Beiträge von Hetfield

    Davon abgesehen werden Quoten nicht hier im Forum geregelt, insofern ist die Diskussion ja müßig.

    Dreht sich im Kreis, stimme ich zu. Ich wollte hier eigentlich auch vorrangig keine Gender-Diskussion vom Zaun brechen.



    Eine schöne Illustration für den Hauptgrund, warum ich nicht in der GS arbeiten wollte... allein unter Frauen kann für einen Mann SEHR anstrengend werden. Nicht nur in Fällen wie dem hier beschriebenen, sondern vor allem auch dann, wenn mit Schiller "Frauen zu Hyänen" werden und alle versuchen, den Hahn im Korb auf ihre Seite zu ziehen. Da kann man dann auch sehr schnell mal die ganze Hühnerschar gegen sich haben, wenn man das Spiel nicht mitspielt.
    Disclaimer 1: Das trifft natürlich nicht auf alle GS-Kollegien zu
    Disclaimer 2: Nein, ich pflege hier kein Vor-, sondern ein Nachurteil. Mein Ausflug in ein komplett weibliches Kollegium fand zwar nicht in der GS, sondern im Pflegebereich statt, aber da dürfte es ja ähnlich sein.


    Darf man fragen an was für einer Art Förderschule du jetzt arbeitest? Lernen? Emotionale/Soziale Entwicklung?

    Und wenn du einfach versuchen würdest, durch LEISTUNG eine Anstellung zu finden?

    Aha, interessant. Und was ist mit den Informatikern, den verschiedenen Wirtschaftsmenschen und Ingenieuren, die mit LEISTUNG eine Anstellung finden möchten?
    Trotzdem gibt es dort eine Frauenquote. Ein Mann mit Glied zu sein (wie es oben charmant von einem Mod umschrieben wurde) befähigt noch längst nicht zu pädagogischen Qualitäten. Im Umkehrschluss befähigt Frausein aber auch nicht zur Führungskraft oder zu einem anderen Amt. Alles also eine Frage dessen, wie man sich seinen ausgehärteten Standpunkt möglichst erhalten möchte.Falls es also so etwas wie eine zweiseitige Gleichberechtigung geben sollte, sollte man dann nicht von einer GESCHLECHTERquote reden? Damit würde sich das automatisch auch mit dem Frauenmangel in Leitungspositionen und dem Männermangel in Schulen erledigen. Scheint mir jedoch utopisch. Die Sozen von Rot/Grün werden schon weiterhin dafür sorgen, dass sich dieses Konzept unmöglich durchsetzt.

    Also ganz unabhängig vom Geschlecht halte ich die berufliche Befähigung für ein sehr wichtiges Kriterium. Nach dem Motto vorzugehen "Der Bewerber hat zwar ein schlechteres Examen, aber er ist ein Mann und wird deshalb bevorzugt eingestellt", wäre für mich fragwürdig. Bei allen Quotenregelungen müsste zumindest gleiche Qualifikation der Bewerber vorliegen, bevor über eine Quoteneinstellung nachgedacht würde. Ja - auch Männer müssen zusehen, dass sie unter die besten 15% kommen. Genau wie Frauen in allen anderen Bereichen, in denen sich unterrepräsentiert sind. Dass Frauen oder Männer nur deshalb eingestellt würden, weil sie eben Frauen oder Männer sind, ohne Rücksicht auf die Vorleistung, wäre für mich fragwürdig. Nebenbei hat meiner Meinung nach Trantor recht: Männer sind nicht deshalb so wenig in Grundschulkollegien vertreten, weil sie nicht bevorzugt eingestellt werden, sondern weil sie prozentual deutlich weniger Interesse an diesem Bereich des Bildungswesens haben - wenig Prestige, weniger Gehalt spielen hier sicher eine Rolle, neben anderen Faktoren.

