Beiträge von Rotkehlchen2015

    Stille Mitleserin, danke. Dieses Fallbeispiel macht mir Hoffnung.
    Ich bin nicht so depressiv wie es scheint...nur im Moment habe ich wieder einen Durchhänger. Ich habe bereits c. 20 Bewerbungen für duale Studien und Ausbildungen rausgeschickt und noch weitere für sonstige Jobs. Aber es werden noch viele weitere folgen.
    Im Moment verbringe ich meine Tage nur vor dem Computer mit dem Durchforsten von Jobseiten.
    Aber deine Idee ist gut mit dem Ehrenamt..als Ausgleich zur Jobsuche wäre das was...für Hobbys und Freunde habe ich eh kein Geld mehr XD. Kleiner Spaß am Rande.


    An Aktionismus fehlt es also nicht.
    Nur dass ich mit dem bisherigen Studium so gar nichts anfangen kann schockt mich. Dass es so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht.
    Aber ich bleibe dran.


    Friesin, das ist das, was ich meinte: Für diese wenigen Stellen gibt es viele, die spezielle Übersetzungsbachelor absolviert haben. generell spezialisierter und besser ausgebildet sind als ich mit dem Lehramtsstudium.


    Und nochmal zu dem Geschriebenen aus November, was die Fachleiter betrifft: der eine Fachleiter war fähig, aber sehr streng, mit sehr hohen Ansprüchen, da konnte man selbst mit absoluter Perfektion nur eine 3-4 erzielen (was mir nie gelungen ist). Der andere war Die Verkörperung des Fehlers im System: Unvorbereitete Seminarstunden, "lesen sie das da mal", wahllose Referatsverteilungen, damit er bloß nichts machen musste; insgesamt konnten nur die bestehen, die sehr gute SuS an ihrer Schule erwischt hatten und/oder einen breiten Fundus an Unterrichtsentwürfen von Mitrefis angesammelt hatten. Beschweren konnte man sich theoretisch über einen tollen Evaluationsbogen, bei dem man aber auch seine Fächerkombi angeben musste, was bei gewissen Fächerkombis schon einer Namensangabe gleicht. Kritik also unmöglich ohne das man dafür büßen musste. Und selbst wenn dies nicht so gewesen wäre- die Seminare waren so klein, dass der Seminarleiter sich ausrechnen konnte, wer denn jetzt der "Böse" war. Seine Lieblinge bestimmt nicht.

    Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder zurück...ich habe nun aus Krankheitsgründen unterbrochen. Zurück will ich so schnell nicht.
    Aber es ist der Schritt vom Regen in die Traufe..ich merke nun, dass ich in Hinblick auf den restlichen Arbeitsmarkt genauso gut nach der 9.Klasse hätte abgehen können. Keine Sau interessiert es, dass ich graduiert bin. Nur 450 Eurojobs auf Mindestlohnbasis von denen man nicht leben kann.
    Ich wünschte ich hätte BWL studiert oder was anderes Nützliches und nicht meine Zeit mit diesem wertlosen Studium verschwendet. Ich fühle mich dumm und nutzlos, auch wenn ich meinen Schritt nicht bereue, denn ich hatte keine Wahl mehr. Meine Gesundheit hat es gefordert.
    Für ein Zweitstudium fehlt das Geld, für eine Ausbildung bin ich zu alt. Und selbst wenn bekäme ich nicht mal Miete und die ganzen Versicherungen von einem Azubigehalt bezahlt. Ich bewerbe mich, aber es ist sinnlos. Selbstständig machen..aber womit? Und wieder die Krankenkasse die einen aussaugt (300€) bei Selbstständigkeit. Da müsste ein Unternehmen schon verdammt gut laufen umd das zu bezahlen.
    Ich bin traurig, dass mein Studium wirklich so gar nichts wert ist.


    Und warne eindringlich die Mitlesenden, die noch kein Studium begonnen haben: Studiert auf GAR KEINEN Fall Geistes oder Sprachwissenschaften mit der vagen Idee damit Lehramt machen zu können. Wenn ihr nur den leisesten Zweifel daran habt, ob ihr für den Beruf geeignet seid, lasst es.
    Glaubt nicht, dass ein gutes Lehramtsstudium ein Garant für späteren Erfolg ist, das ist es ganz sicher nicht. Im Lehramt seid ihr nur noch 5% Wissenschaftler und 95% Pädagoge/Sozialarbeiter. An allen Schullformen. Differenzierung wird immer mehr aufgeweicht, alle sind gleich.
    Studiert was sinnvolles, BWL oder ein MINTfach, der Rest ist Ausschuss auf dem restlichen Arbeitsmarkt. Ist die Ramschware, die höchstens noch Taxifahren darf. Stellen für Geisteswissenschaftler sind rar gesät und an sehr spezielle Bedingungen geknüpft, die man nur äußerst selten erfüllen kann. Und dann wird man ohnehin von anderen Konkurrenten ausgestochen, die zufällig genau den passgenauen Bachelor für diesen Beruf studiert haben (Übersetzung, Verlagskaufmann etc.)


