Beiträge von Dejana

    Bei uns ist es ganz normal, dass Schulhefte von der Schule gestellt werden. Die gibt's hier so gar nicht zu kaufen.
    Jeder Fachbereich sagt, was fuer Hefte, Ordner, Schnellhefter gebraucht werden und die werden dann angeschafft und zu Beginn des Schuljahres verteilt. Wenn ich Material nicht bekommen kann, weil das Schulbudget es nicht zulaesst muss ich nach Alternativen suchen. So hab ich meine Klasse gebeten nen Schnellhefter mitzubringen. Mal schauen, wer das schafft.

    Unsere Materialliste fuer's naechste Schuljahr ist vor den Ferien rausgegangen. Sie ist relativ kurz (und ist auch nicht schulweit, sondern wurde von meinem Jahrgangsteam rausgegeben):
    - Bleistift
    - Tintenroller
    - Spitzer
    - Radiergummi
    - Lineal
    - Packung Buntstifte

    Einige meiner Schueler werden dennoch ohne diese Sachen auftauchen, dabei liegt meine Schule in einem vergleichsweise wohlhabenden Einzugsgebiet. Dennoch hab ich so viele Schueler, die es nicht schaffen nen Bleistift dabei zu haben...oder nen Spitzer...oder ein Lineal. Andere haben morgens ihr Zeugs (bin naemlich zur taeglichen Kontrolle uebergegangen), verlieren es aber oder kriegen es geklaut oder essen es. :rolleyes:

    Das Problem, wenn die Schule alles besorgt, ist in vielen Faellen auch ein Verlust jeglichen Verantwortungsgefuehls. Sie gehen nicht sorgfaeltig mit den Sachen um, weil sie es ja "nur" von der Schule bekommen haben. Allerdings sind auch viele meiner Schueler im Umgang mit ihren "eigenen" Materialien alles andere als sorgfaeltig. Mama/Papa zahlt schon, muss man ja nicht drauf aufpassen.
    Im Gegensatz dazu scheinen viele Eltern zu denken, ich wuerde zusaetzlich noch im Fundbuero arbeiten. Es ist nicht Teil meines Jobs auf die Stifte/T-Shits/Schuhe etc. ihres Sproesslings aufzupassen und diese bei Schusseligkeit desselben in der Schule ausfindig zu machen.

    Komischerweise hab ich von dem Schueler, der in jeder meiner Mathestunden ohne alles auftauchte den von ihm geliehenen Bleistift immer und ohne Aufforderung am Schluss der Stunde wieder bekommen. ?(

    Hi

    Sorry, ich haeng mich jetzt einfach mal hinten dran.
    Mit den Karteikaesten hab ich in der Schule nie gelernt, immer direkt aus dem Buch. Im Studium hatte ich dann Karteikarten fuer Spanisch, aber ohne Kasten, die ich eben mit mir rumschleppen und immer mal zuecken konnte. (Solche Karten hatte ich aber wahrend der Schulzeit auch fuer meine Abi-Faecher.)
    Das Prinzip mit dem Kasten versteh ich ehrlich gesagt nicht ganz, obwohl es wohl so aehnlich ist wie mein Berlitz-Sprachprogramm. Es kommt wohl immer drauf an, wie man persoenlich denn am besten lernt.

    Jetzt hab ich ab September zum ersten Mal meine Klasse in Franzoesisch. Vokabeln lernt man hier eigentlich gar nicht, deswegen gibt's weder Vokabelhefte noch Karteikarten. Sie sollen eher den spielerischen Umgang mit der Sprache lernen und eine positive Einstellung bekommen. Aehm...naja, ich dachte mir jetzt, meine Kids werden in ihrem 4. Jahr sein, in dem sie Franzoesisch machen. Spiel und Spass kann ja immernoch sein, aber Vokabeln werd ich sie wohl dennoch lernen lassen (ihr voriger Franzoesischlehrer hat leicht verwirrt geguckt, als ich danach gefragt hab). Wir arbeiten nach Themenbereichen, also werd ich sie ihre Vokabeln wohl danach eintragen und lernen lassen.
    Die Idee mit den Farben find ich aber gut. :) Hat sonst noch jemand Ideen, was ich bei meinen beachten muss? Haben sie ja noch nie gemacht, Vokabelnlernen (und in Englisch geb ich extra keine Lernwortlisten mit heim, weil's eh nix bringt...das ist dann aber wohl ein Unterschied bei der Muttersprache).

