Beiträge von WillG

    Bin mir gerade nicht sichrer. Wir haben alle so ein wenig den Überblick verloren, weil ja ständig etwas Neues kommt.

    Danke für den Hinweis, ich check das nochmal.

    Das sind sowieso im Moment nur Rohkonzepte, die noch nicht einsatzfähig sind. Bis zum Schuljahresbeginn wird sich da noch einiges ändern.

    Wir hatten halt gedacht, dass GA/PA mit Mundschutz und immer gleichem Partnern vertretbar seien. Aber wenn es verboten ist, ist es verboten.

    Geplant nach den Sommerferien:

    Unter- und Mittelstufe: Unterricht größtenteils im Klassenveband.
    Oberstufe: Normales Kurssystem. Unterricht für jeden Sek2-Jahrgang auf einem anderen Stockwerk, um wenigstens hier Durchmischung irgendwie zu vermeiden.

    Weiterhin Einbahnstraßensystem.

    Klassenräume bleiben offen, die Schüler können dort bleiben oder in den Pausenhof gehen. Aufsichten auf allen Stockwerken, die auch in die Klassenräume sehen. Maskenpflicht im Schulhaus, außer auf den Plätzen während des Unterrichts.

    PA/GA nur mit den direkten Sitznachbarn, fester Sitzplan.

    Keine gestaffelten Anfangszeiten.

    Natürlich lässt sich Durchmischung nicht vermeiden, u.a. da die Lehrer ja von Lerngruppe zu Lerngruppe wechseln.

    Wir haben als PR immer wieder unsere Beteiligung und unsere Mitbestimmungsrechte angemahnt, jetzt funktioniert es halbwegs. Wir sind im ständigen Gespräch mit der SL, um die Widersprüchlichkeiten für unsere Schule weitestgehend zu lösen. Wollen nach den Ferien auch eng mit den anderen Gremien (SV; GeKo; SEB; Schulforum) zusammenarbeiten, um eine möglichst breite Basis zu haben.

    Ich wunder mich hier wirklich und ich befürchte, dass uns das System in NRW irgendwann so richtig um die Ohren fliegt.

    Vielleicht hast du ja recht. In anderen Bundesländern sieht es ja nicht viel anders aus.

    Aber, darf ich mal fragen, was du tust, damit vielleicht doch noch nachgesteuert wird?

    Ich würde mal stark behaupten, dass die klassische Rollenverteilung innergesellschaftlich auch noch so stark etabliert ist, dass sich Frauen bewusst einen Mann suchen, der mehr verdient, und Männer bewusst eine Frau, die weniger verdient. Ausnahmen mag es hier geben, wobei ich ehrlich bin, dass ich in meinem Bekanntenkreis keine kenne.

    Deswegen habe ich bei Tinder zum Beispiel als Profilbild auch meine letzte Besoldungsabrechnung hochgeladen und lehne mich jetzt zurück und warte darauf, dass die bedürftigen Damen sich in Scharen bei mir melden, damit ich sie großmütig in der Ehe aus ihren prekären Verhältnissen herausführen kann.

    Ich würde dir in jedem Fall als Tipp mitgeben, im Gespräch mit der Schulleitung sehr genau zu formulieren:

    Wenn er den Eindruck bekommt, du fühlst dich nicht ausgelastet, kann es - je nach Charakter - sein, dass er sich Beschäftigungsmaßnahmen aus den Fingern zieht.

    Andersrum müssten die meisten nachvollziehen können, wenn du darlegst, wie belastend du die Situation im Home Office empfindest, da dir die Strukturen und der Kontakt zu anderen Menschen fehlt. So, wie du es hier ja auch dargelegt hast. Vor diesem Hintergrund wäre ein Vorschlag, dass du mit halber Stelle in ein Amt abgeordnet wirst, um wieder zeitliche Fixpunkte und eingeschränkten Kontakt zu haben, und du mit der anderen halben Stelle Arbeiten für die Schule übernimmst, damit du Schulleitung und Kollegium entlasten kannst, sicherlich keine Unverschämtheit.

    Was heißt denn Lehrerpool?

    Ein Tipp, der aber nicht gönnerhaft oder belehrend wirken soll: Du solltest dich mit den schulrechtlichen Regelungen in deinem Bundesland beschäftigen. Alleine schon, um bei Gesprächen mit der Schulleitung aufgestellt zu sein. Wenn er dir sagt, dass so eine Stunde nicht vorgesehen ist, ist es gut zu wissen, welche Stunden es gibt und wie bzw. durch wen sie verteilt werden.

    Wenn er sagt, dass man am Stundenplan jetzt nichts mehr ändern kann, ist es gut zu wissen, ob es in deinem Bundesland eine Regelung gibt, dass man auch über das Deputat hinaus arbeiten darf und diese "Plusstunden" dann später abgefeiert werden können. Das wäre dann eine Möglichkeit, also dass du die Entlastungsstunde angerechnet bekommst, sie aber eben zu einer Überstunde führt. Keine Ahnung, ob das bei euch geht.

