Beiträge von Philio

    Was die Bedeutung von mathematischen Kenntnissen angeht, schliesse ich mich an.

    Ich denke aber nicht, dass grundsätzlich ein LK erforderlich ist. Der Unterschied zwischen GK und LK ist eher quantitativ denn qualitativ und mit den tatsächlichen Mathe-Anforderungen für ein Physikstudium (im Wesentlichen die selben wie für ein Mathestudium) haben beide wenig zu tun. Wichtiger, denke ich, ist ein gutes Verständnis der mathematischen Grundlagen und Zusammenhänge, sowie für Muster und formale Strukturen. Das kann auch in einem GK erworben werden.

    @Antimon Stimmt, für uns ist das SBFI zuständig, aber die sind auch gerade mit „Kaufleute 2022“ gut ausgelastet, denke ich 😉 Aber ich drücke euch mit der EDK auf jeden Fall die Daumen 👍

    Off-Topic Ende 🙂

    @Antimon EducETH kenne ich schon - trotzdem danke :rose: Das Material dort ist meistens gut, passt aber nicht so gut in „unsere“ Struktur. Für ein Leitprogramm haben wir nicht die Zeit und die Lernaufgaben sind auch oft zu umfangreich.

    Aber inzwischen haben wir schon alles selbst erstellt, grosse Veränderungen wird es erst wieder mit einem neuen Rahmenlehrplan geben 😂

    Noch eine persönliche Anmerkung zu Eduki - ich habe von dort noch nie Material bezogen und kann über die Qualität nichts sagen. Aber obwohl ich meinen Job als Lehrer liebe, würde es mir im Traum nicht einfallen, in meiner Freizeit auch noch Lehrmaterial zu erstellen und dort (oder woanders) hochzuladen. Dazu gibt es ausser Schule nämlich noch viele andere Dinge, die ich gerne mache 🙂

    Das Lehrmaterial, das ich im Rahmen meines Berufsauftrags für meinen Unterricht erstelle, lade ich absichtlich nicht hoch - aber mit Kolleginnen und Kollegen, die interessiert sind, teile ich es auf Anfrage gerne… und das übrigens kostenlos 😉

    Hi Chiara

    Erstmal herzlich willkommen im Forum :gruss:

    Ich bin zwar kein Primarlehrer, habe meine pädagogische Ausbildung aber auch hier in der Schweiz an der PH Thurgau gemacht.

    Die Praktika sind eine ziemlich intensive Zeit, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Damals ist bei mir auch vieles liegen geblieben und ziemlich erschöpft war ich damals auch.

    Tatsächlich lässt sich neben den Praktika zeitlich nicht mehr sehr viel unterbringen, aber versuche vielleicht, pro Woche eine Sache, die du gerne machst (Hobby, Freunde, Sport, …) fest in deiner Agenda einzuplanen und ziehe es auch durch. Wenn es klappt, dann kannst du ja versuchen, das auf mehrere Aktivitäten zu steigern 🙂

    Den Perfektionsanspruch kenne ich auch sehr gut und den abzustellen, das ist nicht so einfach. Aber den wichtigsten ersten Schritt hast du schon gemacht - du bist dir dessen bewusst.

    Ich würde folgendes vorschlagen: versuche realistisch abzuschätzen, wie lange du für eine bestimmte Arbeit brauchen darfst und lege das als Deadline fest. Lege ausserdem minimale Qualitätskriterien fest, die erfüllt sein sollten. Überschreitest du den Zeitrahmen und das Minimum ist erreicht, dann höre auf. Ist es nicht erreicht, höre trotzdem auf mache eine neue Planung (aber für einen anderen Tag). Das ist am Anfang schwierig mit der Zeitschätzung und Planung, aber mit etwas Übung geht das schnell besser. Mir hat das jedenfalls geholfen 😊

    Zum Thema Schreibtischordnung bin ich leider der Falsche - bei mir herrscht das kreative Chaos 😂

    Liebe Grüsse aus dem Nachbarkanton :gruss:

    In unserer Fachschaft haben wir das gesamte Material selbst erarbeitet und uns auch auf gemeinsame Stoff- und Jahrespläne geeinigt. Das war eine mehrjärige Arbeit, die natürlich nie ganz abgeschlossen ist. Klar, das erfordert von jedem Kompromisse, aber langfristig profitiert jeder von dieser Vereinheitlichung, denn der Arbeitsaufwand ist pro Person so minimal wie irgend möglich. Vertretungen sind dadurch auch sehr einfach, jeder kann bei jedem spontan einspringen und an der richtigen Stelle weitermachen.

