Beiträge von Seph

    Das heißt für Dich konkret, dass Du alles ablehnen solltest, was in irgendeiner Weise freiwillig ist oder dem ArbZG zuwiderläuft. Unterricht ab 8 Uhr? Dann abends Elternsprechtag maximal bis 18 Uhr. Klassenfahrt? Sorry, geht nur, wenn Deine nächtliche Ruhezeit von elf Stunden eingehalten werden kann, sprich: wenn Beamte mitfahren, die die entsprechenden Aufsichten sicherstellen können und für die das ArbZG nicht gilt. Wenn Protest kommt: Munter auf Deinen Minderverdienst hinweisen. Außerdem keine Vertretungsstunden akzeptieren: Dein Deputat ist auf die Stundenzahl ausgerichtet, für die Du bezahlt wirst.

    Ich fürchte, ganz so einfach ist es nicht. Zum Einen greifen auch im ArbZG Ausnahmeregelungen in Einrichtungen zur Betreuung von Personen. Ob damit auch Schulen erfasst sind, vermag ich spontan nicht zu verneinen. Zum anderen wird sich der Arbeitgeber regelmäßig erfolgreich darauf zurückziehen können, dass bei Mitfahrt von mehreren Aufsichtspersonen, diese ihre nächtliche Ruhezeit so ausgestalten können, dass eine versetzte Ruhepause von 11h gewährleistet ist (so z.B. geschehen LAG Nds.AZ 2 Sa 597/11). Spannend dürfte aber auch das Urteil des Bundesarbeitsgericht vom 22.08.2001 sein, nachdem Teilzeitbeschäftigte Angestellte für den Zeitraum der Klassenfahrt Vollzeit zu bezahlen sind( 5 AZR 108/00).


    Im Übrigen bedeutet ein Arbeitsbeginn um 8 Uhr ein notwendiges Arbeitsende um 21 Uhr am Vorabend, nicht 18 Uhr. Hierfür ist im Rahmen der Eigenverantwortung bei der Ausgestaltung der Arbeitszeit die Lehrkraft mit verantwortlich. Soll z.B. heißen: niemand kann argumentieren "Sorry Chef, ich kann morgen erst 11 Uhr mit Unterricht beginnen, weil ich bis 24 Uhr noch Unterrichtsvorbereitung gemacht habe". Ordnet der SL trotz entsprechendem Hinweis dennoch eine Arbeitszeit bis nach 21 Uhr an, sieht das selbstverständlich anders aus.

    Das mag vielleicht verlockend bei der Einstellung klingen... Aber wie willst du das dann im Alltag umsetzen? Das würde zu riesiger Diskussion führen. Es würde dann z.B. der eine D/G Lehrer, der im Jahr x eingestellt wurde, mehr verdienen, als der aus dem Jahr y.
    Da würde es dann heißen, soll C doch Klassleitung, Abschlussfahrt... machen, die bekommt mehr für die gleiche Arbeit.

    Vielleicht entspannt es die Stellensituation aber nicht den Arbeitsalltag.

    Zumindest das ließe sich über -wegen mir auch nicht ruhegehaltsfähige- Boni auf die normalen Sätze erledigen, analog zu außertariflicher Bezahlung in der freien Wirtschaft. Und warum sollte Lehrkraft x denn erfahren, ob Lehrkraft y ohne Aufschlag oder mit 10% Aufschlag eingestellt wurde?

    Hallo,

    ich versuche trotz minderjährigem Kind auch seit 5 (!) Jahren versetzt zu werden, leider wegen des """Lehrermangels""" lässt man mich nicht gehen.....

    da die Schule mit Dopelklassen, d.h. 2 Schulstufen auf einmal --> doppelte Arbeit etc. + Inklusion "ohne Konzept" (blindes Kind, authisten, schwierige Schüler, Lernschwäche etc.) auch noch dazu kommt sowie 2 Standorte --> nie Pausen da ich immer hin und herfahren muss (einziger Lehrer mit Volldeputat an der Schule bze. die andere Lehrerin mag an den schwierigen Standort nicht fahren und hat ihre 2 Autos "verliehen" damit sie nicht rüber muss und flüstert bei der Stundenplanplanung eh immer dem Rektor ins Ohr...), zusätzlich für alle dann noch "Postbote" und Papier hin und herfahren etc. spielen muss und noch die üblichen 1000 Dienste (HP, BFC, 1. Helfer etc. etc. etc.) übernehmen muss, der Rektor auch alle Arbeit sehr gern abwälzt etc. und wegen der Familie natürlich will / muss ich da endlich weg, sonst bin ich in einem Jahr Burnout reif :(

    daher wäre nun auch meine "letzte Option" kündigen und mich neu verbeamten lassen... über google etc. finde ich da leider nichts... außer dieses Thema hier :)
    Leider gibts diesen Blog etc. nicht mehr....

