Beiträge von Seph

    Und trotzdem wird "hat gut mitgemacht" immer wieder eine Rolle spielen. Das finde ich persönlich nicht in Ordnung. Das Konzept der "SoMi" in NRW dient nur der Schönung der Abiquote.

    Wer außerstande ist eine ausreichende schriftliche Leistung zu fabrizieren darf meiner Meinung nach nicht mit ausreichend oder gar besser beurteilt werden.

    Das kann ich offen gestanden nicht ganz nachvollziehen. Mal abgesehen davon, dass die SoMi nur zu kleinen Teilen auf Unterrichtssituationen beruht (zumindest beruhen sollte), kann auch dieser Teil kriteriengeleitet gut als Fachleistung eingeschätzt werden. Das geht dann auch deutlich über "...hat sich oft gemeldet...." hinaus.

    PS: Gerade in unseren Fächern ist zum Beispiel gut beobachtbar (übrigens auch für die Schüler als Selbsteinschätzung), ob neue Problemstellungen leicht durchdrungen werden können, selbständig oder nur mit Unterstützung vollständig/teilweise/gar nicht bearbeitet werden können usw. Man kann dann durchaus begründet sowohl einem Schüler, der zwar öfter nur einfachste Dinge mündlich beiträgt dennoch ein "mangelhaft" attestieren als auch einem Schüler, der zwar still und unauffällig vor sich hin arbeitet, dabei aber meist selbständig zur Lösung kommt, ein "gut".

    Ich werde also nachher mal mit einem neuen Thread mit klarer Frage

    "Wie groß ist in eurem Fach an Eurer Schule (Konferenzbeschluss) der Anteil der Klausur am der Zeugnisnote." zu versuchen, der Sache besser auf den Grund zu kommen.

    Noch einmal: Lies doch einfach die relevanten Rechtsgrundlagen der einzelnen Bundesländer. Dort ist jeweils ziemlich genau geregelt, wieviele schriftliche Arbeiten unter Aufsicht anzufertigen sind, wie diese zu gewichten sind und was sonst noch so Bewertungsgrundlage ist. Das ist für eine Facharbeit/ einen Fachaufsatz zu diesem Thema erheblich belastbarer als eine nicht repräsentative Befragung in einem Forum.

    Die (Konferenz-)praxis und die Aussagen zahlreicher Schüler sprechen leider eine andere Sprache. Ich kenne Nds Kerncurricula und weiß, dass dort erheblich mehr drinsteht, aber die Praxis ist, zumindest meiner Erfahrung nach, eine völlig andere...

    Nicht schön, aber wahr...

    Ich will gar nicht ausschließen, dass es an deiner Schule einzelne Kollegen gibt, die nicht die Vielfalt der Möglichkeiten zur Beurteilung der Sonstigen Mitarbeit nutzen. Mach dir aber bitte auch klar, dass diese Erfahrung vermutlich kaum weiter als 1-2 Fachkonferenzen an 1 Schule reicht und keinesfalls für verallgemeinernde Aussagen taugt. Es ist nämlich keinesfalls in NDS Standard, die sonstige Mitarbeit rein auf Basis mündlicher Mitarbeit im Unterricht zu beurteilen.

    Bei Gesprächen mit Kollegen aus anderen Bundesländern fällt mir schon lange auf, dass die Mitarbeit im Unterricht ("Melden") offenbar extrem unterschiedlich in die Zeugnisnote einfließt. In Nds (dort arbeite ich inzwischen, mir fällt gerade auf, dass das im Profil noch falsch steht, sorry) fließt es zwischen 40 und 70% in die Zeugnisnote ein. Im Nachbarland Thüringen, so berichten Kollegen von dort, fließt es gar nicht ein.

    Das ist so nicht korrekt. Die "Sonstige Mitarbeit" in NDS, die tatsächlich neben den schriftlichen Leistungen (->Klassenarbeiten/Klausuren) einen nennenswerten Anteil der Gesamtbeurteilung bildet, erschöpft sich nicht einmal ansatzweise in der

    Zitat von Physicist

    Mitarbeit im Unterricht ("Melden")

    In die Sonstige Mitarbeit fließen weit mehr Beurteilungsgrundlagen ein. Hierzu schadet ein Blick in die Kerncurricula der einzelnen Fächer sicher nicht. Insofern kann ich mich dem Hinweis vieler anderer Diskussionsteilnehmer hier nur anschließen: Lies dir bitte erst einmal die rechtlichen Grundlagen der Bewertungen in den einzelnen Bundesländern wirklich durch, bevor du einen solchen Artikel auf Basis von Hören-Sagen und schlimmstenfalls entgegen der hier gegebenen Hinweise formulierst.

    - Grob 50% sonstige Mitarbeit, aber nicht fix, Lehrer entscheidet, auch von Schüler zu Schüler unterschiedlich (finde ich erstaunlich, aber OK, möchte nicht die Diskussionen in den Klassen bei unterschiedlicher Wichtung haben...)