    Und da haben wir die "positive Diskriminierung" von der Mikael gesprochen hat. Ich könnte es auch als fragwürdig betrachten, warum (wie bereits oben beschrieben) meine Freundin mit schlechterem Examen bevorzugt in der Stadtverwaltung eingestellt wurde. Tue ich in diesem Fall aus privaten Gründen nicht weil es mich für sie freut, dass sie den Berufseinstieg so schnell geschafft hat. Ändert jedoch wenig an der Tatsache, dass es fast überall so läuft. Ansich gesehen möchte ich mich hier auch nicht ausheulen oder ein System anprangern, da beides nichts bringen wird. Worauf ich aufmerksam machen möchte ist, dass sich ggf. Männer neben dem mittelmäßigen Gehalt/Prestige auch gerade gegen diesen Beruf entscheiden, da sie sich über die mauen Berufsaussichten bewusst sind und sich nicht auf dieses ambivalente Spielchen zwischen politischer/sozialer Gewolltheit und gleichzeitig null Entgegenkommen einlassen möchten. Es ist doch trivial und total offensichtlich: Wenn sich eine Frau entschließen sollte Ingenieurin zu werden, dann kann sie heutzutage mit einem arbeitsrechtlichen Bonus in Form einer Quote rechnen, um irgendwie in der Halle von dutzenden Mitbewerbern nicht komplett unterzugehen. Sie muss den gleichen Arbeitswillen und die gleiche Reisemobilität wie allen anderen potentiellen Mitbeweber mitbringen, sie hat jedoch im Vorfeld diesen kleinen Bonus. Umgekehrt sträubt man sich hingegen bspw. in der Grundschule mit aller Kraft dagegen etwas Ähnliches einzurichten. Was gibt es da denn bitte noch sozialkonform und politically correct schön zu reden?

    Hallo an euch. Vielen Dank für diese verschiedenen Eindrücke.


    Ich werde vermutlich nach meinem Bauchgefühl gehen und mich nicht in meinem Vorhaben beirren lassen. Es ist das worin ich mich auf längere Dauer sehe und worin ich auch gut werden möchte. Ich korrigiere mich zudem in meiner Aussage dass ich Interessenten davon abraten würde, denn das wäre gelogen - es ist einfach ein toller Beruf. Es wird jedoch wohl sehr schwer werden reinzukommen. Vielleicht wird es der Schweinezyklus mit mir gut meinen, wer weiß...mein Drittfach wird sehr wahrscheinlich entgegen der Empfehlungen aus verschiedenen Prognosen Sachunterricht werden und ich werde Mathematik als Vertiefungsfach wählen, da ich Naturwissenschaften, Technik und Mathe einfach viel mehr abgewinnen kann als Englisch, Religion oder Sport.


    Da ich noch nichtmals eingeschrieben bin und von Dingen wie Ranglisten bislang keine Ahnung habe: Ich werde vermutlich wie alle anderen irgendwo befristet anfangen müssen.
    Auf wie lange soll ich mich als guter bis durchschnittlicher Absolvent in etwa mental einstellen bis es mal in greifbare Nähe einer Planstelle mit Sachunterricht kommen sollte?
    Ich erwarte jetzt selbstverständlich keine Antwort wie 879 Tage, sondern wie habt ihr es selbst erlebt und was beobachtet ihr unter den Berufsanfängern bei euch ? 1-2 Jahre?
    5-7 Jahre??? Was ist an dem Gerücht dran, dass sich einige Schulleitungen für männliche Bewerber einsetzen wenn denn mal jemand auftaucht?


    Und angenommen ich habe nach dem Ref keine Aussicht auf eine Stelle in NRW. Ich bewerbe mich also in Bundesland B oder C und erhalte sogar eine Zusage. Bleibt meine Bewerbung in NRW weiterhin erhalten, sodass ich hier nach gewisser Zeit eine Planstelle erhalten könnte? Oder fliege ich automatisch von der Warteliste sobald ich eine feste Stelle in Vollzeit in einem anderen Bundesland angenommen habe?

    Hallo immergut, danke für deine Antwort. Dass Brandenburg und MV wieder verbeamten ist mir entgangen.


