Beiträge von Helen

    Hallo Laura,


    Arbeitsverhalten sehe ich als Erziehungsdimension. Das von Dir geschilderte Arbeitsverhalten ist m. E. als Arbeitsverweigerung zu werten, wenn es „chronisch“ ist. Je nach pädagogischer Einstellung - ich bin eher kein Klafki-Fan, der „demokratisch“ und sozialpädagogisch argumentieren würde - ist chronische Arbeitsverweigerung als solche zu sanktionieren - s. Schulgesetz. Erziehungsfragen sind in dem Alter, in dem sich Deine Schüler befinden, oftmals auch Machtfragen - Stichwort: Transaktionsanalyse; es sind Machtspiele, die Du offen legen müßtes. Der Frey gibt hier ausführliche Hinweise über die Zusammenhänge, die Schülertaktiken und die notwendige Reaktion des Lehrers.


    Ich empfehle als Einstieg in diesen Bereich der „Ausübung von Macht im pädagogischen Kontext" ********WERBUNG GELÖSCHT*******


    Gruß, Helen

    Ich nutze dieselben Fragen wie Herzchen. Übrigens schlägt ********WERBUNG GELÖSCHT******** sie ebenfalls vor (Die Fragen gehen auf Moreno zurück).


    ********WERBUNG GELÖSCHT*******erläutert auch den Hintergrund des Verfahrens zur Kontrolle der komplexen Gruppenprozesse (nach Tuckmann: Forming, Storming, Norming, Performing, Re-Performing). Erfahrungsgemäß sind die Pappenheimer von heute nicht die Pappenheimer von morgen. Dies gilt insbesondere in Anfängerklassen (also wie bei mir die 5. RS). Hier spielen Freundschaften aus Grundschulen eine Rolle, Feindschaften zwischen Grundschulen, Fahrschüler, die kaum auf alte Bekannte in der neuen sozialen Umgebung zurückgreifen können etc..


    Gewöhnlich ist nach 6 bis 8 Wochen die soziale Struktur der Klasse stark verändert. ********WERBUNG GELÖSCHT******* empfiehlt das regelmäßige Soziogramm zur Identifikation von (zeitvariablen)Strukturen: Stars der Klasse, Außenseiter der Klasse, Cliquen der Klasse etc., der soziale Status kann wechseln . Wenn ich sehe, dass sich jemand tendenziell zum Außenseiter entwickelt (eher: „entwickelt wird“) greife ich ein – z. B. um rechtzeitig Mobbing zu verhindern – und setze ein Kind mit hoher sozialer Kompetenz daneben.


    Insgesamt hilft mir das Verfahren des „dynamischen“ soziometrischen Profils von Frey stets einen einigermaßen „stabilen“ Sitzplan zu finden.


    Gruß, Helen


    *********WERBUNG GELÖSCHT******* – Das Verfahren wird auf S. 38f erläutert. Ansonsten googeln „Soziometrie“, „Tuckmann“, „Moreno“

    Hallo Ketfesem,


    für mich ist der Sitzplan ein Instrument der Klassenführung. Somit mache ich meinen Kindern (5. Klasse) bereits zu Anfang klar, dass sich der Sitzplan danach richtet, ob die Klasse führbar ist (also ruhig und konzentriert arbeitet). Natürlich nehme ich Rücksicht auf die Vorlieben der Kinder, aber nur soweit dies im Sinne der Gesamtheit der Klasse ist. Der Sitzplan von heute ist nicht unbedingt der Sitzplan von morgen. Meinen Lütten ist klar, wenn es nicht klappt, gibt’s eine Änderung durch mich mit dem Ziel der „Minimierung negativer Einflüsse“.


    Übrigens verfahre ich auch nach dem weiteren Vorschlag von ********WERBUNG GELÖSCHT******* die regelmäßige Soziogramme vorschlägt, um die soziologischen Entwicklungstrends zu erfassen. Diese Erkenntnis hilft mir vorherzusehen, wo es Probleme geben wird. Bestimmte Pärchen oder Gruppierungen ziehe ich dann rechtzeitig auseinander.


    Kurzum: Der „Sitzplan“ wird bei mir nicht nach „demokratischen“ Regeln erstellt sondern nach Praktikabilität mit dem Ziel der Optimierung der Klassenleistung und damit der Leistung des einzelnen Kindes.


    Gruß, Helen

    Eine praxisnahe Anleitung für das Klassenlehrerhandeln bietet:
    "Mut zur Macht: Starke Schulen brauchen starke Lehrer" v. V. Frey, St. König, Schneider Hohengehren


    Hier werden Fragen behandelt wie:
    Wie gehe ich mit schwierigen Eltern um?
    Wie bereite ich den ersten Elternabend vor und wie führe ich diesen zielorientiert durch?
    Wie führe ich meine Fachkollegen - Herstellung den Konsenses in Fragen des Erziehungsverhaltens/Klassenregeln etc.?
    Wie gehe ich mit der Schulleitung um?
    usw.