    Unser Material lebt im OneDrive der Schule und alle haben zugriff darauf, Fehler werden zeitnah verbessert und Aktualisierungen können kurzfristig eingebaut werden.

    Ausserdem haben wir für die Prüfungserstellung ein Rotationssystem, abwechselnd erstellt immer einer eine Prüfungsvorlage, die die anderen für ihre Klassen anpassen. Auch bei der Pensenvergabe sprechen wir uns ab und reichen einen gemeinsamen Vorschlag ein.

    Alles in allem kann ich dieses Vorgehen sehr empfehlen, das spart viel Zeit und Nerven und entspricht auch meiner Vorstellung von einer Fachschaft: ein echtes Team, nicht nur eine Gruppe von Menschen, die zufällig das selbe Fach unterrichten.

    Zum Thema Nützlichkeit in der Mathematik fällt mir noch ein alter Witz ein, der gar nicht so weit von der Wahrheit weg ist 😉

    Ein Reporter interviewt einen Mathematiker. „Gibt es für Ihre Arbeit auch Anwendungen?“. Der Mathematiker ganz erschrocken: „Ich hoffe nicht!“

    Meine kurze und schnoddrige Antwort auf solche Fragen: „Das nennt sich Allgemeinbildung“.

    Die lange Antwort. Erstes Argument: Es ist meiner Ansicht nach ein Fehler, Nützlichkeitsaspekte in den Vordergrund zu stellen. Wer sich auf eine Argumentation auf dieser Basis einlässt, hat schon verloren. Denn es stimmt ja, vieles braucht man später tatsächlich nicht mehr - aber das ist auch nicht der Sinn von Allgemeinbildung. Der Sinn ist, mehr als nur eine Sichtweise auf die Welt zu haben. Kunst, Sprache, Literatur, Mathematik, Geschichte, Musik, Naturwissenschaften, Philosophie, … das alles sind verschiedene „Brillen“ durch die man die Welt (und auch sich selbst) sehen kann und (besser) verstehen kann.

    Zweites Argument: Konfrontation mit Neuem erzeugt auch neue Verknüpfungen im Gehirn, von denen ein Mensch langfristig profitiert. Die Fähigkeit, Informationen einzuordnen, zu verarbeiten und zu bewerten verbessern sich dadurch - vielleicht die wichtigste Fähigkeit für einen Menschen im 21. Jahrhundert.

    Aber auch in Physik steht erschreckend viel Unsinn im Netz, und auch da gibt es SimpleClub... Pass auf, dass du nicht den Fehler machst, vor dem du selbst warnst, und Fehlvorstellungen aus Material kolportierst, weil du sie als Fachfremde nicht erkennst. Das ist nicht böse gemeint. Ich habe von deinen Beiträgen eigentlich einen sehr guten Eindruck, was das angeht, und glaube, dass du da an sich wirklich gut sensibilisiert bist. :aufgepasst:

    Mit Leifi kannst du auf jeden Fall kaum was falsch machen. Ich nutze aber auch Simpleclub oder ähnliche Filmchen manchmal, dann aber nach der Unterrichtseinheit zum Thema, und die Klasse soll als Aufgabe alle Fehler finden und korrigieren.

    Leifi finde ich super, ich habe die Entwicklung der Seite seit Ewigkeiten verfolgt. Finde ich übrigens gar nicht so OT, wenn man bedenkt, wieviel Zeit und Energie die Gründer in ihr Projekt investiert haben - bewundernswert oder abschreckend, je nach Perspektive.

    Wenn man an Leifi etwas kritisieren kann, dann höchstens, dass es die Möglichkeiten des Mediums relativ konservativ nutzt. Mehr Interaktivität könnte nicht schaden, z. B. wie bei https://mathigon.org (da ist es vielleicht etwas too much, es muss ja nicht immer alles interaktiv sein).

    Noch eine kleine Anekdote zum SimpleClub - was die Sprache a la „Ey, yo, Alter“ angeht, da sind meine (erwachsenen) Lernenden sehr gespalten, die einen finden das grausig und kindisch, die anderen finden es super.