    Zum "Ich hab ein Glied"-Teil: Meine Freundin ist Architektin. Dank Frauenquote hat sie trotz mäßiger Noten und kaum nennenswerter Berufserfahrung die Stelle in der Stadtverwaltung vor den anderen sieben Mitbewerbern bekommen. Die macht da auch keinen Hehl daraus, dass sie ohne die Quote niemals an die Stelle gekommen wäre.
    Darf ich jetzt auch mit "Ich habe eine Vagina, ich will eine Sonderbehandlung" argumentieren? Durchringen musste ich mich zu nichts. Das lasse ich so nicht stehen.

    Guten Tag liebes Forum,


    ich (m, 24) lese hier schon seit längerem still mit (habe auch schon einmal etwas zum Thema Sonderschulpädagogik wissen wollen) und würde gerne nach meiner Ausbildung zum Erzieher weiterhin liebendgern den Beruf des Grundschullehrers ergreifen. Ich habe auch schon viele Erfahrungen im Grundschulbereich gesammelt und bin davon überzeugt, dass es das Richtige für mich wäre. Nun beobachte ich schon seit längerem den Arbeitsmarkt hier in NRW plus den der Bundesländer West und Ost und insgesamt sieht es ja insbesondere im Westen alles andere als prickelnd aus...


    Bspw. heißt es in Hessen:
    ...
    Die durchschnittlichen Einstellungschancen (Verhältnis von Bewerbungen zu Einstellungen) liegen daher kurz- und mittelfristig bei voraussichtlich nur rund 15 %. Sehr hohe Bewerbungszahlen stehen einem mäßigen Einstellungsbedarf gegenüber. Dies bedeutet insbesondere für das Ranglistenverfahren weiterhin einen scharfen Leistungswettbewerb zwischen den Bewerberinnen und Bewerbern.
    ...
    Beim Drittfach empfiehlt sich die Wahl eines Faches, das von nicht so vielen Mitbewerberinnen und Mitbewerbern vertreten wird bzw. das nicht oder nur eingeschränkt fachfremd unterrichtet werden kann.
    Dies gilt insbesondere für die Fächer Musik sowie ev./kath. Religion. Von der Wahl des Faches Sachunterricht ist aufgrund der hohen Konkurrenz eher abzuraten.
    ...
    Über 90 % der Grundschullehrkräfte sind Frauen. Deshalb ist es wünschenswert, ja sogar dringend erforderlich, dass mehr Männer dieses Lehramt wählen, weil gerade Jungen für ihre Entwicklung männliche Lehrervorbilder brauchen, von denen sie lernen und mit denen sie sich identifizieren können. Eine bevorzugte Einstellung von männlichen Bewerbern ist aus rechtlichen Gründen allerdings nicht möglich.
    ...


    Im Klartext werden nur ca. 15% der BewerberInnen eine Stelle erhalten, dabei sollte man umbedingt Musik oder Religion als Drittfach gewählt haben. Männer sind "dringend erforderlich", man ist aber nicht gewollt dafür etwas zu tun, sondern die müssen halt zusehen wie sie in die besten 15% kommen. Für mich also sehr schlechte Prognosen, da ich kein musikalisches Talent besitze, atheistisch veranlagt bin, gerne Sachunterricht aufgrund meines Interesses für Technik, Naturwissenschaften etc. wählen würde und nicht umbedingt das gesamte Studium+Ref hinweg den totalen Leistungsdruck im Nacken spüren möchte jederzeit perfekt sein zu müssen. Den Text aus Hessen könnte man so auch analog auf NRW, Niedersachsen, Bayern, BW, HH usw. übertragen. Im Osten wird hingegen auch für die nächsten Jahre von einer Unterdeckung ausgegangen, wohl aber auch aus guten Gründen was bspw. die Arbeitskondition betrifft (befristete Verträge, Verbeamtungen=Null, teilweise 700 Euro Gehaltsdifferenz etc.)


