Beiträge von Cat1970

    Und woher kommt das Phänomen: „Können Sie das Herr Müller ins Fach legen?“ „Wem soll ich das ins Fach legen?“ „Herr Müller!“

    Bei uns heißt das: „Können Sie das in Herr Müller sein Fach legen?“ :)

    „In welches Fach soll ich das legen?“

    „In Herr Müller seins.“

    In unserer Stadtbücherei kann man sich Bücherkisten als Lehrer zusammenstellen (lassen), da könntest du englische Bücher nehmen, stellst diese in deinen Klassenraum und lässt von diesen Büchern von den Schülern etwas ausleihen. Die Bücherkisten sind für die Hand der Schüler, du darfst die ganz offiziell verleihen. In meiner Heimatstadt sind die Büchereiausweise für alle bis 21 kostenlos, daher ist das wahrscheinlich so unproblematisch möglich. Aber vermutlich gibt es das Modell mit den Bücherkisten auch in anderen Städten.


    Vielleicht ein Anfang bis du einen Sammlung zusammenstellen kannst.

    Manchmal kann es helfen als Ansporn, die "guten" Schüler/innen, an die Tafel zu schreiben: Nach einem sinnvollen Unterrichtsbeitrag notiere ich den Namen an der Tafel und mache deutlich, dass sich die Note für die mündliche Mitarbeit immer weiter verbessert, je öfter man dort steht. Also, ich schreibe bei der ersten Äußerung den Namen an und beim nächsten Beitrag dann ein Plus hinter den Namen. Am Ende der Stunde ein Foto des Ganzen machen, so dass die Schüler/innen mitbekommen, das hat eine Bedeutung für die Notengebung. Tatsächlich möchten aber wirklich viele gerne an der Tafel stehen.


    Mein Tipp für Chemie als Nicht-Chemikerin wäre, es wirklich ganz einfach angehen zu lassen. Ich selber habe z.B. keine Ahnung von dem Fach und kann nachvollziehen, dass viele Schüler/innen hier schnell abschalten und dann eben unruhig werden, wenn sie sich überfordert fühlen. Ich würde daher mit etwas beginnen, wo alle mal einen Erfolg haben können. Vielleicht wiederholen, wie Utensilien im Chemieraum heißen oder die Sicherheitsbelehrung oder sowas, irgendwas wozu wirklich der Unwissendste mal etwas Richtiges sagen kann. Den ein oder anderen kannst du vielleicht "einfangen", wenn er/sie merkt, ach, da weiß ich doch was. Ich würde zumindest immer einen Teil so planen, dass ein paar sehr leichte Sachen abgefragt bzw. wiederholt werden, bevor du mit dem eigentlichen Thema weitermachst. Wenn dein Klientel sehr leistungsschwach ist, guck mal in Bücher für die Förderschule Lernen wie Klick oder Stark in.


    Wir haben an unserer Schule auch viele sehr leistungsschwache und unruhige Schüler/innen sowie viele mit mangelhaften Sprachkenntnissen. Einige meiner Kollegen haben jetzt mittlerweile begonnen, Inhalte mit Material für die Förderschule Lernen sehr kleinschrittig im Klassenunterricht zu erarbeiten. Dadurch hat sich die Mitarbeit zum Teil gebessert. Für die Fitteren gibt es im Lauf der Stunde andere Arbeitsblätter, die anderen wiederholen nochmal das gemeinsam erarbeitete. Offiziell dürfte man das Material für die Förderschule nicht für alle verwenden, weil man ja andere Kompetenzerwartungen zu erfüllen hätte.

    Wir haben viele rumänische Schüler/innen, die ich sehr mag, aber in puncto Corona glauben sie wirklich jedes abstruse Gerücht der Impfgegner. Jetzt sind einige von ihnen in Rumänien und schon eine Woche nach den Ferien sitzen sie ohne Maske im Unterricht. Die Armen werden sich alle anstecken, fürchte ich.