    daher rmeine Frage - auch wenn das Thema schon älter ist - hat da noch jdn (genaue) Infos etc. ? Die GEW hat halt leider - wie so oft und wie von so viel - keine Ahnung..... :(

    Die erste, sinnvolle und schnelle Zwischenlösung für dich wäre wohl, dem Rektor und Stundenplaner klar zu machen, dass dein Privatfahrzeug ebenfalls nicht mehr für Dienstfahrten zur Verfügung steht. Das ergibt sich m.E. bereits aus Versicherungsgründen, meine Kfz-Versicherung deckt beispielsweise nur den privaten Gebrauch ab. Dann hilft es sehr, die eigene Arbeitszeit zu erfassen und bei Überbelastung auch einmal Nein zu sagen.

    Das klingt erst einmal nicht nach Antworten auf deine Frage, ich befürchte anhand der Schilderung aber, dass eine Versetzung nicht unbedingt die Lösung ist, wenn du an der neuen Schule wieder alles mit dir machen lässt.
    Daher nun zur Frage: Werden nach der erfolgreichen Entlassung aus dem Beamtenverhältnis nach wie vor die Voraussetzungen für eine Verbeamtung erfüllt (Alter, Gesundheit, Führungszeugnis...), dann steht einer erneuten Verbeamtung grundsätzlich nichts im Weg. Problematisch könnte aber der Umgang mit den Altersrückstellungen in PKV und vor allem der Pensionsanspruch sein, da die erworbenen Ansprüche i.d.R. erlöschen dürften und man mit der Entlassung in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert wird.

    zur blau machenden kollegin: scheißverhalten. petzen ist aber auch scheiße. und zwar sowas von.

    Das Decken von Dienstvergehen aber auch. Und zwar sowas von. Im Sinne der vertrauensvollen Zusammenarbeit ist aber sicher ein Gespräch direkt mit der Kollegin über die Beobachtungen und die Chance zur Abänderung des Verhaltens sinnvoll, bevor man die nächste Stufe geht.

    Das ist durchaus möglich. Ich erinnere an den Fall der Kollegin, die sich krankschreiben lassen hat, um ihre Tochter ins Dschungelcamp zu begleiten. Ansonsten ist die ganze Palette von Keine Reaktion über Dienstlicher Verweis, Bezügekürzung, Herabstufung bis zur Entfernung aus dem Dienst denkbar. Gerade die Häufung dieser Vorfälle lässt sich m.E. nur mit einer der höheren Stufen adäquat beantworten.

    Zumindest das VG Trier hat am 22.09.2015 in einem Fall festgestellt, dass bei amtsärztlich festgestellter Dienstfähigkeit der Nichtantritt des Dienstes trotz privatärztlicher Dienstunfähigkeitsbescheinigungen zur Entfernung eines Beamten aus dem Dienst führen kann. Das dürfte sich auch ohne Konsultation des Amtsarztes übertragen lassen, wenn anderweitig beobachtbar war, dass offensichtlich keine Dienstunfähigkeit vorgelegen haben kann.

    Wenn der Lehrerberuf von der Politik ernst genommen werden würde, würde es, analog wie es in anderen Ländern teilweise und in vielen anderen akademischen Berufen der Fall ist, einen zugehörigen Assistenzberuf geben, der durch eine Lehre erlernt wird. Diese Person würde den Lehrer insbesondere bei Punkten, die außerhalb des reinen Unterrichtshaltens liegen, unterstützen, und die Zuteilung könnte nach Schulgröße oder Standorttypen erfolgen. Vlt. kommen wir da mal hin, aktuell sehe ich das leider noch nicht...

    Ich wiederhole es gerne: solche Assistenzberufe und unterstützende Berufsgruppen gibt es längst. Dazu gehören neben den eigentlichen Schulassistenten, die für ihr Tätigkeitsspektrum keine spezielle Lehre durchlaufen müssen, noch Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter, Einzelfallhelfer usw....ach, und die Sekretärinnen und Hausmeister nicht zu vergessen.