    Ich möchte hier im Grunde genommen nur anstoßen wie bedauerlich ich es finde, dass an jedem "Boys-Day" und wie sich diese Veranstaltungen noch so nennen männliche Abiturienten für diesen Beruf motiviert werden und dass die Erziehungswissenschaften und Politik ja auch heutzutage begriffen haben sollen wie wichtig Männer im Primarbereich sind und man füge hier noch andere beliebige luftleere Phrasen ein, andererseits ist man politisch und arbeitsrechlich nicht dazu bereit eine Quote dafür einzurichten und lässt die wenigen Grundschullehrer dann eiskalt im Regen stehen sofern sie nicht absolute Top-Noten vorweisen können. Heißt auch auf den Punkt gebracht, dass sich die männlichen Mitbewerber genauso warm anziehen müssen wie der Rest und an der gegenseitigen Zerfleischerei um die wenigen Stellen teilnehmen werden dürfen.


    Mir wurde das Studium der Sonderschulpädagogik mit Fokus auf Primardidaktik empfohlen, aber so sehr ich die Arbeit der Sonderschullehrer wertschätze (und das tue ich wirklich, ich habe ein Jahr lang im Ganztag gearbeitet und weiß wie wichtig diese Profession heuzutage geworden ist), möchte ich andererseits nicht wirklich der Spezialist dafür werden lernbehinderte oder verhaltensgestörte Kinder zu "inkludieren", sondern auch die angenehmen Seiten dieses Berufs genießen (wie die lerneifrigen Kinder zu fördern, Kinder mit bereits guten Umgangsformen von Hause aus mitzuerziehen usw.). Zudem glaube ich an den Schweinezyklus und denke, dass jetzt jede/r anfangen wird auf Sonderpädagogik umzusatteln, sodass es schlussendlich wieder zu wenige Grundschullehrkräfte in manchen Regionen geben wird.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe das Gefühl, dass wenn man sich zumindest für die nächsten 20 Jahren hier in NRW (bzw. im Westen) dazu entschließen sollte das Grundschullehramt zu studieren und nicht Musik oder Religion als Unterrichtsfach gewählt haben sollte, dann sollte man sich auch gleichzeitig schon mental auf den Umzug in den Osten einstellen. Mobilität wird auch in der freien Wirtschaft verlangt, keine Frage. Und dass es jetzt wenig bewirken wird wie ein Kindergartenkind auf dem Boden herumzustampfen und lauthals "Ich will, ich will aber!" herumzutröten wird genauso wenig an dem allen ändern, darüber bin ich mir sehr bewusst. Jedoch wäre das ein Job, der mir wirklich Jahrzehntelang Freude bereiten könnte, es ist aber alles eher...nennen wir es nicht enttäuschend, nennen wir es sehr ernüchternd. Unter diesen Konditionen ein ganz klares Nein. Und ich werde jedem potentiellen Interessenten davon abraten, denn diese idealistische Augenwischerei an jungen Menschen seitens der Kultusministerien und Universitäten halte ich für absolut unverantwortlich und hinterhältig. Aber nach den Erfahrungen vieler User hier scheint das ja nichts wirklich Neues zu sein.


    Mich würde abschließend nur noch interessieren: Angenommen ich habe nach dem Ref keine Aussicht auf eine Stelle in NRW. Ich bewerbe mich in einem anderen Bundesland und erhalte sogar eine Zusage im Angestelltenverhältnis. Bleibt meine Bewerbung in NRW weiterhin erhalten, sodass ich hier nach sagen wir ein bis fünf Jahren eine Planstelle erhalten könnte? Oder fliege ich automatisch von der Warteliste sobald ich eine feste Stelle in Vollzeit in einem anderen Bundesland angenommen habe?


    Vielen Dank für's Lesen und ich wünsche euch allen angenehme Ferien.

    Da sich die bundesweiten Prognosen ausschließlich auf die sonderpädagogischen Fachrichtungen beschränken und ich nirgends Aussagen zu Fächertrends finden kann:
    zu welcher Kombi würdet ihr aus Erfahrung raten, wenn ich mir als Sonderschullehrer auch den Weg in die Grundschule offen halten möchte?


