Beiträge von Pustekuchen

    An der beruflichen Schule steht in den meisten Schularten die Handlungsorientierung im Vordergrund.
    Wir mussten unbedingt eine berufliche Handlung im Unterricht einbinden.


    --> berufliche Problemstellung
    --> SuS informieren sich über das Themenfeld, um Problem lösen zu können
    --> Problem wird gelöst (Schüleraktivität!!!) --> Zeichnungen, Arbeitspläne, Berechnungen etc.


    Wenn man sich daran gehalten hat und auch mit den Schülern konnte, kam man schon ziemlich weit.
    Kein Hexenwerk, wenn man berücksichtigt das bei manchen Fachleitern unbedingt eine Gruppenarbeit im Unterricht eingebunden werden sollte.


    In vielen Klassen gibt es bei uns Großprojekte bei denen der Unterricht mehr oder weniger schon steht und an diesen man sich auch halten sollte, da das Projekt parallel zur Schule in den Betrieben gefertigt wird.

    Nach dem Ref dann Morse, wenn ich nicht mehr unter Dauerbeurteilung stehe :hammer: (und bis dahin zähle ich die Tage bis zu den Sommerferien und weiß, es ist fast geschafft). Hab mich bei der Veranstaltung dann letztlich zum Selbstschutz in einem später frei gewordenen Eck auf den Boden gesetzt und gedöst :schlafen: . Hat keiner gesehen, physisch präsent war ich (aber psst, nicht verraten :stumm: ), mehr war sowieso nicht erforderlich.

    Wirst du immer noch beurteilt? Ich hatte meine letzte Prüfung (Kolloquium) anfangs April und im Mai dann meinen letzten SL-Besuch.
    Seitdem plagt mich das schlechte Gewissen weil nur noch 11 Stunden zu unterrichten sind bzw. jetzt vor den Sommerferien noch viel weniger und sonst nicht mehr viel anfällt :D

    "Bis zu 950 Euro brutto bei einem Universitätsdiplom bzw. akkreditierten Masterabschluss und bis zu 850 Euro brutto bei einem Diplom einer Fachhochschule/Berufsakademie oder einem Bachelorabschluss beträgt die monatliche Zulage bei einem Direkteinstieg in den Mangelbereichen Metall- und Elektrotechnik."


    siehe https://lehrer-online-bw.de/,L…seite/lobw/Direkteinstieg


    Aber mit Bachelor wohl eher EG11 und nicht EG13.

    Erfolgt eigentlich eine Meldung über die Tauglichkeit vom Amtsarzt zum RP oder gilt nur das Kreuzchen und der Stempel auf dem Formular?
    Sonst könnte man sich ja im Fall einer Ablehnung eine "Zweitmeinung" einholen. Meine Untersuchung zählte zu der Kategorie rudimentär :D

    Ganz offensichtlich geht es weniger darum, wie Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern aufgestellt ist, sondern wie in verschiedenen Bundesländern in Deutschland sehr unterschiedlich mit Schulen, Schulaustattung, etc. umgegangen wird.)

    Das sehe ich auch so. Je nach Schule ist die Gemeinde oder der Landkreis für die Ausstattung zuständig und da kommt es dann darauf an wie potent diese/dieser dasteht. Wir haben überall Beamer und Dokumentenkameras sowie "analoge" Whiteboards. Jedem Lehrer wird zusätzlich ein Laptop gestellt. Ein klassisches Lehrerzimmer haben wir gar nicht sondern einen großen Konferenzraum. Man sitzt eigentlich die meiste Zeit mit vier Kollegen im Lehrerstützpunkt. Dieser ist zugegeben etwas eng aber jeder hat einen eigenen Schreibtisch mit Dockingstation und Schrank zur Verfügung. Dokumente lassen sich per Chip am Kopierer abholen und ein Kontingent gibt es auch nicht. Kaffeeküche mit Kaffeemaschine mit Wartungsvertrag ist auch ganz nett.


    Bin damit echt zufrieden auch im Vergleich zu Unternehmen bei denen ich bereits tätig war.
    Das Gebäude ist nicht das Neueste und schicker geht es hier auch noch aber dafür ist es immer noch recht ansprechend.

    3. Wie bewerten diejenigen das Ref, die aus der Wirtschaft kommen? Was sind die Punkte, die man unterschätzt? Bereut ihr die Entscheidung gewechselt zu haben? (Hier muss ich noch mal betonen, dass ich wirklich Bock auf den Lehrberuf habe und den Quereinstieg nicht irgendwie als Notlösung oder Ähnliches sehe. Ich hadere sogar sehr damit einen Job aufzugeben, der mir aktuell wirklich Spaß macht, mir halt nur langfristig nicht die Perspektive gibt mit Menschen intensiv zusammenzuarbeiten).

    Habe seit kurzem das 2. Staatsexamen in der Tasche :)
    Habe Anfang 2018 den Schritt gewagt. Das Ref verlief bei mir eigentlich reibungslos, man hört ja oft Horrorstorys dazu.
    Davon blieb ich zum Glück verschont, hatte aber auch super Mentoren und Fachleiter.


