Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Lehramt ist eine Einbahnstraße. Kein Unternehmen möchte einen ehemaligen Lehrer einstellen. Unser Dienstherr weiß das. Und unter anderem gerade deshalb sind die Konditionen im Lehramt so schlecht.

    Diese pauschale Aussage ist falsch. Als Lehrer haben wir Qualifikationen erworben, die für Unternehmen durchaus interessant sind. Anfang der 80er-Jahre, als der Arbeitsmarkt für Lehrer "dicht" war, hatte ich nach dem 1.Staatsexamen die Zeit bis Beginn des Referendariats in einer Druckerei gearbeitet. Wegen meiner Fächerkombi Kunst + Mathematik wurde ich von der Firmenleitung gefragt, ob ich nicht wegen der Einführung der elektronischen Bildverarbeitung in der Firma bleiben wolle. Hab' ich dann getan und eine Ausbildung als Reprofotograf absolviert - und am Großrechner Werbeprospekte zusammengesetzt, die dann in Millionenauflage über Europa gestreut wurden. Nach ein paar Jahren hatte ich durch die ständige Bildschirmtätigkeit viereckige Augen und bin zurück in den Schuldienst, um das Referendariat abzuleisten.
    Nach dem Ref war der Arbeitsmarkt noch immer tot. Über die Arbeitsverwaltung erhielt ich verschiedene Angebote:
    - In einem Elektronikkonzern als Verfasser technischer Handbücher
    - In einer großen EDV-Firma als Dozent für Mitarbeiter- und Anwenderschulungen
    - In verschiedenen Reprobetrieben für die Druckindustrie als Systemoperator
    - Bei der Handwerkskammer als Dozent für fachbezogene Sprachkurse und EDV-Kurse

    Habe mich dann für Letzteres entschieden.

    Sooo nutzlos für die Wirtschaft sind wir nicht

    BTW: Über die Jahre habe ich - auch für meine Referendare als Beruhigung und "Notausgangsverzeichnis" verschiedene Möglichkeiten zusammengesucht und aufgelistet.
    Kannst mal stöbern ;)
    https://www.autenrieths.de/lehrerberuf.html
    Nicht schön - aber gehaltvoll ...

    BTW2: Als sich die Gelegenheit bot, Unterricht mit Kindern halten zu können - was schließlich mein ursprüngliches Ziel war - habe ich zugegriffen und 10 Jahre an einem SBBZ ESE mit Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen gearbeitet. Als sich eine mögliche Schließung der Schule abzeichnete, weil die Schülerzahlen zurückgingen, wechselte ich an die staatliche Schule, dann mit mehreren Abordnungsstunden ans Schulamt und habe mich nun als Pensionär zur Ruhe gesetzt. Wir sind vielfältig verwendbar - und lernfähig ...

    Na Hauptsache du schubladisierst nicht. Dieses angestrengte "das sind aber alles Deutsche" um nur ja nicht selber rassistisch rüberzukommen ist lächerlich. Ich bin Schweizerin und ich bin Deutsche und werde letzteres immer bleiben. Es geht bei Integration eben genau nicht um Assimilation, das hätten nur die Rechten so gerne.

    Ja, es gibt nun mal Migrantengruppen, die schwierig zu integrieren sind. Nein, das ist nicht allein die Schuld der Bevölkerung im Immigrationsland. Soweit waren wir mit den von mir zitierten Italiener*innen in der Schweiz schon vor etlichen Seiten. Wenn wir jetzt dann doch bei Rumänen und Bulgaren angekommen sind, wird hoffentlich auch endlich klar, dass das "Problem" mit "Abschiebungen" überhaupt nicht zu lösen ist. Wie ich schon ungefähr hundertfünfdundachzig mal schrieb, sind das Schengen-Migrant*innen, die auch die AfD genau gar nirgendwo abschiebt.

    Wobei deine Behauptung, dass Schengen-Migranten automatisch Bürgergeld empfangen können, pauschal nicht stimmt. Nur

    Bürger von Staaten, die das Europäisches Fürsorgeabkommen (EFA) unterzeichnet haben sind bezugsberechtigt - und auch hier nur in der Höhe, die sie in ihrem Herkunftsland erhalten würden.

    Bulgaren und Rumänen erhalten 0,0.
    https://rechtsanwalt-und-sozialrecht.de/leistungsaussc…laender-sgb-ii/

    sowie
    https://rechtsanwalt-und-sozialrecht.de/leistungsausschluss-unionsbuerger/

    Als "elder Schoolsman" darf ich sagen: Ich habe Höhen und abgrundtiefe Tiefen erlebt. Im Durchschnitt war es mehr als erträglich und das Schmerzensgeld ebenso. Nun darf ich sagen: Das Durchhalten hat sich "gerechnet". Ich lebe (finanziell) sorgenfrei - obwohl... eigentlich sollte jedem Lehrer im Ruhestand eine Jacht und eine Finca auf Mallorca zustehen. Kann da jemand bitte eine Petition starten - ich fühle mich unterbezahlt ... ;)

    Nun - was ich dir mit Sicherheit sagen kann ist, dass du als Beamter eine bessere Altersversorgung hast, wie wenn du Angestellter bist.
    Das Ruhegehalt der Beamten beträgt in Ba-Wü derzeit knapp 72% des letzten Bruttos (maximal). Derzeit liegt das Rentenniveau bei rund 48 Prozent (maximal)

    Wenn du die beiden Ruhebezüge vergleichst, 48% zu 72% - ergibt sich nach Adam Riese und Prozentsatzberechnung, dass ein Angestellter (bei gleichem Brutto und Dienstjahren) 66,5% vom Ruhegehalt eines Beamten erhält - also 2/3.