    Hier in NRW werden zwei Förderschwerpunkte und zwei Unterrichtsfächer studiert, in Bayern sind bspw. Deutsch und Mathematik + optionales Fach fest vorgeschrieben, dafür wird aber nur eine SP Förderschwerpunkt studiert:
    http://www.uni-muenchen.de/stu…nderp__dagogik/index.html


    Empfiehlt es sich sprachliche und mathematische Grundbildung zu wählen, um sonderpädagogische Förderung sozusagen in den Kernbereichen (Sprache und Mathematik) betreiben zu können?
    Da ich kein großer Literaturfan bin würde ich eher zur mathematischen Grundbildung/Sachunterricht tendieren, mir ist aber natürlich bewusst,
    dass das alles kein Wunschkonzert ist und sich einige GrundschullehrerInnen ebenso entgegen ihrer Interessen durch bestimmte Veranstaltungen boxen müssen.


    Kurz und bündig, vielen Dank ;)

    Ich habe wegen der Frage oben heute mal den Bereich Bildung der Bezirksregierung Arnsberg per Telefon kontaktiert und die Frau am Telefon meinte, dass das Ref an einer Grundschule mit dem Master of Education in Sonderschulpädagogik nicht möglich sei, auch nicht mit sprachlicher und mathematischer Grundbildung in den Fächern. Auf meine Frage wo man denn sonst sein Ref machen soll, wenn die Förderschulen/-zentren mehr und mehr verschwinden wusste sie selbst keine Antwort. War das Inkompetenz oder ist das Thema momentan so kompliziert und heikel, dass sich sogar die Bezirksregierung doof stellt?

    Hallo, ich hoffe euch nicht zu sehr auf die Nerven zu gehen. Ich habe die aktuelle OVP für NRW gerade quergelesen und in der steht folgendes:


    Zitat

    Teil 3, §22: Es findet Ausbildung in Deutsch (Sprachliche Grundbildung) und Mathematik (Mathematische Grundbildung) statt. Ist eines der beiden Fächer nicht Ausbildungsfach gemäß § 8, werden Ausbildungsinhalte im Rahmen von Seminarveranstaltungen vermittelt.

    siehe: https://www.schulministerium.n…rbereitungsdienst/OVP.pdf


    Wenn ich also im Lehramt Sonderpädagogik als 1. Fach sprachliche Grundbildung und als 2. Fach mathematische Grundbildung wähle (siehe Tabelle: http://www.dokoll.tu-dortmund.…rkombinationen/index.html ), dann kann ich damit auch ins Ref an eine Grundschule, aber würde damit später nach A12 besoldet wie alle Grundschulehrer auch?
    Würde ich das Ref regulär an einer Schule für sonderpädagogische Förderung machen, dann wäre ich in der Besoldungsstufe A13, aber bei regulären Ausschreibungen immer zweite Wahl, weil ich es nicht originär studiert habe?


    Schon einmal vielen Dank für die ganzen Insiderinfos von euch, von der Studienberatung gibt es nicht einmal halb so viele :danke:

    Hallo zusammen,


    ich wollte mal eben nachtragen, dass ich diese Woche auf den Dortmunder Hochschultagen war uuuuuuuuuund.....keinen Schritt weiter bin :hammer:


    In den Veranstaltungen zur Sonderschulpädagogik und zur Grundschulpädagogik saßen insgesamt ziemlich wenige Männer, was ich ja aber aus Kindergärten und OGSen schon allgemein gewohnt bin.


    Einerseits hat mir ein Professor zu Grundschulpädagogik geraten mit der Begründung, dass der Grundschulmarkt zwar gut bedient sei, aber wenn ich die Bereitschaft mitbringen würde ein, zwei Jahre als Vertretung zu arbeiten, dann würde ich auch in NRW unterkommen. Und damit ich in der Stammbelegschaft einer Grundschule lande sei Grundschullehramt die bessere Wahl, zu Sonderschullehrern werde nur gegriffen, wenn sich keiner findet, und das sei so gut wie nie der Fall. Know-How zur Inklusion müssten sich Grundschulehrer selbst aneignen, vom Schulämt würde da kein Spezialist mit Mehrkosten gestellt. Er persönlich meinte er hätte keinen unter seinen männlichen Studenten, die heute auf der Straße oder beim Arbeitsamt sitzen müssen, sondern im Gegenteil von mehreren Schulämtern angefragt worden seien sobald sie Arbeitserfahrung gesammelt hatten. Aber kommt man mit einem 2,x-Examen überhaupt an Vertretungs-/Feuerwehrstellen?