    Es geht nicht darum, dass du mal eben die Tafel wischst. Es geht um den Aufgabenbereich eines CTAs, so wie er in der "freien" Wirtschaft üblich ist. Aber scheinbar verstehst du das nicht.
    Lehrer sollten genausowenig dafür zuständig sein, Chemiesammlungen in einem arbeitsfähigen Zustand zu halten, wie z.B. die IT zu warten!

    Andere Länder haben das verstanden, frage einfach Wollsocken...

    An den Hochschulen gibt es doch auch Labor-Ingenieure, die eben genau diese Arbeiten (Experimente vorbereiten, Praktika betreuen, Sammlung organisieren, ...) erledigen... Oder wurden die mittlerweile auch eingespart?

    An Schulen nennt sich so etwas (zumindest in Niedersachsen) Schulassistent, der mit einer guten Reihe von Aufgaben betraut werden kann. Dazu kann auch der Versuchsaufbau und das Organisieren von Sammlungen gehören.

    (siehe hierzu http://www.schure.de/personal/clerk01.htm)

    Was würdest du sagen, wenn der Dienster folgendes (fiktionales) Angebot machen würde:
    Du musst 2 Stunden weniger unterrichten und bist dafür für das reinigen der Sammlung und Nachbestellungen verantwortlich. Der Arbeitsanteil (rund 7% der Wochenarbeitszeit), die mit dem Reinigen der Sammlung etc. verbracht wird, wird nicht mit A13 sondern nur mit A7 besoldet.

    Ich sehe das andersherum: Wenn der Dienstherr darauf besteht, dass ich meine Arbeitszeit auch mit anspruchsloseren Aufgaben verbringe und dafür dennoch einen Sold aus dem höheren Dienst erhalte, ist das doch ok. Man kürzt dann in Absprache eben an anderen Stellen. Seitdem ich meine Arbeitszeit erfasse, fühle ich mich da auch ganz wohl damit, da ich damit meine Wochenarbeitszeit sehr gut kontrollieren kann. Im Übrigen ist es auch in anderen Berufen nicht so unüblich, einen kleinen Teil der Wochenarbeitszeit mit Aufgaben zu verbringen, für die man überqualifiziert ist.

    Remonstrieren gerne auch nach Unterlassung der Anordnung, falls diese offensichtlich illegal ist. Ich muss nicht dem Chef seine Bleistifte spitzen, im Unterricht nicht auf die Toilette gehen dürfen oder eine Schulaufgabe am Sonntag schreiben müssen. Das waren jetzt eher an den Haaren herbeigezogene Beispiele, aber ich bin sicher, wir sind uns einig, dass es Anweisungen gibt, die nicht befolgt werden müssen. Da werden auch Unterlassungen keinerlei Konsequenzen haben, weil sie Grundrechten widersprechen.Aber das soll nicht zu weit weg führen, was die Anordnung dieses Threads betrifft.

    Nichts anderes habe ich geschrieben, wenn ich explizit auf offensichtlich rechtswidrige Anweisungen hinweise. Für das Ausgangsbeispiel hier im Thread passt das aber gerade nicht und ich wollte mich darauf beziehen, dass bei einer solchen nicht offensichtlich rechtswidrigen Anweisung der Weg nicht sein kann,
    einfach nicht aufzutauchen.

    Ich bin da voll bei dir, dass wir ebenfalls einen Beruf haben, der hohe Aufmerksamkeit und eine hohe Frequenz von Entscheidungen mit sich bringt. Ein Moment der Unaufmerksamkeit führt hier i.d.R. aber nicht gleich zum Verlust von 200 Leben. Und das bringt mich zum hier schon öfter geäußertem Standpunkt zurück, der aber nicht salonfähig zu sein scheint: Eigenverantwortung als Lehrkraft und als Kollegium.

    Ich plane für mich im Unterricht öfter Arbeitsphasen der Schüler ein, in denen diese z.B. mal über 20min eigenständig arbeiten. Bei entsprechend einzuführenden Arbeitsstrukturen und geeignetem Material tauchen dann auch nicht ständig Nachfragen auf, die man Schülern auch teils abtrainieren kann. Damit entstehen natürlich keine Pausen, aber zumindest Zeiträume, die einen auch im Unterricht etwas entspannen lassen können.

