Beiträge von Philio

    So langsam habe ich den Eindruck, dass sich Lehramt/Beamtentum eigentlich nur für Leute rechnet, die zum Zeitpunkt ihres eigenen Schulabschlusses schon wissen, dass sie mit Ende 20 Anfang 30 einen Ring am Finger, ein bis zwei Kinder und ein Eigenheim haben wollen - sprich: Leute die einen ganz klassischen Lebensweg einschlagen.

    Dann habe ich einen ganz unklassischen Lebensweg, denn ich habe nichts davon.

    Aber ich arbeite auch in einem Land mit mehr Flexibilität, das gebe ich gerne zu. Dafür aber auch mit weniger Sicherheit, denn Beamte gibt es hier nicht.

    Ich habe grosses Verständnis für deine Situation, aber ich denke nicht, dass man das verallgemeinern kann. Die von dir geschilderte Konzentration auf eine Stadt und ihr Umland ist sehr spezifisch für Bayern, denke ich… dass schon seit Jahren viele Lehrer nach dem Ref in den Grossraum München versetzt werden, hat sich auch bis zu mir herumgesprochen.

    Andererseits kann ich den Standpunkt des Landes aber auch nachvollziehen - von einem Single kann man mehr Flexibilität erwarten als von Eltern mit Kindern. Dass die Heimatverbundenheit bei Menschen unterschiedlich ausgeprägt ist, das ist mir auch klar - dass Heimatverbundenen aber für das Land kein Argument für einen heimatnahen Dienstort bei einem ungebundenen Single ist, leuchtet mir aber auch ein. Sorry wenn das etwas hart klingt, aber dass man den Orten seiner Kindheit Adieu sagen muss, gehört nun mal zu den Dingen, die das Leben mit sich bringen kann.

    Hier hilft vielleicht auch ein Blick über den Tellerrand - diese Problematik betrifft viele Akademiker. Heimatnähe und ein Job, der den eigenen Neigungen und und Qualifikationen entspricht, lassen sich oft nicht so leicht unter einen Hut bringen. Ein Ingenieur im Automobilbau muss halt da arbeiten, wo Autos gebaut werden. Das weiss der angehende Ingenieur aber vorher, genauso wie ein angehender Lehrer wissen sollte, dass es mit einem heimatnahen Dienstort vielleicht nichts wird.

    Ich kenne alle Namen meiner SuS spätestens bis zu den Herbstferien, inkl. Nachnamen und Wohnort.

    Ja, die Herbstferien sind auch immer meine magische Grenze 😂 Bisher habe ich die zum Glück immer einhalten können.

    Ich gebe aber zu, ich habe da Unterstützung - von allen neuen wird ein Foto gemacht und in der Klassenspiegelsoftware gespeichert. Da kann ich die Bildchen im Unterricht schnell hin und her schubsen und schon ist der Klassenspiegel fertig 😊

    Was mich aber verblüfft - bisher habe ich es immer geschafft, ehemalige auf der Strasse mit ihrem Namen zu begrüssen, obwohl ich spontan die Namen der Klasse nicht mehr zusammenbekommen würde. Der Name ist wohl mit dem Gesicht verknüpft… ein Gesicht vergesse ich normalerweise nie, die kann ich mir auch nach ein paar Tagen schon merken.

    Ich glaube nicht, dass der Threadersteller noch an der Diskussion teilnimmt. Aber:

    An einer Anfängervorlesung scheitern und dennoch befürchten, dass einen die Themen an der Schule unterfordern - das finde ich irgendwas zwischen amüsant, arrogant und erschreckend.

    Ja, die Widersprüchlichkeit dieser beiden Aussagen war mir in der Tat auch aufgefallen ...

    Jemand antwortete mir mit den Worten: "Man muss Lehrer bereits als jugendlicher Mensch sein, um beruflich Lehrer werden zu können. Deine Vorstellungen vom Lehrerdasein wirken höchstens als Ansporn für Ungeeignete, die dann erfahren müssen, dass sie belogen wurden... Raffiniertes Marketing nennt man so etwas."

    Selten so einen Unsinn gehört.