    Ich bin echt am Ende, sehe keine Perspektive, habe keine Hoffnung. Ich weiß, das all das heftig klingt, aber ich wünschte ich hätte damals zu Abizeiten einen solchen Forenbeitrag gelesen, der mich umgestimmt hätte von meiner absolut idiotischen Berufswahl.
    Mein Leben ist kaputt..dazu reicht heutzutage schon ein falsches Studium...

    Mittlerweile geht es mir so schlecht, dass ich denke, dass ich das alles nicht mehr lange durchhalten werde...ich habe keine Energie mehr. Ich stehe gefühlt vor dem Nichts, kann nicht mehr schlafen, bin nur noch fertig. Eigentlich habe ich schon aufgegeben. Ich kann komplett von vorne anfangen, neues Studium etc. Irgendwann, wenn es mir wieder besser geht. Gibt es hier jemanden, der diesen Schritt ebenfalls gehen musste/wollte/konnte?

    Mimimaus: Das Gleichnis, dass du verwendest, leuchtet absolut ein. Aber wahrscheinlich bin ich einfach kein Meister auf dem Gebiet der Pädagogik. ganz bestimmt sogar nicht..ich habe bisher einfach versucht, die UBs so gut wie möglich hinzukriegen..allerdings ohne Hunderte von Euros zu verbraten (ja..solche refis gibt es... die wirklich gar keine Kosten scheuen..)


    Wollsocken: Die Anmerkung mit dem verlag klingt interessant, ich werde mich da mal kundig machen. Der Fakt, den du außerdem erwähnst, nämlich einfach an der falschen Schule gelandet zu sein, trifft auch mich höchstwahrscheinlich zu...ich identifiziere mich mit der speziellen Schulpolitik wenig, zumal meine Fächer auch nur eine Randposition an der Schule darstellen. Die Kollegen sind nett, die SuS ok. Man bemüht sich um mich...aber anscheinend stimmt trotzdem was nicht.Vielleicht einfach die Chemie.
    Ich bin überdies in den Schulort gezogen..eine Entscheidung, die mir ursprünglich Fahrtzeit und Auto ersparen sollte, mich aber insgesamt ziemlich unglücklich und einsam gemacht hat.


    Trantor: Vielleicht es mir schwer mich zu verbiegen bzw. zu schauspielern..oder mit anderen Worten: ich kann es schlichtweg nicht.


    Stan87: Spiele baue ich auch sehr viele in meinen Unterricht ein, einfach zur Auflockerung...du hast Glück , dass du schon vorher anscheinend wirkliche Erfahrungen im Lehrberuf sammeln konntest und nicht nur hier und da ein Praktikum hattest wie ich...


    Piksieben: ja Verlängerung ist notgedrungen mein Plan...ich will es bis zum Ende versuchen..um mir später keine Vorwürfe machen zu müssen.


    Cat1970: danke, für die ausführliche Liste an Tipps..ich werde mich beim nächsten UB peinlich genau daran halten...



    Im Moment bin ich gesundheitlich stark angeschlagen..die Psyche macht mich fertig..im Moment bin ich sogar krankgeschrieben...ich will am Montag gerne weitermachen, doch meine Psychologin rät mir sogar ab...ich will einfach nur Normalität..arbeiten, Geld verdienen..aber ohne Psychostress

    Ob ich den Beruf möchte ist eine gute Frage...
    Ich weiß nicht, ob ich so demotiviert wurde, dass ich nun denke, keine Lehrerin werden zu wollen und deswegen alle möglichen Begrüdnungen dafür suche. Aber eigentlich -wenn man vom Referendariat mal absieht- doch gerne im Lehramt wäre. Manchmal habe ich so eine Ahnung, dass das ganze das Richtige für mich ist. Aber ebensoviele beweise habe ich, dass es nicht so ist.
    Oder ich will nicht will...aber ich habe jahrelang studiert und nie daran gedacht aufzuhören.