    Allein das passiert schon gar nicht, China ist z. B. das Hauptförderland für seltene Erden. Überhaupt kommen ungefähr alle wichtigen Rohstoffe aus sogenannten Schwellenländern, weil sie dort nun mal sind. Der europäische Markt kann überhaupt nicht "drohen".

    Du kannst mir bei Gelegenheit deine Glaskugel leihen. Vielleicht verrät sie mir die Lottozahlen. ;)

    Wer kann in einfachen Worten erklären, was unter einer "Nachversicherung" zu verstehen ist?

    Für die Zeit im Beamtenstatus entrichtet der Dienstherr Rentenbeiträge an die Deutsche Rentenversicherung. Damit "kauft" sich das Land aus der Pflicht frei, für diese Zeit im Ruhestand Pension bezahlen zu müssen - die Zeit wird als Dienstzeit in der RV berücksichtigt.
    Nun wird der normale Rentenbeitrag prozentual aus dem Bruttolohn errechnet - der im Beamtenstatus um einiges niedriger liegt, weil kein KV-, AV- und RV-Anteil enthalten ist. Welche Basis für die Nachversicherung verwendet wird, ist mir unbekannt - hieraus könnte sich jedoch durchaus ein Nachteil gegenüber einem "normalen Angestellten" ergeben. Vielleicht wird jedoch auch das Tarif-Angestelltengehalt als "fiktive Basis" verwendet.
    Rechtssichere Auskunft bekommst du nur beim Landesamt für Besoldung und Versorgung.

    Ketzerisch gefragt: Welchen Vorteil versprichst du dir durch das Ausscheiden aus dem Beamtenstatus?

    Meinst du Indien macht jetzt den Kniefall, weil wir ihnen per Gesetz die Moral vorbeibringen?

    Sicher nicht. Aber Firmen, die in Gefahr geraten plötzlich keine Aufträge mehr aus Europa erhalten, ändern ihre Einstellung. Das ist die Zielrichtung - und bereits erfolgte Wirkung.
    Es gilt bereits seit Anfang 2023 in Deutschland das "Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten (LkSG)" - das Auswirkungen zeigt. Das europäische Gesetz sollte nun für einheitliche Regelungen in Europa sorgen. Die FDP sorgt für Wettbewerbsnachteile der eigenen Klientel - weil andere sich weiter unfair gebärden dürfen.

    Nun - das Lieferkettengesetz muss man auch vom ethisch-moralischen Standpunkt aus betrachten.

    Weltweit sind nach Unicef im Jahr 160 Millionen Kinder in Kinderarbeit tätig und werden von Bildung fern gehalten. Große Firmen müssen durch das Lieferkettengesetz verhindern, dass ihre Zulieferer Menschenrechtsverletzungen begehen - und sich dadurch Wettbewerbsvorteile erschleichen. Das Lieferkettengesetz kann - und soll - dazu beitragen, dass die Arbeiter in den Betrieben unter menschenwürdigen - und nicht unter ausbeuterischen - Verhältnissen arbeiten.

    Das ist konkrete Entwicklungshilfe. Hubertus Heil meinte, dass "Anstand und Wohlstand" keine Gegensätze sein dürfen.
    Gleichzeitig stellt das Gesetz einen Schutz vor Billiganbietern dar, die konkurrenzlos billig produzieren können, weil sie sämtliche Umwelt- und Arbeitsschutzmaßnahmen ignorieren und das Letzte aus den Menschen und ihrer Umwelt für den eigenen Profit auspressen. Diese freuen sich nun besonders über den Querschuss der FDP.

    Wir machen bei uns an der Schule auch Gottseidank die Pfingstwoche frei und verballern die Tage nicht bei so schlechtem Wetter für diesen „Karneval“.

    Bei uns ist die komplette Faschingswoche (dieses Jahr vom 12. - 16. Februar) traditionell unterrichtsfrei.
    Dafür sorgen zwei starke Interessengruppen:
    a) Die Fasnetsnarren, die ab Aschermittwoch die Katze streicheln
    b) Die Skifahrer, die bereits am Freitag vor Fasnet ins benachbarte Ausland fliehen.

    Hier der Blick von unserem "Hausberg" - dem Höchsten - über das Meer (das schwäbische) - aufgenommen vor 4 Tagen - rüber zu den potentiellen Abfahrten
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    Es ist ja nicht so, dass du nicht selbst auch multiple Persönlichkeiten pfelgst, gell?

    Nun - ich habe von meinem Alias auf den Realnamen gewechselt - one Switch zu offenem Visier. Keine multiplen Persönlichkeiten oder verschiedene Nicknames. Ich besitze zwar eine multiple, facettenreiche Persönlichkeit mit unterschiedlichsten Fähigkeiten - bleibe hier jedoch authentisch und ehrlich.

    Aber schön, dass wir wenigstens eine Gemeinsamkeit besitzen: Ich habe einen Jura-Vollautomaten Zuhause ;)

    Ladefähige Adresse muss ich nicht angeben - mich kann man googeln.

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