    Bei uns gibt's die Dinger generell nicht.
    Deswegen hab ich beim letzten Besuch in Schland einfach mal im Buchladen nachgefragt. Die Dame dort schaute mich erst engeistert an, warum ich denn sowas irgendwo bestellen wollte. :D
    Sie hat mir dann jeweils 30 Stueck von ihren zwei verschiedenen Sorten Stundenplan gegeben. Schliesslich bekaemen sie die ja kostenlos und wenn ich da jetzt halt 60 von nehme, dann waere das auch ok. ;)
    Fand ich sehr nett.

    Hi zusammen

    ab September hab ich zum ersten Mal meine eigene Klasse im Sportunterricht. (Bisher hatte ich die Parallelklassen...und da auch nur fuer Rugby, Fussball, Tennis, etc.)
    Ich muss dann neben meinen bisherigen Sachen neuerdings auch Gymnastik und Tanz unterrichten. Ja, wir hatten's an der Uni, ich hab's auch im Praktikum gemacht, aber irgendwie bin ich dennoch total unsicher in den beiden Bereichen und hab mich seit der Uni nicht mehr wirklich drum gekuemmert.
    Hat vielleicht jemand ein paar gute Tipps - Erfahrungen, Buecher, Websites - die mir weiterhelfen und mich etwas beruhigen koennten? :skeptisch:

    Ich unterrichte ab September auch zum ersten Mal Franzoesisch...und selbst dem seh ich gelassener entgegen. :weissnicht:

    Danke.

    Dejana

    :rolleyes: 17...

    Meine Klasse schrumpft zum naechsten Schuljahr von 33 auf 28. Dabei verlassen mich 10 meiner Kids und ich bekomm 5 aus anderen Klassen. 12 Maedchen und 16 Jungs, meine Maedels finden das gar nicht lustig, sind sie doch derzeit in der Ueberzahl.
    Wir bekommen allerdings 6, statt den jetzigen 5 Klassen. :D

    Wir haben sowas, und die Dinger sind an den meisten Schulen hier eigentlich normal.

    Darein kommen alle Hausaufgaben (oder sollten...), Schulregeln stehen drin, wichtige Daten, Termine fuer's Jahr, Kontakte, Housepoints, etc.
    Ausserdem gibt's bei uns fuer jede Woche noch ne Box in die man Nachrichten fuer Eltern schreiben kann, oder in die Eltern Nachrichten schreiben. Hat bei uns allerdings nix mit "corporate identity" zu tun - Schuluniform haben wir sowieso. Das ist hier halt normal, genauso wie Schueler auch sonst den Grossteil des Materials gestellt bekommen.

    Bei uns gibt's solche Grenzen nur fuer die Eingangsklasse, 1. und 2. Schuljahr (muss unter 30 liegen). Alles drueber und wir sind nach oben hin offen. :rolleyes:
    Wir haben derzeit 5 Klassen mit 33, 33, 33, 33, 32 Schuelern. Die Schulleitung hat uns die Wahl gegeben, zusaetzlich nen Teaching Assistant in jeder Klasse zu haben oder eine neue Klasse zu bilden. Wir haben uns fuer letzteres entschieden und haben im naechsten Schuljahr 6 Klassen. Momentan sieht's so aus, dass vier Klassen dann 28 Schueler haben werden. Wir haben naemlich zwei Klassen mit zusaetzlichem Foerderbedarf...und die muessten eigentlich "kleiner" sein. Da werden aber sicher noch weitere Schueler hinzu kommen und dann gehen die Zahlen wieder rauf.

    Ziemlicher Unterschied zu meiner Praktikumsklasse von 12...und dann 22. :D

    Zitat

    Original von lunafee
    ich würde einfach mal gerne wissen, wie ihr mit der Heterogenität in euren Klassen umgeht? Welche Arbeitsformen wendet ihr an? Was bietet ihr euren Schülern? Welche Schlagwörter fallen euch als erste ein, wenn ihr das Wort "Heterogenität" hört? Bei uns im Seminar wird das Thema seeeehr groß geschrieben, daher würde ich gerne mal so erfahren, was euch zu dem Wort einfällt und ihr mit unterschiedlichen "Köpfen" arbeitet? :)


    Was meinst du denn? Was gemacht wird, damit alle irgendwie durchkommen? :D

    In meiner Klasse liegt die Leistungsspanne zwischen Niveau der 2. und Niveau der 8./9.
    Das ist relativ normal...