    Der Ratgeber hat mir geholfen zu erkennen, worum es überhaupt geht. Man kann nicht immer davon ausgehen, dass
    - die Kinder alle lieb und wohl erzogen sind,
    - die Eltern alle erziehungsfähig sind,
    - die Kollegen alle konsensfähig sind,
    - die Schulleitung einem immer den Rücken stärkt.


    Im Gegenteil, nach meiner Erfahrung gibt es immer Quertreiber. Diese stellen zwar immer eine Minderheit dar, aber sie kosten enorm viel Kraft, die dann für das Kerngeschäft fehlt.


    Gruß, Helen

    Hallo Pflaumi,


    es ist aus der Entfernung schwer, einen treffsicheren Rat zu geben.


    Gleichwohl kann ich Ihnen sagen, wie ich handeln würde. Vielleicht finden Sie einige für Sie nützliche Hinweise.


    Die Grundlage meines Erziehungshandelns sind die 3 K-Dimensionen: Konsistenz,
    Konstanz, Kontinuität. Erziehungshandeln ist nur wirksam, wenn es „verläßlich“ ist in Bezug auf Zeit, Person und auslösendes Verhalten. ********WERBUNG GELÖSCHT*******.


    Analyse des Verhaltens:
    Ich halte die Beichte für „gespielt“ mit dem Ziel eines Sanktionsrabattes. Zudem waren die Aussagen offensichtlich nicht korrekt. Es stellt sich die Frage der „Lüge“. Ferner handelt es sich um ein wiederholtes Fehlverhalten.


    Protokoll anfertigen mit Tathergang, Befragung der Übeltäter, Zeugenaussagen.


    Wertung:
    Klarer Verstoß gegen die Schulordnung, Wiederholungstatbestand, Beichte kein Milderungsgrund, Sanktion ist notwendig für alle Beteiligten (ggf. abgestuft je nach Wiederholungsfrequenz), Aufklärung der gesamten Klasse über die Folgen ist notwendig (Fürsorgepflicht gegenüber den Schülern).

    Sanktion: In Abstimmung mit dem Schulleiter - Einberufung d. Klassenkonferenz, Vorschlag für Sanktion: schriftlicher Verweis aber mindestens schriftliche Missbilligung mit Androhung der nächsten Sanktion gemäß Schulgesetz, Information an die Eltern.


    Überdenken Sie die Richtigkeit Ihrer Entscheidung, das erste Fehlverhalten sanktionsfrei zu lassen. Erziehung sollte Grenzen setzen. Hier wurde sogar eine reale Grenze überschritten.


    Gruß, Helen

    Als eine Ursache von Gewalt an Schulen wird die mangelnde Autorität der Institution Schule bzw. der mangelnde Respekt gegenüber dem Lehrer genannt. (Übrigens ist das Stören eine Form von Gewalt). Beide Attribute - Autorität und Respekt - sind aber Voraussetzung für die Erfüllung des Erziehungsauftrages und des Bildungsauftrages, den der Lehrer hat. Beide Attribute wachsen der Schule bzw. dem Lehrer aber nicht automatisch zu. Sie müssen erarbeitet und immer wieder neu durch entsprechendes Verhalten von Schule und Lehrer reproduziert werden.


    Vera Frey begründet mit Blick auf die Ur-Definition der Macht von Max Weber die Notwendigkeit, Macht im pädagogischen Kontext auszuüben. Und ich meine zu Recht. Insbesondere angesichts der Situation an vielen unserer Schulen ist also die Auseinandersetzung mit pädagogischer Macht für die Kollegen dringend anzuraten. Es bleibt natürlich jedem Kollegen selbst überlassen, sich der pädagogischen Machtmittel zu bedienen oder nicht. Ich weiß, es ist ein Tabu-Thema. Aber es muss die Frage erlaubt sein, ob es angesichts der Entwicklung an unseren Schulen nicht gerade kontraproduktiv ist, so zu tun, als gäbe es nur wohlerzogene Schüler, einsichtige Eltern und ideale Kollegen und Schulleiter.


    Zu weiteren Information empfehle ich www.lehrerbibliothek.de die das Buch rezensiert hat unter folgendem Link.
    http://www.lbib.de/query.php?i…5&highlight=Mut+zur+Macht


    Ich empfehle diesen Ratgeber insbesondere auch unseren Refendaren. Er hilft zu erkennen, welche Alternativen es im Umgang mit dem Störungsproblem gibt, auf die erfahrungsgemäß während der Ausbildung eher selten hingewiesen wird. Deshalb erwähne ich diesen Buchtipp ein zweites Mal in diesem Forum.