    Was mir direkt auffiel: Ein Bilderbuch ohne Text finde ich als Erzählanlass super, als Schreibanlass eher ungeeignet. Der Bilderbuchzeichner fand geschriebenen Text unnötig, warum sollen die Kinder jetzt gerade zu diesem Buch etwas schreiben?


    Die Förderung der Erzählfähigkeit würde ich hier in den Vordergrund stellen. Für Kunst ist das sicher auch ergiebig, vielleicht einen roten Regenschirm mit dem Hund als Vorlage geben, anmalen und ausschneiden lassen oder beides basteln und aufkleben und die Kinder gestalten selbst dann ein Bild dazu, wo der Hund mit dem Schirm landet. Die Bilder sind schöne Erzählanlässe.


    Sonst wäre das Buch als anschließende Einführung für das R vielleicht auch geeignet: Regenschirm, rot, Reise… Der Hund fliegt ins Buchstabenland und lernt den Buchstaben R kennen oder so.

    Werden die Schüler bei euch nicht am Tag danach bzw. noch am selben Tag getestet wenn sie wieder zur Schule kommen und einen angesetzten Test versäumt haben?

    Nein. Einige kommen regelmäßig erst zur Pause und sitzen dann ungetestet im Fachunterricht. Das fällt keinem auf, die Aufsicht, die nach der Pause die Schüler/innen ins Gebäude lässt, weiß natürlich nicht, wer getestet ist. Die Lehrkraft die nach der Pause Unterricht in irgendeinem Kurs hat, weiß auch nicht, ob ein/e Schüler/in morgens beim Testen war. Sie hat im Kurs kein Klassenbuch zur Hand, wo sie da nachgucken könnte, wer in der 1. Stunde gefehlt hat. So sitzen immer wieder ungetestete Schüler/innen im Unterricht. Das sind leider keine Einzelfälle.


    Ich bin ja geimpft, aber mir tun die ungeimpften Schüler/innen leid, die sich an die Regeln halten und sich so bei den Mitschüler(inne)n anstecken können.

    Bei uns sind bei jeder Testung Schüler positiv, aber es geht ja außer den positiv getesteten Schülern keiner mehr in Quarantäne.


    Die Schüler in Klasse 5 und 6 sind unter der Altersgrenzen für den Impfstoff, doch auch von den älteren sind bei uns kaum welche geimpft.


    Es gibt Schüler, die nie kommen, wenn getestet wird. Aber sie laufen mit ihrem Schülerausweis als Getestete durch die Gegend.:top:

    Die Idee direkt nach den Herbstferien die Maskenpflicht abzuschaffen, wenn unsere Schüler aus den Hochrisikoländern wieder nach Deutschland kommen, ist auch super:autsch:

    Mir fällt gerade ein: Als Berufsanfängerin hatte ich auch Deutsch-Förderunterricht montags 7. Stunde bunt zusammengewürfelte Gruppe Förderschule Lernen mit leseschwachen Schüler(inne)n Klasse 9 und 10. Da ich zum erstenmal eine Klassenleitung in der Unterstufe (Klasse 1 bis 4 zusammengefasst) sowie noch Fachunterricht in zwangsläufig fachfremden Fächern hatte, war meine Vorbereitungszeit sehr begrenzt. Ich hatte ein Oberthema gesucht:Jugendliche in aller Welt. Stundenablauf jeder Stunde immer gleich: Vorlesen des Textes und der Fragen dazu. Fragen zum Text schriftlich beantworten, Partner- und Kleingruppenarbei erlaubt, Antworten vergleichen, Bewerten der eigenen Mitarbeit, fertig. Ich kam mir richtig schlecht vor, wegen der kaum vorbereiteten Stunden, doch was soll ich sagen: Es waren sehr entspannte Stunden und die Schüler mochten es richtig gern, jeder wusste was ihn erwartet und jeder konnte es schaffen.