    Außerdem wäre es interessant zu wissen, wie Aufgaben bei euch verteilt werden. Kannst du eine der Aufgaben abgeben, wenn du keine Entlastung bekommst, oder kann dich der Schulleiter verpflichten? All das ergibt sich aus dem Dienstrecht.

    Wenn du nicht so recht weißt, wo du das alles findest, frag mal bei eurem Personalrat nach, der kann dich bestimmt in die Richtung stoßen.

    Natürlich ist das verunsichernd, wenn man nicht so richtig weiß, wie es weiter geht und wenn die Regelungen so unterschiedlich sind.

    Aber mal ganz ehrlich, das ist der ganz normale Wahnsinn im Schulbetrieb: Jede Bundesland, jeder Bezirk, ja jede Schule hat andere Regelungen und Vorgehensweisen. Reformen, Gesetzesänderungen und Lehrplanänderungen werden in ad hoc Aktionen über Nacht durchgeführt und wir müssen das irgendwie auffangen.

    So weit also der alltägliche Wahnsinn.

    Was die Situation jetzt gefühlt so viel kritischer macht, ist die Tatsache, dass es sich eben um einen Virus handelt und die eigene Gesundheit direkt in Gefahr ist. Das geht mir ja nicht anders. Gleichtzeitig frage ich mich, wie rational diese Angst ist. Als die ganze Geschichte angefangen hat, war ich mir sicher, dass wir es sowieso alle bekommen, gerade auch, weil die Idee der Durchseuchung damals noch im Raum stand. Im Laufe der ersten Wochen hat die Regierung (- und auch der erste Coronathread hier im Forum) es aber so nachhaltig geschafft, der Öffentlichkeit zu vermitteln, wie unberechenbar der Krankheitsverlauf und die Spätfolgen sein können, dass man diese Perspektive plötzlich weniger gelassen sehen kann. Das war sicherlich auch ein wenig strategisch, um den Menschen die Bedeutung der Maßnahmen zu vermitteln.

    Aber: Es hilft halt nichts. Wir können die Gesellschaft nicht noch ein Jahr ruhen lassen, bis es einen Impfstoff gibt. Und dazu gehört im gesamtgesellschaftlichen Konstrukt eben auch, dass die Kinder "verwahrt" sind, so dass die Eltern arbeiten gehen können. Nein, das ist an sich nicht Aufgabe der Schulen, aber das Arrangement hat genau auf diese Weise eben seit Jahrzehnten funktioniert. Und jetzt, da die Gesellschaft hart auf die Probe gestellt wird und wir alle irgendwie Zugeständnisse machen müssen, muss sich die Schule dieses Arrangement eben zur Aufgabe machen.

    Mir wäre auch eine Kombination aus halben Klassen und Home Schooling lieber. Aber das lässt sich in Grundschulen und in der Unterstufe nicht umsetzen. Mich ärgert es auch, dass es dann nicht wenigstens da umgesetzt wird, wo es möglich wäre: Berufsschulen und Oberstufen. Aber dann liegt es an uns, über die gängigen Wege (Personalvertretungen; Politik; Presse) dafür zu sorgen, dass die Entscheidungsträger darüber mal nachdenken, wenn sie schon traurigerweise nicht von selbst auf die Idee kommen.

    Mit Exrtremhaltungen, wie dass die Schulen nicht für die Betreuung zuständig sind und ganz oder halb dicht gemacht werden sollten, werden wir jedenfalls nicht weiterkommen.

    Ich hab mal eine Frage, was macht Ihr, wenn ihr merkt, dass das beschlossene Hygienekonzept so einfach nicht funktioniert.

    Formal wäre die Antwort klar:

    Das Hygienekonzept ist de facto ja eine Dienstanweisung deines Schulleiters oder der übergeordneten Behörde. Wenn diese Anweisung der Coronaverordnung deines Bundeslandes, die als Verordnung ja übergeordnet ist, widerspricht, dann bist du als Beamter verpflichtet zu remonstrieren.

    Falls an der Schule alle Lehrer (anhängig vom Deputat) zur Aufsicht im Trainingsraum eingeteilt sind, würde es für mich nicht als Mehrarbeit/Überstunden zählen - ist dann "einfach" ziemliches "Pech",dass es diesen Raum an der Schule gibt.

    Das würde ich keinesfalls so stehen lassen. Wenn es feste Stunden sind, in denen du auch pädagogisch und erzieherisch wirkst, würde ich das auf jeden Fall als Teil deines Deputats sehen. Im Zweifelsfall mach doch mal eine Anfrage an der übergeordneten Behörde, schön auf dem Dienstweg, also über den Schreibtisch der Schulleitung.

    Du hast allerdings ein paar Mal Halbjahr und ganzes Jahr verwechselt.

    Oh, ja richtig. Kommt wohl daher, dass ich Gym-Lehrer bin, aber die Frage auf Realschule ausgerichtet war und ich deshalb RS-bezogen antworten wollte.

