Leider macht mir das Studium nicht wirklich Spaß und ich frage mich ob ich wirklich geeignet bin
Den Glauben, dass alles im Leben "Spaß" machen muss, halte ich persönlich für sehr gefährlich... Im Studium qualifizierst du dich für deinen späteren Beruf, der dir vor allem eines einbringen soll: Kohle um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten! (Um dann damit Dinge zu finanzieren, die dir Spaß machen. ;))
Spaß, Selbstverwirklichung, etc. sind alles keine Dinge, die man im Berufsleben suchen sollte, sondern in der Freizeit. Meiner Meinung nach zumindest.
Anders sieht es bei der Motivation aus. Ich denke der Glücksfall, dass man den Großteil seiner Motivation aus sich selbst heraus bezieht (intrinsische Motivation), dürfte heutzutage nur noch sehr selten gegeben sein. Deswegen fände ich das schon ein bisschen viel verlangt. ABER wenn dieses hier:
weil ich zugegebenermaßen die flexiblen Arbeitszeiten, die Arbeitsbedigungen und die gute Bezahlung als Hauptmotivationsgründe sehe
wirklich deine hauptsächlichen Gründe sind, den Lehrberuf anzustreben, finde ich das doch etwas dünn... Zumal ich aus der Praxis alle drei Punkte nur sehr eingeschränkt als Vorteile erkennen kann.
Flexible Arbeitszeiten ja... Was aber auch bedeutet, dass sich die Arbeitszeit aus rein organisatorischen Gründen, auch mal auf den späteren Abend oder aufs Wochenende bzw. in die Ferien verlagern kann... Also nichts mit: Ich bin vormittags in der Schule, kann mir nachmittags die Zeit frei einteilen und habe am Wochenende und in den 12 Wochen Ferien komplett frei.
Dass du grundsätzlich gute Arbeitsbedingungen vorfindest... Wo hast du das her? Bzw. was meinst du damit? Es kommt sicher drauf an, aber ich denke, wenige Kollegen können behaupten, dass sie an ihrer Schule "gute" Arbeitsbedingungen vorfinden. Man guckt halt, was "im Angebot" ist und versucht dann das beste daraus zu machen und sich nicht allzu sehr über die Missstände aufzuregen. 
Gute Bezahlung, nun ja. Kommt auch darauf an, mit was man sich da vergleicht. Mein Mann hat nahezu das gleiche Studium wie ich gemacht und verdient halt netto einen Tausender mehr im Monat... In der "freien Wirtschaft". Gut, er hat auch in der Regel jede Woche deutlich mehr als 40,5 Stunden auf der Uhr... Also insofern gleicht sich das vielleicht aus... Wobei er die Überstunden natürlich abfeiern oder sich ausbezahlen lassen kann...
andererseits merke ich bereits dass ich jetzt schon große Defizite in den Fächern habe, die ich nur mit einem hohen Arbeitsaufwand beheben könnte.
Da würde ich mich als erstes fragen, woher die Defizite kommen und was unter "hohem Arbeitsaufwand" zu verstehen ist... Schon zu meiner Zeit gab es solche und solche Studenten. Die, die sich mit Fleiß und Ehrgeiz ihren Studium gewidmet haben, jede Vorlesung vor- und nachbereitet haben, etc. Und ja, die anderen eben. Und naja, wenn man keine Energie reinsteckt, kann man auch nicht davon ausgehen, dass da irgendwas außer "4 gewinnt" bei rum kommt.
Ich habe selbst Englisch studiert und fand das damals schon eher weniger anspruchsvoll (im Vergleich zu meinem Mathematik-Studium). Ohne großen Aufwand habe ich da immer mindestens die 2 und öfter auch mal die 1 vor dem Komma gehabt... Heute dürften die Ansprüche nochmals gesunken sein... Zu Bio kann ich leider nichts sagen.
Oder wäre ich in der Wirtschaft besser aufgehoben.
Das kommt drauf an... Hier hat keiner eine Glaskugel. Gäbe es denn einen Ausbildungsberuf, für den du irgendwie intrinsische Motivation finden könntest? Falls ja, wärst du da sicher besser aufgehoben.
Falls du jetzt keinen Alternativplan hast, würde ich erstmal das weiter machen, das du angefangen hast.
Wobei es sich ja, da du Englisch studierst, durchaus anbieten könnte, ein Gap Year zu machen. Ein Jahr Pause. Ab ins englischsprachige Ausland. Work and Travel könnte sich anbieten. Eventuell stößt du "zufällig" auf einen Job, der dir Spaß macht? Kannst ja da auch durchaus gucken, ob du nochmal sechs bis acht Wochen nen Job im Bildungssektor machst.
Gibt es Möglichkeiten für mich praxisnah herauszufinden ob der Lehrerberuf wirklich meine Leidenschaft ist oder nur eine Laune?
Außer das Work and Travel würden sich natürlich Schulpraktika in den Semesterferien anbieten...
Generell möchte ich dir noch mit auf den Weg geben, dass der Lehrerberuf ein sehr vielfältiger Beruf ist. Du wirst später, innerhalb deines Berufsfeldes, noch viele Möglichkeiten haben, dich "weiterzuentwickeln". Mir geht es im Moment auch so (nach sieben Jahren im Beruf), dass ich langsam meine Fühler nach "Veränderung" ausstrecke... (Ich bin an berufsbildenden Schulen und da wiederholt sich alles sehr schnell.)
Man muss dann halt gucken, was man gut kann und wo man reinpasst und dann konsequent darauf zuarbeiten. Zu glauben, hier bin ich und die Welt liegt mir zu Füßen, ist auch nicht realistisch. Man steht ja auch nicht auf dem Mount Everest kaum dass man sich die Wanderstiefel geschnürt hat... 