    Da kann ich mich meinem Vorredner nur anschliessen. Lerne auf theoretische Physik und bestehe die Prüfungen! Versuche, Aufgaben zu lösen - viele Aufgaben. Und schnell. Wenn es am Verständnis liegt, schau dir doch mal die Vorlesungen von Leonard Susskind an:

    The Theoretical Minimum

    Was Lösungstechniken für Aufgaben in der Mechanik angeht, ist meiner Meinung nach das Buch von Kuypers ungeschlagen:

    Klassische Mechanik : Kuypers, Friedhelm: Amazon.de: Bücher [Anzeige]

    Schön sind auch die No-Nonsense Bücher von Schwichtenberg:

    No-Nonsense Books (nononsensebooks.com)

    Falls du mehr Buchtipps brauchst, kannst kerne nachfragen :)

    Als Protokollantin kann ich euch sagen, ich HASSE online Konferenzen. Wir durften den letzten Konvent wieder mit allen vor Ort machen und ich hätte mich schlicht geweigert ein weiteres Mal über Teams das Protokoll zu schreiben. Ich habe die Schnauze voll von Leuten, die ihr verkacktes Mikro nicht stumm schalten, von Zombies, die auch nach der x-ten Aufforderung dies zu unterlassen nebenbei geräuschvoll den Chat vollschreiben, von Leuten die auch nach dem x-ten mal nicht kapieren, wie man eine Forms-Umfrage ausfüllt... Zumal ich spätestens nach einer viertel Stunde komplett abdrifte und den überwältigenden Drang verspüre nicht mehr zuhörern zu wollen. Nee. Ich habe das komplett gefressen. Kann weg. Für immer. 😠

    Gottseidank war unser letzter Konvent vor den Ferien wieder live, über Teams ist das echt unglaublich anstrengend. Wobei ich die gegenteilige Beobachtung gemacht habe - es ist eher das Problem, dass die Leute vergessen, ihr Mikro wieder anzuschalten, wenn sie was sagen 😂

    Schüchternheit ist kein Schicksal 😉 Ich war als Schüler auch mega schüchtern, ein richtiges Mauerblümchen, das schon beim „Hallo sagen“ rot anläuft. Im Privatleben bin ich es auch immer noch etwas, jedenfalls ziemlich zurückhaltend. Im Unterricht ist das aber völlig anders, da hat meine extrovertierte Seite eindeutig die Oberhand 😂 Tatsächlich hatte ich vor einer Klasse noch keine Sekunde Lampenfieber, auch als Anfänger nicht… für mich ist das Schulzimmer wie eine Mischung aus Wohnzimmer und Theaterbühne. Keine Ahnung, warum 🤷🏻‍♂️

    Aber mach doch mal ein Praktikum oder hospitiere, schon alleine um herauszufinden, ob die Realität tatsächlich mit deiner Vorstellung übereinstimmt. Alle meine Vorstellungen, gerade die schlimmsten, haben sich in meiner ersten Minute vor einer Klasse als völlig falsch erwiesen.

    Vortrags- und Präsentationstechniken kann man professionell lernen, Unis bieten heutzutage dazu auch viele Kurse an. Hier gilt auch, wie fast überall: die Übung macht’s.

    Und bedenke: Dein Studium dauert mehrere Jahre - niemand erwartet, dass du alles sofort kannst. Das gilt für das Fachlich-pädagogische genauso wie für deine „Soft Skills“.

    Da habe ich mich gefragt, wie groß die Anzahl eurer Lesezeichen ist und ob ich eher mehr oder eher weniger Lesezeichen habe.

    Keine, ich arbeite nicht mit Lesezeichen. Eine Zeit lang habe ich es mit Bookmarkingdiensten wie Symbaloo und Diigo versucht, es war mir aber schon bald zu mühsam, die zu aktualisieren.

    Tatsächlich vertraue ich auf mein Gedächtnis und darauf, dass ich mit den richtigen Stichworten die Seiten per Google schon wiederfinde… klappt auch meistens 😂 Falls ich etwas wirklich ganz vergesse, dann wird es schon nicht so wichtig gewesen sein…

    Eine Ausnahme gibt es aber: Eine Sammlung mit Links zu Mathematik, die ich gelegentlich zur Recherche für den Unterricht brauche, habe ich ganz old school in einem Word-Dokument gesammelt, grob nach Themen sortiert und mit Kommentaren versehen. Das Dokument lebt in meinem OneDrive.