    Als Kollegium kann man z.B. vereinbaren (und in Schule leben), dass im Lehrerzimmer nicht ständig zur Tür gesprungen wird, wenn Schüler anfragen oder dass man schlicht nicht ansprechbar ist in dieser Zeit. Dadurch kann man sich durchaus so etwas wie eine 15min Pause verschaffen, wenn man nicht gerade zur Aufsicht eingeteilt ist. Hilfreich ist es auch zu vereinbaren, z.B. die Kaffeeküche als "schulfreie Zone" zu betrachten, in der nicht über Klasse x und Schüler y gesprochen wird. Noch besser natürlich, wenn ein eigens eingerichteter Ruheraum mit Ruhegebot zur Verfügung steht. Ich will nicht behaupten, dass das einfach zu realisieren ist oder gar alle Probleme löst. Aber wir sind den Belastungen in unserem Beruf auch nicht hilflos ausgeliefert.

    Wenn er nicht entsprechende Anordnungen gesetzlich belegen kann, geht man eben nicht hin. Was soll er schon machen? Schimpfen? Abmahnung?

    Sorry, aber andersherum wird ein Schuh draus. Dienstlichen Anordnungen ist zunächst Folge zu leisten, außer sie sind offensichtlich rechtswidrig.
    Zweifelt man deren Rechtmäßigkeit an, ist man zur Remonstration verpflichtet und muss diese bei Aufrechterhaltung der Anweisung dennoch befolgen.
    Bei Verweigerung steht je nach Schweregrad und Wiederholung die Palette der Disziplinarmaßnahmen zur Verfügung.

    Ansonsten bin ich bei dir: es ist durchaus sinnvoll und wünschenswert, bei scheinbar sinnentleerten Anweisungen diese auch einmal kritisch zu
    hinterfragen. Ein einfaches "Och nö, was der Chef da erzählt, braucht mich nicht interessieren" reicht dann aber doch nicht.

    Es passt nicht wirklich 100% zum Thread, aber an FunktionsträgerInnen und Schulleitungen:
    ICH würde jetzt lieber zb 2 Entlastungsstunden haben statt A14 (bin auf A13). und X Entlastungsstunden statt A15 (wobei ich zugeben muss, dass ich nicht genau geguckt habe, wieviel A15 ist...)

    Wo würdet ihr denn eine Grenze ziehen bzw. was ist EUCH wichtiger?
    (und da es ein Gedankenexperiment ist, bitte nicht systemimmanent mit der Pensionsberechnung auf dem letzten Gehalt rechnen, wir tun so, als würde man mit dem verdienten Geld tatsächlich rechnen)

    A14 lohnt kaum, da die damit verbundenen Aufgaben häufig ohne Entlastung laufen, für die A13Z Personen noch Entlastungsstunden bekommen und der finanzielle Abstand zu A13Z noch relativ klein ist. Bei A15 sieht das wiederum anders aus. Damit ist schon ein spürbares Mehreinkommen verbunden, aber auch eine deutliche Ausweitung von Aufgaben, die nur unzureichend über die damit verbundenen Entlastungsstunden aufgefangen werden. Gleichzeitig bietet eine solche Position auch deutlich erweiterte Gestaltungsfreiräume, falls einem das wichtig ist. In der Regel sinkt aber der Stundenlohn mit jeder Stufe, die man aufsteigt.

    Schreibe grundehrlich rein, dass das Arbeitsklima seiner Gesundheit abträglich ist, mit konkreten Beispielen.
    Wenn deinem Versetzungsantrag dann nicht stattgegeben wird, lässt du dich krankschreiben.
    Wenn die Schule meint, die Regeln "ausreizen" zu müssen, kannst du das doch auch.

    Ich habe es an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Den Aufruf zu rechtsmissbräuchlichem Verhalten finde ich vollkommen unangemessen.
    Nebenbei: eine Krankschreibung mit Ansage wird bei einer fitten Schulleitung mindestens zur Anweisung einer amtsärztlichen Untersuchung
    und gegebenenfalls zur Einleitung von Disziplinarmaßnahmen führen.

    Welcher Arzt bietet denn bitte außerhalb seiner regulären Sprechzeiten noch ne Extra-Sprechzeit ein für Patienten, die zu den regulären Zeiten nicht können? Würde das ne andere Berufsgruppe machen (von Freiberuflern vll. mal abgesehen)?
    Manche Ärzte haben ja auch nur bis 18 Uhr Sprechstunde.