    In der Sonderschulpädagogik hat man mir natürlich wiederum zum Sonderschullehramt geraten, mit Lernen oder soz./emo. Entwicklung als ersten Förderschwerpunkt könnte ich durch den schrittweisen Abbau von Förderschulen als A13 überall arbeiten, von Grundschulen über Haupt-/Realschulen bishin zu Gesamtschulen. Die Gymnasien hielten sich da bisher dezent raus, schon alleine aufgrund des G8-Abiturs sei das kompliziert Schüler mit FS Lernen oder FS emo./soz. durchzukriegen wenn mittlerweile oft selbst viele Regelschüler in zwei Kernfächern Nachhilfe nehmen würden/müssten.


    Ich bin da noch recht unerfahren, mir kommt das alles so vor als wäre das gesamte Business sehr von den politischen Launen derer abhängig, die zum jeweiligen Zeitpunkt Bildungspolitik machen. Mit mehr Fokus auf berufliche Sicherheit scheint Sonderschulpädagogik die bessere Wahl zu sein, jedoch mit dem Risiko nicht in einer Förderschule oder Grundschule zu landen, sondern vielleicht auch dauerhaft in eine schwierige Hauptschule abgeordnet zu werden. In anderen Topics habe ich auch gelesen, dass manche den ganzen Tag lang querbeet durch den Bezirk zu einzelnen Förderschülern fahren müssen.
    Im Grundschullehramt soll der Konkurrenzdruck recht hoch sein, jedoch sollen männliche Grundschullehrer vor vorgehaltener Hand in den nachrangingen Kriterien durchaus gute Chancen haben. Ich könnte mir auch alternativ vorstellen an einer Privatschule, bspw. mit Montessori-Konzept, zu unterrichten wenn es im Staatsdienst nicht klappen sollte.


    In Hamburg sind die Chancen für Grundschulehrer momentan gut: http://www.hamburg.de/bsb/bewe…4710/einstellungschancen/
    In Hessen wird mehr zu Sonderschulpädagogik geraten: http://verwaltung.hessen.de/ir…005c815960e3b4379e6080174
    In NRW soll es momentan wiederum gut sein "Die Einstellungschancen in der Primarstufe sind aus heutiger Sicht eher gut als wie in der Veröffentlichung angegeben eingeschränkt.": https://www.schulministerium.n…W/Arbeitsmarkt/index.html


    Glaube ich mache mich da zu verrückt und ich sollte eher danach gehen, was ich mir persönlich für die nächsten Jahrzehnte vorstellen kann. Eine Todeskombi wie Deutsch/Geschichte ist ja weder das Lehramt an Grundschulen noch an Sonderschulen, oder?

    Für Gymnasien/Gesamtschulen trifft das zu:


    http://www.dokoll.tu-dortmund.…rkombinationen/index.html


    Für Berufskollegs nicht, dort kann man auch FS Lernen, FS emo/soz Entwicklung usw. wählen:


    http://www.dokoll.tu-dortmund.…rkombinationen/index.html


    Stichprobenweise nachgeschaut schreibt NRW über LEO momentan keine Stellen dafür aus, Niedersachsen wiederum vergibt momentan vier Stellen mit Sonderpädagogik im Zweifach an ganz regulären Berufsschulen ohne besonderen sonderpädagogischen Förderschwerpunkt: https://www.eis-online-bbs.nie…en.de/FreieStellenTL.aspx
    In SH wird Sonderpädagogik auch an BBSen gesucht, eine Nachfrage danach gibt es anscheinend, deswegen die Frage wofür "halbe Sonderpädagogen" dann eigentlich zuständig sind - sind die nur auf die jeweilige Niesche begrenzt, in diesem Fall Berufsschule/-kolleg? Darf ein Lehrer mit allgemeinbildendem Fach + sonderpädagogischer Richtung, z.B. Lernbehinderung, ebenso Tests und Diagnosen zum Förderbedarf/Förderstand stellen wie ein vollwertiger Sonderschullehrer?