    Normalerweise hab ich drei oder vier Gruppen, je nach Leistungsfaehigkeit der Schueler.
    In meiner Mathegruppe (derzeit mittlere Gruppe) waehlen sie selbst, ob sie das gruene (Niveau der 3./4. Klasse), gelbe (4./5. Klasse) oder rote (5./6. Klasse) Arbeitsblatt bearbeiten. Die Mehrheit meiner Gruppe ist dabei inzwischen auf rot (22 von 28 Schuelern) und 2 auf gruen, die anderen schwanken je nach Arbeitswille in der jeweiligen Stunde. Naechstes Jahr werd ich wahrscheinlich den leistungsstaerkeren Teil unserer zwei mittleren Gruppen uebernehmen. Da ist die Leistungsspanne dann nicht mehr so gross und meine Aufteilung kann zu 5./6., 6. und 6./7. uebergehen.

    In Englisch arbeite ich meist mit unterschiedlichen Kriterien, die die Schueler erreichen muessen. Das ist ganz praktisch, weil sie so immernoch die gleiche Aufgabe erfuellen, aber eben nicht gleich in Panik geraten, wenn sie was eben noch nicht koennen.

    Zusaetzlich schick ich z.B. meine schwaechste Rechtschreibgruppe mit einem unsere TAs raus, und die arbeiten dann an als Kleingruppe an ihrer Rechtschreibung. Fuer Leseverstaendnis hab ich derzeit 7 Gruppen die nach Leistungsfaehigkeit aufgeteilt sind; 5 die eigenstaendig an ihren Gruppenlesebuechern arbeiten, und 2 die gezielt abwechselnd mit mir Leseverstaendnisaufgaben durchgehen.

    Ansonsten gibt's noch unser Special Needs Department, die Kinder aus Stunden rausnehmen und zusaetzliche Foerdermassnahmen durchfuehren. Macht das Sinn?

    Einige meiner schwaechsten Schueler hab ich fuer naechstes Jahr fuer unsere zwei Foerderklassen einteilen lassen. Dort bekommen sie dann hoffentlich gezielt Hilfe von den dort zugeteilten TAs. Ich hab in meiner Klasse keinen Foerderanspruch und deswegen nur fuer 2 Stunden pro Woche zusatzliche Hilfe.

    So, hab heute mit unserer Vertretungsdame gesprochen. Anscheinend waren sie absolute Engel, haben sehr hart gearbeitet und sich super benommen. Ich soll sehr stolz auf sie sein. :D
    Das Arbeitsheft, das ich ihnen vorbereitet hatte, war anscheinend ideal und das werd ich jetzt wohl auch oefters so machen. (Unsere Unterrichtsmaterialien muessen so sein, dass unausgebildete Vertretungskraefte sie auch ohne Kentniss des Faches nutzen koennen.) Meine Klasse hat die Aufgaben gut erledigt und die Vertretungsstunden nicht einfach als Spielstuendchen gesehen. Sowas gibt's bei uns aber generell nicht und das hatte ich vorher auch sehr klar gemacht.
    Es sind wohl ein paar Sachen schief gelaufen, die lagen aber nicht an meiner Klasse, sondern an unseren Computern. :rolleyes: Scheinen sie aber gemeistert zu haben...

    Hab das auch so an meine Rabauken weitergegeben und ihnen gesagt, wieviel Lob sie kassiert haben. Da waren sie sehr stolz auf sich. :D Sie moegen die Dame immernoch nicht, aber das kommt bei meinen oefters vor. Sie sind die Lieblingsklasse einiger ihrer Fachlehrer...selbst wenn sie diese Fachlehrer nicht besonders moegen.

    Wir Lehrer haben nur eine halbe Stunde Vertretungsunterricht pro Woche, fuer die wir eingeteilt werden koennen. Dann mach ich aber auch, was hinterlassen wurde und nicht einfach irgendwas. Wie gesagt, Vertretungsunterricht an meiner Schule ist Unterricht...nicht Spielzeit.