    Für Privatpatienten doch eine ganze Reihe von Praxen. Im Übrigen hinkt der Vergleich doch etwas. Im Krankheitsfall kann man sich recht problemlos zum Arzt begeben und krank schreiben lassen, was der AG in der Regel zu akzeptieren hat. Ein Termin in der Schule des Kindes löst eher weniger einen berechtigten Hinderungsgrund für die eigene Arbeit aus. Und ja, ich weiß: Das alleine ist natürlich kein Grund, dass wir dann unbedingt abends zur Verfügung stehen müssen. Wer so ein großes Interesse am Gespräch mit allen Lehrkräften hat, kann meiner Meinung nach gerne einen Urlaubstag hierfür einreichen und zu üblichen Gesprächszeiten auftauchen oder muss sich auf den schriftlichen Kontakt verlegen.

    Auch wenn das m.E. schlechter Stil ist und für ein einfaches Elterngespräch unverhältnismäßig scheint, dürfte da rechtlich nichts entgegen stehen. Wir Lehrkräfte haben nun einmal nur eine teilgebundene Arbeitszeit, während der andere Teil zeitlich i.d.R. ungebunden ist. Es ist aber dennoch möglich, auf Anweisung bestimmte Zeiten dienstlicher Tätigkeit festzulegen. Nichts anderes passiert bei Elternsprechtagen usw.

    Kann ich von den Beamten im Einwohnermeldeamt nun auch erwarten, dass sie nach 18 Uhr für meinen Belange zur Verfügung stehen?

    Wohl eher nicht. Der kleine, aber feine Unterschied besteht darin, dass der Beamte im Einwohnermeldeamt grundsätzlich eine gebundene Arbeitszeit hat, diese also durch den AG vollständig festgelegt (-> Dienstplan) und damit nicht beliebig verrückbar ist.

    Bitte nicht falsch verstehen: Ich persönlich finde es unangemessen, nach der Pfeife eines Elternteils zu springen und würde die betreffende Person auf die üblichen Sprechzeiten verweisen. Aber unrechtmäßig scheint mir die Dienstanweisung nicht zu sein.

    Und wenn man sich die diversen Beiträge in diesem Thread durchliest, kommt man zu einem Fazit, dass hier schon x-mal im Lehrerforum gezogen wurde:

    Ja, der Geistes- oder Sozialwissenschaftler, der verheiratet mit einem Haufen Kindern auf dem Dorf hockt, der kann sogar mit A12 mit seinem Netto-Gehalt dank Familien-/Kinderzuschlag und günstiger Mieten bzw. Immobilien durchaus zufrieden sein.

    Lehramt ist halt ein Beruf, der wie gemacht ist für Landeier mit überdurchschnittlichem Vervielfältigungsdrang und begrenzten von der Industrie nachgefragten Fähigkeiten im technisch-wissenschaftlichen Bereich...

    Gruß !

    Wow, endlich ein Eingeständnis, dass das Geheule bzgl. schlechter Bezahlung höchstens dann noch stimmt, wenn man sich mit spitzenverdienenden Singles im urbanen Bereich aus der Großindustrie vergleicht? Anders ausgedrückt: mit ca. 5-10% der Bevölkerung,die dann vlt. doch noch etwas mehr verdienen?

    Ich kann sehr wohl die Frequenz von Sitzungen und deren Länge beeinflussen, ohne dass ich meine Pflichtaufgaben verletze. Wenn ich eine Bildungsgangkonferenz mache, habe ich vorher das Protokoll fertig = ich weiß genau, was da zu besprechen ist. Am Ende ergänze ich Absprachen / Abstimmungen und fertig. Diskutiert wird bei mir moderiert und zielgerichtet. Und dann ist das ganze in einer annehmbaren Zeit fertig, ohne viel Gequatsche.

    Ich kann also Länge und Inhalt als durchführende Konferenzleiterin beeinflussen. Und das mache ich auch. Und meine Kollegen schätzen diese kurzen und effektiven und zudem seltenen (!) Konferenzen. I.d.R. mache ich nur eine pro Jahr, alles andere sind kurze Teamsitzungen (10 Min max!), die ich immer mit 2 Sätzen protokolliere. Auf dem Papier sieht das sehr viel aus, in der Praxis ist es genau das, was wir maximal benötigen, um als Team miteinander zu arbeiten.

    Das gleiche gilt für Gesamt / Bereichskonferenzen.

    Ich habe mich auch mal schlichtweg geweigert, als uns 5 Bildungsgangkonferenzen pro Jahr als Pflicht aufgedrückt werden sollten. Die Notwendigkeit war nicht da, also mache ich das auch nicht. Und das meine ich mit: Zusatzaufgaben minimieren im Rahmen meiner Pflicht. Geht alles. Muss man nur machen.

