Du hattest die "direkt', da liegt ein "von Beginn an" nahe.
Das habe ich dann mit meinem letzten Beitrag ja verdeutlicht. Inhaltlich bleibt, dass die Zusammenfassung meiner Beiträge als "Es kommt nur auf die innere Einstellung an" eine unzulässige Verkürzung ist. Die Rahmenbedingungen sind selbstversändlich ein großer Faktor.
Inhaltlich bleibt, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen besser oder mindestens genau so gut lernen. Eine positive Einstellung und Haltung zur Inklusion ist also nicht allein durch die Rahmenbedingungen zu negieren. Man kann sich nicht darauf zurückziehen, dass das einfach nicht geht, denn nicht nur die Studien zeigen bezogen auf die Lernleistungen der Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf das Gegenteil, sondern - wenn man so viel Wert auf anekdotische Evidenz legt - auch ich arbeite wie aufgezeigt unter den gleichen Bedingungen im gleichen System. Inhaltlich bleibt auch, dass Inklusion ein Menschenrecht ist, das durch unser Förderschulsystem nicht erfüllt wird.
Das alles wird hier aber, so kommt es zumindest bei mir an, auch von dir ständig geleugnet. Man flüchtet sich in eine absolute Hilflosigkeit ("Die Aussagen sind IMHO alles [Hervorhebung durch mich] Folgen der desolaten Durchführung / Ausstattung der Inklusion."), sieht die eigenen (selbstverständlich durch die Ressourcen begrenzten) Wirkungsmöglichkeiten nicht und erlebt Frustation und Überforderung. Das zeigt doch sehr gut auch den Zusammenhang zwischen Einstellungen / Haltungen und Belastungswahrnehmungen.
Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden. Diese Diskussion ist das Musterbeispiel für den Titel, den du so unsachlich findest. Vielleicht ist es an der Zeit, dich mit der Perspektive der Betroffenen zu beschäftigen und das Buch zu lesen. Streicht ausführliche Korrekturen und die Planung motivierender Unterrichtseinstiege, wenn sonst keine Zeit dafür ist. Das ist der Lehrer*innengesundheit zuträglich und schadet niemandem (frei nach dem Podcast Psychologie fürs Klassenzimmer von Dr. Benedikt Wisniewski).