    Zitat

    Original von Friesin
    Kopf hoch, sie werdens überleben :D
    Im schlimmsten Falle wissen sie dich hinterher umso mehr zu schätzen ;)


    Mir ist schon klar, dass es etwas uebertrieben ist. Aber es ist meine erste eigene Klasse... :D da wird mir das hoffentlich noch verziehen.

    Zitat

    Original von MiaHabt ihr wirklich so wenig Vertrauen in die Kompetenz von Vertretungslehrern?


    Das Problem ist wohl einersets, dass die letzten Vertretungslehrer, die wir von ausserhalb hatten wirklich furchtbar waren...
    Die letzte hat eine unserer Klassen raus auf den Busplatz spielen lassen, kurz bevor die Busse kamen. Ne andere hat es als normal empfunden, als Kinder waehrend ner Klassenarbeit geplaudert haben und ueber Tische gekrabbelt sind.

    Dazu kommt halt noch, dass die Dame keine Lehrerin ist. Und das ist bemerkbar. Ich hab einige Schueler, die schwierig sein koennen, die man aber sehr problemlos unter Kontrolle halten kann. Nun reagieren sie aber eben nicht besonders positiv auf den Einsatz von Trillerpfeiffen um im Klassenraum Ruhe zu bekommen...
    Da schaukelt sie alles eher hoch, statt die Kinder zu beruhigen.

    Haette meine Klasse den Vertretungslehrer gehabt, den meine Mathegruppe bekommen hat (denn die hat sie dankend nach dem letzten Mal abgelehnt), haette ich mir keine Gedanken gemacht. Der ist ausgebildeter Lehrer und dazu auch noch ziemlich gut, die Kids moegen ihn sehr gerne und ich bekomm dann auch Notizen und dergleichen hinterlassen. Vertretung ist ja immer noch anders als Klassenlehrer.

    Zitat

    Original von MiaDie Unterrichtsmaterialien, die ich für Vertretungslehrer vorbereite sind übrigens nicht mehr als Vorschläge. Ich würde mich doch nie anmaßen, jemandem vorschreiben zu wollen, was und wie er zu unterrichten hat.


    Wir muessen Materialien und Stundenplanung hinterlassen. Besonders, wenn man cover supervisors hat, sollen die ja nicht unterrichten. Die sollen nur die Klasse betreuen.

    Woran liegt das?
    Morgen geh ich auf ne Fortbildung um ein paar neue Ideen fuer den Geschichtsunterricht zu bekommen. In diesem Schuljahr ist das erst das dritte Mal, dass ich meine Klasse alleine lasse und vor den Sommerferien wird es auch die letzte Fortbildung sein. An einem der anderen Tage war ich auch nur nen halbe Tag nicht da, hatte sie also am Morgen noch.

    Wir hatten in der letzten Zeit keine besonders guten Vertretungslehrer von ausserhalb. Deswegen hab ich meiner Truppe ein Arbeitsheft fuer den Morgen erstellt. Das koennen sie durcharbeiten, ohne, dass sie jemand wirklich unterrichten muss und die Chance, dass sie den Tag schreiend auf dem Pausenhof rumrennen oder stundenlang Bilder von Engeln oder Autos ausmalen ist hoffentlich geringer. Ist wohl auch das Beste, da sie eh unseren Cover Supervisor (sowas wie U+) bekommen. Nun moegen sie die Dame aber nicht besonders...und letztes Mal hat sie meine Klasse fuer ne halbe Stunde zusammengestaucht und kam ueberhaupt nicht mit meiner Matheklasse klar. 8o

    Ich sollt mich auf die Fortbildung freuen, wird bestimmt interessant und ich kann mich mal mit Lehrern von anderen Schulen austauschen. Aber wie werd ich das nagende Gefuehl los, dass ich meine Kids irgendwem ueberlasse, der nicht gut mit ihnen umgehen kann? Hab die Dame gebeten sich ein Buch zu schnappen und meine Kids einfach mal arbeiten zu lassen. Sie wissen das auch und koennen eigentlich gut selbstaendig arbeiten.
    Wenn ich nicht so gut erzogen waere, haett ich sie vielleicht auch noch gebeten doch ihre Trillerpfeiffe daheim zu lassen...schliesslich unterrichte ich Grundschueler, nicht Teilnehmer einer Hundeschule.

