionen ergeben, sofern du auch lieber mit älteren SuS arbeiten möchtest.
    Wenn du Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen studierst: Sozialwissenschaften, Geschichte und am besten noch ergänzt um ein Fach, z. B. Erziehungswissenschaften oder Philosophie bist du für ein BK durchaus interessant, weil sich aus Sozialwissenschaften am BK die Fächer Soziologie, VWL und Politik ableiten lassen. Erziehungswissenschaften ist absolutes Mangelfach an BKs und auch das Beifach Philosophie ist durchaus interessant, weil in den vollzeitschulischen Bildungsgängen eine Alternative für die Religionsabwähler angeboten werden soll.
    Zudem bietet z. B. die Uni Wuppertal interessante Optionen für ein Studium des Lehramts für Berufskollegs, u. a. die Kombinationsmöglichkeit Wirtschaftslehre/Politik mit praktischer Philosophie oder Sozialpädagogik/Erziehungswissenschaften

    nero81 : Na ja, "Kicker" oder "Sport-Bild" fallen ja nun auch nicht gerade unter "anspruchsvolle Zeitungsartikel"... ;) Da kannte ich auch einige SuS, die die regelmäßig gelesen haben; Fußballfans halt

    Ganz platt "Lesen bildet"! Natürlich sind das keine Feuilleton-Artikel, aber gleichwohl vermitteln sie ein Gefühl für Textkohärenz, präzisen Sprachgebrauch sowie eine korrekte Orthographie, Grammatik und Interpunktion. All das liefern TikTok-Videos oder Insta-Posts über Schlägereien, niedliche Katzenbabys oder Schminktipps in dieser Form nicht.
    Und ich bin niemand der die "Neuen Medien" per se verteufelt, sondern konsumiere selbst Podcasts, YouTube-Videos und Instagram-Posts, aber ich traue mich auch noch an das Lesen von Tageszeitungen und Bücher.
    Und ich sehe definitiv unsere Aufgabe darin, den SuS einen vernünftigen Umgang mit allen Formen von Medien zu "lehren". Aber alleine sind wir da als Lehrkräfte machtlos...

    Haben sich deine BK-SuS denn "früher" ernsthaft mit Literatur oder Zeitungsartikeln aus überregionalen Zeitungen auseinandergesetzt? Freiwillig? Also, die Anzahl meiner SuS, die das betraf, konnte und kann ich an einer Hand abzählen...

    Ich war vor der dem BK an einem Gymnasium, da sah die Welt zum Teil anders aus, ist aber auch schon bald 15 Jahre her ;)

    Aber es gab welche, die tatsächlich, und wenn es nur der Kicker oder die Sport-Bild war, mal in eine Zeitung mit längeren Texten hineingeschaut haben, auch in den FHR-Bildungsgängen des BKs. Aber das ist, wie gesagt, nicht der einzige Grund. Konsum und Ablenkung von Social Media-Inhalten jeglicher Form, die gelebte Drei-bis-Vier-Tage-Woche, falscher Umgang mit KI, fehlende Erziehung im Elternhaus etc. kommen noch hinzu.

    Beispielsweise haben wir in der FOS ein Jugendbuch gelesen, was üblicherweise an einem Gymnasium in der 7. oder 8. Klasse behandelt wird, darauf wurde sich im Bildungsgang geeinigt, bevor ich die Klasse übernommen habe. Dennoch war ein Großteil der da noch 15 SuS überfordert damit.

    Ich kann die Beobachtungen für die FHR-Bildungsgänge nur bestätigen. Einerseits die Gleit- und Teilzeit-Mentalität und andererseits die katastrophalen Leistungen im Fach Deutsch.
    Das diesjährige Schuljahr stellt dabei aber bei Weitem den absoluten Tiefpunkt dar. Aus zwei Unterstufenklassen der Höheren Handelsschule (ca. 50 SuS) wurden zu Beginn der Oberstufe eine Klasse, von diesen 50 Startern sind 19 zur Abschlussprüfung zugelassen worden, von denen wiederum 9 SuS eine mangelhafte oder ungenügende Leistung in der Abschlussprüfung Deutsch erreicht haben und lediglich zwei mit befriedigend bewertet werden konnten. Beim Aufgabenbereich textgebundene Erörterung sind die Prüflinge größtenteils nicht in der Lage eigene Argumente zu finden, geschweige denn adäquat zu formulieren.
    Zweites Beispiel Fachoberschule mit dem Schwerpunkt Gesundheit von 15 SuS der Oberstufe wurden nur 10 zur Abschlussprüfung zugelassen. Aber auch hier zwei Schülerinnen mit einer ungenügenden Leistung in Deutsch. Eine kam zu spät zur Abschlussprüfung wie auch jeden Montag im Unterricht und eine wurde in 3 von 4 Abschlussprüfungen bei einem Täuschungsversuch erwischt. Warum diese Schülerin nicht von der Abschlussprüfung ausgeschlossen wurde, frage ich mich immer noch...