    Ich würde gerne handfeste Argumente für meine nicht vorhandene Lehrerpersönlichkeit hören, aber die erfahre ich nie. Meinetwegen auch verletzende, einfach nur damit ich es für mich klar habe...aber stattdessen nur Herumgerede

    cat1970: Die Unterrichtsentwürfe anderer Referendare liegen mir vor... und jedes Mal denke ich: OMG, wie kommen die auf sowas? Das ist der Wahnsinn. Ich mache eher realistischen Unterricht, der auch so in einer normalen Stunde machbar wäre vom Aufwand. Ohne teures Spezialmaterial etc. Vielleicht bin ich in dem Punkt renitent, aber ich halte es für blödsinnig Stunden zu zeigen die absolut unrealisierbar im Alltag wären, weil soviel Extrakram benötigt wird.
    Generell waren die Entwürfe anscheinend nicht das Hauptmanko, das Material wurde immer gelobt (und ich erstelle es in der Tat wirklich gerne) und man verwies bereits darauf, dass ein Schulbuchverlag vielleicht der bessere Ort für mich wäre. Dagegen habe ich zunächst auch wenig einzuwenden, allerdings kenne ich aus einem Studentenjob die Arbeit in Verlägen...Problem ist dass es dem Verlagswesen in unseren Zeiten garnicht gut geht...und wenn ich mir vorstelle, dass jeder schlechte Refi dorthin sich bitte wenden möge...wohin soll das führen? Und die Bezahlung ist unterirdisch..(bei noch weit unter Mindestlohn...)
    Als große Baustelle wird in den Besuchen immer die ominöse Lehrerpersönlichkeit angekreidet..die Schüler würden mich akzeptieren, aber trotzdem fehle etwas Entscheidendes. Ich weiß meistens einfach nicht was sie meinen. Problem ist bei mir jedoch definitiv die Prüfungsangst, die mich hölzern agieren lässt. Zudem entspringen die meisten Fehler dieser Prüfungsangst (z.B zu schnell durchhetzen mit dem Stoff, Dinge vorwegnehmen aus Angst die SuS kriegen es nicht gebacken etc.) Ich kann verstehen, dass ich nie eins oder zwei stehen werde, aber das jeder Besuch immer 5 war? Mittlerweile sträube ich mich innerlich dagegen, nochmal Zeit und Herzblut in einen Entwurf zu stecken, weil am Ende doch wieder alles Müll ist. Mich macht das kaputt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sich das jemals ändert. Nun bin ich erstmal einige Zeit krank geschrieben, weil mich die ganze Sache fertig macht. Konzentrieren kann ich mich kaum, motivieren schon lange nicht mehr. Hinzu kommt die gigantische Existenzangst und die Erkenntnis des Versagens nach all den Jahren.
    Ich frage mich, wie ich auftreten muss, damit man mich als Lehrperson akzeptiert. Ich bin bestimmt keine graue Maus, aber die dominante Superzicke bin ich definitiv auch nicht. Schauspielern konnte ich noch nie...immerhin hat man meine Authentizität dafür schon mal gelobt. Mich ärgert die Sache mit der Prüfungsangst, wäre die nicht, könnte man klarer sehen, ob ich geeignet bin oder nicht. Aber sobald jemand hintendrin sitzt, spüre ich diesen Druck und agiere anders als sonst.
    Würde nicht so verdammt viel dranhängen, würde ich alles abbrechen, so wie es eigentlich alle beteiligten Instanzen mir nahelegen. Aber die Krankenkasse, das Finanzielle im Allgemeinen, einen Alternativjob, der genug abwirft zur Lebenshaltung...Meine Theorie ist, dass ein bestimmter Prozentsatz es einfach nicht schaffen soll, weil es so vorgesehen ist. Vielleicht bin auch einfach nur noch verbittert und blind für manche Dinge, ich hoffe, mein Kopf wird wieder etwas klarer.
    Generell will ich das 2. StEx, einfach um einen sauberen Abschluss und im Lebenslauf keinen Abbruch stehen zu haben


    percy: ja, das mit den beliebteren Referendartypen kann sein...Diejenigen die im UB explodierende Lebensfreude zeigen können sind klar im Vorteil, während sich in meinem Gesicht nur die Angst vor dem Ende spiegelt. Klar färbt das auch auf die Notenbildung. Problem ist bei mir wahrscheinlich auch, dass ich meinen Selbstwert stark von meinen Leistungen abhängig mache.