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    Original von Igzorn
    Die Pausenzeit zu kürzen kann aber auch schnell nach hinten losgehen: Dann können die Kids ihre Überschüssige Energie nämlich nicht auf dem Schulhof abbauen, sondern machen es im Endeffekt wieder im Klassenraum. Also ist die nächste Störung vorprogrammiert.


    Koennte, tut es aber bei uns in der Regel nicht. Besonders unsere Problemfaelle sind nach Pausen so furchtbar aufgedreht, da ist es besser, sie haben die Pause in Ruhe verbracht. Ausserdem passiert das ja nun nicht staendig. :D
    Wenn jemand in der Mittagspause Nachsitzen hat, heisst das, sie bekommen die halbe Stunde vorher frei zum Essen und Dampf ablassen. Es ist also nie so, dass ein Kind den ganzen Tag keine Pausenzeit bekommt.

    Zitat

    Original von IgzornUnd anstelle von stupiden Abschreibübungen haben Protokolle zumindest noch einen gewissen Lerneffekt.


    Wie gesagt, dass kann man mit vielen meiner Kids nicht machen. Die schaffen das einfach vom Leistungspotential her nicht.
    Ausserdem geht es mir dabei nicht darum, einen Lerneffekt zu erzielen. Es geht um absolute Langeweile.
    Den Lerneffekt bekommen wir durch das Gespraech ueber ihr Benehmen und wie sie es denn das naechste Mal anders machen koennten, welche Hilfen sie brauchen, was das Problem war, etc. Das hat bei meinen Schuelern einen wesentlich besseren Effekt als Schreibaufgaben.

    Zitat

    Original von Igzorn
    Wer Faxen macht, egal in welcher Form, muss zeigen, dass er/sie/es dennoch dem Unterricht folgen konnte. Dies geschieht durch ein Stundenprotokoll. Nicht unter 3 Seiten, in der nächsten Stunde bei mir abzugeben.


    Das setzt aber voraus, dass die Kinder dies dann auch machen (bzw. schreiben koennen). :D Einige meiner Chaoten wuerden sich bei der Massnahme wohl erstmal schlapp lachen, dann umdrehen und weiter rumalbern. Ich lasse "Strafarbeiten" nicht daheim machen. Die seh ich dann eh nie und muss mich dann dennoch selbst drum kuemmern, sie in der Pause schreiben lassen und daheim anrufen. Das mag an nem Gymnasium ja anders sein...aber unsere Problemfaelle wuerden auch nie auf nem Gymnasium landen.
    Andere meiner Kids schaffen in ner Stunde nicht mehr als drei Zeilen aufs Papier zu bringen, geschweige denn 3 Seiten an nem Nachmittag. Selbst, wenn sie sich unendlich anstrengen waere das utopisch. Aber die wirst du eben auch nie auf dem Gymnasium sehen.

    Zitat

    Original von IgzornIch halte nichts von diesen Regelungen Marke "erst ermahne ich dich soundso oft, dann schau ich dich böse an...", usw.


    Genauso halte ich nichts von Bestrafung ohne Chance auf Besserung. Aber wie gesagt, Gymnasium ist wohl anders. Viele unserer Eltern sehen Schule als ganztaegige Betreuungseinrichtung fuer ihre kleinen Unfaelle und denen ist es ziemlich schnuppe, was kind denn bei uns so anstellt oder ob es irgendwas lernt.
    Als ich einem Vater sagte, dass sein Sohn den Unterricht massiv dadurch stoert, dass er staendig unter Tische krabbelt, Stifte schmeisst und andere Kinder nervt, kam nur: "Ich kann mal mit ihm reden...aber das bringt eh nichts." Na DANKE.
    Die Eltern eines anderen Jungen kann ich zu keiner Tageszeit erreichen, weil die nie daheim sind...und ihre 4 Kinder sich selbst ueberlassen.

