Ich habe seit Freitag durchkorrigiert und kann den Ärger der Schüler verstehen, ich ärgere mich auch.
Dabei trifft es "zu schwer" nicht ganz, die Aufgaben sind vor allem schlecht. Völlig unnötig komplizierte Einkleidungen mit teils irreführenden Formulierungen, vor allem nicht ganz so leistungsstarke Schüler, die sonst über Fleiß und Routineaufgaben in Anforderungsbereich 1 und 2 Punkte sammeln können, scheitern an Missverständnissen. Sehr gute Schüler bleiben sehr gut, Schüler aus dem mittleren Leistungsbereich stürzen zum Teil ab. Zeitlich sehr umfangreich, dafür aber mit schlampigem Erwartungshorizont, der eigentlich notwendige Punkte übergeht, die meine Schüler machen und dadurch in massive Zeitschwierigkeiten kommen. Beispiel: Weisen Sie nach, dass zwei Ebenen parallel sind. Musterlösung: die Normalenvektoren sind linear abhängig, also sind die Ebenen parallel. Es gibt: 2BE. Das Ebenen auch identisch sein können, interessiert offenbar nicht, die Schüler schließen das natürlich aus und investieren deutlich mehr Zeit, als es für 2 BE angebracht wäre.
Jeder einzelne Schüler in meinem Kurs hat die Arbeitszeit bis zur letzten Minute genutzt, das habe ich bisher so noch nicht erlebt.
Den Unterschied bei der Beispielaufgabe macht wohl das fehlende Wörtchen "echt". Ich glaube, das muss man in Zeiten von CAS und co auch wirklich vermitteln: Wenn da 2 BE stehen, dann kann es nur eine ganz kleine Sache sein. Ausrechnen, hinrotzen, fertig.
Genauso wie bei Kurvendiskussionen etc, wo es für die Ableitungen wenn überhaupt noch 1 BE gibt.
Die gekünstelte Anwendung (Natürlich nur Einkleidungen!) war ja gerade die Grundlage für die Einführung dieses CAS-Rechners, zumindest in meinem Bundesland.