    Als eine Ursache von Gewalt an Schulen wird die mangelnde Autorität der Institution Schule bzw. der mangelnde Respekt gegenüber dem Lehrer genannt. (Übrigens ist das Stören eine Form von Gewalt). Beide Attribute – Autorität und Respekt – sind aber Voraussetzung für die Erfüllung des Erziehungsauftrages und des Bildungsauftrages, den der Lehrer hat. Beide Attribute wachsen der Schule bzw. dem Lehrer aber nicht automatisch zu. Sie müssen erarbeitet und immer wieder neu durch entsprechendes Verhalten von Schule und Lehrer reproduziert werden.


    Vera Frey begründet mit Blick auf die Ur-Definition der „Macht“ von Max Weber die Notwendigkeit, Macht im pädagogischen Kontext auszuüben. Und ich meine zu Recht. Insbesondere angesichts der Situation an vielen unserer Schulen ist also die Auseinandersetzung mit „pädagogischer Macht“ für die Kollegen dringend anzuraten. Es bleibt natürlich jedem Kollegen selbst überlassen, sich der pädagogischen Machtmittel zu bedienen oder nicht. Ich weiß, es ist ein Tabu-Thema. Aber es muss die Frage erlaubt sein, ob es angesichts der Entwicklung an unseren Schulen nicht gerade kontraproduktiv ist, so zu tun, als gäbe es nur wohlerzogene Schüler, einsichtige Eltern und ideale Kollegen und Schulleiter.


    Zu weiteren Information empfehle ich [URL=http://www.lehrerbibliothek.de,]http://www.lehrerbibliothek.de,[/URL] die das Buch rezensiert hat unter folgendem Link. http://lbib.xalon.de/query.php?id=29205

    Als eine Ursache von Gewalt an Schulen wird die mangelnde Autorität der Institution Schule bzw. der mangelnde Respekt gegenüber dem Lehrer genannt. (Übrigens ist das Stören eine Form von Gewalt). Beide Attribute – Autorität und Respekt – sind aber Voraussetzung für die Erfüllung des Erziehungsauftrages und des Bildungsauftrages, den der Lehrer hat. Beide Attribute wachsen der Schule bzw. dem Lehrer aber nicht automatisch zu. Sie müssen erarbeitet und immer wieder neu durch entsprechendes Verhalten von Schule und Lehrer reproduziert werden.


    Vera Frey begründet mit Blick auf die Ur-Definition der „Macht“ von Max Weber die Notwendigkeit, Macht im pädagogischen Kontext auszuüben. Und ich meine zu Recht. Insbesondere angesichts der Situation an vielen unserer Schulen ist also die Auseinandersetzung mit „pädagogischer Macht“ für die Kollegen dringend anzuraten. Es bleibt natürlich jedem Kollegen selbst überlassen, sich der pädagogischen Machtmittel zu bedienen oder nicht. Ich weiß, es ist ein Tabu-Thema. Aber es muss die Frage erlaubt sein, ob es angesichts der Entwicklung an unseren Schulen nicht gerade kontraproduktiv ist, so zu tun, als gäbe es nur wohlerzogene Schüler, einsichtige Eltern und ideale Kollegen und Schulleiter.


    Zu weiteren Information empfehle ich [URL=http://www.lehrerbibliothek.de,]http://www.lehrerbibliothek.de,[/URL] die das Buch rezensiert hat unter folgendem Link. http://lbib.xalon.de/query.php?id=29205


    Abschließend erlaube ich mir den Hinweis für unsere Miss Marpel „Timm“, dass ich dieses und auch andere Foren als Möglichkeit sehe, Meinungen und Informationen auszutauschen. Hierzu gehören selbstverständlich auch Buchtipps. Da ich das Macht-Thema bisher nur bei Frey so einleuchtend dargestellt gefunden habe, ist also zwangsläufig, dass im entsprechenden Kontext immer wieder auf das Buch „Mut zur Macht: Starke Schulen brauchen starke Lehrer“ hingewiesen wird.


    Gruß, Helen

    Eine "schwierige Klasse" besteht gewöhnlich aus einer arbeits- und leistungswilligen Mehrheit sowie einigen Störern. Die Mehrheit hat ein Recht auf guten Unterricht. Dieses Recht machen die Störer der Klassenmehrheit streitig. Um der Mehrheit zu ihrem Recht zu verhelfen, ist ein schnelles Durchlaufen der Sanktionskette sinnvoll (Ermahnung 1-3, Androhung des temporären Ausschlusses, Ausschluss für die Stunde). Doch Reden hilft meist nicht. Diskutieren ist absolut kontraproduktiv. Es gibt hier zwei sich ergänzende praxisnahe Verfahren: Das Trainingsraumprogramm (TRP, Stefan Balke, Uni Bielefeld) sowie das Double-Out-Programm von Vera Frey.