    Ich frage hier noch einmal etwas in die Runde wofür ich nicht extra ein neues Thema eröffnen möchte: Und zwar habe ich gerade gesehen, dass man an Gymnasien/Gesamtschulen und auch an Berufskollegs statt einem zweiten Unterrichtsfach ebenso Sonderpädagogik wählen kann. Rein interessehalber: Was kann man sich unter dem späteren Tätigkeitsberech bzw. dem späteren Aufgabenfeld vorstellen? Begleitet man neben dem regulären Fachunterricht dann auch Schüler mit Förderbedarf durch den Schulalltag in Sachen Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten etc., und führt sonderpädagogische Tests durch, dokumentiert den Entwicklungsverlauf.....? Oder ist das die Domäne von reinen Sonderschullehrern und man hat damit nur vertiefte Kenntnisse in der beruflichen Bildung erlangt, bspw. in der Ausbildung von Heilerziehungspflegern und weiteren therapeutischen Berufen?

    Danke für die ganzen Antworten. Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, was ich von Grundschulpädagogik mit integrierter Sonderpädagogik halten soll, das klingt für mich weder nach Fisch oder Fleisch. Vielleicht bin ich da bereits in jungen Jahren zu konservativ, aber ist es nicht besser erst etwas Grundständiges studiert zu haben bevor man eine Spezialisierung vornimmt? Das erinnert mich nämlich stark an Mechatronik wovon viele Personalchefs nicht so genau wissen, ob sie das denn nun im Maschinenbau oder bei der Elektrotechnik einordnen sollen. Nicht falsch verstehen, ich bin wirklich froh von euren Erfahrungen hier profitieren zu können, aber bei den Landesbedarfsprognosen der Länder NRW, BW, Hessen, Niedersachsen etc. scheint Sonderpädagogik dann doch eindeutig die bessere Wahl zu sein, weil bereits jetzt schon der Bedarf an Absolventen im Bereich Grundschule und Gymnasien/Gesamtschulen unlängst gedeckt zu sein scheint (bezogen auf Westdeutschland). Vielleicht wird es ja im Rahmen der Umverteilung von Sonderschullehrern umgekehrt in den nächsten Jahren Qualifikationskurse bzw. Aufbaustudiengänge im Primarbereich geben.....

    Okay, in anderen Worten sollte ich dann sofort Lehramt für Grundschulen studieren wenn ich eh vorrangig an einer Grundschule arbeiten möchte und falls möglich dann im späteren Verlauf noch Sonderpädagogik draufsatteln (nicht falsch verstehen, ich bin mir darüber bewusst, dass die Sonderpädagogik ein ganz eigener Bereich ist!). Jedoch alles mit dem Risiko keine Stelle zu bekommen oder weit weg aus NRW ziehen zu müssen Richtung Osten. Blöde Sache, dabei dachte ich bei der Werbung um mehr Männer in Kitas und Grund- und Sonderschulen hätte ich gute Chancen unterzukommen :weissnicht: Eine "Männerquote" scheint da wohl nicht in Aussicht zu sein? Ich muss offen gestehen, dass ich zwar ein sehr gutes Abitur habe, aber dem Druck eines total übersättigten Marktes auf Dauer nicht standhalten (wollen) würde. Wie anspruchsvoll "Mathematische Grundbildung" für mich wäre, das kann ich nur schwer beurteilen weil ich nicht weiß welcher Anspruch sich dahinter verbirgt, in Mathematik bin ich mit viel Übung eher durchschnittlich. Wenn man also nur Aussicht auf eine Einstellung mit Top-Studium und Top-Examen hat, dann werde ich mir wohl oder minder etwas anderes suchen müssen :_o_( Danke für den Klartext, ich wäre ein guter bis durchschnittlicher Student, aber nach dem Examen dann perspektivlos dazustehen, das möchte ich nicht.