    Ich mache als Hilfestellung für leseschwache Schüler/innen kleine Hochahlen vor die richtigen Antwortsätze in dem Lesetext. Zu Frage 1 gehört Hochzahl 1 usw. Das ist für schwache Schüler/innen immer ein Erfolgserlebnis, dass sie zum erstenmal alle Fragen zum Text richtig beantworten können. Sie müssen nur die richtige Zahl finden und den Satz abschreiben. Und geschafft! Als nächste Stufe müssen sie die Zeilenangaben finden, die zur Antwort passen. Dann den Abschnitt mit der richtigen Antwort, in dem die wichtigsten Wörter zudem unterstrichen sind. Danach gibt es nur noch die unterstrichenen Wörter als Hilfestellung. Damit mache ich gute Erfahrungen.


    In Englisch geht das ebenso, wenn Texte inhaltlich erschlossen werden sollen.

    Falls du weißt, wie die nächste Arbeit aussehen wird, würde ich auch gezielt diese Aufgabenformate üben, z.B. Lückentext ausfüllen, wie Maylin 85 und Catania schrieben! So bereite ich auch meine Förderschüler vor, sie kennen immer schon die Aufgabenformate, nicht die Aufgaben. Außerdem suche ich gezielt Vokabeln raus, die sie für die nächste Arbeit unbedingt können sollten. Wenn man sich die Units der Englischbücher anguckt, sieht man ja Vokabeln, die nicht so wichtig erscheinen, die können sie beim Lernen weglassen, z.B. fällt mir spontan Schleiereule ein, die in einem Unit letztens vorkam. :autsch:Auf jeden Fall reduzieren, oft ist die Menge der zu lernenden Vokabeln für die schwachen Schüler einfach nicht zu bewältigen, das macht sie mutlos oder wütend.

    Buchvorstellungen durch die Kinder: in regelmäßigen Abständen darf ein Kind sein Lieblingsbuch vorstellen, es erzählt kurz, worum es in dem Buch geht und liest ein Stück daraus vor

    Buchplakate oder Lapbooks zu Büchern gestalten, in denen die Kinder Bücher empfehlen, die sie gut finden

    Anlegen einer Klassenbücherei, Kinder verwalten die Ausleihe selbst

    Rätsel oder Quizfrage des Tages: Jeden Tag ist ein anderes Kind an der Reihe, ein Rätsel/Quizfrage mitzubringen. Entweder kann es das Rätsel/die Quizfrage selbst aufgeschrieben haben oder ausgedruckt/ausgeschnitten mitbringen. Das Rätsel/die Quizfrage wird aufgehängt. Die Kinder, die es gelesen haben, dürfen am Ende des Tages raten und das Kind von dem das Rätsel/die Quizfrage stammt, ist der Quizmaster.

    Witzbuch: Jedes Kind kann Witze für ein Witzbuch der Klasse sammeln und hineinschreiben, ab und zu wird daraus vorgelesen.

    Lesezeit in der Schule schaffen, in der es sich die Kinder an verschiedenen Orten gemütlich machen und gelesen wird.

    Paired Reading jeden Tag für 5 Minuten

    Eine Schatzsuche

    Eine Lesenacht oder einen Leseabend

    Interessante Meldungen aus Zeitschriften/der Zeitung mitbringen und vorlesen und oder aufhängen: Bei manchen Kindern kann man eher Motivation über das Lesen schaffen, wenn es (erstmal) nicht um Bücher geht.

    In unserer Schule gab es einmal eine Autorenleseung, das motiviert möglicherweise auch


    Bezüglich Antolin als Lesemotivation kann ich persönlich nur eines zu bedenken geben: Es ist in erster Linie eine Möglichkeit, die Sinnentnahme zu überprüfen, Lesen übt man beim Lesen der Fragen und Antworten und es besitzt einen Wettbewerbscharakter, der zwar von außen anspornen kann, aber macht es Lust am Lesen? Meine eigene Tochter hat sich sehr darauf gefreut, Lesen zu lernen, konnte sie schnell und liest seit jeher immer viel und gern. Antolin fand sie abschreckend und ihre Worte sind mir noch im Ohr: „Was soll das? Glauben die mir nicht, dass ich die Bücher gelesen habe? Lesen soll doch Spaß machen.“ Zum Glück war Antolin in ihrer Grundschulklasse freiwillig und nicht verpflichtend zu Hause zu erledigen, das kenne ich nämlich auch.

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