    An mich glaubt niemand...wäre es so, wäre ich wohl ganz anders motiviert..wenn wenigstens ein (!) Ub ok gewesen wäre. Ja, ein Schulwechsel würde mir helfen. Ich wollte immer ans Gymnasium, wurde aber an die Gesamtschule geschickt. Diesen Umstand kann ich laut Kernseminarleitung nicht ändern, obwohl ich mir sicher bin, dass es helfen würde. Aber da ist das System sehr starr.
    Vielleicht kommen insgesamt Pech und eine gewisse Unfähigkeit meinerseits zusammen...ich sollte mich wohl nach Alternativen umschauen. Bzw. von vorne anfangen.

    Ich fürchte, ein dauerhaft negativen Grundgefühl habe ich... allerdings gibt es immer wieder mal Tage wo es besser ist, das ist vor allem im bdU gekommen. Dieses Verantwortungsbewusstsein, das und das will ich heute schaffen mit den Sus..es ist öfter da als am Anfang..aber noch die Ausnahme, weil mich der Rest überfordert. Meistens will ich nicht bzw. es ist unangenehm. Im schlimmsten Fall wie eine Zahnwurzelbehandlung (bei Ubs natürlich aber auch bei den schwierigen Klassen).
    Das mit dem Aufschieben habe ich auch ganz massiv..oft stehe ich um 4 oder 5 Uhr morgens auf, um den Unterricht vorzubereiten. dabei bin ich eher nachtaktiv..der Lehrerjob geht somit auch etwas gegen meine Natur. Organisationstechnisch bin ich eine Null. Zumindest was das angeht.
    Ich muss auch gestehen, dass pädagogisches Geschwafel mich null interessiert...höchstens wenn es in die Psychologie/Neurobiologie weckt es mein Interesse. War schon im Studium so.


    Zitat

    Vielleicht noch ein Detail, vielleicht ein Luxusproblem: Ich sehe den Beruf nicht gerade als erfüllend an...sondern als Sisyphusarbeit. Ich habe gerne ein haptisches Arbeitsergebnis vor mir, irgendein sichtbares Produkt. Man bildet Menschen aus, eigentlich ist das das Wertvollste , was es gibt. Aber ich empfinde es nicht so. Kurioserweise empfinde ich sogar Neid mit guten Abiturienten (" Na toll, der geht jetzt dahin und studiert Medizin") ..ich glaube, so sollte man nicht empfinden .Abgesehen davon geht mir das Herumexperimentieren in der Schulpolitik extrem auf den Zeigern (naja, wem nicht..):
    Zwei Aspekte, die für sich betrachtet, keinen Ausschlag geben können, aber in der Summe des Ganzen...

    Ich sehe meine Schwächen definitiv und würde sie nicht leugnen. Ich finde es einfach nur zu hart, dass man deswegen dauerhaft ausgeschlossen wird, wenn man temporär aussteigen möchte.
    Meine SuS lernen bei mir, das kann man nicht leugnen. Gerade in Latein sehe ich, wo die Schwierigkeiten liegen. Allerdings kommt es mir vor, als ob ich eher ein besserer Nachhilfelehrer wäre denn "richtiger" Lehrer.


    Das mit den schüleraktivierenden Methoden habe ich versucht..das Problem ist, dass ich selber im Kopf abdrifte, wenn die SuS mehr machen. Klingt komisch, ich weiß. Ich kämpfe dagegen an, aber gerade in Prüfungssituationen ist es schwer.


    Das Stimmchen ist schon ziemlich laut mittlerweile..bzw. die Bedenken waren schon zu beginn des Masterstudiums da, als mein anonymer Eignungstest nur so vor rot/gelb leuchtete. Ich hatte halt ehrlich geantwortet und war ziemlich erschrocken, wollte dem nicht zu viel Bedeutung beimessen. Schließlich bin ich keine Maschine, sondern ein Mensch. Generell bin ich jedoch sehr selbstkritisch. Sehe, dass andere viel belastbarer und zäher als ich sind. Vor allem disziplinierter. Die Disziplin hat sich irgendwann im Studium verabschiedet, als ich merkte, dass ich 24h durcharbeiten kann, aber immer wieder was neues kommt. Ich hatte kein Studentenleben im Bachelor, Sozialkontakte durch Pendeln auch kaum welche.