    Wo nimmst du denn auf einmal "von Schüler zu Schüler unterschiedlich" her? Das hatte hier niemand geschrieben und stimmt natürlich auch nicht. Was stimmt, ist dass eine rein rechnerische Bildung der Gesamtbeurteilung weder sinnvoll noch vorgesehen ist.

    Warum sagt Ihr dazu noch danke?

    Seph ;

    Wolfgang Autenrieth

    Ich mag zwar zeter und mordio über die Ungerechtigkeiten in unserem System schreien, aber ich säge mir selber doch nicht den Ast ab, auf dem ich sitze. Von den Steuereinnahmen der Betriebe wird schließlich mein Sold bezahlt.

    Gleiches sage ich meinen Azubis auch immer, wenn sie mir vorrechnen wie toll es sich von einem Teilzeitjob, der die Sozialversicherung abdeckt und zusätzlicher Schwarzarbeit leben läßt. Denen stelle ich dann immer die Frage, ob sie ernsthaft der Meinung sind, daß sie in der Branche eine Festeinstellung finden werden, wenn sie selber durch die eigene Schwarzarbeit die Preise unterlaufen? Welcher Kunde beauftragt denn dann noch ein Unternehmen?

    Das "Danke" bezog sich darauf, dass du ja wie beschrieben gerade keine Schwarzarbeiter beschäftigt, sondern einen regulären Betrieb beauftragt hattest.

    Es erübrigt sich wohl schon fast zu erwähnen, dass "die Asiaten" (- im Sinne der "3 Chinas", Japan, Südkorea und Singapore) die private Handynutzung im Unterricht allesamt verboten haben.

    Ich weiß ja nicht, wie das bei euch an der Schule ist, aber die private Handynutzung im Unterricht ist bei uns genau wie an allen umliegenden Schulen selbstverständlich ebenfalls verboten. Einen deutlichen Unterschied gibt es in der gesellschaftlichen Einstellung zu Bildung und fairerweise auch dem Druck auf die Kinder und Jugendlichen dabei. Ob man letzteres unbedingt kopieren möchte, ist fraglich.

    Falls sie übertreiben und tatsächlich 400 € weniger haben, kommen sie mit fiktiver Miete immer noch auf 3000 € netto plus Sonderzuwendungen im Rahmen von BuT. Ich kritisiere das gar nicht und bin da sehr neutral eingestellt. Aber für diesen Betrag muss eine Arbeiterfamilie viele Stunden arbeiten gehen.

    Das stimmt noch immer nicht. Vergleicht man Bürgergeld incl. Miet- und Heizkostenzuschuss gegenüber Mindestlohnempfängern, dann stehen Singles und Paare (auch mit Kindern), die jeweils arbeiten, spürbar besser dar. Das gilt umso mehr, wenn sie mehr als den Mindestlohn verdienen. Du vergisst in deiner Betrachtung, dass auch für Niedriglohnempfänger aufstockende Leistungen zur Verfügung stehen, für die der Arbeitslohn nicht zu 100% angerechnet wird. Arbeitende stehen insofern gegenüber Bürgergeldempfängern immer mindestens etwas besser dar. Die einzige Ausnahme könnten Konstellationen bilden, in denen nur einer von beiden Partnern arbeitet.

    Vielleicht nehmen wir an dieser Stelle einfach nochmal zur Kenntnis, dass das Bürgergeld für Alleinstehende 502€ und für Paare in der Bedarfsgemeinschaft bei 902€ liegt, während wir selbst bei Einstieg als Single selbst nach Abzug einer PKV noch gut 3200€ Netto haben. Hier kann doch keinerlei Rede davon sein, dass wir keinen hinreichenden Abstand haben. Der Vergleich unserer Gehälter bezieht sich im Übrigen auch nicht auf Bürgergeldempfänger, sondern auf die 80-90% der Bevölkerung in Deutschland, die ein geringeres Haushaltsnettoeinkommen haben als wir.

    Passiert bei uns aktuell genau so. Die Vollzeitkräfte gehen nach und nach in Teilzeit, weil man dort an vielen Stellen bessere Rahmenbedingungen bekommt.

    ...weniger Geld bei nahezu gleicher Schlagzahl bezüglich der außerunterrichtlichen Verpflichtungen zum Beispiel? Ansonsten fällt mir da nur die Aussicht auf 1-2 unterrichtsfreie (auch hier: nicht arbeitsfreie und auch nicht frei bzgl. anderer Dienstverpflichtungen) Tage ein, die eine entsprechend hohe Reduktion voraussetzen.

    Das haut keinem hin. Ich habe damals einen Aufhebungsvertrag gemacht. Manche kamen dann halt 1-2 Monate später dazu, weil sie nicht raus kamen.