    Bei uns gibt's mehrere Moeglichkeiten.
    In meiner Mathegruppe (als Fachlehrerin) schreib ich Namen als Warnung an die Tafel. Wenn der Name am Ende der Stunde noch dasteht, schauen sie sich in der naechsten Pause ne Wand an. Kinder, die ihre Aufgaben nicht erledigen kommen in der Mittagspause zum Nachsitzen und machen sie dort. Selbst bei meinen nicht furchtbar schlauen Schuelern ist das inzwischen eingesickert.
    Zusaetzlich hab ich noch eine Liste an der Tafel mit all den Schuelern, die gut mitarbeiten und sich benehmen. Die bekommen am Ende alle einen "housepoint" oder auch mal nen Sticker. :D

    In meiner eigenen Klasse geht's:
    1. Warnung, 2. Warnung, 3. Warnung - 15 Minuten Pausenzeit verloren, 4. Warnung, 5. - 45 Minuten Pausenzeit verloren
    (Ich war noch nie bei 5...die meisten reissen sich spaetestens bei der 2. Warnung zusammen.)
    Wenn sie in der Pause drin bleiben, schreiben sie entweder die Schulordnung ab, schreiben 20x sonstwas oder duerfen ein Matheblatt durchnummerieren (dafuer muessen sie mir aber wirklich furchtbar auf den Keks gegangen sein). Zusaetzlich notier ich den Vorfall in unserem "behaviour log".
    Ausserdem schreib ich entweder Mitteilungen an die Eltern oder rufe daheim an.
    Zusaetzlich kann ich noch offizielles Nachsitzen in der Mittagspause verhaengen - mit der Schulleitung, oder kind an unsere Stufenleiterin verweisen, die dann moeglicherweise nen internen Schulausschluss verhaengt.

    Hi ihr beiden,

    danke fuer die Antworten und Ideen. Schmeili, obwohl ich denn Sinn darin sehe, will ich das eigentlich nur ungern mit Strafen angehen. Sie "sehen" nicht immer, wenn ein Wort falsch ist. Ich muss es ihnen schon sagen, dass etwas nicht richtig geschrieben ist. DANN koennen sie es auch erkennen und sich auf die richtige Rechtschreibung konzentrieren. Zum Teil muessen sie sich beim Schreiben einfach auf zu viele Dinge gleichzeitig konzentrieren und sind dann etwas "blind" bei der Rechtschreibung.
    Andere koennen einfach nicht. Ich hab noch so viele Kinder, die lautgetreu schreiben. Es ist ziemlich erschreckend und eigentlich muesste ich mit einigen zurueck zum Arbeitsmaterial fuer die Vorschule und erste Klasse gehen.
    Hat jemand sowas schonmal gemacht? Lautlehre mit aelteren Schuelern? Ich unterrichte nicht gerne "Phonics", einfach weil ich nunmal keine Muttersprachlerin bin. Genau aus dem Grund will ich auch die Kleinen nicht haben.

    Das Problem ist auch, dass Rechtschreibung im Bezug auf Pruefungsleistungen nur einen sehr geringen Bestandteil ausmacht. Sie koennen auch mit schwacher Rechtschreibung sehr gute Ergebnisse erzielen.

    Zitat

    Original von lissis
    Mache ihnen Angebote / Aufgabenstellungen, bei denen klar wird, Rechtscheibung ist wichtig, um (vom Leser) verstanden zu werden. Dies sollte in Situationen erfolgen, die den Kinder wichtig sind.

    Das könnten z.B. Briefe an Stadtpolitiker sein, weil der Spielplatz dringend eine neues Gerät bräuchte. Oder eine Nachricht auf der Homepage der coolen Girly-Band, der man schon immer mal sagen (in diesem Falle schreiben) wollte, wie toll sie sind. etc.


    Sowas machen wir regelmaessig. Allerdings scheinen unsere Kids da wohl ein anderes Verstaendnis fuer zu haben. Sie sehen keinen dringenden Zwang darin fuer irgendwen "richtig" schreiben zu muessen. Sie schreiben, wie sie schreiben. Manche schreiben auch noch, wie sie sprechen (deswegen arbeiten wir gerade daran, dass es nicht "He should of..." heisst).
    Rechtschreiberegeln bringen zum Teil etwas, weil sie dadurch Muster erkennen koennen und sich manche auch merken. Diese muessen nur verinnerlicht werden. Denn wenn ich sie dann auf ein falsches Wort aufmerksam mache, wissen sie die Regel meist und koennen die unterschiedlichen Regeln auch anwenden, wenn wir Rechtschreibung als Fokus haben.
    Wuerde ich dem Rahmenplan fuer Rechtschreibung nicht folgen, muesste ich mich vor meiner Schulleitung und den Eltern rechtfertigen. Viele der Eltern meckern jetzt schon, weil ich keine Listen mit Lernwoertern nach Hause schicke.