    Das klingt mir zu sehr nach Gemauschel und das mag manches Mal auch so aussehen. Ich möchte aber noch einmal betonen, dass es einerseits keine generelle Unmöglichkeit ist, von extern zu kommen (da kenne ich inzwischen so einige Koordinatoren inklusive mir selbst) und dass es anderseits manchmal wirklich schlicht bereits besser geeignete Bewerber gibt und diese implizite Information durchaus auch dem Schutz des Interessenten dienen kann, sich ein aufwändiges Verfahren zu sparen, bei dem schon absehbar wäre, dass man mit den bisherigen Qualifikationen nicht optimal zur Stelle passt.

    Ich möchte auch nicht behaupten, dass es keine Möglichkeit gibt, als externer eine A15-Stelle im regulären Ausschreibeverfahren zu erhalten. Aber die Fälle sind leider doch eher selten, bei denen es ein nicht nur rechtlich, sondern auch wirklich praktisch offenes Verfahren gibt. Was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass häufig die Aufgaben für längere Zeit von A14ern kommissarisch ausgeführt werden.

    Schiris Ausführung beschreibt genau das, was ich mit Mittel und Wegen meinte.

    Ich kann dich sehr gut verstehen, weil bei mir der Fall ähnlich liegt. Keine Chance auf eine A15-Stelle an der eigenen Schule und möchte mich auch gerne weiterentwickeln, weil ich mich sehr für die konzeptionelle Seite interessiere. Aber ich habe im Laufe des letzten Jahres bei drei Stellen an anderen Schulen, die Rückmeldung erhalten, externe Bewerbung nicht erwünscht.

    Das klingt für mich definitiv nach einem der Fälle, bei dem es einen internen Kandidaten gibt, der es werden soll. Und da die Noten in der Revision genau so wenig objektiv sind, wie unsere Schulnoten, gibt es da auch Mittel und Wege.

    Ich habe die Rückmeldung mittlerweile schon bezüglich mehrerer Stellen erhalten und werde immer demotivierter, da sich mir keine Entwicklungsperspektive bietet.

    Welcher Dezernent hat dir dies denn mitgeteilt, der deiner jetzigen Schule oder der Dezernent der Gesamtschule?

    Meine Erfahrung, die sich jedoch auf das BK bezieht, ist definitiv, dass auf viele Stellen externe Bewerbungen nicht erwünscht sind. Da es dennoch rechtlich möglich ist, wird dies aber nur durch die berühmte Blume ausgedrückt.

    Bearbeitungsstand Reisekostenerstattung in einer der fünf Bezirksregierungen ist aktuell Mai 2024!

    Quelle: Telefonat mit einer Mitarbeiterin in der vergangenen Woche

    Wow, ich bekomme hier wirklich das, was ich brauche. Verschiedene Meinungen, Erfahrungen, Anregungen - danke Euch.

    Vielleicht noch ein hard fact zu meiner Geschichte, in der Hoffnung, dass "man" mich hier nicht erkennt ;-):

    Ich habe vor ein paar Jahren mein einziges Kind verloren und musste danach nochmal komplett neu anfangen im Leben, also wirklich tutti completti. Hinzu kam eine Folgeerkrankung im Zuge des Traumas, so dass ich offiziell schwerbehindert bin. Nun bin ich wieder glücklich in einer neuen Beziehung und darf nochmal wirklich im Leben von Beginn an starten. Ich gehe auch in der Schule mit dem Thema offen um - die Leitungsebene kennt mich, neue Kolleginnen und Kollegen natürlich nicht. Ich bin voll belastbar und kann durch die Schwerbehinderung gewisse Rahmenbedingungen schaffen (ggf. mit Hinzuziehen der BR, was ich aber vermeiden will, da ich mit meiner SL seit jeher super zusammenarbeite und man mir viel anvertraut).

    Ich habe noch ca. 20 Jahre vor mir. Die A15-Stellen bei uns sind entweder noch viele, viele Jahre besetzt oder schon mit bestimmten Personen geplant nachzubesetzen. Ich habe im Vollzeitbereich, wo ich ausschließlich und gerne eingesetzt bin, nur zwei Möglichkeiten. Entweder diese jetzt mit zwei großen Bildungsgängen oder eventuell, wenn überhaupt, später mal AL in meinem Bildungsgang. Aber ob ich mit 50 nochmal in so ein Verfahren will bezweifel ich sehr stark. A15 wäre sehr wahrscheinlich der letzte Schritt für mich (side fact: meine Pension verringert sich jeder Erhöhung durch eine Scheidung).