    Hallo, danke schon einmal für die schnellen Antworten. Also steht insgesamt noch vieles in den Sternen was die zukünftige Entwicklungsrichtung der Förderschulen und die damit eingebundenen Förderschullehrer angeht?


    An Pausenbrot: Das heißt ich müsste als Förderschullehrer an einer Grundschule davon ausgehen A12 anstatt A13 zu beziehen, trotz des längeren Studiums? Wird dem Tätigkeitsbereich eine höhere Relevanz bei der Besoldung zugeschrieben als der Qualifikation? Und so eine Rumfahrerei zwischen vielen verschiedenen Schulen ohne wirkliches Kollegium klingt wirklich alles andere als berauschend, ich hoffe in der Richtung ändert sich noch einiges. Zumal berufspraktisch ja Kinder mit Förderbedarf heutzutage schon ab Klasse 1 ganz regulär mitlaufen sollen, zumindest habe ich das so mitbekommen. Da wäre doch ein(e) Stamm-Förderschullehrer(in) im Grundschulkollegium durchaus sinnvoll??


    An Muckele: Also ist deiner Erfahrung nach der Weg von der Förderschule in die Grundschule sehr bürokratisch und teilweise unmöglich in NRW? Wäre mir sehr wichtig im Vorhinein darüber informiert zu sein, da ich mit höherer Priorität an einer Grundschule unterrichten möchte. Vielleicht täuscht mich da mein momentanes Befinden auch und ich entdecke während der Praktika mein Faible für Förderschulen und werde nie mehr von dort weg wollen. Aber über den Rahmen und die Möglichkeiten/Grenzen wäre ich schon gerne Pi mal Daumen informiert :gruebel:

    Guten Morgen zusammen,
    mein Name ist Thomas, ich bin 24 Jahre alt und ich habe nach der Erzieherausbildung nun den Entschluss gefasst noch auf Lehramt zu studieren.
    Nur bin ich mir dabei unsicher für welche Art ich mich genau bewerben sollte weswegen ich auf ein wenig Hilfestellung von euch hoffe.


    Ich möchte zukünftig gerne an Grundschulen unterrichten, ich weiß jedoch aus Recherchen und Prognosen, dass der Markt für Grundschullehrer in NRW ziemlich gesättigt ist (auch wenn ich einer der raren Männer wäre, so könnte es schwer werden eine Planstelle zu ergattern......). Nun meine Frage: Ich finde den Bereich Sonderpädagogik sowie das Unterrichten von Kindern mit einer Behinderung auch sehr spannend, weswegen ich mich im Rahmen der Inklusion gefragt habe, ob ich nicht auch als Sonderschullehrer irgendwann die Möglichkeit hätte fest an einer Grundschule zu arbeiten? Der inklusive Unterricht wird ja nach meinem Wissensstand täglich vorangetrieben. Ich würde die Förderschwerpunkte Lernen und geistige Entwicklung wählen, sowie sprachliche Grundbildung und Sachunterricht. Bestehen solche Möglichkeiten oder wird schon aus guten Gründen zwischen dem Sonderschul- und Grundschullehramt getrennt? Es wäre für nämlich mich eine reine Horrorvorstellung etwas studiert zu haben in dem keine Nachfrage besteht. 100%ig weiß man es ja nie, darüber bin ich mir bewusst, aber bestimmte Trends kann man schon vorhersagen. Und mein Ding wären schon Grundschulen und Sonderschulen. Wenn jemand also bitteren Klartext sprechen möchte, dann nur raus damit :top:


    P.S.: In Dortmund wird zwischen sprachlicher Grundbildung und Deutsch unterschieden, kennt jemand vielleicht den Unterschied?
    http://www.dokoll.tu-dortmund.…rkombinationen/index.html


    Ich freue mich auf jede Antwort und wünsche euch einen guten Start in die Woche.

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