    Hi zusammen

    Vielleicht koennt ihr mir ja etwas helfen. Mir ist klar, dass Rechtschreibung in Deutsch und in Englisch anders ist. Ich kann nicht soo furchtbar oft sagen: "Das wird geschrieben wie gesprochen..." (vor allem, weil wir auch noch im tiefsten Somerset liegen). :D
    ABER, vielleicht habt ihr ja noch ein paar Ideen, wie ich meinen mit ihrer Rechtschreibung helfen kann.
    Ich hab ne 5. Klasse und mehrheitlich sollte Rechtschreibung inzwischen eigentlich abgeschlossen sein. Dennoch haben viele meiner Schueler ziemliche Probleme (besonders von einer bestimmten vorigen Schule ist der gesamte Jahrgang sehr schwach bei der Rechtschreibung). In vielen Faellen liegt das an fehlender Aufmerksamkeit und Konzentration. Sie koennten eigentlich richtig schreiben, machen es aber nicht, weil...da muss man ja mal nachdenken. :rolleyes:

    Derzeit haben wir eine Stunde Rechtschreibung pro Woche. Wir gehen Rechtschreiberegeln durch, machen Uebungen dazu, etc. und normalerweise ist das dann auch alles kein Problem. Daheim muessen sie die Regeln lernen, und darauf basieren dann auch moegliche Tests. Nur leider wird das nicht in ihre normalen Texte uebertragen. Lernwoerter mach ich nicht, weil sie relativ sinnlos sind. Meine Klasse lernt die Woerter fuer den Test und das war's dann auch.

    Was kann man mit Rechtschreibung noch machen bzw. wie bekomm ich sie dazu beim freien Schreiben auf die Rechtschreibung zu achten?

    Dejana

    Hallo

    Ich bin mir nicht sicher, ob das bei euch grossartig was helfen wird. Wir haben offiziell keine Noten. Unsere Schueler werden aber nach "Kompetenzniveau" beurteilt und muessten theoretisch 2 Stufen pro Schuljahr schaffen. Viele schaffen das nicht, weil Kinder nunmal nicht so geradeaus lernen. Sie verfehlen dann die Jahresendziele, die oftmals sowieso viel zu hoch gesetzt wurden.

    Gerade deswegen hab ich aber in meiner Klasse viele Schueler, die besonders am Anfang des Jahres panische Angst vor Tests hatten. (Eins meiner Maedels ist in Traenen ausgebrochen und hat kaum noch Luft geholt.) So langsam kommen wir aber voran.

    Obwohl die Ergebnisse theoretisch wichtig sind (fuer die Schule, fuer mich und auch fuer die Eltern), bekommen meine Kids vor jedem Test ne aehnliche Predigt:
    Das Ergebnis ist fuer euch egal! Alles was ich sehen will, ist das ihr euch anstrengt und die beste Arbeit abgebt, die ihr abgeben koennt. Und wenn ihr euer Ziel verfehlt? Auch nicht tragisch. Die Ergebnisse sind dazu da, damit ICH sehen kann, ob ihr alles koennt oder ob ihr mit irgendwas Hilfe braucht und wir ein Thema nochmal wiederholen muessen. Wenn ihr euch nicht anstrengt, denk ich ihr koennt's nicht...und dann machen wir das alles nochmal bis es euch wirklich zum Halse raushaengt. Das will keiner. Wenn ihr es wirklich noch nicht koennt, muss ich das genauso wissen. Denn sonst kann ich nicht helfen und dann fallt ihr moeglicherweise immer mehr zurueck. Hat ja auch keinen Sinn.

    So langsam scheint es einzusickern und es macht ihnen auch klar, warum sie nicht abschreiben sollen. (Das haben naemlich ein paar meiner Maedels anscheinend so an ihrer vorigen Schule aufgeschnappt.)
    Klar vergleichen sie danach ihre Resultate und wer denn auf welchen Niveau ist. Deswegen bekommt meine Klasse jetzt immer nen gruenen, gelben oder roten Punkt auf die Arbeit. Gruen, wenn das (basierend auf ihrem eigenen Zielniveau) gut gelaufen ist, gelb wenn sie noch ein bissl hinterher haengen und rot wenn sie es wirklich in den Sand gesetzt haben. Meine Klasse ist jetzt dazu uebergegangen ihre Farbpunkte bekannt zu geben...statt der daemlichen Niveaus. :D

    Dejana

    Zitat

    Original von Chup Kettenmato
    Ich bin grad echt erstaunt und auch irgendwie entsetzt, denn eigentlich sollte es doch allseits bekannt sein, dass in der Mittagshitze die pralle Sonne gemieden werden soll. Vor allem in Zeiten des Klimawandels.
    Dass ihr nun der Meinung seid, es sei vollkommen OK, dass sich kleine Kinder nicht nur zu dieser Zeit in der Sonne aufhalten, sondern auch noch Sport treiben, kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Tut mir Leid.