    Ich habe den Schritt bisher nicht bereut und freue mich auf das neue Schuljahr.
    Allerdings ist es natürlich ein Risiko, ich habe zuvor kein Praktikum gemacht und habe das Ref auf gut Glück gestartet und währenddessen gemerkt, dass mir das Lehrerdasein tatsächlich taugt.
    Kann bei dir natürlich ganz anders aussehen. Ein Praktikum wäre vielleicht nicht verkehrt.

    Gerade nachgelesen: Direkteinstieg ist aktuell mit Mathe in den gehobenen Dienst (also nicht Sek. II) möglich in BaWü, falls es entsprechend ausgeschriebene Stellen gibt. Die Liste wird jährlich aktualisiert mit den zugelassenen Fächern für den Direkteinstieg. Wirtschaft ist aktuell nicht dabei.

    Benötigt man dafür keine Berufserfahrung? Zumindest für berufliche Schulen wird eine zweijährige Tätigkeit nach dem Studium gefordert.
    Die Frage ist auch, ob man sich mit einem Pädagogikstudium überhaupt für den Direkt-/Seiteneinstieg bewerben kann?

    Ich kann nur aus meiner Sicht sprechen. Habe aktuell einen Mentor und einen Fachleiter pro Fach, also vier Personen die alle sehr kompetent sind aber unterschiedliche Vorstellungen von einem guten Unterricht haben.
    Man bekommt viel Input von allen Seiten und manchmal steht man einfach zwischen den Stühlen. Wenn man da nicht sensibel genug ist kann sich leicht jemand vor den Kopf gestoßen fühlen.
    Persönlich nehme ich von jedem etwas mit und versuche damit meinen Stil zu finden.


    Im ersten Halbjahr hatte ich intensiven Kontakt mit meinen Mentoren, was mir viel gebracht hat.
    Im zweiten und dritten Halbjahr stehen mir diese nur noch mit Rat und Tat zur Seite falls Bedarf da ist, weil es aus Ihrer Sicht sehr gut klappt.
    Da beschränkt sich das Verhältnis vermehrt aufs kollegiale Miteinander. Gerade im jetzigen Prüfungszeitraum hat die Vorstellung des Seminars vom guten Unterricht Vorrang. Das wissen meine Mentoren und unterstützen mich dahingehend perfekt!

    Die meisten Quer-/Seiteneinsteiger-Programme beinhalten doch eine pädagogische Grundausbildung.
    Ich habe auch nur ein fachwissenschaftliches Studium + Ausbildung genossen und befinde mich in den letzten Zügen des 18-monatigen Vorbereitungsdienstes.
    Nehme viel mit aus den Seminarveranstaltungen + Mentorengesprächen aber ich hatte auch noch keine pädagogische Vorerfahrung.
    Mit einem Lehramtsstudium wiederholen sich bestimmte Inhalte im Seminar und aus Gesprächen mit Mit-Reffis (mit Lehramtsstudium) sind die Seminarveranstaltungen sehr gewinnbringend da praxisnah.
    Kann nur aus Sicht der BBS sprechen, in Sek.I und an der Grundschule mag das wieder anders aussehen.

    Wir sind auch eine sehr große Schule mit allen erdenklichen Schularten. Kann zusätzlich empfehlen sich auf der Website der Schule umzuschauen.
    Auf den bereitgestellten Fotos bekommt man oft einen Eindruck wie es mit der Ausstattung in den Klassenräumen und in den Werkstätten bestellt ist.
    Wer ganz gewieft ist, der informiert sich wie es dem Landkreis wirtschaftlich geht und wie viele Mäuler (Schulen) es zu stopfen gilt ;)

    Hatte neulich auch eine Schülerin (18 Jahre alt!) die einen Papierball geworfen und nicht im Mülleimer versenkt hat. Sie hatte machte keine Anstalten diesen einfach liegen zu lassen.
    Als ich sie darauf ansprach meinte sie nur "die anderen räumen auch nie auf". Da ist mir fast die Hutschnur geplatzt und es gab erst mal eine moralische Standpauke für alle :aufgepasst:

    Denke der Lehrerberuf wird in Zukunft eher aufgewertet. Man sieht es an den immer wiederkehrenden Bildungsrankings bei denen sich DE keine Blöße geben möchte.
    Ebenso kann DE es sich nicht leisten den Bildungssektor weiter zu vernachlässigen und damit den Dienstleistungssektor.
    Wir haben nun mal keine Bodenschätze und die Chinesen können mittlerweile auch gute Autos bauen, mit der Elektromobilität verschärft sich das Ganze noch.


    Ob ich nochmal Lehrer werden möchte? Naja ich bin ja noch dabei und habe keinen Vergleich mit der Schule vor 20 Jahren aus Lehrersicht.
    Allerdings mit der Industrie und da geht es immer nur um das liebe :cash: . Das Gras scheint auf der anderen Seite des Zauns immer grüner.

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