    Seiten- und Quereinsteiger können grundsätzlich nichts. Sie haben in ihrem Leben nichts auf die Kette bekommen und ihren Abschluss haben sie sich sicher nur gekauft. Dann ist ihnen glücklicherweise eingefallen, dass man schließlich Lehrer werden könnte. Kinder unterrichten kann schließlich jeder und man muss nicht mal etwas dazu lernen. Dann sitzen sie im Schuljahr nur rum, machen nichts und warten auf die Ferien. Sie übernehmen nie Verantwortung, reden grundsätzlich nicht mit den Eltern und sind froh, dass jeden Monat die dicke Kohle auf das Konto fließt. Schließlich gibt es mittlerweile so viele Stellen zum Seiteneinstieg, dass die eh jeden Deppen nehmen. Die richtigen Lehrer müssen sich dann mit ihnen noch rum schlagen.

    Quer- und Seiteneinsteiger sind auch dann Schuld, wenn es Corona-Ausbrüche an den Schulen gibt und machen noch nicht mal in irgendeiner Form Distanzunterricht. Natürlich können sie SchülerInnen überhaupt nicht leiden und die stören dann noch beim Kaffeetrinken.

    Da hab ich mir ja mit der Schweiz das richtige Land ausgesucht 😉 wo dich hier in der Sek 2 alle Seiteneinsteiger sind… eine endlose Kaffeepause quasi 😂 Oh, erwähnte ich schon, dass wir bereits Ferien haben? 😉

    Never. Bürokratie ist mir ein Graus, genauso Meetings, Personalführung, Management und alles, was da sonst noch dazugehört. Ich würde den Job auch für das zehnfache Gehalt in Kombination mit einem Zehntel der Arbeit nicht machen wollen.

    Tatsächlich unterrichte ich sehr gerne Vollzeit und das möchte ich auch weiterhin 🙂

    > Selbst Umformungen von 2x + 3y = 9x fallen SuS schwer. da wird dann auch mal gerne durch 9x geteilt.

    Das kommt mir sehr bekannt vor… und wenn sie das machen, kommt sowas raus:

    0,22 + 3y = 0

    Mit Brüchen wird grundsätzlich nicht gearbeitet, sondern in gerundeter Dezimaldarstellung. Der Term 3y wird weder durch 9 noch durch x geteilt, denn die 9 und das x hat man ja schon „verbraucht“. Beim Kürzen von 9x mit 9x kommt dann selbstverständlich Null heraus.

    Ah, mir ist noch etwas eingefallen. Auch eine Browserlösung, aber vielleicht einen Blick wert?

    https://sagecell.sagemath.org

    Sage als Anwendung verwende ich auch selbst auf dem Computer, ist ein super Ersatz für kostenpflichtige Software wie Mathematica und Maple. Aber es kann natürlich deutlich mehr als die abgespeckten CAS von TI oder Casio, es ist auch per Python programmierbar.

    Hm, ich benutze tatsächlich Geogebra, aber in der Browserversion und nicht die Apps. Klar, die wird auch über Bildschirmtastatur bedient, aber insgesamt finde ich über Browser deutlich komfortabler als über die App. Browser könnte natürlich für Prüfungen schwierig sein… aber hat Geogebra nicht auch einen Prüfungsmodus? Oder geht der nur über Apps? Da kenne ich mich leider nicht aus.

    Wolfram Alpha ist meiner Meinung nach für Schülerinnen und Schüler kaum verständlich, der Output ist auf Englisch und teilweise sehr komplex… ausserdem geht „echte“ Mathematica-Syntax teilweise nicht, obwohl Mathematica unter der Haube ist. Ich selber verwende es sehr gerne, um meine eigenen Aufgaben und Schülerlösungen zu überprüfen 😉 aber im Unterricht würde ich es nicht einsetzen.

    Meine Variation der Grundbedürfnisse 😉:

    Genug und gesund essen, viel (Wasser Kaffee) trinken, jeden Tag bewegen und optimalerweise an die frische Luft (Edit: mit einem Kaffee und einer Zigarette) sowie viel (Edit: zu wenig, da ich spät ins Bett gehe,) Schlaf

Werbung