    Was mich etwas entsetzt ist, dass du anzunehmen scheinst, wir wuerden
    1.) kleinen Kinder in "der Mittagshitze [und in der] prallen Sonne" irgendwelche leistungssportlichen Aktivitaeten abverlangen (ich frag mich eh, wie du auf die Idee kommst, Sportunterricht waere immer am Mittag)
    2.) nicht alle moeglichen Vorkehrung treffen um die Schueler zu schuetzen (Sonnenschutzvorkehrungen sind Teil unseres Unterrichtsprogramms und unsere Schueler wissen darueber Bescheid. Genauso lass ich ja auch niemanden zum Spielen in der Pause raus, der keine Kappe traegt.)

    Cancer Research UK schlaegt einige Vorsichtsmassnahmen vor, aber bloss weil die Sonne scheint, laesst man ja nicht alles stehen und liegen und schliesst sich im Haus ein. Mit Gefahren muss man umgehen lernen. Sommer ist eine tolle Zeit um die Sportarten im Unterricht zu machen, fuer die eine Sporthalle keinen Platz bietet.

    - Try to arrange sports in the early morning or late afternoon to avoid the midday sun.
    Unsere Mittagspause dauert von halb eins bis halb 2. Zwischen 12 und 2 findet kein Sportunterricht statt. Sportverantstaltungen finden bei uns immer nach 4 Uhr statt.
    - Take a look at the shade available in the area where the event is being held. You could use temporary shade structures (umbrellas or canopies) if there isn't enough shade from buildings and trees.
    Wir haben ausfahrbare Sonnensegel auf dem Schulhof. Das deckt jetzt weder unsere Tennisplaetze, das Schwimmbecken oder das grosse Feld ab, aber die muessen ja nun auch nicht 2 Stunden in der Sonne backen. Ne Sportstunde dauert bei uns vielleicht 40 Minuten, wenn man die ganze Umzieherei abzieht.
    - Think about providing water for students to prevent dehydration.
    Unsere Wasserspender sind das gesamte Jahr hindurch zu jeder Zeit zugaenglich. Die meisten Schueler haben zusaetzlich noch Wasserflaschen.
    - Discuss being safe in the sun during school lessons.
    Machen wir. Ist Teil unseres Lehrplans...
    - Encourage students and teachers to wear t-shirts, hats and sunglasses (if appropriate) whilst training.
    Bis auf die Sonnenbrillen ist das eh klar. Wir haben keine halbnackten Kinder (oder Lehrer) rumrennen.
    - Remind children to reapply sunscreen regularly.
    Sowieso.

    Ich weiss genau, wer Asthmamedikamente braucht und stell sicher, dass die Kinder die auch mit im Unterricht haben. Das ist aber nicht nur im Sommer so...
    Wenn Kinder nicht lernen wie man mit solchen Gefahren umgeht und wie man sich besser schuetzen kann, wie sollen sie das denn dann spaeter wissen?

    Wie gesagt, wir machen bei jedem Wetter Sport. Bei uns gibt's kein Hitzefrei und im Radio wird normalerweise auch nichts gesagt (vor allem nicht so frueh). "Hitze" ist hier 25-28 Grad, viel waermer wird's in der Gegend vor den Sommerferien nicht. :tongue:
    Derzeit sind's 14 Grad, gestern war's warm...mit 21 Grad. 8)

    Ich kann mich nicht entsinnen, dass wir in Schland jemals im Winter draussen Sport gemacht haben. Das war an meiner Schule undenkbar und wir haetten uns wohl geweigert. Ich kann so schon kaum zusehen, wie die in kurzen Klamotten rumrennen, waehrend ich dick eingemummelt unterrichte. Da ist mir der Sommer doch viel lieber. Kappe und Sonnenbrille auf und los geht's...Super!

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