    „Brennen“ wäre der falsche Ausdruck, aber ich mag Mathe und Physik schon recht gerne (solange es nicht um Experimente geht) und beschäftige mich auch privat damit - nicht ausschliesslich natürlich, aber wenn ein Matherätsel oder eine schwierige Aufgabe um die Ecke kommt, kann ich nicht widerstehen 😂 Ich bringe mir auch gerne Neues bei, frische Verschüttetes wieder auf und verfolge auch die Neuigkeiten in meinen Fächern… ab und zu lese ich sogar ein Paper 😊

    Wenn ich die Wahl hätte, würde ich NWT wählen, denn das Fach lebt von Versuchen und Experimenten.

    Hm, das wäre für mich gerade ein Grund, NWT nicht zu nehmen 😉 Aber da hat halt jeder seine Präferenzen…

    Solltest du aber tatsächlich ein "strukturiertes" Lehrbuch, das bitte auch noch fehlerfrei ist, kennen, kannst du es mir ja sagen.

    Ja, da stimme ich zu. Deshalb machen meine Kollegen und ich unser Material auch selbst - die Inhalte sind so, wie wir das wollen und für unsere Lernenden ist das Material kostenlos (und seit BYOD für die Schule auch). Also Win-Win-Win 🙂

    Ich benutze diese Begriffe aber im Forum nicht, weil es zu viele 😕 Reaktionen erzeugen würde.

    Kein Thema 🙂 Bei mir gibt‘s auch Semester (Herbst- und Frühjahr-), allerdings heissen unsere Schützlinge „Lernende“ - wobei ihnen „Studierende“ sicher auch gefallen würde 😂

    Ja, da schliesse ich mich an - für einen Wirtschaftsmathematiker ist eine berufliche Schule meiner Ansicht nach schon fast die „natürliche Wahl“, da du mit Wirtschaft und Mathematik zwei Fächer hast, die dort (entsprechende Ausrichtung der Schule vorausgesetzt) auch unterrichtet werden. Ich selbst arbeite an einer Wirtschaftsberufsschule (wenn auch in der Schweiz und nicht in NRW) und kann diese Schulform nur empfehlen 🙂

    Ja. Nächstes Jahr kann ich das Gesuch einreichen. Ich bin nicht des Geldes wegen hier, ich habe mich in Deutschland auf keine einzige Stelle beworben.

    Dito, und sobald es möglich ist, reiche ich auch das Gesuch ein … dauert allerdings noch ein paar Jahre. Aber hier ist es wirklich schön, für seine Arbeit wertgeschätzt zu werden - das erfahre ich sowohl von Kolleginnen und Kollegen, als auch von meinen Lernenden.

    Hm, meine Erinnerungen sind gemischt. Einerseits habe ich in meiner Realschule wirklich viel gelernt, hatte sehr gute und engagierte Lehrer, die auch heute noch meine Vorbilder sind - sowohl menschlich als auch fachlich/pädagogisch.

    Andererseits bin ich mit meinen Mitschülern nicht wirklich klargekommen, ich war ein sozialer Aussenseiter und auch schon ein gutes Stück reifer als die Gleichaltrigen, ein „kleinen Erwachsener“ gewissermassen. Ich hatte seit dem letzten Schultag auch keinen Kontakt mehr zu irgendjemandem.

    Vielleicht hätte sich das in der Oberstufe geändert - habe schon häufiger von anderen gehört, dass das Erwachsenwerden viele Beziehungen nachhaltig verändert hat. Aber die Realschule ist ja vorher zu Ende.

    „Wissen sollte“ war vielleicht etwas überspitzt formuliert, ich meinte, dass man eben mit der Möglichkeit rechnen muss.

    Vielleicht bin ich da auch in meinen Ansichten speziell, aber als ich zum Studium weggezogen bin, war mir klar, dass ich nicht wieder in meine Geburtsstadt oder auch nur in die Region zurückkehren würde. Tja, und jetzt lebe ich in einem anderen Land und mir geht es da ziemlich gut 🙂

    Aber wie gesagt, ich bin Single - dass die Situation anders ist, wenn Menschen zusammenziehen wollen, ist klar. Dafür gibt es ja aber auch die Sozialpunkte. Für einen Single sollte es keine geben, da bin ich auf der Seite des Landes.

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