    Ich merke schon, dass ich Fortschritte mache durch den bdU. Aber es sind kleine Sachen, die am nächsten Tag häufig wieder nichtig sind.
    Ich muss gestehen, mich überfordert der ganze Schulapparat schon irgendwie..nur ist es in anderen Berufen besser? Vielleicht ist man in der Schule sogar noch "verwöhnt".
    Generell bin ich auch kein Leader, sondern lieber Beobachter, der bestimmte Dinge dokumentiert und anmerkt.


    Mmh..die Reißleine..die macht mir wirklich Angst. Auch wenn man Unterbewusstsein nach ihr schreit. Aber vielleicht bin ich einfach nur durch Stress/Überforderung total "verstrahlt"...mir fällt es schwer diesem Gefühl zu trauen.


    Realschullehrerin: Seit den Sommerferien erst so richtig...davor hatte ich immer jemand mit "drinsitzen". Teilweise wurde ich auch ziemlich fertig gemacht, obwohl ich es einfach nicht besser wusste.
    ich rede mit einigen der anderen Refis darüber...aber niemand ist so am "abnippeln" wie ich..die haben mal eine lehrprobe daneben..beschweren sich, wenn ein UB mal keine Eins oder Zwei ist :( Probleme, von denen ich träumen kann. Mittlerweile bemerke ich wie mich immer mehr zurückziehe, da ich mit mir selbst soviel zu tun habe und es kaum noch wage, um Hilfe zu bitten, da ich anderen auch keine Hilfe bin.
    Ich sehe immer wie andere refis unglaubliches mit schwierigen Klassen schaffen (Inklusion, die mich nicht mal betrifft)..Problemherde hat jeder irgendwo, das ist normal im Ref. Doch bei mir brennt alles irgendwie. :(

    Ehrlich gesagt, hätte ich gerne den Abschluss des zweiten Staatsexamens um nicht als Abbrecher dazustehen. Und weil ich glaube, dass ich momentan psychisch nicht auf der Höhe bin und es unter anderen Umständen packen könnte. Ich habe noch nie etwas abgebrochen, meistens war ich immer gut- sehr gut in allem.


    Mir gefällt der Gedanke nicht, in der momentanen Konstitution mir alles zu verbauen. So als ob einem Sprinter nach einer Verletzung gesagt würde: "Ok, du hast versagt, nun darfst du nie wieder laufen." Aber Verletzungen können heilen und man könnte zurückkommen.


    Ich kann momentan einfach nicht beurteilen, wie es aussähe, wenn ich als gereiftere Person nochmal antreten würde. Möglicherweise gewinnt man ja an Souveränität im Laufe der Zeit.


    Wenn ich keine weitreichende Krankschreibung (o.ä.) vorlege, kann ich nicht unterbrechen sondern nur abbrechen. Laut Kernseminarleiterin.
    Ich will einfach die Hintertür aufhalten, weil ich nicht weiß, ob man als Abbrecher überhaupt neu Fuß fassen kann. Man liest so einiges in den Foren. Von Überqualifizierung etc. Von Abbrechern, die einfach nichts neues finden. Ich wäre definitiv bereit mich weiterzubilden bzw. was neues anzufangen.Nur ob man mich lässt bzw. ob ich gegen die Heerscharen jüngerer Absolventen eine Chance habe.

    Jeder Rat ist willkommen, Modal Nodes. Danke für deine Antwort.


    Im Moment sehe ich es einfach so, dass alles andere nur eine Notlösung/Notjob ist, mit dem höchstens temporär ein Zweitstudium finanzieren kann. Ich bin an der Sache dran, werde demnächst Gespräche mit der Arbeitsagentur haben. Ich hoffe, es wird sich was aufzeigen, dass tatsächlich als vollwertiger Ersatz in Frage käme. Vielleicht seine meine Ansprüche zu hoch, vielleicht habe ich mich zu sehr am Lehramt festgebissen.
    Ich ärgere mich nicht Studi der neueren Generation zu sein, die im Praxissemester sich schon etwas mehr ausprobieren konnten als ich in diversen Praktika. Aber hadern mit der Vergangenheit bringt nichts.
    Zum Unterrichten: Ich gehe jeden Tag mit unwohlen Gefühl in die Kurse und rede mir ein, dass sei normal, schließlich ist es Arbeit, kein Vergnügen. In Latein spüre ich öfter, dass der Funke übergeht und ich die SuS begeistern kann, in Spanisch weniger. Daher die Überlegung mit dem Fachwechsel.