    Kann ich mein Deputat nicht erfüllen, weil ständig jemand meint mich zu unsinnigen Konferenzen einzuladen: Reduziere ich eben an anderer Stelle. Aber nicht an meinem Gehalt. Niemals nie.

    Das spricht mir aus der Seele. Genau das meine ich, wenn ich hier immer wieder von eigenverantwortlichem Umgang mit Arbeitszeit bei uns Lehrkräften rede, ohne Pflichtaufgaben zu ignorieren. Und genau an der Stelle kann man durch gute Vorbereitung und Selbstdisziplin im Kollegium so wirklich viel Arbeitszeit einsparen.

    Ich denke, hier muss man wirklich sprachlich sehr genau aufpassen, da es im Forum ein beliebter Sport zu sein scheint, dies mehr oder weniger bewusst zu vermischen und je nach Gusto in die ein oder andere Richtung zu deuten.
    Es gibt über den Unterricht hinaus noch eine ganze Reihe weiterer Kernaufgaben von Lehrkräften, die wie @Caro07 beschreibt, nicht einfach reduzierbar sind. Gleichwohl können Kollegien durchaus für sich beschließen, Sitzungen
    auf ein gesetzlich vorgeschriebenes Minimum zu reduzieren, wenn das sinnvoll scheint. Auf der anderen Seite gibt es tatsächlich Zusatzaufgaben, wie die Teilnahme an bestimmten Arbeitsgruppen, bei denen es vollkommen legitim
    ist, wenn einzelne Lehrkräfte nicht in mehreren dieser Gruppen gleichzeitig sind. Hier kann man individuell ganz gut Arbeitszeit einsparen. Aber Achtung: das heißt im Umkehrschluss nicht, sich grundsätzlich aus diesen Dingen
    heraushalten zu können, gehört doch auch die Weiterentwicklung von Schule und Unterricht zu Kernaufgaben von Lehrkräften. Je nach Schule muss das aber eben nicht durch einen Sitzungsmarathon von verschiedenen
    Arbeitsgruppen erfolgen.

    "Senior Manager" oder ähnliches ist auch nichts besonderes, heißt im Endeffekt nur, dass du die Probezeit, "Junior Manager", bestanden hast. Also ähnlich einzuordnen wie die A13-Stelle nach dem Referendariat (nur dass ein "Junior Manager" deutlich mehr bekommt als ein Referendar...). Meiner Erfahrung nach kannst du diese "Titel" in der "freien" Wirtschaft in der Pfeife rauchen... Letztendlich ist jeder Schulhausmeister der berühmte "Senior Facility Manager"...
    Gruß !

    Ich fürchte, so pauschal funktioniert das nicht. Was du beschreibst, sind in vielen Branchen "Associates" statt "Managern". Sowohl Junior Manager als auch Senior Manager tragen i.d.R. bereits Leitungsverantwortung für einen bestimmten Bereich und sind am ehesten mit Abteilungs- oder Bereichsleitern gleichzusetzen, wobei die Seniors bereits einige Jahre Berufserfahrung mitbringen. Ich bin aber bei dir, dass es einige Branchen mit abweichenden Bezeichnungen gibt. Ein Beispiel hast du selbst genannt, mir fällt sonst noch der Vertrieb mit Sales Manager ein, der oft nur stinknormaler Vertriebsmitarbeiter ist.

    In anderen Berufen bekommen doch auch Männer und Frauen gleich viel Geld. Diese Gender Pay Gap-Geschichte hat doch nur damit zu tun, dass Frauen tendenziell häufiger in Teilzeit gehen und sich für "weichere" Disziplinen entscheiden, was sich doch auch im Lehrerberuf widerspiegelt, oder?

    Nein, soweit ich es verstanden habe, nicht. Dass man in TZ weniger verdient, ist ja logisch. Aber häufig verdienen Frauen auch in der selben Position mit derselben Arbeitszeit weniger.

    https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbe…er-pay-gap.html

    Ihr habt beide Recht. Der relativ einfach zu berechnende unbereinigte Gender-Pay-Gap liegt bei ca. 21% und beschreibt nur den realen Einkommensabstand von Männern und Frauen (im Mittel), lässt dabei aber Präferenzen bei Berufswahl, Vollzeit/Teilzeit usw. vollkommen offen. Rechnet man diese Faktoren heraus (was absolut nicht trivial ist), erhält man einen bereinigten Gender-Pay-Gap von 2-7%. Und dann ist sicher noch ein Blick auf die Branchen sinnvoll, da diese sehr unterschiedlich stark zum Gesamtergebnis beitragen.

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