Und wenn der Bus ein Schulbus ist und einmal am Morgen aus der tiefsten Pampa in die 40 km entfernte Schule fährt: Entschuldigung ist plausibel, Schüler ist nicht schuld.
- Nicht jeder wohnt im urbanen Umfeld, wo ein 30-Minuten-Takt die Grenze des Vorstellbaren ist.
Ich hatte so eine tolle Diskussion mal mit einem Lehrer zu meiner eigenen Schulzeit:
Wohnte ca. 50km westlich von Berlin, ruaraler Raum, die nächsten Einkaufmögkichkeiten in jede Richtugn 30km entfernt. Notarzt kam nie, immer nur der Rettungshelikopter. Der Bus kam alle 1 1/2 Stunden.
Habe daher ganz oft, vor allem im Winter, den Bus davor genommen und stand dann 1h und mehr vor verschlossener Schultür (Aufstehzeiten teilweise 4.30 Uhr). Busfahrzeit 60 Minuten und mehr (Kleckernester).
Ich war fast immer pünktlich, nur das eine Mal im Winter bei diesem tollen Kollegen nicht. Der kam auch aus der Ecke mit dem Auto. Ich hatte vorher sogar noch in der Schule angerufen (!). Er meinte dann wortwörtlich "10km weiter ist die Bahnstation, dann musst du da halt hinlaufen!". Zur Situation sei gesagt, das der einzige Weg auf einer Landes- und dann auf einer Bundesstraße lang geführt hätte. Bei -20 Grad und Dunkelheit. Die Diskussion, die er dann mit meiner Mutter, die sonst immer recht freundlich ist, führen durfte, war dann nicht mehr so amüsant für ihn.
Ich glaube, dass solche Umständde irgendwie immer noch vergessen/ausgeblendet werden. Deutschland ist was den Nah- und Fernverkehr angeht teilweise sehr abenteurlich.