    Ich mache mir Vorwürfe, weil ich mich schlecht motivieren kann, den Unterricht vorzubereiten und vor allem langfristig zu planen. Mit den Sprachen habe ich es noch vergleichsweise leicht, eigentlich wiederholt sich das Meiste immer wieder.


    Jung-nun ja- ich bin 29...mit Nebenjob, Graecum, Auslandsaufenthalt hat sich da einiges in die Länge gezogen, leider. Ich gebe zu, zu lange an der Masterarbeit gesessen zu haben, vielleicht in Vorausahnung, dass das was da kommen würde, garnicht so meins ist.


    blabla92: Man sagt mir ich hätte keine Lehrerpersönlichkeit und dass ich mich vor der Klasse nicht wohlzufühlen scheine (verstärkt wird dies durch die Prüfungsangst). Ich war ein jahr im Ausland, habe einen großen spanischsprachigen Freundeskreis, rede viel Spanisch in meiner Freizeit. Ich mache Fehler definitiv. Das Problem bei mir ist wohl, dass ich erst spät im Ausland war und erst spät fließend Spanisch sprechen gelernt habe, vorher war ich im Studium durch Latein sehr ausgelastet.
    Bei der Prüfungsangst habe ich einiges ausprobiert: Autogenes Training, Yoga, Baldrian..aber wenn die Angst da ist , ist sie da. Ich versteife mich und fliehe innerlich. Aber es ist nur eine von mehreren Baustellen. Die Angst kommt anscheinend noch oben drauf.

    Hallo allerseits,


    ich weiß nicht so recht, wo ich anfangen soll.
    Ich stecke gerade im Referendariat, bin ziemlich überfordert. Meine Lehrproben (bisher 3 in jedem Fach) waren alle mangelhaft, das Gutachten durch den Schulleiter wird ebenso ausfallen (wie man mir schon mitteilte). Ich habe starke Prüfungsangst, trete manchmal geistig weg während Unterrichtsbesuchen. Eigentlich sollte ich im Februar das 2. Staatsexamen machen, doch im Moment sieht es so aus, als ob ich nicht zugelassen werde.
    Meine Fächerkombination (Latein/Spanisch) lässt kaum Alternativen zu. Ich bin ziemlich am Ende...all die Jahre engagiertes Studium scheinen wie Sand zu verrinnen. Ich bin bereits in Behandlung, doch in der Kürze werde ich keine Fortschritte machen können.


    Alle Seiten raten mir zum aufhören, doch ich kann nicht ausschließen, dass ich in einigen Jahren meine Probleme in den Griff bekommen haben werde und eine gute Lehrerin sein könnte. Doch diese Option scheint es nicht mehr zu geben. Würde ich abbrechen, hätte ich nie wieder die Chance einen zweiten Versuch zu starten. Nicht in 5, in 10, in 20 Jahren.
    Finanziell sieht es düster aus, keine Ersparnisse, keine Unterstützung durch die Familie.
    Und ich will all diese Jahre nicht wegwerfen wegen dieses Durchhängers.


    Ich muss gestehen, dass das Unterrichten für mich als eher introvertierte Person Überwindung kostet, aber andererseits ist es doch Übungssache. Mir fehlt einfach noch die Erfahrung.
    Mittlerweile bin ich psychisch stark angegriffen und mit einfachsten Dingen überfordert.


    Die Vorbereitung der Lehrproben kostet mich Kraft und Überwindung, aus Angst wieder alles falsch zu machen und eine weitere 5 zu kassieren.
    Eine Verlängerung würde ich psychisch kaum durchstehen..und was sollte sich verbessern.
    Im Ausbildungsunterricht sehe ich ausschließlich das Alltagsgeschäft der Lehrer, welches ich mir jedoch nicht zum Vorbild meiner Lehrproben nehmen kann, da zu unspektakulär.


    Manchmal denke ich Spanisch unterrichten zu wollen war ein Riesenfehler..mittlerweile würde ich lieber zu Kunst umschwenken...aber ein Fachwechsel scheint nun nicht mehr möglich.
    Viele SuS wollen Spanisch nur als Zweitsprache mit wenig Aufwand machen , um so dem naturwissenschaftlichen Abitur zu entgehen.
    Mein Fachleiter kreidet mir angebliche Schwächen im Spanischen an obwohl ich den Abschluss mit 2,0 gemacht habe.


    Kein neues Problem, ich weiß.
    Ich hoffe jemand hat eine Empfehlung oder einen Rat.

Werbung