Ich melde mich mal als Referendar zu dem Thema:
Was das außerunterrichtliche Engagement angeht:
Ja klar können Refis das machen und leisten. Aber es ist an sich nirgends verpflihctend festgeschrieben und wenn ein Refi lieber seinen Unterricht vorbereitet oder einfach mal die Seele baumeln lassen will, weil die Seminarleiter z.B. übermäßig fordernd oder sogar link sind, spielt das doch auch mit rein und ist durchaus legitim.
Bei meinem Schulleiter hatte ich bisher immer das Gefühl, das ich mich unbedingt viel und überall einbringen muss um eine vernünftige Benotung zu bekommen. Glücklicherweise will ich mich aber auch bei bestimmten Dingen mit einbringen (daher war ich bereits 2x auf Klassenfahrt und 6x auf Wandertagen mit dabei, einen der Wandertage habe ich dann auch selbst geplant). Zum unterrichtlichen Engagement gehört in einigen Fächern auch das Durchführen von Exkursionen dazu. Viele der außerunterrichtlichen Engagements sind aber für einen Refi mit Seminarbesuchspflicht auch nicht leicht durchführbar. Ich hab es mittlerweile so oft erlebt, das ich um Freistellung vom Seminar gebeten habe, da ich einfach an ungünstigen Tagen Seminar hatte. Wenn der Seminarleiter dann aber sagt "Ist nicht drin.", dann ist das so, dann kann der Refi nichts dafür.
Was das rumjammern und sich nicht einbringen angeht kann ich auch ein Lied von singen: Wir haben einen neuen Refi bei uns, der 6h eigenverrantwortlichen Unterricht gibt (in jeder Stunde sitzt einer seiner Mentoren drin) und bei dem die UBs so dermaßen schlecht laufen (weil unvorbereitet, 1 Tag vor der Angst und das bisher IMMER vor UBs). Organisatoisch ist die Person nicht mit Talent geschlagen und was die Reaktion auf Eingaben der Mentoren angeht, könnte ma die Person auch als beratungsresistent bezeichnen. Auf der anderen Seite bringt sich die Person im Lehrerzimmer auch sehr gerne duch rumjammern ein, wie schwer doch alles sei und wie kompliziert das Ref ist und und und. Ich denke mir dabei immer "Hey, du hast aber Menschen, die sich als Mentoren bei dir rein setzen und dir in den Hintern treten. Ich hatte lediglich im 1. Halbjahr einen Mentor in einem meiner beiden Fächer drin und hätte ich mir nicht Kollegen organisiert die ab und an in den Unterricht mit reinkommen....".
Was die Beurteilung vom Engagement angeht:
Mein Schulleiter hat mir vergangenes Jahr eine Beurteilung gegeben, wo in dem Bereich stand, das ich mich zu wenig einsetze (in dem Bereich die Formulierungen für die 4). Die Realität sah so aus: Teilnahme an 2 Klassenfahrten, Mitgehen auf 4 Wandertagen, Durchführung von 3 Exkursionen, Betreuen eines Standes beim Sommerfest, 2x Betreuen eines Bereichs beim Tag der offenen Tür, 3x Betreuen eines Standes auf einem Hoffest (außerhalb der Schule an einem Samstag), Vertretung des Fachbereichsleiter bei einer Informationsveranstaltung, Co-Lehrer in einer Sport-AG, Mitarbeit in unserer Lehrer-AG für die Verbesserung der Außenwirkung unserer Schule, kein Murren und Knurren als bei uns im Zuge von 2 Wochen übermäßiger Krankheit alles vertretungstechnisch drunter und drüber ging (in den beiden Wochen habe ich stundenmäßig fast ein volled Deputat gehabt).
Auf die Frage, warum ich denn so eine miese Beurteilung in dem Bereich bekommen habe, wurde ich dann gefragt, was ich den außerhalb des Unterrichts gemacht habe. Nach Klärung gab es dann eine neue Beurteilung.
Manchmal sieht man als Bewerter auch nicht das Engagement. Vlt. ist dem Refi auch gar nicht bewusst, dass das von ihm erwartet wird und ein klärendes Gespräch brächte Besserung ins Verhalten?