    Also:

    RS: 1 Jahr Seminarschule; 1 Jahr Einsatzschule

    Gym: 1/2 Jahr Seminarschule; 1 Jahr Einsatzschule; 1/2 Jahr Seminarschule

    Sonst im Großen und Ganzen identisch.

    Seminarlehrer sind das, was in anderen Bundesländer Ausbilder oder Fachleiter sind, also die, die für das Studienseminar arbeiten. Am Gym haben die A15.

    Betreuungslehrer sind normale Lehrer an den jeweiligen Schulen. Die bekommen keine Funktionsstelle, mit Glück aber vielleicht mal ne Entlastungsstunde - aber das geschieht selten.

    Die Seminarschule ist erstmal eine ganz "normale" Schule. Für die Fächer, die an diesem Schule ausgebildet werden, gibt es jeweils einen Seminarlehrer, der diese Aufgabe als A15-Funktion hat. Dazu kommen noch Seminarlehrer in Pädagogik, Psychologie und "Grundfragen der staatsbürgerlichen Bildung". Alle diese Lehrer sind gleichzeitig auch Kollegen an der Schule und unterrichten auch Schüler in ihren jeweiligen Fächern. Neben der A15-Vergütung ist ihr Deputat ein wenig reduziert - aber erstmal nur um wenige Stunden. Das Seminarfach "Schulrecht" wird vom Schulleiter unterrichtet, der gleichzeitig auch Seminarvorstand ist. Alles Seminare finden jede Woche zweistündig statt, außer Schulrecht, das einstündig ist - glaube ich.

    Die Refs kommen zum Schuljahresanfang an die Schule, bekommen ihre Ausbildung in den Seminaren und hospitieren viel - zuerst bei den Seminarlehrern, dann auch bei "normalen" Kollegen der Schule. Nach so 2-3 Wochen beginnen die ersten Lehrversuche in einzelnen Klassen, in denen sie hopsitiert haben. Auf Basis dieser Lehrversuche, also je nachdem, in welchen Jahrgangsstufen es gut und weniger gut geklappt hat, bekommen die Refs nach den Herbstferien "eigene" Klassen, eine pro Fach. Der bisherige Fachlehrer der Klasse wird zum Betreuungslehrer und bleibt erstmal auch verantwortlich für alle formalen Fragen: Lehrplaneinhaltung, Notenvergabe etc. D.h. er sitzt am Anfang viel mit im Unterricht, dann weniger, muss aber eigentlich immer zumindest im im Haus sein, wenn der Ref in seiner Klasse unterrichtet. Er segnet Stoffverteilungspläne, Klausurentwürfe und Korrekturen ab etc.

    Weitere Entlastung gibt es dafür nicht, nur eben die Stunden, die der Ref ja mehr und mehr in der Klasse übernimmt.

    Die Seminarlehrer machen auch weiterhin Unterrichtsbesuche, häufig unangekündigt.

    Im ersten und zweiten Halbjahr gibt es jeweils irgendwann eine Lehrprobe, für die man das Thema zwei Wochen vorher erhält und einen Entwurf schreiben muss. Hier muss man zeigen, was man im Idealfall leisten kann - hat also nichts mehr mit Alltag oder Unterrichtsrealität zu tun.

    Nach dem ersten Halbjahr wechseln die Refs die Schule und gehen an irgendeine Realschule in Bayern, die sogenannten "Einsatzschule". Das kann dann zufällig auch eine Seminarschule sein, aber man hat dann mit dem Seminarbetrieb nichts zu tun.

    Dort unterrichtet man bis zu 17 Stunden, hat pro Fach einen Betreuungslehrer, ist mehr in das Schulleben und das Kollegium eingebunden. Insgesamt ist das deutlich näher am Berufsalltag, auch was Freiheit etc. angeht. Man ist hier auch selbst für Lehrplaneinhaltung, Noten etc. verantwortlich. Die Betreuungslehrer kommen pro Halbjahr dreimals zu einem Unterrichtsbesuch - meist angekündifgt, meist ohne Entwurf oder so. Es gibt auch wieder eine Lehrprobe, zu der Seminarvorstand und Seminarlehrer angereist kommen.

    Am Ende des zweiten Jahres gibt es einen Prüfungstag mit mündlichen Prüfungen in den Seminarfächern - aber ohne Lehrprobe.

    Die Note des zweiten Staatsexamen setzt sich zu fast 50% aus den Lehrproben, zu fast 50% aus deinem Gesamtgutachten mit schwammigen Kriterien und zu ein paar Prozent aus den mündlichen Prüfungen zusammen. Ach ja, es gibt noch eine Examensarbeit über ein Unterrichtsprojekt, das mit einfließt.

    Am Gymnasium ist es genauso, nur dass man hier ein halbes Jahr an der Seminarschule ist, dann ein Jahr an der Einsatzschule, und dann nochmal für ein Jahr an seiner Seminarschule ist.

    Ich habe sicherlich Details nicht mehr ganz richtig im Kopf gehabt, also verbessert mich gerne.

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