    Bezug nehmend auf diese Ausgangslage solltest du auf jeden Fall bedenken, dass die Chancen eine A15-Stelle zu erhalten, durchaus rar gesät sind. Ich merke dies in den letzten zwei Jahren massiv. An meiner eigenen Schule besteht aus diversen Gründen keine Möglichkeit in den nächsten Jahren A15 zu werden, sodass mir nur externe Bewerbungen möglich sind. Hierbei wird einem jedoch häufig von Schulleitungs- oder Dezernatsseite rückgemeldet, dass externe Bewerbungen nicht erwünscht sind, weil es einen internen Kandidaten gibt. Natürlich könnte man sich dennoch bewerben, allerdings mit allen Konsequenzen, die dadurch entstehen können.
    Bleibt noch der Weg über das Ministerium den Bolzbold gegangen ist. Aber auch hier muss erst einmal zeitnah eine passende Stelle ausgeschrieben werden und das Durchsetzen gegen andere Bewerber erfolgen, die ja durchaus auch nicht alle Nasebohrer sind.

    Vielen Dank.

    Das mit dem Missbilligen von Mehrfachbewerbungen seitens der BR kann ich Dir erklären.
    Man möchte keine KarrieristInnen sondern KandidatInnen, die sich auch mit der jeweiligen Schule identifizieren können und dort im Idealfall ein paar Jahre bleiben. (Deswegen hat man wahrscheinlich auch die sechs Jahre Verweildauer als Soll-Kriterium bei den Ausschreibungstexten eingeführt.)

    Ich habe mich auf genau eine Stelle beworben und das dem Dezernenten im Vorgespräch auch entsprechend erläutert. Das kam, wie ich später mitbekommen habe, sehr gut an. Dasselbe habe ich meinem künftigen Chef damals gesagt. Und in der Tat wollte ich genau diese Stelle haben und nicht die zwei Wochen später ausgeschriebene stv. SL-Stelle an einem anderen Gymnasium mit noch passenderem Schwerpunkt, das aber von der Fahrzeit her ähnlich weit weg gewesen wäre wie meine Noch-Schule.

    Hinweis für die Bewerbung beim MSB:

    Positive Gründe klar benennen können - die PersonalerInnen sind sehr findig im Erkennen von "Schulflüchtlingen".

    Vielen Dank für deinen Hinweis bezüglich der Bewerbung beim MSB!

    Na ja, das mit den Karrieristen könnte ich ja noch verstehen bei Leuten, die wie kodi schrieb, sich auf zehn Stellen an unterschiedlichen Schulen bewerben. Bei mir waren es zwei Stellen, auf die ich mich beworben habe, und als ich Interesse an einer dritten Stelle bekundete, stieß dies beim Dezernenten komisch auf, obwohl ich schon bei einem Gespräch klar eingegrenzt hatte, welche Art von Stellen mich überhaupt reizen und welche ich ausschließe.
    Na ja, so gerne ich auch unterrichte und bei allen Vorteilen des Beamtenstatus im nächsten Leben lieber wieder Privatwirtschaft, wo man sich auf so viele Stellen bewerben kann, wie man möchte, wenn man diese interessant findet. Dies ist mein Resümee aus dem, was ich in den letzten Schuljahren erlebt habe.

    Herzlichen Glückwunsch zur Stelle als stv. Schulleiter!
    ich verfolge deinen Werdegang ebenfalls mit großem Interesse, da ich aktuell in einem ähnlichen Dilemma wie du damals stecke. Die Beförderung auf eine A15-Stelle wird an meiner Schule in den nächsten Jahren nicht möglich sein. Daher habe ich es in diesem Jahr mit Bewerbungen an anderen Schulen probiert, wobei ich konstatieren musste, dass ein Interesse für mehr als zwei andere Schulen bei der BR nicht gerne gesehen wird. Warum das so ist, erschließt sich mir bis heute nicht...
    Deshalb hoffe ich nun, dass sich in naher Zukunft für mich vielleicht eine Stelle beim Ministerium ergibt, und ich auch diesen Weg gehen kann.

    Ja, ich habe über zehn Jahre Erfahrung am BK. Einfach ausprobieren ist, denke ich, nicht so einfach möglich, weil ich vermute, dass ein Wechsel zurück zum Land nicht so einfach wieder möglich wäre.

    In den 41 Stunden vor Ort sind Korrekturen und Vorbereitung bereits mit eingepreist. Feierabend bedeutet wirklich Feierabend und keine Arbeit zu Hause mehr.

    Ich denke, dass bei dem Stundenplan schon ein gewisses System dahinter steckt, weil für den Abschluss ja Pflichtstunden absolviert werden müssen.
    Da es nur zwei Bildungsgänge gibt, sind es nicht mal zwanzig Kolleginnen und Kollegen.

    Mein Bauchgefühl sagt mir, dass mir die Lehrerarbeitszeiten an einer Regelschule besser schmecken und es vielleicht ja auch irgendwann mit einer A15-Stelle klappt.

    Und dann habe ich gestern und heute solch eine HöHa-Klausur korrigiert:

    sehr gut


    gut


    befriedigend


    ausreichend


    mangelhaft


    ungenügend


    -


    -


    2


    2


    6


    5


    Durchschnitt: 4,9


    Bei der Parallelklasse zu Beginn der Woche sah es ähnlich aus... Schnitt: 4,85

    Da kommen dann die Zweifel, wie lange ich noch Freude an der Sache habe...

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