    Ich habe mir angewöhnt, die Klassenmehrheit und ihre Rechte zu schützen und habe damit zwangsläufig mein Mitleidsempfinden für die Störer auf ein sachliches, pädagogisch vernünftiges Maß reduziert. Das Störerproblem ist nicht im Unterricht zu lösen. Man muß Klassenmehrheit und Störer trennen und die Störer separat "verarzten".



    Mir hat der Ratgeber von Vera Frey


    „Mut zur Macht: Starke Schulen brauchen starke Lehrer – Praktischer Leitfaden zur Ausübung von Macht im pädagogischen Kontext“, Vera Frey, Schneider Verlag Hohengehren, ISBN: 3896769863


    geholfen.


    Im Klappentext heißt es.
    „Das steigende Stör- und Gewaltpotenzial an unseren Schulen erschweren zunehmend einen „guten Unterricht“. Die Störer werden dabei durch eine mächtige Lobby, bestehend aus erziehungsunfähigen und anmaßenden Eltern, reform-pädagogisch orientierten Kollegen, inkompetenten Politikern und opportunistischen Medien mittelbar oder unmittelbar geschützt. Die nachhaltige Eindämmung der Störungen ist für leistungsorientierte Lehrer scheinbar nicht möglich. Viele finden sich mit dieser Erkenntnis resignierend ab. Sie reagieren aus Machtlosigkeit mit innerer Kündigung oder sogar Burnout. Doch diese Reaktion muss nicht zwangsläufig sein. Im Gegenteil, es gibt eine einfache und praktikable Methodik, um dies zu verhindern. Sie wird im Ratgeber „Mut zur Macht“ praxisnah erläutert.


    Das Autorenteam dokumentiert schlüssig den unauflösbaren Zusammenhang zwischen „Erziehung und Erziehungsmacht“ sowie „Führung und Führungsmacht“. Es folgert zwingend: Der Einsatz von Macht im pädagogischen Kontext ist unabdingbar zur Erfüllung der Aufgaben des Erziehens und Lehrens. Der Lehrer besitzt diese Macht gegenüber Schülern, Eltern, dem Kollegium und der Schulleitung qua Kompetenz, Auftrag und Schulgesetz. Die Autoren erläutern die Wege, mit denen der notwendige „Mut zum Machtbewußtsein“ entwickelt wird. Letzterer ist die notwendige Voraussetzung für eine effektive „Machtausübung“ durch den Lehrer.
    Das Autorenteam erklärt praxisnah die wirksamen Methoden und Taktiken des Lehrers zur Herstellung eines ungestörten Lernklimas während des Unterrichts. Es analysiert die Machtspiele der Eltern und Kollegen und beschreibt gleichzeitig effektive Reaktionstaktiken des Lehrers. Eine Vielzahl authentischer Beispiele aus dem Schulalltag illustriert die vorgeschlagenen Handlungstechniken. Die Autoren beschreiben weiterhin die Taktiken eines effektiven Zeit- und Energiespar-managements als wichtige Grundlagen für ein ressourcenschonendes Arbeiten des Lehrers. Ferner skizzieren sie präventive Maßnahmen zur Minimierung des Störpotenzials.


    Mit dem Ratgeber „Mut zur Macht“ wendet sich das Autorenteam sowohl an den angehenden als auch an den berufserfahrene Lehrer. Es hilft ihm, den Idealismus für seinen Beruf zu bewahren oder ihn wiederzufinden. Der Lehrer erhält eine ziel-führende Orientierung in einem reformpädagogisch geprägten Schulalltag, der zu-dem durch eine zunehmende Elternmacht kontraproduktiv beeinflusst wird. Mit dem Einsatz von Macht schützt der Lehrer die leistungswillige Mehrheit seiner Schüler vor Störern und gleichzeitig sich selbst vor Resignation, innerer Kündigung und Burnout.“


    Ich möchte bemerken, dass hier Macht nicht als Herrschaftsinstrument gemeint ist, sondern als Erziehungs- und Führungsinstrument im Sinne der Ausübung von Handlungsmacht bzw. Organisationsmacht im pädagogischen Kontext.


    Das Buch wird übrigens empfohlen
    von der Regierung Unterfranken (www.regierung.unterfranken.bayern.de - Schulanzeiger 02/06 /S. 17 pdf-Datei/S. 45 des Schulanzeigers)


    sowie


    von der Zeitschrift „Die Deutsche Schule“ (http://www.dds-home.de/dds-das-kommende-heft.doc.)


    Gruß, Helen

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