    Volle Zustimmung und gleichzeitig Unverständnis, dass die Ämter hier nicht mal früher tätig werden. Auch in meinem Bekanntenkreis ist eine Person daher lieber in ihrem alten Job geblieben, als erst wenige Wochen vor Amtsantritt zu erfahren, ob und wo nun eine Stelle bereit steht. Das Schulamt reagierte damals eher angepisst darauf, dass ein Jobangebot mit nur 3 Wochen Vorlaufzeit ausgeschlagen wurde. Geändert hat sich daran vermutlich bis heute wenig.

    Absichtlich eine Menge Hohlstunden in den Plan zu setzen kann man selbst als Laie relativ schnell entlarven und einen besseren Alternativplan vorlegen. Solltest du bspw. plötzlich 10 Hohlstunden haben und die anderen Kollegen 1-2, dann gehts zum Personalrat und direkt mit einem Anwaltsschreiben eine Etage höher mit Bitte um Stellungnahme wie es sein kann, dass der Plan so gestaltet wurde, um eine Person zu benachteiligen, wenn es faktisch auch qualitativ bessere Lösungen gibt. Spätestens wenn der Stundenplaner sowas begründen darf wird es sehr unangenehm.

    Ich habe es hier schon öfter geschrieben und mache es gerne immer wieder, da sich dieser Mythos hartnäckig in den Lehrerzimmern hält: Kein Stundenplaner strickt einen absichtlich schlechten Stundenplan für Kollegen. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Leute dort i.d.R. keine Sadisten sind oder dass ein solches Vorgehen auffallen würde, sondern auch, dass es schlicht zu aufwendig wäre.

    PS:

    kann man selbst als Laie relativ schnell entlarven und einen besseren Alternativplan vorlegen.

    Nein, man kann als "Laie" in diesem Bereich und damit als durchschnittlicher Kollege i.d.R. nicht einfach einen besseren Alternativplan vorlegen. Nicht wenigen Kolleginnen und Kollegen scheinen sich die ganzen Bedingungen, die an einem schulweiten Stundenplan dranhängen, nicht zu erschließen...und müssen sie ja auch nicht, da es dafür ja gerade "Experten" gibt, die sich in so etwas einarbeiten.

    Das mag mal eine der positiven Besonderheiten an der Grundschule sein, da die Anfangs- und Endzeiten im Grunde verlässlich sind und dementsprechend auch Exkursionen weitgehend innerhalb der regulären Unterrichtszeiten stattfinden werden, zu denen viele von euch vermutlich auch lückenlos Unterricht hätten. Entsprechende Stunden sind dann natürlich auch anzurechnen.

    An den weiterführenden Schulen können Exkursionen tatsächlich auch mal ganztägig bis in den späten Nachmittag sein. Wenn man da normalerweise nur 2 Stunden Unterricht hätte, ist es i.d.R. gerade nicht so, dass man dann 8-10 Unterrichtsstunden anerkannt bekommt.

    Gleiches gilt für die Spinte in der Schule. Die normalen Schüler müssen sich verpflichten die zu mieten (50€/Jahr), sonst werden sie gar nicht aufgenommen, die Bürgergeldempfänger bekommen die kostenlos.

    Mir sind leider auch Schulen bekannt, die ähnlich verfahren. Solche Kopplungen sind natürlich unzulässig, mir ist leider bislang kein Fall bekannt, in dem sich erfolgreich dagegen gewehrt wurde...was nicht heißen soll, dass das nicht geht.

    Und wenn es für mich den Anschein hat, dass es für die meisten aus der Mitte der Gesellschaft selbstverständlich geworden ist, einen großen 50-100+k SUV zu fahren, man als Lehrer aber im Traum nicht daran denken könnte, derart viel Geld für einen Konsumartikel auszugeben, macht man sich halt seine Gedanken, wie die Gehaltsstruktur aktuell in Deutschland beschaffen ist.

    Ich empfehle, die Antennen neu zu justieren. Weder ist es für die Mitte der Gesellschaft selbstverständlich, ein 50-100k teures Auto zu fahren, noch gehören Lehrkräfte nur zur unteren Mittelschicht. Die Einkommensverteilung für Deutschland ist problemlos einsehbar und wir brauchen uns da wirklich nicht so schlecht zu fühlen.

    Dass es auch in der freien Wirtschaft durchaus familienbezogene Leistungen geben kann, wurde hier schon mehrfach angesprochen. Das gilt insbesondere in Branchen, in denen schon jetzt händeringend nach qualifiziertem Personal gesucht wird und daher Benefits für die AN-Seite eine größere Rolle spielen. Das schlägt sich dann i.d.R. nicht in höherem Gehalt wie Familienzuschlägen nieder, sondern können Beihilfen für Kita-Kosten, materielle Ausstattung und Freigabe für Homeoffice-Tage, Gesundheitspräventions-Maßnahmen, Extra-Urlaub u.ä. sein.

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